Eine Gegenüberstellung klassischer und moderner Formen der langfristigen Finanzierung von Unternehmen


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 88 %


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über die langfristigen und modernen Finanzierungs- möglichkeiten von Unternehmen
2.1 Einführung in langfristige klassische Finanzierungsformen
2.1.1 Innenfinanzierung
2.1.2 Bankdarlehen
2.1.3 Schuldverschreibung
2.1.4 Schuldscheindarlehen
2.2 Darstellung langfristiger moderner Finanzierungsmodelle
2.2.1 Leasing
2.2.2 Eigenkapitalfinanzierung über Beteiligung
2.2.3 Mezzanine Capital
2.2.4 Asset-Backed-Securities (ABS)

3. Kritische Gegenüberstellung der aufgezeigten langfristigen Fi- nanzierungen von Unternehmen
3.1 Vor- und Nachteile der klassischen Varianten
3.2 Vor- und Nachteile der modernen Alternativen

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1 Innenfinanzierung eigene Darstellung in Anlehnung an Zantow, Roger: Finanzierungswirt- schaft des Unternehmens. Die Grundlagen des modernen Finanzie- rungsmanagements. Seite 272. München: Pearson Verlag, 2007

Abb. 2 Struktur des Eigenkapitalmarktes Stahl, G. et. al.: Praxis Leitfaden Corporate Finance. Seite 49. Wiesbaden: cometics AG, 2006. Sonderausgabe in Kooperation mit der Verlagsgruppe Handelsblatt und Teil der „Know-how Box

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Als gewinnorientierte Institution am Markt verfolgt jedes Unternehmen neben Um- satzmaximierung, Selbstständigkeit oder Prestige primär den Erhalt der Liquidität sowie die Erzielung adäquater Jahresüberschüsse. Denn sowohl letzteres Gewinn- ziel als auch ausreichende liquide Mittel gewährleistet das dauerhafte Fortbestehen einer Unternehmung. Gerade in Zeiten steigenden internationalen Wettbewerbs, bei- spielsweise aufgrund der zunehmenden Globalisierung, sind Firmen zu enormen zu- sätzlichen Investitionen zur Aufrechterhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gezwun- gen. Die hierfür notwendigen, monetären Mittel finanzieren sie intern oder durch ex- terne Geldgeber wie Investoren oder Banken. Während der Bedarf an liquiden Mit- teln bei den Firmen demnach steigt, vergeben Banken aufgrund der andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit verbundenen erhöhten Risiken weniger Kredite. Aus diesem Grund finden neben langfristigen klassischen Finanzierungsfor- men bei Unternehmen gegenwärtig auch vermehrt moderne Varianten Anwendung.

Ziel dieser Arbeit ist es daher, die klassischen Modelle den modernen gegenüberzustellen, um so deren tatsächliche Relevanz in der Praxis zu beurteilen. Hierfür erfolgt zunächst eine allgemeine Einführung in die verschiedenen Finanzierungsformen. Im nächsten Schritt werden sodann deren Vor- und Nachteile ausgearbeitet, um auf diese Weise Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen. Zudem wird dargestellt für welche Unternehmen die Instrumente geeignet und einsetzbar sind.

2. Überblick über die langfristigen und modernen Finanzierungs- möglichkeiten von Unternehmen

Als Grundlage für eine spätere Diskussion dient zunächst eine allgemeine Darstellung der einzelnen Finanzierungsformen.

2.1 Einführung in langfristige klassische Finanzierungsformen

Als „klassisch“ bezeichnet man im Allgemeinen Modelle, die sich im Laufe des Wirtschaftslebens seit langem zur Finanzierung von Unternehmen bewährt haben.

2.1.1 Innenfinanzierung

Bei der Innenfinanzierung erwirtschaften Unternehmen die finanziellen Mittel einzig durch den betrieblichen Prozess ohne Inanspruchnahme des Kapitalmarktes.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1, Quelle: „Innenfinanzierung“, eigene Darstellung

Wie Abbildung 1 zeigt, kann die Innenfinanzierung durch die Finanzierung aus Um- satzerlösen erfolgen, dabei sind drei Ausprägungen möglich. Zunächst die Selbstfi- nanzierung, bestehend aus einbehaltenen Gewinnen (offene) und aus durch Unter- bewerten von Vermögen und Überbewerten von Verbindlichkeiten gebildeten, stillen Reserven (stille). Daneben kann über die Abschreibung von Anlagevermögen Finan- zierungskraft im Unternehmen freigesetzt werden. Bedingung hierfür ist, dass diese Abschreibungen in die Preiskalkulation einbezogen wurden und die Preise durchge- holt werden konnten. Die Dritte Art, das Unternehmen von innen heraus über die zu- geflossenen Umsätze zu finanzieren, bezieht sich auf Rückstellungen. Hier sind die langfristigen entscheidend, da mit der Auszahlung der bereits vereinnahmten Ge- genwerte erst in einigen Jahren zu rechnen ist und dem Unternehmen in dieser Zeit die Gelder zur Verfügung stehen.

Zur Innenfinanzierung zählen neben den genannten Vorgehensweisen ferner Ratio- nalisierung und Vermögensumschichtung. Sie fasst der Begriff der Finanzierung aus sonstigen Kapitalfreisetzungen zusammen. Rationalisierungsmaßnahmen bezwe- cken dabei, durch Verringerung der eingesetzten Produktionsfaktoren wie Arbeit und Kapital die Produktivität beizubehalten oder gar zu erhöhen.2 Der Finanzierungseffekt ergibt sich in diesem Zusammenhang durch die Reduzierung der leistungsbedingten Bindung von finanziellen Mitteln. Dagegen zielt Vermögensumschichtung darauf ab, „mittel- bis langfristig an das Unternehmen gebundenes Kapital liquide (zu machen).“ Sie wird auch als „Substitutionsfinanzierung“ bezeichnet, da lediglich ein Aktivtausch in der Bilanz erfolgt.

