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Weiterbildung als nachholende Chance im Erwachsenenalter

Bildungsaufstieg und Bildungsungerechtigkeit in Deutschland

Titel: Weiterbildung als nachholende Chance im Erwachsenenalter

Hausarbeit , 2025 , 15 Seiten , Note: Studienleistung

Autor:in: Tobias Ueckert (Autor:in)

Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im deutschen Schulsystem zeigen sich erhebliche Bildungsungleichheiten. Als zentrale Aspekte werden dabei Chancengerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit diskutiert. Diese strukturellen Ungleichheiten prägen Bildungsbiografien nicht nur in Kindheit und Jugend, sondern beeinflussen auch langfristig die Lebens- und Berufschancen im Erwachsenenalter. In diesem Zusammenhang gewinnt die Erwachsenenbildung an Bedeutung. Denn: „Lebenschancen werden nicht mehr nur durch das Bildungswesen bis Sekundarstufe II (mit-)definiert, sondern immer stärker auch durch die Bildung, welche erwachsene Menschen wahrnehmen.“ (Nuissl et al., 2007). Sie soll helfen, individuelle wie gesellschaftliche Bildungsbedarfe aufzugreifen und „faktische und erfahrene Ungleichheiten in den Bildungs- und Aufstiegschancen zu kompensieren sowie ungenutzte Potenziale und Ressourcen in den individuellen Entfaltungsmöglichkeiten zu aktivieren“ (Robak, 2017). Ob Erwachsenenbildung – genauer gesagt Weiterbildung – im Lebensverlauf tatsächlich als nachholende Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit wirkt, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem und ihre Folgen

2.1. Gerechtigkeitskonzepte

2.2. Bildungsungleichheit in Deutschland

3. Weiterbildung und Bildungsaufstieg als nachholende Chance?

3.1. Bildungsaufstieg und Bildungsmobilität

3.2. Gelegenheitsstrukturen für Bildungsaufstieg

4. Fazit und Handlungsempfehlung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Weiterbildung im Erwachsenenalter tatsächlich als nachholende Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit und sozialen Aufstieg in Deutschland fungieren kann, wobei insbesondere strukturelle Barrieren und politische Gelegenheitsstrukturen im Fokus stehen.

  • Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem
  • Gerechtigkeitskonzepte in der Bildungsforschung
  • Zusammenhang zwischen Weiterbildung und sozialem Aufstieg
  • Rolle politischer Gelegenheitsstrukturen (PGS-Konzept)
  • Vergleichende Perspektiven zu Bildungsmobilität und Weiterbildungsbeteiligung

Auszug aus dem Buch

3.2. Gelegenheitsstrukturen für Bildungsaufstieg

Ob Weiterbildung tatsächlich einen Bildungsaufstieg ermöglicht, hängt stark von den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ab. Das Konzept der politischen Gelegenheitsstrukturen (Political Process Ansatz von Tarrow 1991) bietet eine Möglichkeit, diese Bedingungen analytisch zu erfassen. Unter diesen Strukturen versteht man „die zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich guten Chancen von Akteuren zur Umsetzung ihrer eigenen (politischen) Vorstellungen“ (Dierckx et al., 2017, S. 5).

Ein und dieselbe Handlung kann demnach – abhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – ganz unterschiedliche Erfolgschancen haben. Im Gegensatz zu individuumszentrierten Sozialisationsansätzen wie bei Bourdieu richtet sich der Blick im PGS-Konzept auf makrostrukturelle Einflüsse, also nationale und internationale politische sowie ökonomische Entwicklungen, die das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt prägen. (Dierckx et al., 2017, S. 5).

