Im Folgenden soll der verhaltenstherapeutische Ansatz der kognitiven Umstrukturierung beleuchtet werden, der bei oben genannten Studenten B Anwendung finden würde. Es werden drei verschiedene Methoden und ihr Vorgehen dargestellt, die Rational- Emotive Verhaltenstherapie nach Ellis, die Kognitive Therapie nach Beck und zuletzt das Stressimpfungs-training nach Meichenbaum. Ein schematischer Ablauf einer kognitiven Umstrukturierung, wie sei bei allen drei Methoden Anwendung findet, wird nach der Beschreibung der drei Methoden folgen. Zum Schluss wird der Bezug zur Sportpsychologie hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Charakterisierung der kognitiven Umstrukturierung
2.1 Zentrale Annahme aller Methoden
3. Rational- Emotive Verhaltenstherapie
4. Kognitive Therapie
5. Stressimpfungstraining nach Meichenbaum
6. Prozess der kognitiven Umstrukturierung
6.1 Vermittlung des kognitiven Modells an den Klienten
6.2 Aufdeckung der dysfunktionalen Kognitionen in konkreten Problemsituationen
6.3 Infragestellung der dysfunktionalen Kognitionen
6.4 Erarbeitung angemessener Kognitionen
6.5 Einübung dieser neuen Kognitionen in problematischen Situationen als neue Bewältigungsfertigkeiten
7. Bezug zur Sportpsychologie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den verhaltenstherapeutischen Ansatz der kognitiven Umstrukturierung und dessen Anwendung zur Modifikation dysfunktionaler Denk- und Verhaltensmuster. Das primäre Ziel ist es, verschiedene therapeutische Methoden darzustellen, einen schematischen Ablauf der Umstrukturierung zu skizzieren und den Transfer dieser psychotherapeutischen Konzepte in den Bereich der Sportpsychologie zu beleuchten.
- Grundlagen und theoretische Annahmen kognitiver Umstrukturierung
- Methodische Ansätze nach Ellis, Beck und Meichenbaum
- Prozessschritte der therapeutischen Veränderung von Kognitionen
- Transfer der Selbstgesprächsregulation in den Leistungssport
Auszug aus dem Buch
Rational- Emotive Verhaltenstherapie
Albert Ellis hat seine Rational- Emotive Therapie oder Verhaltenstherapie (RET oder REVT) erstmals 1955 vorgestellt, aber kontinuierlich weiterentwickelt. Bei Ellis stehen vor allem die irrationalen Bewertungen von Ereignissen im Vordergrund. Diese sind Hauptquelle psychischer Störungen. Um diese unangemessenen Bewertungen zu verdeutlichen, bedient sich Ellis (1993) eines ABC-Modells.
Unter A wird ein auslösendes Ereignis (activating event) verstanden, wie zum Beispiel das Scheitern bei einer Prüfung. Unter B (beliefs) versteht man die Bewertungen des Ereignisses A aufgrund von bewussten oder unbewussten Überzeugungen. C (consequence) bezeichnet die emotionale Reaktion oder Verhaltensweise, die auf die Situation folgt, wie zum Beispiel Angst. Hierbei ist es wichtig, dass C maßgeblich durch B (Art der Bewertung des Ereignisses) beeinflusst wird und nicht, wie oft angenommen, durch die Situation selbst. Eine Selbstindoktrination der dysfunktionalen Kognitionen wird durch Selbstgespräche verstärkt.
Nach Ellis (1993) gibt es vier Grundkategorien irrationaler Überzeugungen:
- absolute Forderungen (Beispiel: „Ich muss immer alles perfekt machen.“)
- globale negative Selbst- und Fremdbewertungen (Beispiel: „ Wenn ich die Prüfung nicht bestehe, bin ich ein Versager.“)
- Katastrophendenken
- niedrige Frustrationstoleranz (Beispiel: „Ich könnte es nicht ertragen, wenn mein Professor denkt, ich sei zu dumm für den Test.“)
Hierbei sind vor allem die absoluten Forderungen entscheidend, da daraus oft die übrigen irrationalen Überzeugungen entstehen. Zudem kann ein Teufelskreis entstehen, da der Klient im Laufe der Zeit unter Symptomstress leiden kann, d.h. dass der Klient zum Beispiel Angst vor seiner eigenen Angst hat. C wird also zu einem neuen A, welches neuen Stress und neue Ängste auslöst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt anhand eines Alltagsbeispiels mit zwei Studenten die unterschiedliche Reaktion auf identische Ereignisse vor und führt in die Thematik der kognitiven Umstrukturierung ein.
