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Das Rote Wien - Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“

Title: Das Rote Wien - Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nanni Harbordt (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Was versteht man unter dem Roten Wien? Als Rotes Wien wird der Zeitraum zwischen 1918 und 1934 bezeichnet, in der die Stadt von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) regiert wurde. Das Hauptaugenmerk ihrer Politik lag dabei im Wohnungs- und Sozialbereich. Sie nahmen sich zum Ziel, die zum größten Teil sehr elende Lebenskultur der Mehrheit der Stadtbevölkerung zu verbessern und eine eigenständige „proletarische Kultur“ als Gegenentwurf zu der bürgerlichen Gesellschaft zu entwickeln. Keine Stadtverwaltung hat dabei in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt so sehr auf sich gezogen wie die von Wien. Das Werk, welches diese Beachtung hervorrief, war buchstäblich ein Aufbauwerk: der drückenden wirtschaftlichen Lage zum Trotz, ließ die Gemeinde in nur 15 Jahren 63.000 neue Wohnungen entstehen. Durch sie kamen erstmals viele Menschen in den Genuss einer Wohnung mit eigenem Bett, ausreichender Belüftung, Belichtung, einem WC und mit einem eigenem Gas- und Wasseranschluss, die sogar noch bezahlbar war.
Auf den folgenden Seiten soll, aufbauend auf das zuvor herrschende Wohnelend in der Stadt, das kommunale Wohnbauprogramm, der daraus resultierende Bau monumentaler Wohnanlagen sowie auch der eher dezentrale Siedlungsbau, der speziell in der Werkbundsiedlung sein Aushängeschild besitzt, eingehend veranschaulicht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wohnelend und Wohnungsnot als Grundlage für den sozialen Wohnungsbau des Roten Wiens

3. Das kommunale Wohnungsbauprogramm des Roten Wiens

4. Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“

4.1 Der Metzleinstaler-Hof

4.2 Der Jakob-Reumann-Hof

4.3 Der Karl-Marx-Hof

5. Die Werkbundsiedlung – Wirtschaftlichkeit auf engstem Raum

5.1 Der Wohnblock von André Lurcat in der Veitingergasse 87/89/91/93

5.2 Das freistehende Wohnhaus von Josef Frank in der Woinovichgasse 32

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Rote Wien“ zwischen 1918 und 1934 mit dem Fokus auf die sozialdemokratische Wohnbaupolitik. Ziel ist es, die Entwicklung von den katastrophalen Wohnbedingungen der Vorkriegszeit hin zum groß angelegten kommunalen Wohnbauprogramm sowie dessen architektonische Umsetzung in monumentalen Gemeindebauten und innovativen Siedlungsprojekten aufzuzeigen.

  • Die katastrophale Wohnungsnot und soziale Lage in Wien vor 1918.
  • Das kommunale Wohnungsbauprogramm als politisches Instrument.
  • Architektur und soziale Konzeption der Gemeindebauten (am Beispiel der „Versailles der Arbeiter“).
  • Die Werkbundsiedlung Wien 1932 als Modell für modernes Wohnen.
  • Die Verbindung von politischer Ideologie und architektonischer Gestaltung.

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Karl-Marx-Hof

Der Karl-Marx-Hof umfasst die Heiligenstädterstraße 82-92, die Grinzer Straße, Grunoldstraße, Boschstraße, die Halteraugasse und die Gestingergasse. Er ist zwar nicht der erste und größte kommunale Wohnkomplex, doch gilt er als der Bedeutendste und Eindrucksvollste und ist als eine Art Flaggschiff des Roten Wiens zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden.32

Gebaut wurde der Hof nach den Plänen des Architekten Karl Ehn, 1884-1959. Ehn war Meisterschüler Otto Wagners und arbeitete während seines Studiums freiberuflich im Architektenbüro von Max Fabiani, dem Assistenten Wagners. Nachdem Karl Ehn 1908 als akademischer Architekt eine Anstellung bei der Wiener Stadtverwaltung bekam, wurde er in den 20er Jahren zu einem der Hauptplaner des kommunalen Wohnbaus im Roten Wien.33

Errichtet wurde der Karl-Marx-Hof in drei Abschnitten. Die ersten beiden Teile wurden in den Jahren 1926-1930 und der dritte Teil im August 1933 fertig gestellt. Als Baugelände diente die schmale Hagenwiese zwischen der Heiligenstädter Straße und den Gleisanlagen der Franz-Josephs-Bahn. Das gärtnerische Gebiet der Hagenwiese sollte trotz der Bebauung weitestgehend erhalten bleiben. Entstehen sollte eine geschlossene Wohnhofanlage, die mit 1325 Wohnungen und großen Gartenhöfen ausgestattet sein sollte. Die Gesamtfläche des Areals beträgt ca. 156000 m², wovon aber nur 23% verbaut wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das „Rote Wien“ als Ära der sozialdemokratischen Regierung (1918-1934) und hebt den massiven kommunalen Wohnungsbau als zentrales Aufbauwerk hervor.

