Die hier vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Unterschiede zwischen der letzt genannten strukturellen Schule (dem Distributionalismus) und der Generativen Grammatik bestehen, gerade mit dem Hintergrund, dass Chomsky ein Schüler von Harris war und damit vieles von ihm übernommen, beziehungsweise modifiziert, hat. Um die Gemeinsamkeiten soll es im Folgenden jedoch nicht gehen. Dem Umfang dieser Arbeit entsprechend können auch die Unterschiede nur auf bestimmte Bereiche innerhalb der Theorien Bezug nehmen. Der Umstand, dass Chomskys Grammatikmodell immer wieder erneuert wurde- sei es von ihm selbst, oder einem seiner Anhänger – verschärft diesen Umstand. Deshalb besteht die erklärte Motivation dieser Arbeit nicht darin, die beiden Theorein einem genauen Abgleich zu unterziehen, sondern exemplarisch ihre wesentlichen Unterschiede aufzuzeigen. Zu diesem Zweck werden zunächst die einzelnen Schulen des Strukturalismus, welche innerhalb der sprachwissenschaftlichen Diskussion eine Rolle spielen, in Form einer Überblicksdarstellung referiert, bevor die Entwicklung des amerikanischen Strukturalismus (von Bloomfield bis Harris) dargestellt wird, um dann Chomskys Theorie näher beleuchten zu können. In einem letzten Schritt werden dann in Form eines Fazits die wesentlichen Unterschiede zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Strukturalismus in der Sprachwissenschaft
- Die Prager funktionale Linguistik
- Die Kopenhagener Glossematik
- Der Amerikanische Strukturalismus
- Die Bloomfield-Ära
- Der Distributionalismus von Harris
- „Utterance“ als Gegenstand des Distributionalismus
- Die Distributionsanalyse
- Harris und die Transformation
- Die Generative Grammatik
- Chomskys Sicht des Spracherwerbs
- Zum Vorgehen der Generativen Grammatik
- Unterschiede zwischen den Theorien Chomskys und Harris'
- Die wissenschaftliche und methodologische Grundposition
- Die Sicht des Spracherwerbs
- Weitere Unterschiede
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit den Unterschieden zwischen dem Distributionalismus von Zellig Harris und der Generativen Grammatik von Noam Chomsky, wobei die Gemeinsamkeiten nicht berücksichtigt werden. Im Fokus stehen die wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden sprachwissenschaftlichen Theorien. Die Arbeit beleuchtet zunächst die Entwicklung des Strukturalismus, insbesondere den amerikanischen Strukturalismus von Bloomfield bis Harris, um anschließend Chomskys Theorie näher zu betrachten.
- Unterschiede zwischen Distributionalismus und Generativer Grammatik
- Entwicklung des Strukturalismus
- Die Bloomfield-Ära
- Der Distributionalismus von Harris
- Chomskys Generative Grammatik
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, welche Unterschiede zwischen dem Distributionalismus und der Generativen Grammatik bestehen. Es wird die Bedeutung von Ferdinand de Saussures Werk für die sprachwissenschaftliche Entwicklung im 20. Jahrhundert hervorgehoben.
- Der Strukturalismus in der Sprachwissenschaft: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Strukturalismus als Strömung verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen und stellt die wichtigsten Schulen vor, darunter die Prager funktionale Linguistik, die Kopenhagener Glossematik und der Amerikanische Strukturalismus.
- Die Prager funktionale Linguistik: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entstehung der Prager Schule und deren Hauptvertreter, wobei die Schwerpunkte der Schule in der Phonologie und Morpho(phono)logie liegen. Der funktionale Aspekt der Prager Schule wird erörtert, der Sprache als ein System von Ausdrucksmitteln betrachtet.
- Die Kopenhagener Glossematik: Dieser Abschnitt beschreibt die Gründung der Kopenhagener Schule und ihre zentrale Idee, die phonologische Methode auf die inhaltliche Seite der Sprache anzuwenden. Die Glossematik versteht Sprache als Form ohne Substanz und unterscheidet zwischen Inhaltsebene und Ausdrucksebene, wobei jeweils zwischen Form und Substanz unterschieden wird.
- Der Amerikanische Strukturalismus: Dieser Abschnitt behandelt die Entwicklung des Amerikanischen Strukturalismus von der Bloomfield-Ära bis zum Distributionalismus von Harris. Es werden die wichtigsten Aspekte der Bloomfield-Ära und der Distributionalismus, insbesondere die Rolle der „Utterance“ als Gegenstand der Analyse, vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt zentrale Themen der Sprachwissenschaft, darunter Strukturalismus, Distributionalismus, Generative Grammatik, de Saussure, Bloomfield, Harris, Chomsky, Spracherwerb, Sprachstruktur, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Methode, und wissenschaftliche Grundposition.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Distributionalismus und Generativer Grammatik?
Der Distributionalismus (Harris) konzentriert sich auf die Analyse von Äußerungen ("Utterances") und deren Verteilung, während die Generative Grammatik (Chomsky) den Spracherwerb und die zugrunde liegende mentale Struktur betont.
Welche Rolle spielte Zellig Harris für Noam Chomsky?
Chomsky war ein Schüler von Harris; er übernahm viele Konzepte des Distributionalismus, modifizierte und erweiterte sie jedoch grundlegend zur Generativen Grammatik.
Was versteht man unter der Bloomfield-Ära?
Die Bloomfield-Ära markiert eine prägende Phase des amerikanischen Strukturalismus, die den Grundstein für spätere Entwicklungen wie den Distributionalismus legte.
Was ist das Ziel der Kopenhagener Glossematik?
Die Glossematik betrachtet Sprache als reine Form ohne Substanz und versucht, phonologische Methoden auf die inhaltliche Seite der Sprache zu übertragen.
Wie betrachtet die Prager Schule die Sprache?
Die Prager funktionale Linguistik sieht Sprache als ein System von Ausdrucksmitteln und konzentriert sich stark auf Phonologie und Morphologie.
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- Anna Block (Autor), 2010, Distributionalismus versus Generative Grammatik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158026