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Überfluß und Eigentum bei John Locke

Title: Überfluß und Eigentum bei John Locke

Term Paper , 1999 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Hans Christian Siller (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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In der vorliegenden Arbeit soll die - auf den ersten Blick tatsächlich verblüffend einleuchtend und stringent erscheinende - Eigentumstheorie John Lockes insbesondere unter der These beleuchtet werden, daß seine Annahme einer Überflußsituation weitergehend als oft angenommen und von fundamentaler Bedeutung für eine Interpretation ist. Hierzu wird nach einer Betrachtung der Vorläufer und Grundlagen seiner Eigentumstheorie nach den Implikationen der Überflußannahme zu fragen sein. Abschließend sollen noch einige prinzipielle Kritikpunkte an Lockes Eigentumstheorie diskutiert werden, bevor eine Bewertung versucht wird, inwieweit John Locke seinem selbstgesetzten Anspruch gerecht geworden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE THEORIE DES EIGENTUMS BEI DEN NATURRECHTSAUTOREN

3. DIE ENTSTEHUNG DES EIGENTUMS BEI LOCKE

3.1 LOCKES ANNAHMEN

3.1.1 Allgemeine Annahmen

3.1.2 Die Überfluß-Annahme

3.2 SCHÖPFUNGSTHEORIE

3.3 DIE VERMISCHUNGSTHEORIE

3.4 DIE ARBEITSWERTTHEORIE

3.5 SCHRANKEN DER ANEIGNUNG

3.5.1 Die Sufficiency-Klausel

3.5.2 Das Verderbnisverbot

3.5.3 Eine übersehene Aneignungsschranke

3.6 DIE ROLLE DER EINFÜHRUNG DES GELDES

4. LOCKES EIGENTUMSTHEORIE IN DER KRITIK

5. FAZIT/AUSBLICK

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht John Lockes Eigentumstheorie, insbesondere die bisher wenig beachtete These einer dauerhaften Überflußsituation im Naturzustand, und analysiert deren Konsequenzen für das Verständnis von Eigentum, Arbeit und Kapitalismus.

  • Die Bedeutung der Überfluß-Annahme für Lockes Eigentumsmodell.
  • Die Vermischungs- und Arbeitswerttheorie als Rechtfertigungsgrundlagen.
  • Kritische Reflexion der Aneignungsschranken (Sufficiency-Klausel und Verderbnisverbot).
  • Die Rolle des Geldes bei der Überwindung von Aneignungsschranken.
  • Auseinandersetzung mit der Interpretation von Locke als Ideologen des Kapitalismus.

Auszug aus dem Buch

3.6 Die Rolle der Einführung des Geldes

Die Einführung des Geldes stellt im Locke’schen Naturzustand eine wichtige Zäsur dar. Das Geld als unverderbliches Gut ermöglicht erst die Überwindung des Verderbnisverbots: „die Erfindung des Geldes [gab] ihnen Gelegenheit, den Besitz zu vergrößern und beständig zu machen.“ Die Ungleichverteilung von Privatbesitz „haben die Menschen, außerhalb der Grenzen der Gemeinschaft und ohne Vertrag, nur dadurch ermöglicht, daß sie [...] stillschweigend in den Gebrauch des Geldes einwilligten.“

Locke scheint nicht bemerkt zu haben, daß er selbst bereits für den geldlosen Zustand Argumente liefert, die die entscheidende Rolle des Geldes bei der Eigentumsanhäufung in einem zweifelhaften Licht erscheinen lassen: „Und wenn er Pflaumen, die in einer Woche verfault wären, gegen Nüsse tauschte, die sich zum Verzehr ein ganzes Jahr lang aufheben ließen, so beging er kein Unrecht.“ Locke ging offensichtlich von einer Tauschwirtschaft bereits vor Einführung des Geldes aus. Also stand es jedem frei, seine Pflaumen auch z.B. gegen eine Kuh zu tauschen, den Bestand an alten Nüssen sukzessive durch neue auszutauschen oder sich dafür ein Haus bauen zu lassen! Tatsächlich bestand also schon vor der Einführung des Geldes reichlich Gelegenheit, nicht benötigte Erträge eigener Arbeit in unverderblichen Gütern anzulegen und so sein Eigentum ungehindert durch das Verderbnisverbot zu vergrößern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Eigentumstheorie Lockes und die zentrale These zur Bedeutung der Überflußannahme.