2. Allgemeine Charakterisierung der kognitiven Umstrukturierung: Das Kapitel definiert den Ansatz der Umstrukturierung als Methode zur Veränderung dysfunktionaler Denkmuster und betont, dass nicht das Ereignis selbst, sondern die Bewertung das Befinden bestimmt.
3. Rational- Emotive Verhaltenstherapie: Es wird das ABC-Modell von Albert Ellis erläutert, welches aufzeigt, wie irrationale Bewertungen psychische Störungen auslösen.
4. Kognitive Therapie: Dieses Kapitel fokussiert auf die kognitive Triade nach Beck und beschreibt verschiedene Denkfehler, die zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität führen.
5. Stressimpfungstraining nach Meichenbaum: Der Ansatz von Meichenbaum wird als Methode zur Bewältigung von Stress durch gezielte, angepasste Selbstverbalisationen beschrieben.
6. Prozess der kognitiven Umstrukturierung: Hier wird ein fünfstufiger Leitfaden präsentiert, der von der Vermittlung des Modells bis hin zur praktischen Einübung neuer Bewältigungsfertigkeiten reicht.
7. Bezug zur Sportpsychologie: Das Kapitel vergleicht therapeutische Ansätze mit sportpsychologischen Methoden der Selbstgesprächsregulation und arbeitet Unterschiede im Gegenwartsbezug heraus.
Schlüsselwörter
Kognitive Umstrukturierung, Verhaltenstherapie, ABC-Modell, Kognition, Denkfehler, Selbstgespräche, Stressimpfungstraining, Sportpsychologie, Dysfunktionale Überzeugungen, Verhaltensänderung, Mentales Training, Affirmationen, Leistungsdruck, Bewältigungsstrategien, Selbstregulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem verhaltenstherapeutischen Ansatz der kognitiven Umstrukturierung und wie dieser dazu genutzt werden kann, menschliche Denkprozesse zum Positiven zu verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die psychotherapeutischen Grundlagen dysfunktionaler Kognitionen, die Darstellung dreier wesentlicher Therapiemethoden sowie deren praktische Anwendung im sportpsychologischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erläuterung der kognitiven Umstrukturierung als Werkzeug zur Überwindung psychischer Belastungen und die Untersuchung, inwieweit diese Methoden in den Sport transferiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung verhaltenstherapeutischer Standardwerke, insbesondere von Wilken, Ellis, Beck und Meichenbaum, sowie sportpsychologische Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Ansätze von Ellis, Beck und Meichenbaum, einen strukturierten Prozessleitfaden für die therapeutische Praxis und eine Analyse der Anwendung in der Sportpsychologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kognitive Umstrukturierung, ABC-Modell, Selbstgesprächsregulation, dysfunktionale Kognitionen und Mentales Training.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Meichenbaum von einer "reinen kognitiven Therapie"?
Der Ansatz ist flexibler und lässt sich problemlos mit anderen Therapieformen wie Entspannungstraining oder Reizkonfrontation kombinieren, um Stresssituationen zu bewältigen.
Inwiefern unterscheidet sich der sportpsychologische Ansatz vom therapeutischen?
Ein entscheidender Unterschied liegt im Gegenwartsbezug: Während die Therapie oft zukunftsorientiert zur Heilung psychischer Störungen dient, fokussiert die Sportpsychologie auf die unmittelbare Leistung im gegenwärtigen Moment.
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- Isabelle Glauner (Autor), 2009, Kognitive Umstrukturierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157555