Das Thema der folgenden Hausarbeit entstand als Reaktion auf Diskussionen die außerhalb des Seminars mit dem Titel "Wissensmanagement" stattfanden. Den meisten Kommilitonen war zwar die Wichtigkeit des Seminarthemas einleuchtend, jedoch fehlte ihnen oftmals ein Bezug zu wirtschaftlichen Hintergründen, die zur Notwendigkeit von Wissensmanagement führen. Einigen bereitete es Schwierigkeiten, das schwer abgrenzbare Konstrukt WM als generelles Paradigma zu betrachten, das in seiner Umsetzung nicht lediglich einen eigens dafür abgestellten Mitarbeiter, eine fachbezogene Abteilung oder ein einzelnes Unternehmen betrifft.
Eine im Vorfeld geführte Diskussion, welche den Semiarteilnehmern ermöglicht hätte Wissensmanagement in seiner weitest gefassten Definition (oder aber in seiner engsten Eingrenzung, je nach Standpunkt) als Form des Wirtschaftens anzusehen, bei der ein veränderter Fokus auf den Wert von Wissen gesetzt wird, wäre zwar wünschenswert, aber aufgrund der Bandbreite des Themas wahrscheinlich seminarfüllend gewesen.
Aus diesem Grund möchte diese Hausarbeit versuchen, zumindest einen groben Kontext herzustellen und möglicherweise als nachträgliche Einführung zum Thema Wissensmanagement zu dienen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Neue Bedürfnisse
3 Wissensarten
3.1 Was ist Wissen?
3.2 Wie entsteht Wissen?
4 Die Wissensspirale
4.1 Die vier Typen der Wissenskonversion
5 Knowledge Management
6 Best Practice
7 Fazit: Technologie vs. Faktor Mensch
8 Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Kontext von Wissensmanagement zu beleuchten und eine grundlegende Einführung in dessen Problemlagen und theoretische Hintergründe zu geben, um den Bezug zu wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu verdeutlichen.
- Grundlagen und Definitionen verschiedener Wissensarten
- Prozesse der Wissensentstehung und Transformation
- Das Konzept der Wissensspirale und Wissenskonversion
- Analyse praktischer Wissensmanagement-Ansätze in Unternehmen
- Spannungsfeld zwischen Informationstechnologie und dem Faktor Mensch
Auszug aus dem Buch
Wissensidentifizierung und Aufbereitung (Arthur Andersen)
Arthur Andersen ist eine der größten internationalen Wirtschaftprüfungsfirmen mit weltweit ca. 360 Niederlassungen. Die Unternehmensphilosophie verlangt einen inhaltlich, sowie qualitativ konsistenten Auftritt, der unter dem firmeninternen Begriff „One Firm“ subsumiert wird. Um diese einheitlichen Standards weltweit zu gewährleisten, betreibt das Unternehmen einen erheblichen technischen Aufwand der den sofortigen Zugriff auf bestehendes unternehmensinternes Wissen ermöglicht. Projektbezogene Informationen, Best Practice Beispiele, sowie Prozessleitfäden oder auch Erfahrungsberichte werden in zentrale Datenbanken eingespeist.
Die Problematik der Überflutung durch überflüssiges, irrelevantes Wissen, die zur Unübersichtlichkeit und letztendlich zur Verringerung der Effizienz solcher Systeme führt, wird bei Andersen durch den Einsatz von Teams abgefangen, die für die eingestellten Inhalte verantwortlich sind. So genannte Knowledge-Manager, die erfahrene Experten für einen bestimmten Bereich sind, identifizieren, für ihren Bereich, relevantes Wissen und bestimmen, welche Inhalte in die Datenbanken aufgenommen werden sollen und welche wieder gelöscht werden können. Als relevant bewertetes Wissen wird von Medienexperten entsprechend aufbereitet und kategorisiert um das spätere Auffinden im System zu gewährleisten.
