Gesundheit und Devianz

Zu Uta Gerhardts "Gesundheit und Krankheit als soziales Problem"


Seminararbeit, 2010

11 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – Krankheit als deviantes Verhalten

2 Begriffsdefinitionen
2.1. Krankheit
2.2. Gesundheit

3 Theoretische Erklärungen und empirische Vorgänge
3.1. Strukturfunktionalismus
3.2. Symbolischer Interaktionismus
3.3. Ethnomethodologie
3.4. Konflikttheorie
3.5. Zusammenführung der Theorien

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung – Krankheit als deviantes Verhalten

Seit Bestehen der Menschheit, gab es schon immer körperliche und geistige Zustände bei Menschen, die als deviant bezeichnet wurden. Sie variierten von Epoche zu Epoche sowohl an der Qualität und Quantität ihres Vorkommens, ihrer Verbreitung und ihrer Auswirkungen. Die Gesellschaften haben verschiedenste Werkzeuge und Mechanismen entwickelt, um der Gesundheit, aber vor allem der Krankheit zu begegnen bzw. entgegenzuwirken. Eine wichtige Rolle spielen neben den Unterschieden im Laufe der Zeit auch regionale Bedingungen, die völlig andere Definitionen der beiden Begriffe hervorbrachten und somit auch in den jeweiligen sozialen Netzwerken zu anderen Sichtweisen führten. Jede Gesellschaft definiert für sich eine eigene Norm. Während in den westlichen Industrienationen z.B. vor allem eine Fülle an definierten psychischen Krankheiten besteht, die je nach Schwere einer dringenden oder gar aufoktroyierten Behandlung bedürfen, sind schizophrene oder epileptische Wesenszüge in afrikanischen Naturstämmen Zeichen einer Gabe, einer großen Gottverbundenheit und damit wichtige Katalysatoren für eine hierarchische Stellung innerhalb eines Stammes. Die Auffassung, was als deviant bezeichnet wird, ergibt sich oftmals aus dem „gesunden Menschenverstand“(Abel 2007: 9) der jeweiligen Gesellschaft, der die „Denkweise einer Zeit [ist], in der alle Vorurteile dieser Zeit enthalten sind.“ (Hegel 1833: 435)

In dieser Zusammenfassung sollen Probleme der Begriffsdefinition von Gesundheit und Krankheit herausgestellt, sowie verschiedene soziologische Theorien zur Materie beschrieben werden. Aufgrund der begrenzten Seitenzahl werde ich versuchen nur das Wichtigste der jeweiligen Themengebiete darzustellen und Wiederholungen möglichst zu vermeiden oder, gekennzeichnet mit einem Verweis, abzukürzen.

2 Begriffsdefinitionen

2.1. Krankheit

Schmidt und Unsicker gaben 2003 folgende Definition: „Als Krankheit wird das Vorliegen von Symptomen und/oder Befunden bezeichnet, die als Abweichung von einem physiologischen Gleichgewicht oder einer Regelgröße (Norm) interpretiert werden können, und die auf definierte Ursachen innerer oder äußerer Schädigungen zurückgeführt werden können.“ (Schmidt/Unsicker 2003: 1632)

Wichtig zu beachten ist hier vor allem die Regelgröße oder Norm, die wie in der Einleitung angesprochen keine feste Größe ist, sondern stets weiterentwickelt und reformiert wird. Auch die Rechtsprechung, z.B. in den Bereichen der Sozialgesetzgebung hat sich dieser Definition angepasst: „ Krankheit ist ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der die Krankenbehandlung notwendig macht“ (§ 120 Abs.1 Z.1 ASVG).

2.2. Gesundheit

Die Definition von Gesundheit zeigt sich wesentlich problematischer und vielschichtiger als die von Krankheit. Die hauptsächlich vorliegende Problematik ist die Abgrenzung der Gesundheit von dem Begriff Krankheit. Hier sei die Definition der WHO angeführt: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ (WHO 1946: 1) Während die WHO die Definition vor allem medizinisch untermauert, gibt es eine Reihe von anderen Begriffserklärungen, die eine Mehrdimensionalität anstreben. Der Soziologie Talcott Parsons schrieb: „Gesundheit ist ein Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben für die es sozialisiert worden ist.“ (Parsons 1972: 71) Er tendiert zu einer Trennung zwischen den politischen und gesundheitsbezogenen Dimensionen menschlichen Wohlergehens.“ (Gerhardt 1999: 402) Er führt diese Debatte, auch um die Pflichten und den reinen Druck von den Schultern der Medizin zu nehmen. Durch den Begriff der Rolle nimmt er alle Bereiche eines Akteurs in die Verantwortung, in welche dieser integriert ist, und in welchen gewisse Rollenerwartungen und ggf. auch gewisse Rollenkonflikte auftreten, z.B. die des Berufs, der Familie usw.

Die Hauptproblematik liegt in der Verknüpfung der beiden Begriffe Gesundheit und Krankheit. Es bleibt eine Frage der Definition, ob die beiden Zustände sich bedingen, sich gegenüberstehen, in Wechselwirkung auftreten oder völlig gesondert voneinander betrachtet werden müssen. Die folgenden Theorien aus der Soziologie enthalten verschiedene Vorstellungen von den Rahmenbedingungen in denen Gesundheit und Krankheit auftreten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Gesundheit und Devianz
Untertitel
Zu Uta Gerhardts "Gesundheit und Krankheit als soziales Problem"
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Soziale Kontrolle und abweichendes Verhalten
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V157793
ISBN (eBook)
9783640711901
ISBN (Buch)
9783640712953
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheit, Devianz, Gerhardts, Gesundheit, Krankheit, Problem
Arbeit zitieren
Timo Evers (Autor), 2010, Gesundheit und Devianz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157793

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