J.K. Rowlings 'Harry Potter' - Mythen in der Namensgebung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Konzepte der Mythologie
2.2. Der Mythosbegriff nach Roland Barthes
2.3. Der Symbolbegriff nach David Fontana

3. Namen
3.1. Namen in Harry Potter
3.2 Hauptcharaktere
3.2.1. Hermione Jean Granger
3.2.2. Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore
3.2.3. Minerva McGonagall
3.2.4. Remus ‚Moony’ Lupin
3.3 Nebencharaktere
3.3.1. Pomona Sprout
3.3.2. Moaning Myrtle
3.3.3. Poppy Pomfrey

4. Schlussfolgerung

5. Bibliografie
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur
5.3 Webseiten

1. Einleitung

Die Harry Potter Reihe von J. K Rowling hat zweifellos die Lesegewohnheiten der Jugendlichen rund um die Welt beeinflusst. Buchläden haben bei Erscheinen der neuen Bände sogar Sonderöffnungszeiten eingerichtet um dem Andrang Herr zu werden, Postboten haben am Auslieferungstag des neuen Bandes Sonderschichten eingelegt. Aber worauf beruht dieser weltweite Erfolg? Die Antwort ist nicht ganz einfach und beruht meiner Meinung nach auf mehreren Faktoren. Der Hauptfaktor ist, wie ich meine, vor allem die Kombination aus der realen Welt der Leserschaft mit einer fantastischen, unbekannten Welt voller Zauberkraft, Symbolen und Mythen aber auch übermenschlichen Fähigkeiten.

Kinder rund um die Welt wachsen mit Märchen, sowohl in schriftlich fixierter Form als auch durch rein orale Weitergabe, auf; auch hier kommen Symbole und mythische Wesen häufig vor. Unter diesem Aspekt könnte man behaupten, dass durch die Harry Potter Reihe das kindliche Erleben wieder ins Gedächtnis gerufen wird, denn die Jugendlichen sind erneut mit bekannten Symbolen und Mythen konfrontiert, so zum Beispiel Geister, Drachen, Geheimgänge oder der Kampf zwischen Gut und Böse. In den Bänden von J.K. Rowling kommen jedoch weitere Aspekte der mythischen Welt hinzu: die Bedeutung des Einhorns, Wunsch und Verlangen, der Wunsch nach ewigem Leben um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist eben dieses Netz aus Symbolen und Mythen, die die Harry Potter Bücher auch für Erwachsene so interessant machen.

Bereits David Colbert hat in der Einleitung zu seinem Buch The Magical Worlds of Harry Potter geschrieben, dass „one of the pleasures of reading J.K. Rowling is discovering the playful references to history, legend and literature that she hides in her books” (Colbert 15). Colbert geht mit meiner Ansicht konform, dass die Beliebtheit von Rowlings Büchern

testifies to the breadth of culture from which she draws many of her images, characters and themes. […] She creates something entirely new with the bits of material from which she draws; yet she remains remarkably true to the essence of each (Colbert 16-17).

Bedingt durch die Begrenztheit dieser Arbeit möchte ich mich auf die Analyse der Namen beschränken; primär natürlich auf die Namen der Hauptcharaktere wie Albus Dumbledore dem Leiter des Zauberinternats Hogwarts, Harrys Freundin Hermione Granger aber auch einiger Lehrer in Hogwarts wie Minerva McGonagall und Remus Lupin. In einem weiteren Abschnitt werde ich kurz auch auf die Namen einiger, ausgewählter, Nebencharaktere eingehen und die dahinterliegenden Mythen und Symbole aufdecken. Als theoretischer Hintergrund dieser Arbeit dient mir der Mythosbegriff nach Roland Barthes, aber auch Aussagen zu der Bedeutung von Symbolen getätigt von David Fontana.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Konzepte der Mythologie

2.2. Der Mythosbegriff nach Roland Barthes

In seinem Buch Mythen des Alltags hat Roland Barthes das Phänomen Mythos genauer analysiert. Laut der Definition von Barthes ist der Mythos eine Aussage, eine Botschaft welche auf besonderen sprachlichen Bedingungen beruht (Barthes 85). Da es sich um eine Aussage handelt, kann alles zum Mythos werden „wovon ein Diskurs Rechenschaft ablegen kann“ (Barthes 85). Ebenso gibt es für einen Mythos keine inhaltlichen Grenzen; ebenso gibt es keine ewigen Mythen, denn „die Mythologie kann nur eine geschichtliche Grundlage haben“ und ist mit der menschlichen Geschichte eng verbunden (Barthes 85-86). „Die mythische Aussage wird aus einer im Hinblick auf eine angemessene Mitteilung bereits bearbeiteten Materie geschaffen“ (Barthes 87). Die Mythologie, als formale Wissenschaft gesehen, gehört zur Semiologie aber ebenso zur Ideologie als historische Wissenschaft, denn sie untersucht in Form Ideen (Barthes 90).

Im Mythos stecken gleich zwei semiotische Systeme, einmal die Sprache selbst und als Metalevel der Mythos – „sekundäres semiologisches System“ welches über die Sprache spricht; die Unterscheidung zwischen „Bedeutendem, Bedeutetem und Zeichen [] ist für die Untersuchung des Mythos als ein semiologisches Schema unerlässlich (Barthes 91-92).

Das Bedeutende des Mythos erweist sich als doppeldeutig. Es ist zugleich Sinn und Form, einerseits erfüllt, andererseits leer. [...] Indem er Form wird, verliert der Sinn seine Beliebigkeit; er leert sich, verarmt, die Geschichte verflüchtigt sich, es bleibt nur noch der Buchstabe (Barthes 97)

Zu Beachten ist jedoch, dass der Sinn lediglich seinen Wert verliert, trotzdem aber am Leben bleibt da sich der Mythos davon ernährt (Barthes 97). Der Mythos passt sich an; er vereinfacht Aussagen; es gibt jedoch keine Beständigkeit in den mythischen Begriffen denn diese können sich sowohl verderben, sich auflösen oder komplett verschwinden, daher handelt es sich um Neologismen (Barthes 101). Somit ist der Mythos eine „viel stärker durch ihre Absichten [...] als durch ihr Buchstaben bestimmte Aussage“ (Barthes 105). Die mythologische Aussage ist somit zugleich eine Nachricht, aber auch eine Feststellung (Bathes 105). Jedoch muss angemerkt werden, dass die mythische Bedeutung niemals willkürlich sondern immer zumindest teilweise motiviert ist (Barthes 108); ebenso verhält es sich bei Rowling, denn Rowling verwendet Mythen bzw. Anspielungen auf Symbole und Mythen in den Namen der einzelnen Charaktere absichtlich um bei den Lesern bestimmte Assoziationen aufzurufen denn „der Mythos verwandelt Geschichte in Natur“ (Barthes 113) und gibt somit ein natürliches Bild dieses Realen wieder (Barthes 130).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
J.K. Rowlings 'Harry Potter' - Mythen in der Namensgebung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Englisches Seminar)
Veranstaltung
Performing Myth
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V157434
ISBN (eBook)
9783640697717
ISBN (Buch)
9783640697762
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rowlings, Harry, Potter, Mythen, Namensgebung
Arbeit zitieren
Eva Reimann (Autor:in), 2010, J.K. Rowlings 'Harry Potter' - Mythen in der Namensgebung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157434

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