Eiszeitliche Überformung Norddeutschlands


Seminararbeit, 2007

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Eiszeit – Begriffserklärungen, Entwicklung und Ursachen
2.1 Glazial und Interglazial
2.2 Entwicklung der Vereisung
2.3 Ursachen der Vereisung
2.3.1 Plattentektonik
2.3.2 Periodische Änderung orbitaler Parameter
2.3.3 Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge
2.3.4 Selbstverstärkungseffekt und Albedo

3. Erosionsformen von Inlandeisdecken
3.1 Detersion und Detraktion
3.2 Moränen
3.3 Glaziale Serie in Norddeutschland
3.3.1 Grundmoräne
3.3.2 Endmoräne
3.3.3 Sanderflächen
3.3.4 Urstromtal
3.4 Grundmoränenlandschaft: Formen
3.4.1 Toteis
3.4.2 Zungenbecken
3.4.3 Drumlins
3.4.4 Rinnenseen
3.4.5 Oser
3.4.6 Kames

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Um das gegenwärtige Landschaftsbild Norddeutschlands verstehen zu können, muss man die Zeit um einige Jahrtausende zurückdrehen. Noch vor 11.000 Jahren war Norddeutschland von großen Inlandeismassen überzogen, die sich während des Pleistozäns dort ausgebreitet hatten. Vor über 2,6 Millionen Jahren begann sich das Klima zu ändern. In der Zeit zwischen 2,6 Millionen Jahren und 11.000 Jahren vor heute war Norddeutschland aber nicht dauerhaft von Inlandeismassen bedeckt. Es gab einen stetigen Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten. Diese glaziale Prägung des Landschaftsraums Norddeutschland hat eine enorme Auswirkung auf das heutige Landschaftsbild. Nicht nur die Mecklenburgische Seenplatte geht auf die Wirkung des Eises während des Pleistozäns zurück. Auch an vielen anderen Formen wie z.B. den Förden in Kiel und Flensburg, den Fröruper Bergen oder auch an kleineren Formen kann man den glazialen Einschlag der Landschaft erkennen. Für das Verständnis der glazialen Prägung Norddeutschlands ist es wichtig erst einmal einige Begriffe zu erklären und die Entwicklung und die Ursachen einer Vereisung näher zu betrachten. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit sollen die einzelnen geomorphologischen und geologischen Formen diskutiert werden, die bei der Vereisung in Norddeutschland entstanden sind.

2. Die Eiszeit – Begriffserklärungen, Entwicklung und Ursachen

2.1 Glazial und Interglazial

Der Begriff Glazial (lat. glacies: Eis) wird einerseits für das Wachstum und die Verbreitung großer Inlandeisdecken, andererseits für alle geomorphologischen und geologischen Formen verwendet, die durch das Eis bzw. durch Gletscher entstanden sind. Als Glazial kann man also einen Zeitraum beschreiben, in dem große Eismassen gebildet werden. Dies geht einher mit einer generellen Erniedrigung der Lufttemperatur, in den Gebieten, in denen das Eis gebildet wird. Außerdem kommt es zu einer Senkung des Meeresspiegels, da das Eis bei seiner Ausbreitung große Mengen an Wasser an sich bindet. Eine weitere Voraussetzung für die Bildung großer Eismassen sind ausreichend Niederschlagsereignisse. Es können allerdings auch Entwicklungen im entgegengesetzen Sinne auftreten. Wenn sich die Eismassen, über einen längeren Zeitraum betrachtet, verringern, sich also das Volumen verkleinert und die Eisränder abschmelzen, spricht man von einem Interglazial. Ein Interglazial liegt immer zwischen zwei Glazialen. „Eine Abfolge von miteinander abwechselnden Glazialen und Interglazialen mit einer Gesamtlänge in der Größenordnung von 1 bis 10 Millionen Jahren bildet eine Eiszeit“ (STRAHLER, 2002: S. 480). Die durchschnittlichen Temperaturen liegen während einer Eiszeit zwischen 7° und 13°C niedriger als heute. Als „die Eiszeit“ wird allerdings auch der Zeitabschnitt der letzten 2 Millionen Jahre bezeichnet. In Abbildung 1 sind die einzelnen Glaziale und Interglaziale aufgeführt. In der Abbildung ist außerdem zu erkennen, dass es innerhalb der einzelnen Glaziale und Interglaziale wiederholt zu Wärme-/ Kälteeinbrüchen gekommen ist. Diese kleineren Klimaschwankungen werden Stadiale und Interstadiale genannt. Im Folgenden wird der Begriff Eiszeit immer in Zusammenhang mit der Vereisung dieser Periode verwendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Klimatischer Verlauf in Norddeutschland während der Inlandvereisung im Pleistozän