Mit Hilfe der PGS-Konzeption lassen sich somit förderliche oder hemmende gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen identifizieren, unter denen ein Bildungsaufstieg – etwa durch Weiterbildung – gelingen oder erschwert werden kann. Die Entwicklung der Weiterbildung in Deutschland kann man im Kontext der PGS interpretieren: Seit den 1970er-Jahren erlebte sie eine starke Expansion, angetrieben durch ökonomische Erfordernisse wie Fachkräftebedarf und durch das bildungspolitische Ziel, soziale Teilhabe durch Bildung zu fördern. Diese Expansion stagnierte jedoch nach den 1990er-Jahren – eine Entwicklung, die auf krisenhafte ökonomische Rahmenbedingungen zurückgeführt wird. Erst ab 2010 lässt sich erneut ein Anstieg der Weiterbildungsteilnahme beobachten, ausgelöst durch Faktoren wie die gestiegene Erwerbstätigkeit von Frauen, demografische Veränderungen oder Integrationsbedarfe durch Migration (Tippelt, 2018, S. 89–94). Gleichzeitig zeigen sich jedoch auch unbeabsichtigte Nebenfolgen wie die Tatsache, dass durch die schulische Bildungsexpansion eine erhöhte Nachfrage an Weiterbildung entstand, welche jedoch darauf basiert, dass „jene Individuen mit hoher Schul- und Berufsbildung verstärkt auch Erwachsenen- und Weiterbildung aufsuchen“ (Tippelt, 2018, S. 94). Dies bedeutet eine soziale Selektivität in der Nutzung von Weiterbildungsangeboten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsungleichheit in Deutschland ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Weiterbildung als nachholende Chance für sozialen Aufstieg dienen kann.

2. Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem und ihre Folgen: Das Kapitel erläutert theoretische Gerechtigkeitskonzepte und analysiert das Fortbestehen herkunftsspezifischer Bildungsungleichheiten trotz Reformbemühungen.

3. Weiterbildung und Bildungsaufstieg als nachholende Chance?: Hier wird untersucht, wie Weiterbildung theoretisch zu Bildungsmobilität beitragen kann und welche politisch-strukturellen Bedingungen diesen Prozess fördern oder hemmen.

4. Fazit und Handlungsempfehlung: Das Fazit fasst zusammen, dass Bildungserfolge stark von herkunftsbedingtem Kapital abhängen und zieht Lehren aus dem schwedischen Bildungssystem für Deutschland.

Schlüsselwörter

Bildungsgerechtigkeit, Weiterbildung, Bildungsaufstieg, Bildungsungleichheit, soziale Mobilität, politische Gelegenheitsstrukturen, lebenslanges Lernen, Chancengerechtigkeit, Bildungsreform, Bildungsbeteiligung, herkunftsspezifische Barrieren, Qualifizierung, Integration, Erwachsenenbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob Weiterbildungsangebote in Deutschland dazu beitragen können, soziale Ungleichheiten auszugleichen und Bildungsaufstieg zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind Bildungsungleichheit, die Wirksamkeit von Reformen, die Rolle des kulturellen Kapitals sowie die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen für die Bildungsteilhabe.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Weiterbildung als nachholende Chance im Lebensverlauf wirken kann, um die durch das Schulsystem manifestierte Bildungsungerechtigkeit zu kompensieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine bildungswissenschaftliche Literaturarbeit, die existierende empirische Studien und soziologische Theorien (u.a. Bourdieu, Tarrow) synthetisiert.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Mechanismen der Bildungsungleichheit, dem Potenzial von Weiterbildung zur sozialen Mobilität und der Bedeutung staatlicher Gelegenheitsstrukturen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Bildungsgerechtigkeit, intergenerationale Mobilität, politische Gelegenheitsstrukturen und soziale Selektivität.

Welche Rolle spielt der internationale Vergleich im Text?

Der Text nutzt das Beispiel Schweden, um aufzuzeigen, wie klare politische Strukturen und niedrigschwellige Angebote die Weiterbildungsbeteiligung gering qualifizierter Personen signifikant steigern können.

Inwiefern beeinflusst die Herkunftsfamilie den Bildungserfolg laut Arbeit?

Die Arbeit verdeutlicht, dass primäre herkunftsbedingte Effekte sowie kulturelles und soziales Kapital die Bildungslaufbahn massiv prägen und häufig zu einer Reproduktion von Ungleichheit führen.

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Details

Titel
Weiterbildung als nachholende Chance im Erwachsenenalter
Untertitel
Bildungsaufstieg und Bildungsungerechtigkeit in Deutschland
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung
Note
Studienleistung
Autor
Tobias Ueckert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
15
Katalognummer
V1580609
ISBN (PDF)
9783389131787
ISBN (Buch)
9783389131794
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiterbildung Bildungswissenschaft Erwachsenenbildung Bildungsmanegement Fortbildung Ausbilduntg zweiter Bildunsgweg Bildungsaufstieg Bildungsgerechtigkeit Bildungsungleichheit Schulsystem berufliche Bildung Ausbildung Aufstieg Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Ueckert (Autor:in), 2025, Weiterbildung als nachholende Chance im Erwachsenenalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1580609
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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