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Gesundheit und Devianz

Zu Uta Gerhardts "Gesundheit und Krankheit als soziales Problem"

Title: Gesundheit und Devianz

Seminar Paper , 2010 , 11 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Timo Evers (Author)

Sociology - Medicine and Health
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Seit Bestehen der Menschheit, gab es schon immer körperliche und geistige Zustände bei Menschen, die als deviant bezeichnet wurden. Sie variierten von Epoche zu Epoche sowohl an der Qualität und Quantität ihres Vorkommens, ihrer Verbreitung und ihrer Auswirkungen. Die Gesellschaften haben verschiedenste Werkzeuge und Mechanismen entwickelt, um der Gesundheit, aber vor allem der Krankheit zu begegnen bzw. entgegenzuwirken. Eine wichtige Rolle spielen neben den Unterschieden im Laufe der Zeit auch regionale Bedingungen, die völlig andere Definitionen der beiden Begriffe hervorbrachten und somit auch in den jeweiligen sozialen Netzwerken zu anderen Sichtweisen führten. Jede Gesellschaft definiert für sich eine eigene Norm. Während in den westlichen Industrienationen z.B. vor allem eine Fülle an definierten psychischen Krankheiten besteht, die je nach Schwere einer dringenden oder gar aufoktroyierten Behandlung bedürfen, sind schizophrene oder epileptische Wesenszüge in afrikanischen Naturstämmen Zeichen einer Gabe, einer großen Gottverbundenheit und damit wichtige Katalysatoren für eine hierarchische Stellung innerhalb eines Stammes. Die Auffassung, was als deviant bezeichnet wird, ergibt sich oftmals aus dem „gesunden Menschenverstand“(Abel 2007: 9) der jeweiligen Gesellschaft, der die „Denkweise einer Zeit [ist], in der alle Vorurteile dieser Zeit enthalten sind.“ (Hegel 1833: 435)
In dieser Zusammenfassung sollen Probleme der Begriffsdefinition von Gesundheit und Krankheit herausgestellt, sowie verschiedene soziologische Theorien zur Materie beschrieben werden. Aufgrund der begrenzten Seitenzahl werde ich versuchen nur das Wichtigste der jeweiligen Themengebiete darzustellen und Wiederholungen möglichst zu vermeiden oder, gekennzeichnet mit einem Verweis, abzukürzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – Krankheit als deviantes Verhalten

2 Begriffsdefinitionen

2.1. Krankheit

2.2. Gesundheit

3 Theoretische Erklärungen und empirische Vorgänge

3.1. Strukturfunktionalismus

3.2. Symbolischer Interaktionismus

3.3. Ethnomethodologie

3.4. Konflikttheorie

3.5. Zusammenführung der Theorien

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Gesundheit und Krankheit aus soziologischer Perspektive und analysiert, wie diese Zustände als Formen von deviantem Verhalten innerhalb verschiedener gesellschaftlicher Strukturen verstanden und durch soziale Kontrolle reguliert werden.

  • Soziologische Begriffsbestimmungen von Krankheit und Gesundheit
  • Vergleichende Analyse des Strukturfunktionalismus
  • Untersuchung symbolischer Interaktionsprozesse bei Krankheit
  • Ethnomethodologische Ansätze zur Normalisierung des Krankheitszustandes
  • Konflikttheoretische Betrachtung von Machtstrukturen im Gesundheitssystem

