Lernmotivation und Lernfreude


Hausarbeit, 2002

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff Lernmotivation
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Extrinsische Motivation

3 Lernfreude
3.1 Erwartungs-mal-Wert Theorie
3.2 Angst und Leistung
3.3 Neugier

4 Fazit

5 Schluss

6 Quellenangabe

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Lernmotivation und Lernfreude“. Aufgrund des beschränkten Rahmens dieser Arbeit kann allerdings nur auf eine Auswahl von Blickpunkten eingegangen werden. Diese wurden so gewählt, um nach Möglichkeit einen facettenreichen Blick auf das Thema werfen zu können. Im Folgenden soll nun der Begriff der Lernmotivation vorgestellt werden und die Differenzierung in die intrinsische und extrinsische Motivation. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Lernfreude und es werden je ein Beispiel für Förderung und Hemmung erwähnt. Am Ende soll beides, Motivation und Lernfreude, kurz miteinander in Beziehung gesetzt werden.

2 Zum Begriff „Lernmotivation“

Der Begriff Motivation bedeutet die Summe der Beweggründe, die das menschliche Handeln auf den Inhalt (hier das Lernen), die Richtung und die Intensität hin beeinflussen. Genauer betrachtet kann man die Lernmotivation als einen Sammelbegriff für kognitive und emotionale Prozesse ansehen, die dem Lernenden helfen, bislang unbekannte Dinge zu verstehen. Diese Prozesse treten vor, während oder nach einer Handlung auf.

Kognitive Prozesse sind wichtig, da zum Beispiel die Chancen nach der Realisierung einer Sache (z.B. ob das Lernziel realistisch betrachtet überhaupt erreichbar ist) durchdacht und wahrgenommen werden. Der Mensch kalkuliert störende und fördernde Umstände ein.

Motive haben auch eine emotionale Seite, denn Dinge mit denen man angenehme Sachen assoziiert werden natürlich lieber wiederholt als welche, die negative Gedanken aufkommen lassen.

Die kognitiven und emotionalen Prozesse bestehen aus Erwartung, Bewertung, Ursachenerklärung, Hoffnung, Befürchtung, Freude oder Enttäuschung.[1] Da jeder Mensch verschieden ist, setzt sich die Motivation jedes einzelnen unterschiedlich zusammen. Man kann aber sagen, dass Faktoren wie Motiv, Aspekte der Situation und auch Eigenschaften und Fähigkeiten immer eine Rolle spielen. Je nach Stärke dieser Dinge unterscheidet sich auch die Motivation. Die Motivation lässt sich in zwei verschiedene Arten aufteilen, in die intrinsische und in die extrinsische Motivation.

2.1 Intrinsische Motivation

Die günstigste Lernmotivation ist, wenn man von der intrinsischen Motivation sprechen kann. Diese bedeutet, dass der Lernende aus Interesse an der Sache, aus Bedürfnis und / oder Freude sich der Sache / Tätigkeit zuwendet. „Der Aufforderungscharakter ist das wichtigste intrinsische Motiv, es wird vom Gegenstand bewirkt, dass sich der Lernende aufgefordert fühlt sich mit dem Inhalt zu beschäftigen.“[2] Unabhängig davon, ob es einen Nutzen hat oder nicht. Die Handlung wird ausgeführt, da sie spannend oder interessant erscheint. Die intrinsische Motivation ist somit die beste Voraussetzung für die Entstehung guter Leistung. Allerdings müssen dafür zwei Dinge gegeben sein. „Die Person muss sich selbst als kompetent wahrnehmen und unter dem Eindruck stehen, ein hohes Maß eigener Kontrolle und das heißt, Selbstbestimmung ausüben zu können.“[3] In der Schule ist dies leider selten der Fall, da meistens der Lehrer genaue Anweisungen gibt und so vielleicht die Interessen, die entstehen könnten von Anfang an unterbindet. Der Schüler richtet sich nur danach wie der Lehrer es gerne hätte und die Lernfreude bleibt auf der Strecke.

Die intrinsische Motivation kann noch differenziert werden. „Eine Person kann entweder mehr durch die mit einer Handlung verbundene Aktivität oder mehr durch Eigenschaften des Gegenstands der Handlung motiviert sein.“[4] Ersteres nennt man die tätigkeitszentrierte intrinsische Motivation, da das handelnde Tun im Vordergrund steht und die Motivation ausmacht. Letzteres wäre die gegenstandszentrierte intrinsische Motivation, da es nur um das Interesse eines Gegenstands geht. Auf die Schule übertragen wäre die gegenstandszentrierte intrinsische Motivation wichtiger, da es meistens nur um Inhalte geht. Im Gegensatz dazu wäre die andere Art der Motivation im Bereich der Freizeit häufiger zu finden.

In der intrinsischen Motivation kann es ein Erlebnis geben, das Flow (eng. fließen, strömen) genannt wird. Das bedeutet, dass eine Person in ihrer Tätigkeit völlig auf geht und weder äußere noch innere Störreize kaum wahrnimmt. Die Konzentration ist dabei enorm hoch und die Person ist auf ihrem höchsten Leistungsniveau. Sie fühlt sich weder unter- noch überfordert.[5] Dieses Phänomen hat der amerikanische Motivationsforscher Csikszentmihalyi untersucht und kam zu der Feststellung, dass die wichtigsten Elemente des Flow-Erlebens folgende sind: Das Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein, die Zentrierung der Aufmerksamkeit auf einen beschränkten Umweltausschnitt, Selbstvergessenheit, Ausüben von Kontrolle über Handlung und Umwelt. Man könnte sagen, für die Person, die ein Flow-Erleben erfährt ist genau in diesem Moment der Begriff „Lernfreude“ stark untertrieben.

[...]


[1] Vgl. Bovet, Huwendiek (Hrsg):Leitfaden Schulpraxis, S.252

[2] Vgl. http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/

[3] Vgl. Mietzel: Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, S. 344

[4] Vgl. Rost: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, S. 193

[5] Vgl. Bovet, Huwendiek (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis, S. 258

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Lernmotivation und Lernfreude
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Psychologie)
Veranstaltung
Entwicklung im Kontext von Schule und Unterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V15783
ISBN (eBook)
9783638208024
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernmotivation, Lernfreude, Entwicklung, Kontext, Schule, Unterricht
Arbeit zitieren
Astrid Bieling (Autor), 2002, Lernmotivation und Lernfreude, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15783

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