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Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft. Jenseits von Klasse und Stand?

Title: Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft. Jenseits von Klasse und Stand?

Term Paper , 2025 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kim Wiesel (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Inwiefern lässt sich soziale Ungleichheit weiterhin durch Klassenzugehörigkeiten erklären bzw. unter welchen Bedingungen ist dies möglich und sinnvoll in modernen, westlichen Gesellschaften?
Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft, von der reflexiven zur regressiven Moderne, von der Auflösung der Klassen zu ihrer Neuformung. So könnte die Entwicklung der Gesellschaftsdiagnosen von Ulrich Beck zu Oliver Nachtwey zusammengefasst werden. Soziologische Gegenwartsdiagnosen haben zwar oft eine begrenzte „Haltbarkeitsdauer“ (Schimank 2007), dennoch bleiben einige ihrer zentralen Thesen relevant und werden fortgeführt. Der Übergang zu den 1980er Jahren markiert eine Wende, in der sich die kollektive Stimmung der Gesellschaft grundsätzlich änderte: „anstelle von Überfluss und Wohlfahrt sind Knappheiten und Risiken ins Bild gerückt.“ (ebd.).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Vorgehensweise und thematische Abgrenzung

1.3 Thematische Einführung und Begriffsklärungen

1.3.1 Soziale Ungleichheit

1.3.2 Von Ständen zu Klassen – eine historische Entwicklung

1.3.3 Marx und Weber

1.3.4 Verständnis auf eine allgemeine Klassenkonzeption

2. „Risikogesellschaft“ nach Ulrich Beck

2.1 Zeitliche und theoretische Einordnung

2.2 Neue Risiken und Individualisierung: reflexive Moderne

2.3 Jenseits von Stand und Klasse?

3. „Abstiegsgesellschaft“ nach Oliver Nachtwey

3.1 Zeitliche und theoretische Einordnung

3.2 Die Thesen zur Entwicklung in die regressive Moderne

3.3 Wesentliche Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und ihre Auswirkungen

4. Aktuelle Untersuchungen zu klassenspezifischen Risiken am Arbeitsmarkt – jenseits von Stand und Klasse?

4.1 Arbeiten in Zeiten globaler Risiken: die Coronapandemie

4.2 Arbeitendes Prekariat als neue soziale Klasse?

4.3 Anforderungen an Untersuchungen zu Klasse und Stand in modernen, westlichen und pluralisierten Gesellschaften

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern soziale Ungleichheit in modernen westlichen Gesellschaften weiterhin durch Klassenzugehörigkeiten erklärt werden kann. Dabei wird die Transformation soziologischer Diagnosen von Ulrich Becks „Risikogesellschaft“ hin zu Oliver Nachtweys „Abstiegsgesellschaft“ analysiert, um die Relevanz von Klassenstrukturen angesichts individualisierter Lebensläufe und globaler Risiken zu hinterfragen.

  • Vergleich der Gesellschaftsdiagnosen von Ulrich Beck und Oliver Nachtwey.
  • Analyse der Transformation sozialer Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt.
  • Empirische Untersuchung zur Korrelation von Klassenlage und Arbeitsmarktrisiken (z.B. während der Coronapandemie).
  • Kritische Würdigung der Bedeutung von Klassen- und Schichtkonzepten zur Erklärung gesellschaftlicher Polarisierung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft, von der reflexiven zur regressiven Moderne, von der Auflösung der Klassen zu ihrer Neuformung. So könnte die Entwicklung der Gesellschaftsdiagnosen von Ulrich Beck zu Oliver Nachtwey zusammengefasst werden. Soziologische Gegenwartsdiagnosen haben zwar oft eine begrenzte „Haltbarkeitsdauer“ (Schimank 2007: 10), dennoch bleiben einige ihrer zentralen Thesen relevant und werden fortgeführt. Der Übergang zu den 1980er Jahren markiert eine Wende, in der sich die kollektive Stimmung der Gesellschaft grundsätzlich änderte: „anstelle von Überfluss und Wohlfahrt sind Knappheiten und Risiken ins Bild gerückt.“ (ebd.: 11). Genau aus diesem Grund setzt die vorliegende Arbeit bei der Gesellschaftsdiagnose von Ulrich Beck an (veröffentlicht 1986). Ulrich Beck (1986, 1994) argumentiert, dass in westlichen Industrieländern vor dem Hintergrund von Wohlstand und sozialer Absicherung die Individuen weitgehend aus traditionellen Klassen- und Familienbindungen freigesetzt wurden, gleichzeitig soziale Ungleichheiten stabil geblieben sind und diese dennoch nicht mehr als Klassenfragen wahrgenommen werden (vgl. Beck 1986: 121; 1994: 43).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Transformationsprozesse ein, stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz sozialer Klassen und definiert den methodischen Rahmen der Arbeit.

