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Projektstudie zum Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt

Title: Projektstudie zum Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt

Research Paper (undergraduate) , 2000 , 32 Pages , Grade: 2

Autor:in: Bettina Stade (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit sollen das sozial- bzw. sonderpädagogische
Arbeitsfeld, hier besonders die Förderschule für Geistigbehinderte näher
betrachtet und erläutert werden.
Im ersten Teil möchte ich mich mit theoretischen Grundlagen beschäftigen und
die Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt vorstellen.
Im zweiten Teil werde ich den Verlauf meines Praktikums dokumentieren und
meine Eindrücke im dritten Teil der Arbeit wiedergeben. Sozialpädagogik ist die Praxis und Theorie einer Erziehung bzw. eines
pädagogischen Bereichs1. Aus der Sicht der traditionellen Pädagogik kam ihr vor
allem die Aufgabe zu, sich um die sozialen Störfaktoren einer bürgerlichen
Erziehung zu kümmern. Die pädagogisch nicht kontrollierbaren Einflüsse seitens
der sozialen Herkunftsmilieus, der Straßen und Jugendkulturen galten (und gelten)
als sozialpädagogische Arbeitsbezüge. Neben der Idee der Selbsterziehung gehört
auch die Erziehung zur Gemeinschaft zum Aufgabenfeld der Sozialarbeit2. Personen mit Behinderungen waren vor der Entstehung der modernen
Gesellschaft nur in begrenztem Maße ein relevantes soziales Problem. Erst
allmählich entstanden spezifische Einrichtungen für Behinderte in der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts, geschaffen und getragen wurden diese Einrichtungen
von einzelnen lokalen Institutionen oder caritativen Vereinigungen (z.B.
evangelische Rettunghausbewegung).
Eine systematische Behindertenfürsorge unter staatlicher Regie für alle Personen
mit geistigen oder körperlichen Behinderungen konnte sich trotz dieser Ansätze
nur mühsam entwickeln und somit als eigenständiger Aufgabenbereich
ausdifferenzieren und etablieren3. [...

1 Mollenhauer 1988, S. 19.
2 Böhnisch 1999, S. 13 f.
3 Mair 1998, S. 37 f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Arbeitsfeld

1. Sozialpädagogik

2. Sonderpädagogik als Teilgebiet der Sozialpädagogik

3. Die Schule für Geistigbehinderte

3.1 Geschichte der Schulpädagogik bei geistiger Behinderung

3.2 Konzeption

3.2.1 Aspekte des Schulbaus

3.2.2 Schülerbeförderung

3.2.3 Öffentlichkeitsarbeit

3.2.4 Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen

3.2.5 Personal

3.3 Personenkreis

3.3.1 Geistige Behinderung aus pädagogischer Sicht

3.3.2 Mehrfachschädigung und geistige Behinderung

3.3.3 Geistige Behinderung und Autismus

3.4 Didaktik der Schule für Geistigbehinderte

4. Staatliche Förderschule für Geistigbehinderte Erfurt

II. Dokumentation des Praktikumverlaufs

1. Vorstellen der Klasse

2. Aufgabenfeld

III. Reflexion

1. Reflexion über das Arbeitsfeld

2. Reflexion über die Tätigkeit

3. Reflexion über die eigene Person

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit dokumentiert und reflektiert ein Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt, wobei theoretische Grundlagen der Sonderpädagogik mit praktischen Erfahrungen verknüpft werden, um das Berufsfeld und die individuellen Lernprozesse der Schüler zu beleuchten.

  • Theoretische Einordnung der Sozial- und Sonderpädagogik
  • Konzeptionelle Grundlagen und Geschichte der Schule für Geistigbehinderte
  • Praktische Umsetzung von Unterrichtsformen wie Projekt- und Freiarbeit
  • Reflexion der pädagogischen Arbeit mit Schülern mit komplexen Beeinträchtigungen

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Geistige Behinderung und Autismus

Das Erscheinungsbild des frühkindlichen Autismus zeigt insofern Berührungspunkte zur geistigen Behinderung, als bis zu drei Viertel der Betroffenen im Effekt geistig retardiert sind. In der Literatur wird diese Störung auch oft als „autistisches Syndrom“ bezeichnet.

