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Auswirkungen des demographischen Wandels auf das umlagefinanzierte Rentensystem

Titel: Auswirkungen des demographischen Wandels auf das umlagefinanzierte Rentensystem

Diplomarbeit , 2010 , 81 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Matthias Klein (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch die Rentenreform von 1957 wurde in Deutschland das umlagefinanzierte Rentensystem eingeführt. Der Grundgedanke dieses Systems besteht darin, dass die erwerbsfähige Bevölkerung für die Rentenansprüche des nicht mehr berufstätigen Bevölkerungsanteils aufkommt. Die Funktion bzw. Ausgestaltung dieses Rentensystems wird somit unmittelbar durch die Bevölkerungsstruktur determiniert. Nicht nur die von Konrad Adenauer im Zuge dieser Reform getroffene Aussage: „Kinder haben die Leute immer“, verdeutlicht, dass an einer für das System erforderlichen Mindestgeburtenrate keinerlei Zweifel gehegt wurden. Aus heutiger Sicht kann diese Einschätzung aufgrund der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung nicht mehr aufrechterhalten werden, so dass die Funktionsfähigkeit des umlagefinanzierten Rentensystems zwangsläufig in Frage gestellt werden muss. In der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird sich in nahezu allen industrialisierten Staaten der Welt ein nie da gewesener demographischer Wandel vollziehen. Diese Entwicklung wird insbesondere auch in Deutschland zu beobachten sein. „Deutschland vergreist wegen seiner Kinderarmut schneller und nachhaltiger als fast alle anderen Länder.“ Die gleichbleibend niedrigen Geburtenraten werden in Verbindung mit der steigenden Lebenserwartung zu einer erheblichen Verschiebung der Altersstruktur führen. Im Kontext dieser Arbeit wird der Fokus ausschließlich auf das Deutsche Rentensystem gelegt. Die Verschiebung der Altersstruktur wird für dieses mit einer erheblichen Belastung einhergehen. Durch den demographischen Wandel werden in Zukunft immer weniger Beitragszahler für mehr Leistungsempfänger aufkommen müssen. Neben dem Untersuchungsgegenstand der konkreten Folgen der sich wandelnden Bevölkerungs-struktur ergibt sich die Frage, inwiefern Anpassungsmechanismen innerhalb des Systems den Entwicklungen entgegenwirken könnten und welche zusätzlichen Sicherungsinstrumente in den Vordergrund gerückt werden sollten.
Ziel dieser Arbeit ist es demnach, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das umlagefinanzierte Rentensystem zu analysieren. Dabei werden nicht nur die hauptsächlich in der öffentlichen Diskussion stehenden Finanzierungsprobleme betrachtet, sondern es werden zusätzliche Probleme aufgezeigt, deren Bedeutung nicht so offenkundig ist. Im Anschluss daran werden basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen Ansätze zur Reformierung des Rentensystems hergeleitet und diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Themenabgrenzung und Zielsetzung

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Demographischer Wandel

2.1 Definition

2.2 Entwicklung der Weltbevölkerung

2.3 Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland

2.3.1 Alterung von unten

2.3.2 Alterung von oben

2.3.3 Migration

2.4 Prognosen der Bevölkerungsentwicklung für Deutschland

3 Systeme der Alterssicherung

3.1 Grundlegende Verfahren

3.2 Historie der Rentenversicherung in der BRD

3.3 Das Umlageverfahren

3.3.1 Der Generationenvertrag

3.3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen der GRV

3.3.3 Berechnung des Rentenbeitrags

3.3.4 Berechnung der gesetzlichen Rente

3.4 Reformen bezüglich des demographischen Wandels

3.4.1 Die Riester Rente

3.4.2 Das Altersgrenzenanpassungsgesetz

3.4.3 Der Nachhaltigkeitsfaktor

4 Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Rentensystem

4.1 Auswirkungen auf die Finanzierung

4.2 Auswirkungen auf die Rendite im Umlageverfahren

4.2.1 Das Grundmodell überlappender Generationen

4.2.2 Modellierung des Umlageverfahrens

4.2.3 Entwicklung der Rendite im Umlageverfahren

4.3 Auswirkungen auf die politische Ökonomie

4.3.1 Das Modell von Browning als Grundlage

4.3.1.1 Verallgemeinerung des Modells

4.3.1.2 Zwischenfazit

4.3.1.3 Mathematische Modellierung

4.3.2 Auswirkungen der Einkommensheterogenität

4.3.2.1 Modelleigenschaften

4.3.2.2 Effekte im politischen Gleichgewicht

4.3.2.3 Zwischenfazit

4.3.3 Steigende Lebenserwartung

4.3.3.1 Modelleigenschaften

4.3.3.2 Effekte im politischen Gleichgewicht

4.3.3.3 Zwischenfazit

5 Die Zukunft des Rentensystems

5.1 Reformen im Umlageverfahren

5.2 Reform durch Systemwechsel

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das deutsche, umlagefinanzierte Rentensystem. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf den bekannten Finanzierungsproblemen, sondern auch auf den Auswirkungen der veränderten Altersstruktur auf die politische Ökonomie sowie auf möglichen Reformansätzen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Systems.

  • Analyse des demographischen Wandels und dessen Auswirkungen auf das Rentensystem
  • Mathematische Modellierung und Entwicklung der Rendite im Umlageverfahren
  • Untersuchung der politischen Ökonomie und des Abstimmungsverhaltens bei Rentenreformen
  • Diskussion von Reformvorschlägen und der Möglichkeit eines Systemwechsels

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Das Modell von Browning als Grundlage

In den vorrangegangenen beiden Kapiteln wurde die grundlegenden Probleme zur langfristigen Finanzierung und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Rendite im umlagefinanzierten Rentensystem skizziert. In diesem Abschnittgeht es darum den Einfluss der alternden Gesellschaft auf die politische Ökonomie zu betrachten.