2. „Risikogesellschaft“ nach Ulrich Beck: Das Kapitel rekonstruiert Becks Diagnose der reflexiven Moderne, in der Wohlstandssicherung zunehmend durch das Management globaler, selbst erzeugter Risiken und Prozesse der Individualisierung abgelöst wird.

3. „Abstiegsgesellschaft“ nach Oliver Nachtwey: Dieses Kapitel erläutert Nachtweys Thesen zur regressiven Moderne, in der durch Austeritätspolitik und Prekarisierung auf dem Arbeitsmarkt eine erneuerte Klassengesellschaft entstanden ist.

4. Aktuelle Untersuchungen zu klassenspezifischen Risiken am Arbeitsmarkt – jenseits von Stand und Klasse?: Hier werden empirische Studien herangezogen, die untersuchen, ob Risiken wie in der Pandemie klassenspezifisch verteilt sind und ob soziale Klassen heute noch analytisch tragfähig sind.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und konstatiert, dass trotz Individualisierungstendenzen klassenspezifische Ungleichheitsstrukturen fortbestehen, deren empirischer Nachweis jedoch komplexere, multidimensionale Ansätze erfordert.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Klassengesellschaft, Risikogesellschaft, Abstiegsgesellschaft, Individualisierung, Reflexive Moderne, Regressive Moderne, Prekariat, Arbeitsmarkt, Soziale Schichtung, Klassenbewusstsein, Mobilität, Sozialstruktur, Globalisierung, Soziologische Gegenwartsdiagnosen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich der soziologische Blick auf soziale Ungleichheit verändert hat, indem sie zwei einflussreiche Diagnosen der vergangenen Jahrzehnte vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Wandlung von Klassenstrukturen, der Einfluss von Wohlstand und Risiko auf die Gesellschaftsstruktur sowie die Prekarisierung von Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Klassenanlysen in modernen, westlichen Gesellschaften noch valide sind, um soziale Ungleichheit zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus literaturbasierter Theoriearbeit zur Gesellschaftsdiagnostik und der Analyse aktueller empirischer Untersuchungen am Arbeitsmarkt verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Ulrich Beck und Oliver Nachtwey sowie die empirische Prüfung ihrer Thesen anhand von Untersuchungen zum Prekariat und zur Coronapandemie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Soziale Ungleichheit, Risikogesellschaft, Abstiegsgesellschaft, Individualisierung und Klassenbewusstsein.

Warum ist laut Beck die heutige Klassengesellschaft schwerer zu greifen?

Beck argumentiert, dass durch den sogenannten „Fahrstuhleffekt“ zwar der Lebensstandard stieg, aber durch Individualisierung und „demokratisierte“ Risiken die Wahrnehmung von Klassen als strukturierende Kraft verblasste.

Welche zentrale Kritik äußert Nachtwey an der bisherigen gesellschaftlichen Entwicklung?

Nachtwey kritisiert, dass durch den Neoliberalismus und die Agenda-Reformen die soziale Integration erodierte und eine regressive Moderne entstand, die Aufstiegschancen für die breite Masse zunehmend begrenzt.

Ist das „Prekariat“ eine neue soziale Klasse?

Die Arbeit stellt fest, dass das Prekariat zwar eine neue soziale Lage beschreibt, das Konzept der sozialen Klasse nach klassischem Verständnis jedoch weitreichendere Identitätsprozesse und Interessenvertretungen erfordern würde.

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Details

Title
Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft. Jenseits von Klasse und Stand?
College
University of Hagen
Grade
1,0
Author
Kim Wiesel (Author)
Publication Year
2025
Pages
27
Catalog Number
V1577214
ISBN (PDF)
9783389123799
ISBN (Book)
9783389123805
Language
German
Tags
Ulrich Beck Individualisierung Klasse Stand Risikogesellschaft Abstiegsgesellschaft Oliver Nachtwey Gesellschaftsdiagnosen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Wiesel (Author), 2025, Von der Risiko- zur Abstiegsgesellschaft. Jenseits von Klasse und Stand?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1577214
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