Die Kernerscheinungen des Krankheitsbildes sind gestörter zwischenmenschlicher Kontakt, starke Zurückgezogenheit auf sich selbst, Angst oder Unwillen bei Veränderungen, charakteristische Sprachstörungen, Neigung zur Selbststimulation und motorische Stereotypien. Die gesamte Entwicklung ist oft, aber nicht immer verzögert. Falls sich überhaupt Sprache entwickelt und das Kind nicht mutistisch bleibt, stellt sich die Echolalie ein, was bis ins Jugendalter erhalten bleiben kann. Autistische Kinder neigen zu Selbstgesprächen, benutzen manchmal selbst erfundene Wörter (Neologismen) und gebrauchen die Sprache zur Kommunikation mit Mitmenschen nur wenig.

Der Umgang mit der Umwelt ist überhaupt gestört, stärker als andere Kinder setzen autistische Kinder ihre Sinne ein: sie riechen an allem, sie führen alles an die Lippen oder stecken es in den Mund, betasten Oberflächen und beklopfen sie. Charakteristisch ist ihre Neigung zur Selbststimulation. Das geschieht, indem sie sich schaukeln, reiben, ihren Körper betasten, Geräusche in der Nähe ihrer Ohren machen u.ä.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Arbeitsfeld: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Sozial- und Sonderpädagogik sowie die spezifische Konzeption, Didaktik und den Personenkreis der Schule für Geistigbehinderte.

1. Sozialpädagogik: Definiert Sozialpädagogik als Praxis und Theorie der Erziehung im Kontext sozialer Störfaktoren und gesellschaftlicher Anforderungen.

2. Sonderpädagogik als Teilgebiet der Sozialpädagogik: Beschreibt die historische Entwicklung der Behindertenfürsorge und definiert die Sonderpädagogik als ganzheitliche Förderpraxis.

3. Die Schule für Geistigbehinderte: Behandelt die spezifische Schulform, die auf Schülerbedürfnisse zugeschnitten ist, und beleuchtet die historische Entwicklung bis zur heutigen Schulpädagogik.

3.1 Geschichte der Schulpädagogik bei geistiger Behinderung: Zeichnet den Weg von den ersten Anfängen im 18. Jahrhundert bis zur gesetzlichen Verankerung der Schulpflicht nach.

3.2 Konzeption: Erläutert den strukturellen Aufbau der Schule, Stufenmodelle und Rahmenbedingungen für den ganztägigen Unterricht.

3.2.1 Aspekte des Schulbaus: Definiert Anforderungen an die Umgebung und Ausstattung des Schulgebäudes zur Förderung der Selbstständigkeit.

3.2.2 Schülerbeförderung: Diskutiert die Notwendigkeit von Schülerbeförderungssystemen unter Berücksichtigung der Belastbarkeit der Kinder.

3.2.3 Öffentlichkeitsarbeit: Betont die Relevanz der Kontaktpflege zur Gesellschaft, um Vorurteile abzubauen.

3.2.4 Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen: Beschreibt die Kooperation mit Behörden und Einrichtungen zur Unterstützung der Schullaufbahn.

3.2.5 Personal: Benennt die vielfältigen Aufgabenbereiche von Lehrern, Erziehern und therapeutischem Personal.

3.3 Personenkreis: Analysiert Begrifflichkeiten und Definitionen zur geistigen Behinderung aus pädagogischer Sicht.

3.3.1 Geistige Behinderung aus pädagogischer Sicht: Untersucht historische Begrifflichkeiten und moderne Definitionen der geistigen Behinderung.

3.3.2 Mehrfachschädigung und geistige Behinderung: Betrachtet das zusätzliche Auftreten von körperlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf das Lernbild.

3.3.3 Geistige Behinderung und Autismus: Beschreibt die Symptomatik des frühkindlichen Autismus und die Überschneidungen zur geistigen Behinderung.

