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Adressierung, Präsenz, Bindung. Durch welche inszenatorischen und charakterlichen Korrelationen wird das Phänomen der Parasozialen Beziehung subventioniert?

Title: Adressierung, Präsenz, Bindung. Durch welche inszenatorischen und charakterlichen Korrelationen wird das Phänomen der Parasozialen Beziehung subventioniert?

Seminar Paper , 2010 , 11 Pages , Grade: 2

Autor:in: Barbara Walter (Author)

Theater Studies, Dance
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Summary Excerpt Details

Das Phänomen der Parasozialen Beziehung zwischen einem medialen Akteur und seinem Zuseher ist als steter Part der Medienrezeption in vielerlei Hinsicht interessant und auf reizvolle Weise erforschenswert.
Simultan mit der internen Weiterentwicklung und Ausreifung der Medientheorie ist der aktive Rezipient vermehrt in den Fokus des Interesses gerückt und mit ihm die in der Kommunikationswissenschaft lange Zeit kaum beachtete parasoziale Interaktion.
Die folgende Untersuchung möchte darlegen, welche Prämissen gegeben sein müssen, um aus einer Interaktion, die der Rezipient beim Fernsehkonsum aufgrund des permanenten expliziten sowie impliziten Adressierungscharakters spezifischer Formate, unter ihnen die Talkshow, meist zwangsläufig eingeht, eine paranormale Konnexion entstehen zu lassen.

Vornehmlich wird sie, divergent zu bereits durchgeführten Studien, ihren Fokus auf etwaige Korrelationen mit Persönlichkeitseigenschaften des Rezipienten sowie spezifischen Inszenierungskonzepten legen. Für eine beispielhafte Betrachtung bietet sich hierbei insbesondere das Format der Talkshow mit ihrer kontinuierlichen Ausstrahlung, ihrem Live- sowie auffällig hohem Adressierungscharakter an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsabgrenzung und Grunddifferenzierung

2.1. Identifikation versus Interaktion

2.2. Der Begriff der Personae

2.3. Soziale Interaktion versus parasoziale Interaktion

2.4. Parasoziale Interaktion versus parasoziale Beziehung

3. Das Phänomen der Parasozialen Beziehung

3.1. Geschichte und Verlauf der Forschung

3.1.1. Überblick über den aktuellen Forschungsstand

3.1.2. Ausblick

3.2. Entstehungsmodelle

3.2.1. Teilprozessmodell nach Hartmann et al.

3.2.2. Die Charaktersynthese nach Wulff

3.2.3. Die Charaktersynthese nach Knobloch

3.2.4. Das Konzept der Persona nach Hippel

3.2.4.1. Intensivierung und Erweiterung durch Horton und Wohl

3.3. Medienwirkungsforschung - Das Fernsehen als Medium zur parasozialen Beziehung

3.4. Parasoziale Beziehungsformen nach Peter Vorderer

3.4.1. Die Quasi-orthosoziale Beziehung

3.4.2. Die medial vermittelte Beziehung

3.4.3. Die Starbeziehungen

3.5. Kritische Stimmen

4. Das Talkshow-Format „Britt - Der Talk um Eins“

4.1. Geschichte und Aufbau des Formates

4.2. Die Personae Britt Hagedorn

4.3. Parasoziale Beziehung - Analyse der begünstigenden inszenatorischen Textelemente

5. Empirische Untersuchung

5.1. Forschungsleitende Fragestellung

5.2. Ziele der Untersuchung

5.2.1. Auswahl der Kategoriensysteme

5.3. Methodik der Datenerhebung

5.4. Ergebnisse

5.4.1. Darstellung und Interpretation

5.4.2. Kontextualisierung hinsichtlich 4.2.

6. Resümee

7. Nachwort

8. Quellenangabe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche inszenatorischen Strategien und persönlichen Charakteristika von Medienakteuren (Personae) die Entstehung parasozialer Beziehungen zwischen Zusehern und Akteuren in Talkshows begünstigen. Das Ziel ist es, die psychologischen und medienästhetischen Prämissen zu ergründen, die eine solche einseitige soziale Bindung im Fernsehalltag fördern.

  • Analyse der Medienrezeption und parasozialer Interaktionsprozesse.
  • Untersuchung von Adressierungsstrategien (explizit und implizit) im TV-Kontext.
  • Beispielhafte Anwendung am Talkshow-Format „Britt - Der Talk um Eins“.
  • Identifikation von Korrelationen zwischen Persönlichkeitseigenschaften des Rezipienten und Bindungsintensität.
  • Evaluation von Inszenierungstechniken wie Blickrichtung, Kameraeinstellungen und Sprachgebrauch.

Auszug aus dem Buch

Die erste direkte Adressierung des Rezipienten findet bereits in den ersten Sekunden statt, die Begrüßung der Zuseher durch die Moderatorin Britt Hagedorn, auf die die typischen Charakteristika einer Personae zutreffen, wie sie Horton und Wohl als kennzeichnend postulierten, und die sich auszeichnet durch die Kontinuinität ihrer Erscheinung, die gemeinsame, Verbundenheit suggerierende Geschichte, die sich durch die stete Rezeption der Talkshow entwickelt, sowie ein „Gefühl von Intimität, das die besondere Beziehung kennzeichnet. Ein solches Gefühl liegt darin, den Zuschauer während der Rezeption vergessen zu lassen, dass es sich um eine mediale Inszenierung handelt.“

Jenes Gefühl der Intimität wird vornehmlich durch die in den Kameraeinstellungen dominierenden Großaufnahmen der Moderatorin vermittelt. Des Weiteren ist die Personae sehr volksnah und dementsprechend sympathisch inszeniert, agiert sie doch mit wenigen Ausnahmen stets im Bereich des in der Sendung anwesenden Publikums. Sie repräsentiert einen „nachbarschaftlichen“ Typus, was vor dem Faktum, dass bereits vorliegende Untersuchungen, wie beispielsweise die Erhebungen von Uli Gleich und Michael Burst, gezeigt haben, dass sich die Beziehungsqualität zu medialen Akteuren kaum different zu jener zu guten Nachbarn verhält, besonders bedeutsam erscheint.