Nach der Darstellung der Innenfinanzierung sind alle nun nachfolgenden Modelle der Außenfinanzierung zuzuordnen, welche allgemein die Kapitalbeschaffung durch externe Geldgeber beschreibt.

2.1.2 Bankdarlehen

Das Bankdarlehen, durch das Kredite in Form der Geldleihe3 zur Verfügung gestellt werden, bezeichnet die klassischste Finanzierung überhaupt. Darlehensgeber ist da- bei in der Regel ein Kreditinstitut. Ferner ist die Beantragung zinsverbilligter, öffentli- cher Mittel über eine Förderbank möglich. Vor Ausreichung des Geldes wird immer ein Darlehensvertrag geschlossen, der die Interessen der handelnden Akteure regelt und sämtliche Eventualitäten berücksichtigt. Dieser Kontrakt ist in den meisten Eck- punkten frei verhandelbar. In Abhängigkeit der Bonität des Schuldners bestimmt das Kreditinstitut den individuellen Zinssatz sowie die Höhe der benötigten Sicherheiten. Am Ende der vereinbarten Laufzeit ist das Darlehen schließlich an den Gläubiger zu- rückzuzahlen, wobei verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Verzin- sung und Rückzahlung möglich sind. So kann das Kreditinstitut ein Festdarlehen, ein Darlehen mit variablem Zinssatz, ein sogenanntes „endfälliges“ oder einen Kredit mit fortlaufender Tilgung ausgeben.

2.1.3 Schuldverschreibung

Schuldverschreibungen werden auch als Obligationen, Bonds oder (Industrie-) Anlei- hen bezeichnet. Hierbei verspricht der Schuldner dem Gläubiger nach §§793 ff. BGB eine bestimmte (in diesem Fall monetäre) Leistung.4 Mit der Emission wird üblicher- weise ein Bankenkonsortium beauftragt, welches dem Unternehmen den Gegenwert sofort zur Verfügung stellt. Diese Banken beantragen ebenfalls die Zulassung der Anleihen zum Börsenhandel, wodurch diese sehr fungibel sind. Sie übernehmen den Weiterverkauf (Platzierung) der übernommenen Stücke bei Kapitalsammelstellen (z.B. Fonds, Versicherungen und Banken), internationalen Investoren oder über den öffentlichen Handel. Entscheidend für die Kaufentscheidung der Anleger ist die Ver- zinsung, welche von der Bonität des Schuldners und den Marktbedingungen abhän- gig ist. Einen weiteren, den Zinssatz beeinflussenden Faktor bildet die Laufzeit, wel- che derzeit durchschnittlich zwischen 8 und 15 Jahren liegt. Getilgt werden solche Finanzierungen i.d.R. in einer Summe bei Ablauf; Zinszahlungen erfolgen dagegen fortlaufend.

2.1.4 Schuldscheindarlehen

Als Schuldscheindarlehen werden langfristige, bei Kapitalsammelstellen aufgenom- mene Großdarlehen bezeichnet.5 Diese klassische Finanzierungsvariante wird „als ein bewährtes Instrument des deutschen Kapitalmarktes“6 angesehen und kann als eine Mischform aus Bankdarlehen und Schuldverschreibung definiert werden. Auf die Ausstellung des namensgebenden Schuldscheins wird heute tendenziell verzichtet.7 Stattdessen wird als Beweis der Forderung gegenüber dem Schuldner zwischen den Parteien ein Darlehensvertrag geschlossen. Die Durchführung des Schuldscheindar- lehen beginnt in der Regel mit der Beauftragung einer Bank mit dessen Platzierung. Sind an diesem Vorgang mehrere Finanzdienstleister beteiligt, so nimmt einer, der sogenannte Joint Lead Manager, die Führungsposition ein. Er ist zuständig für die vollständige Vertra]gsabwicklung sowie die Übertragung (Zession) der von den Inves- toren übernommenen Anteile am Gesamtdarlehen. Ein Schuldscheindarlehen ist meistens ein endfälliges Darlehen, selten wird es in Teilbeträgen getilgt.

[...]


1 Vgl. hierzu und im Folgenden Prof. Dipl-Kfm. K. Olfert (2001), S. 359 ff

2 Vgl. hierzu und im Folgenden Bartl, J. (2006), S. 13 ff.

3 >Neben der Geldleihe existiert die Kreditleihe, d.h. die Übertragung der Kreditwürdigkeit des Kredit- gebers auf den Kreditnehmer. Vgl. Zantow (2007), S. 184

4 Vgl. hierzu und im Folgenden Perridon, Steiner, Rathgeber (2009), S. 395 ff.

5 Vgl. Perridon, L./Steiner, M./Rathgeber, A. (2009), S. 411

6 Vgl. Stahl et al. (2006), S. 64

7 Vgl. Brost, H./Dahmen, A./Lippmann, I. (2008), S. 249

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Eine Gegenüberstellung klassischer und moderner Formen der langfristigen Finanzierung von Unternehmen
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Bankbetriebswirt
Note
88 %
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V157759
ISBN (eBook)
9783640704774
ISBN (Buch)
9783640704590
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gegenüberstellung, Formen, Finanzierung, Unternehmen, modern, klassisch, langfristig
Arbeit zitieren
Edmund Glaser (Autor), 2010, Eine Gegenüberstellung klassischer und moderner Formen der langfristigen Finanzierung von Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157759

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