3.4 Didaktik der Schule für Geistigbehinderte: Stellt handlungsorientierte Unterrichtskonzepte und Methoden wie die Freiarbeit vor.

4. Staatliche Förderschule für Geistigbehinderte Erfurt: Beschreibt konkret die Einrichtung, an der das Praktikum absolviert wurde, inklusive personeller und struktureller Details.

II. Dokumentation des Praktikumverlaufs: Bietet einen Einblick in die täglichen Aufgaben und den Unterrichtsalltag in einer speziellen Klasse.

1. Vorstellen der Klasse: Gibt einen Überblick über die Zusammensetzung und das Alter der betreuten Schülergruppe.

2. Aufgabenfeld: Detaillierte Schilderung der praktischen Mitarbeit, von der Frühstücksbetreuung bis hin zu Projekten.

III. Reflexion: Zusammenfassende Betrachtung der gemachten Erfahrungen und der persönlichen Entwicklung während des Praktikums.

1. Reflexion über das Arbeitsfeld: Beschreibt die Integration in das Team und die Zusammenarbeit mit dem Kollegium.

2. Reflexion über die Tätigkeit: Reflektiert das Verhältnis zu den Schülern und den Erfolg bei spezifischen Fördermaßnahmen.

3. Reflexion über die eigene Person: Analysiert den persönlichen Lernprozess und die Bestätigung des eigenen Berufswunsches.

Schlüsselwörter

Sonderpädagogik, Geistige Behinderung, Praktikum, Förderschule, Sozialpädagogik, Autismus, Handlungsfähigkeit, Inklusion, Projektunterricht, Freiarbeit, Mehrfachbehinderung, Schulpädagogik, Erziehung, Lernbeeinträchtigung, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit dokumentiert ein Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt und verbindet theoretische Grundlagen der sonderpädagogischen Arbeit mit den praktischen Erfahrungen im Schulalltag.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Konzeption der Schule für Geistigbehinderte, die Geschichte der Schulpädagogik, die Arbeit mit autistischen Schülern und die praktische Gestaltung von Unterrichtsformen wie der Freiarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, das sozial- und sonderpädagogische Arbeitsfeld detailliert zu betrachten und das eigene Wirken als Praktikantin anhand von theoretischen Kenntnissen zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der sonderpädagogischen Praxis sowie der deskriptiven Dokumentation und anschließenden Reflexion der eigenen Praxiserfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Vorstellung der Praktikumsschule, die Dokumentation der täglichen Aufgaben sowie eine umfangreiche Reflexion der Tätigkeit und der eigenen Person.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sonderpädagogik, Geistige Behinderung, Förderschule, Projektunterricht, Freiarbeit und die Reflexion pädagogischen Handelns.

Wie unterscheidet sich die Schule für Geistigbehinderte von Regelschulen?

Der Unterricht ist stärker an den individuellen Bedürfnissen und der Lebenswelt der Schüler orientiert, folgt keinem klassischen "Lehrer-Tafel-Schulbuch"-Schema und umfasst Bereiche wie Basale Förderung oder Selbstversorgung.

Welche Bedeutung hatte das autistische Mädchen für das Praktikum?

Die Arbeit mit diesem Kind war ein zentraler Fokus, da durch die bewusste Anwendung pädagogischer Strategien eine deutliche Entwicklung in der Kommunikation und im Sozialverhalten des Kindes beobachtet werden konnte.

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Details

Title
Projektstudie zum Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt
College
University of Erfurt  (Sozial- und Sonderpädagogik)
Course
Praktikumsbegleitendes Seminar
Grade
2
Author
Bettina Stade (Author)
Publication Year
2000
Pages
32
Catalog Number
V15795
ISBN (eBook)
9783638208130
Language
German
Tags
Projektstudie Hauptpraktikum Staatlichen Förderschule Geistigbehinderte Erfurt Praktikumsbegleitendes Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Stade (Author), 2000, Projektstudie zum Hauptpraktikum an der Staatlichen Förderschule für Geistigbehinderte in Erfurt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15795
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