Praktikumsbericht: Praktikum an einer Gesamtschule im Rahmen des Lehramtsstudiums


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung:

I. Erwartungen an das Praktikum

II. Rahmenbedingungen der Schule

III. Dokumentation des Praktikumsprojektes

IV. Abschließende Reflexion zum Praktikum

I. Erwartungen an das Praktikum

Von dem Orientierungspraktikum erhoffe ich mir, dass ich in meinem Berufswunsch Lehrerin zu werden bestärkt werde und nicht plötzlich feststellen muss, dass die Anforderungen, die an einen Lehrer gestellt werden, mich überfordern oder abschrecken werden.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie mich das Kollegium aufnehmen wird, mich behandelt und mich akzeptiert.

Ich hoffe, dass sie mich als erwachsenen, gleichberechtigten Mitarbeiter aufnehmen und mich nicht wie ihre Schüler behandeln werden.

Gespannt bin ich darauf, ob sich meine Erwartungen an das unterschiedliche Lernverhalten der Schüler in den verschiedenen Jahrgängen mit meinen dann gewonnenen Erfahrungen decken werden, denn aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich noch, dass ich in einer gewissen Schulphase schwer zum Lernen zu motivieren war.

Neugierig bin ich darauf, ob es mir gelingen wird, den Schülern in meinen Unterrichts- versuchen wirklich etwas beizubringen, das sie dieses auch behalten, wieder anwenden und darauf weiter aufbauen können, zudem bin ich echt neugierig, wie ich bei den Schülern ankommen werde, sie mich aufnehmen und behandeln werden.

Insgesamt erhoffe ich mir von dem Praktikum viele neue Erfahrungen. Erfahrungen, die ich nicht schon selber in meiner eigenen Schulzeit gesammelt habe oder durch meine Mutter, die selber auch Lehrerin ist mitbekommen habe.

II. Rahmenbedingungen der Schule

Die Gesamtschule XX wurde 1986 als integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gegründet. Während sie erst mit fünf Parallelklassen errichtet wurde, wird sie seit 1991 in der Sekundarstufe I (Klasse 5 – 6) sechszügig und in der Sekundarstufe II (Klasse 11- 13) vierzügig geführt.

Momentan besuchen 1316 Schülerinnen und Schüler die Gesamtschule XXX, davon befinden sich 1051 in der Sekundarstufe I und 265 in der Sekundarstufe II.

Das Kollegium besteht aus 97 Lehrkräften ( 57 weiblich und 40 männlich) darunter befinden sich zwei Sozialarbeiterinnen, wovon sich jedoch die eine momentan in Mutterschutz befindet und vier Referendar/innen. Das Durchschnittsalter liegt nach meiner persönlichen Einschätzung bei ca. 50 Jahren. Dies wird sich aber vermutlich in den nächsten Jahren ändern und das Durchschnittsalter wird vermutlich sinken, da ein relativ großer Teil des Kollegiums in den nächsten 3- 5 Jahren pensioniert wird und dann wahrscheinlich viele junge Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt werden müssen.

Des Weiteren arbeiten drei Sekretärinnen, zwei Hausmeister, zehn Reinigungskräfte, achtzehn Mitarbeiter des Mensabetriebes und zwei Mitarbeiterinnen der Bibliothek.

Zusätzlich sind noch fast 150 ehreamtliche pädagogische Helfer/innen (Vereinstrainer und Eltern) in verschiedenen Bereichen dieser Ganztagsschule tätig.

Die Schule verfügt über 36 Klassenräume für die Klassen 5 – 10 und 12 Unterrichtsräume für die Oberstufe. Dazu kommen 21 Fachräume für Kunst ( 2), Musik ( 3), Hauswirtschaft ( 2), Technik ( 3), Naturwissenschaften ( 9) und Informatik ( 2), eine Dreifachturnhalle und eine kleine Turnhalle, sowie ein Sportplatz.

Zusätzlich verfügt die Gesamtschule XXX noch über ein Internet Cafe, eine Bibliothek, die Mensa mit 325 Plätzen, drei Freizeiträume, sowie eine große Aula ( ca. 350 ) Plätze.

Die Schule ist, wie die meisten Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen, eine integrierte Ganztags-Gesamtschule für die Sekundarstufen I und II was bedeutet, dass in dieser Schule gewissermaßen alle Schullaufbahnen des dreigliedrigen Schulsystems (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) zusammengefasst sind.

Auf dieser Schule werden die Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 und 6 –ähnlich wie in der Grundschule – unabhängig von ihrer Leistung oder sozialen Herkunft gemeinsam unterrichtet und erst danach differenziert sich ihre Schullaufbahn nach Leistung und Neigung.