Auszug aus dem Buch

3.1. Strukturfunktionalismus

Das „strukturfunktionalistische Paradigma“ (ebd.: 407) besteht aus zwei Modellen, die sich mit der Erkrankung und Behandlung eines Menschen auseinandersetzen: Das Aktivitäts- und das Devianzmodell. Beim Aktivitätsmodell ist die Erfüllung der Rollen des Akteurs Grundvoraussetzung für den Normalzustand, die „psychiatrische Normalität“(ebd.: 408) Durch Störfaktoren von Außen zerbricht die Rollenfähigkeit und der Mensch wird den Erwartungen nicht mehr gerecht. Krank werden ist in dieser Form ein „Rückzug in die Unselbstständigkeit und Verantwortungsverneinung (ebd.: 408). Das Devianzmodell, als Wegweiser für die Behandlung, hat das Ziel der Wiederherstellung von Selbstkontrolle, womit die Wiederaufnahme der Rolle und das Erfüllen der Rollenerwartungen einhergeht. „Ausgangspunkt in der Alltagsnormalität ist ein Gleichgewicht zwischen Lusttendenz und Selbstkontrolle (…).[Zur Therapie heißt es weiter:] Der Deviante Zustand wird im Zusammenspiel zwischen Arzt und Patient im System medizinische Praxis überwunden.“ (ebd.: 408)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung – Krankheit als deviantes Verhalten: Die Einleitung beleuchtet die historische und kulturelle Variabilität der Begriffe Gesundheit und Krankheit und ordnet diese in den soziologischen Kontext von Devianz ein.

2 Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel liefert theoretische Definitionen von Krankheit und Gesundheit und diskutiert die Problematik ihrer Abgrenzung sowie die Rolle normativer Vorgaben.

3 Theoretische Erklärungen und empirische Vorgänge: Hier werden zentrale soziologische Perspektiven wie Strukturfunktionalismus, Interaktionismus, Ethnomethodologie und Konflikttheorie zur Erklärung von Krankheit gegenübergestellt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Stigmatisierung sowie die Machtstrukturen innerhalb moderner Gesundheitssysteme.

Schlüsselwörter

Gesundheit, Krankheit, Devianz, Soziologie, Strukturfunktionalismus, Labelingtheorie, Stigmatisierung, soziale Kontrolle, Rollenerwartung, Medizinsoziologie, Patientenrolle, Normalität, Identitätserhaltung, Konflikttheorie, Ethnomethodologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die soziologische Sichtweise auf Gesundheit und Krankheit und untersucht, inwiefern diese Zustände als abweichendes Verhalten (Devianz) innerhalb einer Gesellschaft konstruiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Gesundheit und Krankheit, die Analyse von Stigmatisierungsprozessen sowie die Funktionsweise medizinischer Systeme als Instrumente sozialer Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, verschiedene soziologische Theorieansätze auf ihre Erklärungsleistung hinsichtlich des Umgangs mit Krankheit und der Wiederherstellung von Normalität zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und führt verschiedene soziologische Paradigmen wie den Strukturfunktionalismus und die Konflikttheorie zusammen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung und eine detaillierte Darstellung von vier soziologischen Perspektiven, die Krankheit und Behandlung unter jeweils spezifischen Aspekten betrachten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Devianz, Stigmatisierung, Patientenrolle und soziale Kontrolle geprägt.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Naturvölkern zu der von Industrienationen laut dem Text?

Während in Industrienationen psychische Krankheiten oft medizinisch-diagnostisch klassifiziert werden, können ähnliche Symptome in anderen Kulturen eine besondere religiöse Bedeutung oder eine hohe soziale Stellung innerhalb eines Stammes implizieren.

Was kritisiert der Autor an modernen Klassifikationen wie der ICD 10?

Der Autor kritisiert, dass durch solche Klassifikationssysteme nahezu jede menschliche Verstimmung oder Befindlichkeitsstörung pathologisiert wird, was zu einer verstärkten Stigmatisierung und Isolation führen kann.

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Details

Title
Gesundheit und Devianz
Subtitle
Zu Uta Gerhardts "Gesundheit und Krankheit als soziales Problem"
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Soziale Kontrolle und abweichendes Verhalten
Grade
1,5
Author
Timo Evers (Author)
Publication Year
2010
Pages
11
Catalog Number
V157793
ISBN (eBook)
9783640711901
ISBN (Book)
9783640712953
Language
German
Tags
Gesundheit Devianz Gerhardts Gesundheit Krankheit Problem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Evers (Author), 2010, Gesundheit und Devianz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157793
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