Der Kamerastandpunkt befindet sich signifikanter Weise ein wenig seitlich der Talk-Gäste, so dass Britt, wenn sie mit jenen interagiert, stets in die Kamera und damit gleichsam in das „Auge“ des Rezipienten blickt, der in seiner partizipativen Rolle somit zwangsweise in eine parakommunikative Situation eintritt, denn, so Hartmann et al.: Die non-verbale Bezugnahme dürfte sich insbesondere über die Körperhaltung der Persona ausdrücken: Eine Adressierung liegt also nahe, wenn die Persona eine zu den Rezipient/inn/en hingewendete Körperhaltung besitzt, was nicht nur die Haltung des Ober- und des Unterkörpers, sondern insbesondere die Kopfhaltung betreffen dürfte. Differenziert man in diese Richtung weiter, scheint es plausibel, dass insbesondere die Blickrichtung […] eine Adressierung nahe legt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses an parasozialen Beziehungen und der Relevanz des Themas in der modernen Medienrezeption.

2. Begriffsabgrenzung und Grunddifferenzierung: Theoretische Abgrenzung der zentralen Konzepte wie Personae, soziale Interaktion und die spezifische parasoziale Beziehungsstruktur.

3. Das Phänomen der Parasozialen Beziehung: Detaillierte Darstellung des Forschungsstands, der Entstehungsmodelle und der medienwissenschaftlichen Einordnung.

4. Das Talkshow-Format „Britt - Der Talk um Eins“: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf ein konkretes Fernsehformat unter Analyse spezifischer inszenatorischer Elemente.

5. Empirische Untersuchung: Methodischer Entwurf für eine geplante quantitative Analyse zur Verifizierung der theoretischen Annahmen.

6. Resümee: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit.

7. Nachwort: Persönliche Bemerkungen zum Forschungsprozess.

8. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Parasoziale Interaktion, Parasoziale Beziehung, Medienrezeption, Personae, Talkshow, Adressierung, Fernsehen, Medienpsychologie, Intimität, Inszenierung, Zuschauerforschung, TV-Moderation, Kommunikationswissenschaft, Fernsehforschung, Rezipientenbindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das medienwissenschaftliche Phänomen der parasozialen Beziehung zwischen Zuschauern und Fernsehakteuren am Beispiel von Talkshow-Moderatoren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Begriffe der parasozialen Interaktion, die psychologische Wirkung von Inszenierungsstrategien sowie die Rolle des Fernsehens bei der Bildung von einseitigen sozialen Bindungen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Die Arbeit möchte aufzeigen, durch welche spezifischen inszenatorischen Mittel (wie Sprache, Kameraführung und Adressierung) und persönlichen Charakteristika der Moderatorin die Entstehung einer intimen Beziehung zum Zuschauer gefördert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung herangezogen?

Es wird eine medienanalytische Betrachtung anhand des Talkshow-Formats „Britt - Der Talk um Eins“ durchgeführt, ergänzt durch einen Entwurf für eine empirische, rezipientenorientierte Untersuchung.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der parasozialen Beziehung sowie der detaillierten Analyse der TV-Sendung „Britt“ hinsichtlich ihrer Adressierungsstrategien und der Darstellung der Moderatorin.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Personae, parasoziale Interaktion, mediale Inszenierung, Adressierung und das Involvement der Zuschauer.

Warum wird gerade das Talkshow-Format „Britt - Der Talk um Eins“ als Beispiel gewählt?

Das Format eignet sich aufgrund seiner kontinuierlichen Ausstrahlung, seines Live-Charakters und des besonders hohen Adressierungsgrades durch die Moderatorin Britt Hagedorn ideal für die Untersuchung parasozialer Mechanismen.

Welche Rolle spielt die „nachbarschaftliche“ Inszenierung der Moderatorin?

Diese Inszenierung zielt darauf ab, dem Zuschauer Vertrautheit und Sympathie zu vermitteln, um die Hemmschwelle zur parasozialen Bindung zu senken und die Sendung in den Alltag des Rezipienten zu integrieren.

Welche Bedeutung kommt der „Routinisierung“ im Fernsehen zu?

Die regelmäßige Ausstrahlung um dieselbe Zeit ist laut der Arbeit ein wesentlicher Faktor, damit die Persona Teil der täglichen Routine des Zuschauers werden kann, was wiederum parasoziale Beziehungen festigt.

Inwiefern beeinflusst der Kamerastandpunkt die Zuschauerbindung?

Die spezifische Platzierung der Kamera simuliert eine „Face-to-Face“-Situation, bei der die Moderatorin den Zuschauer direkt anzublicken scheint, was die parakommunikative Situation zwangsweise intensiviert.

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Details

Title
Adressierung, Präsenz, Bindung. Durch welche inszenatorischen und charakterlichen Korrelationen wird das Phänomen der Parasozialen Beziehung subventioniert?
College
University of Vienna  (Theaterwissenschaft)
Grade
2
Author
Barbara Walter (Author)
Publication Year
2010
Pages
11
Catalog Number
V157605
ISBN (eBook)
9783640714728
Language
German
Tags
Parasoziale Beziehung Adressierung Präsenz Bindung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Walter (Author), 2010, Adressierung, Präsenz, Bindung. Durch welche inszenatorischen und charakterlichen Korrelationen wird das Phänomen der Parasozialen Beziehung subventioniert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157605
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