Hier wird deutlich, dass, zumindest bei komplexen Zusammenhängen, bereits im Vorfeld eine Kategorisierung und Identifizierung von relevantem Wissen notwendig ist, um eine sinnvolle Verteilung zu ermöglichen. Wissens-Manager sind vor allem dort notwendig, wo ein breites Spektrum an Wissen gesammelt und weitergeleitet werden soll. Die Identifizierung und Erfassung von unternehmenskritischem Wissen ist ein wichtiger Bestandteil von Wissensmanagement.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der Arbeit aus Diskussionsprozessen und führt in die Problematik ein, Wissensmanagement als generelles wirtschaftliches Paradigma zu verstehen.
2 Neue Bedürfnisse: Dieses Kapitel erörtert, wie Globalisierung, Kostendruck und verkürzte Produktlebenszyklen neue Anforderungen an das Lernen und Wissensmanagement in Unternehmen stellen.
3 Wissensarten: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung von Wissen und Information sowie eine Unterteilung in explizites und implizites Wissen auf verschiedenen Ebenen.
4 Die Wissensspirale: Das Kapitel beschreibt den dynamischen Prozess der Wissenskonversion durch die vier Typen Sozialisation, Externalisierung, Kombination und Internalisierung.
5 Knowledge Management: Hier werden verschiedene Ansätze des Wissensmanagements und deren Entwicklung zu einem ganzheitlichen Managementansatz mit Fokus auf menschliche Faktoren diskutiert.
6 Best Practice: Anhand von Unternehmensbeispielen wie Seven Eleven, Sharp, Arthur Andersen und Buckman Laboratories werden unterschiedliche praktische Ausprägungen von Wissensmanagement verdeutlicht.
7 Fazit: Technologie vs. Faktor Mensch: Das Fazit stellt die Fokussierung auf Informationstechnologie dem menschlichen Faktor gegenüber und betont die Herausforderung, individuelles Wissen als Ressource zu behandeln.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensspirale, implizites Wissen, explizites Wissen, Wissenskonversion, Knowledge Management, Best Practice, Unternehmenskultur, organisationales Lernen, Wissensressource, Personalführung, Informationstechnologie, Humankapital, Wissenstransfer, Wissensaufbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Wissensmanagement als notwendiges, aber schwer abgrenzbares Konstrukt, das durch wirtschaftliche Veränderungen wie Globalisierung und hohen Innovationsdruck an Bedeutung gewonnen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Wissen, die Unterscheidung zwischen implizitem und explizitem Wissen sowie die praktische Umsetzung von Wissensmanagement in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Kontext von Wissensmanagement zu verdeutlichen und als nachträgliche Einführung in die komplexen Problemfelder und Hintergründe des Themas zu dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die beispielhafte Untersuchung von „Best Practice“-Fällen, um die Anwendung unterschiedlicher Wissensmanagement-Strategien zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Wissensarten, die „Wissensspirale“ nach Nonaka/Takeuchi sowie diverse Ansätze des Wissensmanagements inklusive praktischer Unternehmensbeispiele detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wissensspirale, implizites und explizites Wissen, Wissenskonversion sowie das Spannungsfeld zwischen Technologie und dem Faktor Mensch.
Warum ist die Unterscheidung von Wissen und Information für Unternehmen wichtig?
Unternehmen müssen verstehen, dass Wissen im Gegensatz zu reinen Daten an Personen gebunden ist und als entscheidende Ressource für Wettbewerbsvorteile identifiziert und gemanagt werden muss.
Welche Rolle spielt der Mensch beim Wissensmanagement laut dem Autor?
Der Autor betont, dass der Mensch oft unterschätzt wird und bei der Wissensweitergabe Hemmungen existieren, da individuelles Wissen ein Teil der Persönlichkeit und kein beliebig verschenkbares Gut ist.
- Quote paper
- Stefan Schmid (Author), 2003, Wissensmanagement: Problemfelder und Hintergründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15809