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Die Löwenjagdreliefs des Aššur-bāni-apli (669-631 v. Chr.). Nordpalast in Ninive

Titel: Die Löwenjagdreliefs des Aššur-bāni-apli (669-631 v. Chr.). Nordpalast in Ninive

Seminararbeit , 2020 , 38 Seiten , Note: 5.5 (Schweiz ~1,5)

Autor:in: Markus Stricker (Autor:in)

Archäologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit soll neben dem Löwenjagd-Zyklus beim Thronsaal zunächst die beiden in der Südwestecke des Palastes aufgefundenen königlichen Wildkatzenjagden beschreiben. Die räumliche Verteilung der Reliefs, die Darstellungsweisen und die Bildwirkung werden in einem zweiten Schritt beleuchtet. Die Grosse Löwenjagd aus dem Nordpalast wurde in den Jahren 1852–1854 von Hormuzd Rassam (1826–1910) ausgegraben und ist heute im British Museum ausgestellt.

Die Darstellung von Jagdszenen hatte in Mesopotamien eine lange, bis in Vorzeit zurückreichende Tradition. Der assyrische König war in der Jagddarstellung mit seiner Schönheit und Unerschütterlichkeit die zentrale, unbesiegbare Gestalt und der Hauptdarsteller, der die soziale, politische und religiöse Oberschicht anführte. Die Löwenjagden erleichtern den Zugang zur intellektuellen Geschichte Assyriens. Die hochentwickelten technischen Ausführungen der Reliefs geben einen Einblick in die materielle Kultur Assyriens. Weil viele Szenen aus dem Nordpalast nicht komplett, nur noch fragmentarische oder nicht mehr vorhanden sind, besteht die Gefahr, sie getrennt vom Gesamtkontext zu betrachten und interpretieren. Die Bilderzählungen, wie sie heute im Museum ausgestellt sind, waren in der Zeit Aššur-bāni-aplis Teil eines architektonischen Gestaltungskonzeptes, welches die Räumlichkeiten und freiliegenden Bereiche der Palastanlage vereinte. Aššur-bāni-aplis verhältnismässig gut erhaltene Jagdkompositionen bieten trotz dem Fehlen der ursprünglichen Farbfassung eine solide Beurteilungsgrundlage der Palastkunst seiner Zeit. Durch den Einsatz von leeren Bildräumen, um Spannung aufzubauen, zusammen mit vielen subtilen Feinheiten in den Kompositionen wie beispielsweise dem Wechselspiel zwischen den einzelnen Gazellen oder den attackierten Wildeseln hoben die Löwenjagden die assyrische Kunst auf eine neue Stufe der Reife.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Blütezeit eines Grossreichs – Einleitung

2. Ich spaltete mit der Doppelaxt meiner Hände seinen Schädel - Die Kleine Löwenjagd

3. Der König treibt dem Raubtier eine Lanze in den Rachen – Die Löwenjagd

4. Die Grosskatze beisst sich im Jagdwagen fest – Die Grosse Löwenjagd

4.1. Eine Geschichte, eine Raum-Zeit-Verschränkung oder Einzeldarstellungen?

5. Der Weg zur Jagd

6. Die Verbindung von Krieg und Jagd - Die Löwenjagd im Licht des Altertums

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Löwenjagdreliefs des assyrischen Königs Aššur-bāni-apli und analysiert, wie diese bildlichen Darstellungen als narratives Programm innerhalb der Palastarchitektur von Ninive fungierten, um die Macht, Ideologie und religiöse Bedeutung des Herrschers zu inszenieren.

  • Künstlerische Analyse der Löwenjagdreliefs aus dem Nordpalast von Ninive.
  • Untersuchung der räumlichen Anordnung und narrativen Struktur der Bildzyklen.
  • Deutung der symbolischen Verknüpfung von königlicher Jagd und kriegerischer Herrschaft.
  • Betrachtung von Techniken der antiken Bilderzählung und deren Wirkung auf den Betrachter.

Auszug aus dem Buch

Die Verbindung von Krieg und Jagd - Die Löwenjagd im Licht des Altertums

Die Fähigkeiten der assyrischen Bildhauer zur genauen Beobachtung und der realistischen Wiedergabe der Löwen ist unübersehbar (Abb. 22): Trotz schweren Verletzungen schreitet der Löwe immer noch in Richtung der Reihe mit den Hundeführern. Er führt den Pulk der 18 Löwen an. Vier Pfeile sind tief in seinen muskulösen Körper eingedrungen. Einer davon hat seine Schulter von vorne durchbohrt. Blut strömt aus den Verletzungen und aus seinem Maul. Mit jedem Muskel, jeder Sehne versucht das Tier aufrecht zu bleiben und weiterzugehen. Die Venen an seinem Kopf stehen hervor, seine Augen sind glasig, aber er scheint immer noch entschlossen, den Kampf aufzunehmen.

Aus heutiger Sicht scheint der Künstler diese Darstellung des sterbenden Löwen mit viel Mitgefühl, vielleicht sogar mit Mitleid für das Raubtier realisiert zu haben. Zur Zeit Aššur-bāni-aplis war dies sicherlich nicht der Fall. Die Hintergründe dieser königlichen Löwenjagden und die Darstellung von königlichen Löwenjagden selbst hatten eine jahrtausendealte Tradition und reichen zurück in die Ur-und Frühgeschichte. Bereits frühe Höhlenmalereien zeigen, dass das Überleben des Menschen hauptsächlich durch die teilweise Kontrolle der Natur erreicht werden konnte. Dazu gehörte auch die Jagd. Diese überlebenswichtige Tätigkeit wurde im Verlauf der Zeit formalisiert und ritualisiert, oft auch mit religiösen Absichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Blütezeit eines Grossreichs – Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Herrschaft Aššur-bāni-aplis und beschreibt die architektonische Einbettung der Reliefs im Nordpalast von Ninive sowie das Ziel der Arbeit.