Überlegungen, welchen Abschluss ein Kind später mal erreichen soll, muss also von den Eltern nicht schon frühzeitig nach der Grundschule getroffen werden, sondern sie kann so lange wie möglich offen gehalten werden, was dazu führt, dass auch „Spätzünder“ die Möglichkeit bekommen, einen höheren Abschluss zu erlangen, als ihnen zu diesem Zeitpunkt zugetraut wird, da sie länger Zeit haben sich zu entwickeln.

Das hat den Vorteil, dass die Kinder, die durch die vielfältigen Fördermaßnahmen der Gesamtschule einen höheren Abschluss als den der Haupt- oder Realschule erreichen können, keinen Schulwechsel vornehmen müssen, sondern innerhalb der gewohnten Umgebung lediglich für einzelne Fächer in andere Kurse wechseln, entweder in den anspruchvolleren Erweiterungskurs oder bei schwächer werdenden Leistungen in einen Grundkurs. Diese Entscheidung wird von der Schule jedoch nur nach vorheriger Beratung der Eltern getroffen.

Bis zum 9. Schuljahr gibt es auf der Gesamtschule XXX kein „Hängenbleiben“. Einige spezielle Schüler können aber auf Beschluss der Klassenkonferenz hin die Klasse wiederholen, wenn die Eltern ihr Einverständnis dazu geben.

Die Gesamtschule XXX vergibt alle Abschlüsse die an deutschen Schulen möglich sind und auch in allen Bundesländern anerkannt sind. In der Sekundarstufe I wird an der Gesamtschule nach Klasse 9 der Hauptschulabschluss vergeben.

Am Ende der Sekundarstufe I werden der Hauptschulabschluss nach Klasse 10 die Fachoberschulreife (früher Realschulabschluss bzw. mittlere Reife genannt) oder die Fachoberschulreife mit Qualifikation, die die Zugangsberechtigung zur gymnasialen Oberstufe einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums darstellt, vergeben. In der Sekundarstufe II („Gymnasiale Oberstufe“ – Klasse 11- 13) werden an der Gesamtschule, wie an jedem Gymnasium, zwei Abschlüsse vergeben.

Zum einen die Fachhochschulreife ( schulischer Anteil), die nach Klasse 11 oder Klasse 12 möglich ist und nach einem anschließenden Praktikum zur vollen Fachhochschulreife führt, zum anderen die Allgemeine Hochschulreife (mit dem Erwerb zweier Fremdsprachen), die zum Studium an allen deutschen und ausländischen Universitäten berechtigt. Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe des Gymnasiums und der Gesamtschule findet, entgegen dem Vermuten vieler, nach identischen gesetzlichen Bestimmungen und Lehrplänen statt.

Wie oben schon erwähnt, wurde die Gesamtschule XXX 1986 gegründet. Sechs Jahre später, also 1992 vergab sie erstmals Abschlüsse nach Klasse 10, 1995 erstmals das Abitur.

Seitdem haben 1813 Schülerinnen und Schüler eine Abschluss nach der 10. Klasse erhalten, 15 % einen Hauptschulabschluss und 85 % die Fachoberschulreife.

Kein Schüler hat die Schule nach der 10. Klasse ohne eine Abschluss verlassen müssen, bis auf einige wenige Ausnahmen die auf die Sonderschule verwiesen wurden, weil sie den Leistungsanforderungen nicht standhalten konnten

In der Sekundarstufe II haben 465 Schülerinnen und Schüler einen Abschluss erreicht, 93 die Fachhochschulreife und 372 haben die Abiturprüfung abgelegt, somit die Allgemeine Hochschulreife erreicht. Von 881 Schülerinnen und Schülern mit Fachoberschulreife mit Qualifikation gingen 717 (81, 4 %) in die Oberstufe der Schule über.

Die Sprachenfolge sieht in der Gesamtschule XXX folgendermaßen aus:

In der Klasse 5 beginnt der Unterricht in der ersten Fremdsprache Englisch, der verpflichtend bis zur Klasse 10 fortgeführt wird. In Klasse 7 bietet die Gesamtschule im Bereich des Wahlpflichtunterrichts I Schülerinnen und Schülern die zweite Fremdsprache an, entweder Latein oder Französisch (alternativ aber auch Naturwissenschaft und Arbeitslehre). Beide müssen mindestens bis Klasse 10 fortgeführt werden. Latein führt nach der 11 bei ausreichenden Leistungen zum bundesweit anerkannten Latinum.

In Klasse 9 wird im Bereich des Wahlpflichtunterrichts II Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache (je nach Wahl der Schülerinnen und Schüler in WP I) angeboten und mindestens bis Ende der Jahrgangsstufe 11 fortgeführt.

