Die digitale Transformation revolutioniert zahlreiche Lebensbereiche, darunter das Gesundheitswesen. Ein Beispiel hierfür ist die Digitalisierung des Organspendeausweises. Knapp drei Monate nach Etablierung des digitalen Ausweises liegt die Anzahl der bereits Registrierten bei unter einem Prozent der deutschen Bevölkerung.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Akzeptanz und Bereitschaft der Bevölkerung zum (digitalen) Organspendeausweis zu analysieren und hemmende Faktoren für die Eintragung im Organspende-Register zu identifizieren. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Wie wirkt sich die digitale Transformation des Organspendeausweises auf die Registrierungsbereitschaft aus?
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine quantitative Umfrage durchgeführt. Konkret wurden mithilfe der Befragung Erkenntnisse zur Akzeptanz der Organspende und der Nutzung digitaler Technologien in diesem Kontext gewonnen. Des Weiteren wurde ein Usability-Test mit fünf Personen durchgeführt, die ihre Entscheidung zur Organspende im zentralen Register hinterlegen sollten.
Die Ergebnisse zeigen eine überwiegend positive Einstellung gegenüber einem zentralen Organspende-Register. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass es eine hohe Diskrepanz zwischen der positiven Einstellung und der Registrierungsquote gibt. Informationsdefizite und technische Hürden führen zu einer hohen Abbruchquote.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass das zentrale Organspende-Register das Potenzial hat, die Verwaltung und Verfügbarkeit von Organspendenentscheidungen erheblich zu verbessern. Allerdings ist die Bereitschaft der deutschen Bevölkerung, die Entscheidung über die Organspende im zentralen Register zu hinterlegen, derzeit noch zu gering. Mithilfe von gezielter Aufklärung, weiteren Berührungspunkten mit dem Thema Organspende und einem niederschwelligen Registrierungsprozess kann die Bereitschaft gesteigert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Definitionen
2.1.1 Digitalisierung
2.1.2 Digitale Transformation
2.1.3 Abgrenzung der Begriffe Digitalisierung und Digitale Transformation
2.1.4 Digitale Transformation im Gesundheitswesen
2.1.5 Organspende und -transplantation
2.2 Der digitale Organspendeausweis
2.2.1 Hintergrund und Einführung des zentralen Organspende-Registers
2.2.2 Zugangswege zum Organspende-Register
2.3 Voraussetzungen für die Registrierung
2.3.1 Technische Voraussetzungen
2.3.2 Der Personalausweis mit eID-Funktion
2.3.3 Die AusweisApp2
2.3.4 Digitale Kompetenz
2.4 Aufklärung
2.5 Akzeptanz des (digitalen) Organspendeausweises und aktueller Stand
2.6 Internationaler Vergleich
2.7 Zusammenfassung und Ableitung der Fragestellung
3 Empirische Untersuchung
3.1 Forschungsziel
3.2 Forschungsansatz: Online-Umfrage
3.2.1 Merkmale der Umfrageteilnehmer
3.2.2 Erhebungsinstrument
3.2.3 Durchführung
3.3 Forschungsmethode: Usability-Test
3.3.1 Merkmale der Teilnehmer der Beobachtung
3.3.2 Erhebungsinstrument
3.3.3 Durchführung
4 Forschungsergebnisse
4.1 Ergebnisse des quantitativen Fragenbogens
4.2 Ergebnisse der qualitativen Beobachtung
5 Diskussion
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
7.1 Literaturquelle
7.2 Internetquelle
7.3 Bildquelle
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung und Akzeptanz der digitalen Transformation am Beispiel des neuen zentralen Organspende-Registers. Das primäre Ziel ist es, die Bereitschaft der Bevölkerung zur Online-Registrierung zu analysieren sowie hemmende Faktoren und technische Hürden zu identifizieren, um Empfehlungen für eine gesteigerte Registrierungsquote abzuleiten.