2.2 Entwicklung der Vereisung in Norddeutschland

Bereits im Tertiär begann auf der Erde ein Abkühlungstrend. Vom mittleren Eozän bis zum mittleren Oligozän wurde das bisher herrschende warme Klima durch eine Kältephase abgelöst, in der sich zum ersten Mal eine Vergletscherung der Antarktis bildete. Der Abkühlungstrend wirkte sich langfristig gesehen auf das Quartär aus. Das Eiszeitalter wird auf das Pleistozän datiert. Also auf die Zeit zwischen ca. 2 Millionen und 11.000 Jahren vor heute. Durch das Zurückgehen der Temperatur bildeten sich in den Hochgebirgen und in den höheren Breiten Gletschermassen. Gegenwärtig ist eine Fläche von rund 15 Millionen km² mit Eis bedeckt. Während der größten Eisausdehnung im Pleistozän waren dagegen rund 44 Millionen km² vergletschert. Das entspricht ca. 32 % der Erdoberfläche.

In Europa gab es im Pleistozän drei große Vereisungszentren: das skandinavische Inlandeis mit dem Zentrum über dem Nordteil der heutigen Ostsee, mehrere kleinere Hochgebirgszentren über den Britischen Inseln, die fast die gesamte Landfläche bedeckten, und die Vergletscherung der Alpen. Norddeutschland wurde ausgehend vom skandinavischen Inlandeis während der großen Glaziale Elster, Saale und Weichsel dreimal glazial überformt. Bis zu 1000m mächtige Inlandeismassen prägten die Landschaft Norddeutschlands in den letzten 1,2 Millionen Jahren (vgl. AHNERT: S. 348).

2.3 Ursachen der Vereisung

Bis zum heutigen Tag wurden mehrere Theorien zur Entstehung von großen Inlandeismassen entwickelt, wobei oft einige Faktoren zusammenspielen.

2.3.1 Plattentektonik als Ursache

Durch die Bewegung von kontinentalen Platten kann es beispielsweise zu einer Öffnung/ Schließung von Meeresstraßen kommen, was besonders wichtig für die Meeresströmungen und somit auch für den Wärmetransport auf der Erde ist. Wie bereits erwähnt, folgte auf eine warme Phase zu Beginn des Tertiärs während des mittleren Eozäns/Oligozäns eine Abkühlungsphase. Diese Abkühlung wurde offenbar dadurch verursacht, dass sich Australien und Südamerika von der Antarktis lösten und sich so der kalte zirkumantarktische Strom etablieren konnte, der die Antarktis vor jeglichem Wärmeeinfluss abschirmt. Ein Beispiel der Schließung von Meeresstraßen ist die Entstehung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, die zu einer Umlenkung der warmen Meeresströmung in Richtung Norden verantwortlich war. Die warme Meeresströmung brachte vor allem auch Niederschläge in Richtung Grönland, Nordeuropa und Nordamerika, die für die Bildung der Inlandeismassen wichtig waren.

Außerdem werden durch das Aufeinandertreffen zweier Platten Hochgebirge gebildet, die oft Ausgangspunkt einer Vereisung sein können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Eiszeitliche Überformung Norddeutschlands
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Geographie)
Veranstaltung
Regionale Geographie Norddeutschlands
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V157847
ISBN (eBook)
9783640705610
ISBN (Buch)
9783640706129
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eiszeitliche, Norddeutschlands
Arbeit zitieren
Stephanie Balke (Autor:in), 2007, Eiszeitliche Überformung Norddeutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/157847

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