In der Oberstufe, beginnend mit Klasse 11, könne die Schülerinnen und Schüler als neu einsetzende Fremdsprache Spanisch wählen.

Ein Europäischer Sprachenpass, der vor allem für die Bewerbungen von Nutzen sein kann, dokumentiert auf Wunsch am Ende der 10. bzw. 13 Klasse die in den einzelnen Sprachen erreichten Fähigkeiten, aber auch die nichtdeutschen Muttersprachkenntnisse oder außerhalb der Schule erlernte Sprachen. Auch die in Amerika entwickelte international anerkannte APIEL- Sprachprüfung kann an der Gesamtschule XXX abgelegt werden. Sie berechtigt zum Studium an allen englischsprachigen Universitäten der Welt.

In der Gesamtschule werden alle Fächer unterrichtet, die man auch vom dreigliedrigen Schulsystem her kennt, jedoch gibt es einige Besonderheiten. Wie der Name integrierte Gesamtschule schon sagt, werden in der Gesamtschule Bereiche integriert oder besser zusammengefasst.

In der Gesamtschule werden z. B. Lernen und Hobby in Arbeitsgemeinschaften und Offenen Angeboten während der Mittagsfreizeit zusammengeführt, Freizeit und Arbeit finden in der selben Umgebung statt und Fächer, deren Unterrichtsthemen ineinander greifen, werden integriert unterrichtet und nicht schematisch getrennt; dies gilt an dieser Schule für Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften und Arbeitlehre.

Gesellschaftslehre beinhaltet die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik, während die in diesem Fach zu behandelnden Themen nicht nach den drei Fächern getrennt, sondern nach Möglichkeit immer ganzheitlich betrachtet werden sollen und so Antworten auf Probleme der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Kontext geben.

Die Fachkonferenz der Schule hat einen Lehrplan entwickelt, indem sich die Inhalte aller drei Fächer wieder finden. Diese verbindliche Festlegung der Inhalte des zu vermittelnden Grundwissens und die Einübung von gewissen Arbeitstechniken soll die Schülerinnen und Schüler für den Unterricht in der Oberstufe qualifizieren.

Das Fach Gesellschaftslehre findet man nur dreistündig auf den Stundenplänen der Unterstufe, während in den Stundenplänen ab Jahrgang 11 wieder die den meisten bekannten Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialwissenschaften auftauchen.

Naturwissenschaften beinhaltet die Fächer Biologie, Chemie und Physik. Diese Zusammenlegung der drei Fächer geschah aus demselben Grund wie die der Fächer Erdkunde, Geschichte und Politik zu Gesellschaftslehre. Zusätzlich wollte man die Motivation der Schüler dahingehend steigern die naturwissenschaftlichen Fächer entgegen dem Bundesweiten Trend auch in der Oberstufe weiter zu belegen. Das Konzept ist jedoch etwas anders als bei der Gesellschaftslehre.

Das Fach Naturwissenschaften wird in den Klassen 5 und 6 unterrichtet und neben dem Kernunterricht in Biologie, Physik und Chemie auch als Wahlpflichtbereich, in den Jahrgangstufen 7 – 10 weiterhin angeboten.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Fach Chemie in den Klassen 9 und 10 zu. In diesen Jahrgängen werden die Schülerinnen und Schüler in diesem Fach in Erweiterungskursen oder Grundkursen unterrichtet, abhängig von der Leitungsstärke der jeweiligen Schülerinnen und Schüler. Ziel des Chemieunterrichts ist es die Schülerinnen und Schülern mit ihrer chemischen Umwelt zu konfrontieren und sie auf berufliche Perspektiven in der chemischen Industrie der Region aufmerksam zu machen.

Das Fach Arbeitslehre enthält die Fächer Technik, Wirtschaft und Hauswirtschaft. Auch in diesem Fach gibt es einige Besonderheiten in Gegensatz zu den Fächern Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre. In den Klassen 5 bis 10 werden alle Schülerinnen und Schüler in Arbeitslehre pflichtunterrichtet, wobei dies abwechselnd in Technik, Wirtschaft und Hauswirtschaft in den dafür vorgesehenen Fachräumlichkeiten ( drei Technikräume, ein Maschinenraum und eine Lehrküche ) geschieht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht: Praktikum an einer Gesamtschule im Rahmen des Lehramtsstudiums
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Orientierungsveranstaltung
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V158003
ISBN (eBook)
9783640886265
ISBN (Buch)
9783640886050
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Orientierungspraktikum, Praktikum, Praktikumsbericht, Lehramt, Schule, Unterrichtsentwurf, Sponsorenlauf
Arbeit zitieren
Ann-Christin Fingerhut (Autor), 2004, Praktikumsbericht: Praktikum an einer Gesamtschule im Rahmen des Lehramtsstudiums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158003

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