- Digitale Transformation im deutschen Gesundheitswesen
- Strukturen des zentralen Organspende-Registers
- Technische Voraussetzungen (eID-Funktion & AusweisApp2)
- Quantitative Analyse der Bevölkerungsakzeptanz
- Qualitative Untersuchung des Registrierungsprozesses via Usability-Test
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Digitale Transformation
Für den Begriff Digitale Transformation gibt es keine einheitliche Definition, jedoch leitet sich das Wort vom lateinischen „transformare“ ab und kann im weitesten Sinne mit „umwandeln, umformen, verändern“ übersetzt werden. Im Allgemeinen wird damit laut dem Bayrischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation die Umstrukturierung eines bestehenden Systems durch den Einsatz digitaler Technologien und Techniken beschrieben (Digitale Transformation | bidt, 2024).
Digitale Transformation ist ein kundenorientiertes Konzept, bei dem die Digitalisierung im Mittelpunkt steht. Es umfasst alle Aspekte eines Unternehmens, von Geschäftsmodellen über Betriebsabläufe bis hin zu Prozessen und Unternehmensaktivitäten. Zur Umsetzung des Konzepts der digitalen Transformation werden digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), IoT und andere verwendet, um Daten optimal zu nutzen sowie durchdachte Arbeitsabläufe, eine schnelle und intelligentere Entscheidungsfindung und Echtzeitreaktion auf Veränderungen im Umfeld zu ermöglichen. Zusätzlich wird eine digitale Transformation nicht als einmalige Maßnahme verstanden, sondern als kontinuierliche Anpassung an ein sich ständig veränderndes Umfeld (Was ist digitale Transformation, 2023).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas Organspende im Kontext der digitalen Transformation des deutschen Gesundheitswesens und leitet die Forschungsfrage ab.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Digitalisierung und Digitale Transformation und erläutert die technischen Grundlagen sowie den Status quo der Organspende in Deutschland.
3 Empirische Untersuchung: Die methodische Vorgehensweise wird beschrieben, wobei eine Online-Umfrage zur quantitativen Datenerhebung und Usability-Tests zur qualitativen Analyse des Registrierungsprozesses eingesetzt wurden.
4 Forschungsergebnisse: Die erhobenen Daten werden dargestellt, wobei die Ergebnisse der Umfrage sowie die Beobachtungen aus den Usability-Tests detailliert ausgewertet werden.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch gewertet und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet, inklusive konkreter Handlungsempfehlungen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die in der Einleitung formulierte Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Organspende-Register, Digitale Transformation, eID-Funktion, Online-Registrierung, AusweisApp2, Gesundheitswesen, Usability, Spendenbereitschaft, Personalausweis, digitale Kompetenz, Barrieren, Patientensicherheit, Organtransplantation, elektronische Gesundheitskarte, Nutzerverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation im Gesundheitswesen, speziell mit dem neuen zentralen Organspende-Register in Deutschland und der Frage, wie dieses von der Bevölkerung angenommen wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Theorie der digitalen Transformation, die technischen Voraussetzungen zur Nutzung von Online-Gesundheitsdiensten sowie die Akzeptanz und Nutzbarkeit des Organspende-Registers.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie wirkt sich die digitale Transformation des Organspendeausweises auf die Registrierungsbereitschaft aus?“
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin nutzt einen Methodenmix, bestehend aus einer Literaturauswertung, einer quantitativen Online-Umfrage und einer qualitativen Beobachtungsstudie (Usability-Tests).
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die technischen Hürden (wie die Aktivierung der eID-Funktion) und untersucht durch Befragungen und Testläufe, welche Faktoren eine erfolgreiche Registrierung im Organspende-Register behindern oder fördern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören das Organspende-Register, die eID-Funktion des Personalausweises, Usability, digitale Kompetenz und Akzeptanzforschung.
Warum ist die Aktivierung der eID-Funktion für viele Bürger eine Hürde?
Wie die Forschung zeigt, ist die Aktivierung und Handhabung der eID-Funktion für einen Großteil der Bevölkerung mit technischem Aufwand, Wissensdefiziten hinsichtlich der Handhabung (z.B. PIN-Brief) und teils bürokratischen Hürden verbunden.
Welche Empfehlungen leitet die Autorin für die Praxis ab?
Die Arbeit empfiehlt unter anderem die Erhöhung von Berührungspunkten zum Thema im Alltag (z.B. beim Hausarzt), das Zeigen von Wertschätzung für die Registrierung und insbesondere die drastische Reduktion technischer Hürden durch nutzerfreundlichere IT-Lösungen.
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- Alina Flum (Autor), 2024, Digitalisierung der Organspende, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1576915