In Zukunft wird durch den demographischen Wandel der politische Einfluss der Alten immer mehr steigen, wodurch es für die jüngeren Generationen immer schwieriger werden wird, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Es soll im Folgenden durch verschiedene Modelle aus der Fachwelt gezeigt werden, welchen Einfluss die rückläufige demographische Entwicklung auf den Steuersatz im umlagefinanzierten Rentensystem hat. Die Berücksichtigung eines politischen Entscheidungsprozesses dient vor allem dem Zweck, neben den ökonomischen Auswirkungen der sinkenden Geburtenzahlen und steigenden Lebenserwartung, auf die Rentenversicherung, auch mögliche politische Reaktionen in die Betrachtung mit einzubeziehen.

Edgar K. Browning zeigte 1975 als einer der Ersten, dass ein demokratischer Abstimmungsprozess nach der Mehrheitswahl zu einer Ausdehnung des Rentensystems führt und eine rückläufige demographische Entwicklung diesen Effekt verstärkt. Hierzu modelliert Browning ein Drei-Generationenmodell das aus einer jungen Generation, einer aus Menschen mittleren Alters und einer alten Generation besteht. Die Wachstumsrate der Bevölkerung ist gleich Null, weil die Alten am Ende eines Jahres sterben und durch eine junge Generation im darauf folgenden Jahr ersetzt werden. In den ersten beiden Lebensphasen erhalten die Generationen im Gegensatz zur letzten Lebensperiode ein exogen gegebenes Einkommen. Die Präferenzen der einzelnen Haushalte sind identisch und sparen ist nicht möglich, so dass die Einkommen der Haushalte auch dem jeweiligen Konsum entsprechen. Desweiteren sind die Einkommen in jeder Generation gleich groß und steigen jede Periode um 100 Prozent.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demographischen Wandels für das deutsche Rentensystem ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.

2 Demographischer Wandel: Hier werden Definitionen und die historische sowie zukünftige Entwicklung der Weltbevölkerung und insbesondere der deutschen Bevölkerungsstruktur dargelegt.

3 Systeme der Alterssicherung: Dieses Kapitel erläutert die Grundprinzipien des Umlageverfahrens, die historische Entstehung der Rentenversicherung in Deutschland sowie bestehende Reformen.

4 Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Rentensystem: Der mathematische Hauptteil analysiert die Auswirkungen des Wandels auf die Finanzierung, die Rendite und die politische Ökonomie anhand verschiedener Modelle.

5 Die Zukunft des Rentensystems: Hier werden Reformvorschläge für das Umlageverfahren sowie Alternativen durch einen Systemwechsel diskutiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse zusammen und bewertet die Tragfähigkeit des umlagefinanzierten Rentensystems.

Schlüsselwörter

Demographischer Wandel, Umlageverfahren, Rentensystem, Generationenvertrag, Rentenversicherung, Rendite, Alterssicherung, Reform, politische Ökonomie, Modellierung, Bevölkerungsstruktur, Altersstruktur, Lebenserwartung, Geburtenrate, Medianwähler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der demographischen Entwicklung in Deutschland auf die Stabilität und Funktionsweise des umlagefinanzierten Rentensystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die demographische Alterung, die mathematische Modellierung der Rentenrenditen, die politische Ökonomie von Rentenentscheidungen und die Diskussion von Reformoptionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Auswirkungen des demographischen Wandels zu analysieren und auf dieser Basis Ansätze für eine Reform des deutschen Rentensystems herzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden modelltheoretische Ansätze verwendet, insbesondere das "Overlapping Generation Modell" (OLG), um die intertemporalen Wirkungen und politischen Abstimmungsprozesse zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der mathematischen Modellierung des Umlageverfahrens, der Renditeentwicklung sowie der Analyse politischer Wahlmodelle im Kontext der demographischen Veränderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Demographischer Wandel, Umlageverfahren, Generationenvertrag, Rentenrendite und Politische Ökonomie.

Was ist die Kernbotschaft zum Umlageverfahren?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das umlagefinanzierte System langfristig unter dem demographischen Druck steht, da immer weniger Beitragszahler mehr Rentenempfänger finanzieren müssen.

Wie bewertet der Autor einen Systemwechsel?

Ein kompletter Systemwechsel, etwa zu einer steuerfinanzierten Grundrente oder zu rein kapitalgedeckten Modellen, wird aufgrund sozialpolitischer Probleme und hoher Übergangslasten als problematisch oder kaum umsetzbar bewertet.

Welche Rolle spielt die Politik bei Rentenreformen?

Die Arbeit zeigt mittels ökonomischer Modelle, dass politische Abstimmungsprozesse dazu führen können, dass ältere Generationen aufgrund ihres höheren politischen Gewichts und kürzerer Restbeitragszeiten eher höhere Beitragssätze präferieren.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Auswirkungen des demographischen Wandels auf das umlagefinanzierte Rentensystem
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,0
Autor
Matthias Klein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
81
Katalognummer
V158061
ISBN (eBook)
9783640709748
ISBN (Buch)
9783640710089
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umlageverfahren Rentensystem Rente demographischer Wandel demographie deutsches Rentensystem Alterung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Klein (Autor:in), 2010, Auswirkungen des demographischen Wandels auf das umlagefinanzierte Rentensystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158061
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Leseprobe aus  81  Seiten
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