2. Ich spaltete mit der Doppelaxt meiner Hände seinen Schädel - Die Kleine Löwenjagd: Das Kapitel beschreibt detailliert die ikonographische Narration der kleinen Löwenjagdreliefs, insbesondere die dynamische Darstellung des Kampfes und die begleitenden Keilschriftinschriften.

3. Der König treibt dem Raubtier eine Lanze in den Rachen – Die Löwenjagd: Hier wird der zweite Löwenjagd-Zyklus analysiert, wobei der Fokus auf den unterschiedlichen Jagdsequenzen, dem Einsatz des Streitwagens und der räumlichen Gestaltung liegt.

4. Die Grosskatze beisst sich im Jagdwagen fest – Die Grosse Löwenjagd: Dieser Abschnitt widmet sich der monumentalen Grossen Löwenjagd und den Vorbereitungen des Königs, wobei auch die Rolle der Entourage und der technischen Details der Reliefgestaltung beleuchtet wird.

4.1. Eine Geschichte, eine Raum-Zeit-Verschränkung oder Einzeldarstellungen?: Das Kapitel diskutiert die narrativen Strategien der Reliefs und erörtert, ob die verschiedenen Szenen als einheitliche Geschichte oder als lose Einzelereignisse zu interpretieren sind.

5. Der Weg zur Jagd: Hier wird die Anordnung der Reliefs in den Korridoren des Palastes untersucht, die gezielt einen Raum für privilegierte Betrachter schaffte und den König in seinem Herrschaftskontext inszenierte.

6. Die Verbindung von Krieg und Jagd - Die Löwenjagd im Licht des Altertums: Dieses Kapitel erläutert die tiefe symbolische und religiöse Verflechtung der Jagd mit dem Kriegswesen, wobei der Löwe als Verkörperung des Chaos und der König als gottgegebener Schützer der Zivilisation dargestellt wird.

7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird betont, dass die Löwenjagden ein Meisterwerk antiker Bildniskunst darstellen, die durch technische Präzision und psychologische Tiefe ein komplexes politisches und ideologisches Programm vermitteln.

Schlüsselwörter

Aššur-bāni-apli, Ninive, Nordpalast, Löwenjagd, Reliefs, Mesopotamien, Assyrien, Bilderzählung, Raum-Zeit-Verschränkung, Machtinszenierung, Libationsszene, Naturbeherrschung, Königsikonographie, Alabasterrelief, antike Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Löwenjagdreliefs des assyrischen Königs Aššur-bāni-apli im Nordpalast von Ninive und deren Bedeutung als politisches und ideologisches Statement.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der ikonographischen Analyse der Reliefs, der narrativen Bildkomposition, der räumlichen Anordnung innerhalb des Palastes und der symbolischen Verknüpfung von Jagd und Krieg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, wie die Reliefs als „Bilderzählungen“ fungierten, um die Macht des Königs als Bezwinger von Chaos und Naturgewalten darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin/der Autor wendet eine kunsthistorische Analyse an, die ikonographische Details mit dem archäologischen Kontext und historischen Quellen sowie Inschriften in Verbindung bringt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei Löwenjagdzyklen (Kleine, mittlere und Grosse Löwenjagd), deren narrativen Kontext und die Einordnung in die assyrische Tradition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Aššur-bāni-apli, Ninive, Reliefnarrative, königliche Ideologie, symbolische Naturbeherrschung und mesopotamische Kunstgeschichte.

Warum spielt die räumliche Anordnung der Reliefs eine so große Rolle?

Die Anordnung war Teil eines architektonischen Konzepts; die Reliefs begleiteten den König und seine Gäste, wodurch die Inszenierung der Macht direkt in den Bewegungsablauf innerhalb des Palastes integriert wurde.

Wie deutet der Autor die Libationsszenen?

Libationen dienen als religiöse Handlungen, die das Töten des Feindes oder des Raubtieres in einen sakralen Kontext rücken und den König als Repräsentanten Gottes legitimieren.

Was unterscheidet die Darstellung des sterbenden Löwen von einer rein sportlichen Jagdszene?

Die extrem realistische, fast mitleidserregende Darstellung der sterbenden Tiere dient einerseits der Demonstration der künstlerischen Macht des Bildhauers und andererseits der symbolischen Überhöhung des Sieges über das "Chaos".

Welche Herausforderungen bei der Interpretation der Reliefs werden genannt?

Da viele Szenen heute fragmentarisch vorliegen oder aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen wurden, warnt die Arbeit davor, sie isoliert zu betrachten, statt sie in den Gesamtzusammenhang des Palastprogramms einzuordnen.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Löwenjagdreliefs des Aššur-bāni-apli (669-631 v. Chr.). Nordpalast in Ninive
Hochschule
Universität Bern  (Vorderasiatische Archäologie)
Veranstaltung
Seminar
Note
5.5 (Schweiz ~1,5)
Autor
Markus Stricker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
38
Katalognummer
V1574332
ISBN (PDF)
9783389124987
ISBN (Buch)
9783389124994
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aššur-bāni-apli Assurbanipal Ninive Löwenjagdrelief Assyrien Thronsaal Ninive Aššur British Museum 1. Jahrtausend v. Chr. königliche Löwenjagd Mesopotamien kleine Löwenjagd grosse Löwenjagd Alabasterrelief Raum S neuassyrische Flachbildkunst Alter Orient London Archäologie
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Markus Stricker (Autor:in), 2020, Die Löwenjagdreliefs des Aššur-bāni-apli (669-631 v. Chr.). Nordpalast in Ninive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1574332
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Leseprobe aus  38  Seiten
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