2. Wohnelend und Wohnungsnot als Grundlage für den sozialen Wohnungsbau des Roten Wiens: Das Kapitel beschreibt die verheerenden Wohnverhältnisse, wie extreme Überbelegung und mangelnde Hygiene, die als Auslöser für die neue kommunale Politik dienten.

3. Das kommunale Wohnungsbauprogramm des Roten Wiens: Es wird die politische Finanzierung durch die Wohnbausteuer sowie der ehrgeizige Bauplan der Gemeinde erläutert, der Wohnraum als Grundrecht für die Arbeiterschaft etablieren wollte.

4. Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“: Hier werden die Wohnbauten als monumentale, aber soziale Fortschritte bringende Architektur analysiert, mit Fokus auf drei prominente Anlagen.

5. Die Werkbundsiedlung – Wirtschaftlichkeit auf engstem Raum: Das Kapitel analysiert die Werkbundsiedlung als experimentelles Modellprojekt für modernes, kompaktes Bauen und dessen Rezeption sowie spätere Probleme.

6. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass der Wiener Gemeindebau als wohnbaupolitisches Vorzeigemodell bis heute wirkt und ein zentrales Element der Wiener Identität geblieben ist.

Schlüsselwörter

Rotes Wien, Sozialdemokratie, Kommunaler Wohnbau, Gemeindebauten, Wohnungsnot, Karl-Marx-Hof, Werkbundsiedlung, Josef Frank, Hubert Gessner, Wohnbausteuer, soziale Architektur, Volkswohnpalast, Arbeiterkultur, Wiener Stadtverwaltung, Siedlungsbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Architektur und der sozialen Bedeutung des kommunalen Wohnbaus im „Roten Wien“ zwischen 1918 und 1934.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Überwindung des damaligen Wohnelends, die Finanzierungsmodelle der Stadt Wien und die gestalterische Umsetzung in Form von monumentalen Gemeindebauten sowie Siedlungshäusern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Stadtverwaltung durch konsequente Wohnbaupolitik und innovative Architektur die Lebensqualität der Arbeiterbevölkerung nachhaltig verbessern konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische und städtebauliche Analyse, die auf Literaturrecherchen und der Untersuchung konkreter Fallbeispiele (Hofanlagen und Siedlungen) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Wohnungsnot, das Bauprogramm der Gemeinde, eine detaillierte Analyse der Gemeindebauten sowie die Untersuchung der Wiener Werkbundsiedlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rotes Wien, Sozialdemokratie, Gemeindebau, Wohnungsbauprogramm, Karl-Marx-Hof und moderne Architektur.

Was macht den „Karl-Marx-Hof“ architektonisch so besonders?

Er gilt als „Flaggschiff“ des Roten Wiens, zeichnet sich durch seine festungsartige Monumentalität aus und wird oft als „sprechende Architektur“ für die politische Ideologie der damaligen Zeit bezeichnet.

Warum wird die Werkbundsiedlung als Beispiel für „Wirtschaftlichkeit auf engstem Raum“ angeführt?

Das Ziel der Architekten, allen voran Josef Frank, war es zu beweisen, dass auf minimaler Grundfläche mit reduziertem Bauaufwand ein hoher Wohnwert und Komfort für die Bewohner erzielt werden kann.

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Details

Title
Das Rote Wien - Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“
College
Free University of Berlin  (Kunsthistorisches Institut)
Course
Wien: Kunst und Architektur
Grade
2,0
Author
Nanni Harbordt (Author)
Publication Year
2009
Pages
32
Catalog Number
V157579
ISBN (eBook)
9783640702169
ISBN (Book)
9783640702350
Language
German
Tags
Rote Wien Wien Karl-Marx-Hof Metzleinstaler-Hof Jakob-Reumann-Hof Werkbundsiedlung Wohnungsbau sozialer Wohnungsbau Wohnungsbauprogramm kommunaler Wohnungsbau sozial kommunal Architektur Baugeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nanni Harbordt (Author), 2009, Das Rote Wien - Die Gemeindebauten als ein „Versailles der Arbeiter“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157579
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