2. DIE THEORIE DES EIGENTUMS BEI DEN NATURRECHTSAUTOREN: Überblick über das okkupationstheoretische Paradigma bei Vorgängern wie Grotius und Pufendorf.

3. DIE ENTSTEHUNG DES EIGENTUMS BEI LOCKE: Detaillierte Analyse der locke'schen Eigentumstheorie, ihrer Grundannahmen, der Vermischungs- und Arbeitswerttheorie sowie der Schranken der Aneignung.

4. LOCKES EIGENTUMSTHEORIE IN DER KRITIK: Diskussion verschiedener Kritikpunkte und Interpretationsansätze zur Eigentumstheorie.

5. FAZIT/AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Theorie und Einordnung in den Kontext moderner wirtschaftstheoretischer Entwicklungen.

Schlüsselwörter

John Locke, Eigentumstheorie, Überfluß-Annahme, Naturzustand, Arbeitswerttheorie, Vermischungstheorie, Sufficiency-Klausel, Verderbnisverbot, Einführung des Geldes, Naturrecht, Kapitalismus, Privateigentum, Selbsterhaltung, Rohstoffe, Arbeitspflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Eigentumstheorie von John Locke unter dem besonderen Fokus seiner Annahme einer Rohstoff-Überflußsituation im Naturzustand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entstehung von Privateigentum durch Arbeit, die Rolle der Aneignungsschranken und wie die Einführung des Geldes die Dynamik der Eigentumsakkumulation verändert.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Überflußannahme fundamental für das Verständnis von Lockes gesamter Eigentumstheorie ist und ihre Konsequenzen in der Literatur oft unzureichend untersucht wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Textanalyse, die Lockes Argumentation in der "Zweiten Abhandlung" kritisch betrachtet und in den Kontext naturrechtlicher Traditionen sowie späterer Kritik setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Begründungsstränge für Eigentum – wie die Vermischung von Arbeit mit Rohstoffen und die Arbeitswerttheorie – sowie die vermeintlichen Schranken der Aneignung diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Eigentumstheorie, Überfluß-Annahme, Arbeitswerttheorie, Aneignungsschranken und der Naturzustand nach Locke.

Warum ist die Überfluß-Annahme laut der Arbeit so entscheidend für Locke?

Sie fungiert als logisches Fundament, das es Locke ermöglicht, Aneignung ohne Zustimmung der anderen zu rechtfertigen, da durch das Handeln des Einzelnen keine Verknappung für andere entsteht.

Wie bewertet der Autor Lockes "Verderbnisverbot" im Kontext der Geldeinführung?

Das Verderbnisverbot wird als konstruierter "Strohmann" identifiziert, den Locke aufbaut, um ihn durch die Einführung des Geldes als Mittel zur Überwindung von Lagerungsproblemen effektvoll wieder "niederzureißen" und so ungleiche Besitzverhältnisse zu rechtfertigen.

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Details

Title
Überfluß und Eigentum bei John Locke
College
University of Freiburg  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Grundkurs III: Hobbes, Locke, Rousseau
Grade
1,0
Author
M.A. Hans Christian Siller (Author)
Publication Year
1999
Pages
22
Catalog Number
V1579
ISBN (eBook)
9783638109789
ISBN (Book)
9783638722766
Language
German
Tags
Grotius Pufendorf Locke Kant suum Eigentum Eigentumstheorie zwei Abhandlungen über die Regierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Hans Christian Siller (Author), 1999, Überfluß und Eigentum bei John Locke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1579
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