Schriftsprache ist neben der gesprochenen Sprache ein Medium der menschlichen Kommunikation und ein bedeutsames Instrument, um am kulturellen Leben der Gesellschaft teilhaben zu können. Die gesprochene Sprache wird innerhalb der familiären Strukturen erlernt und in der Institution Schule zur Standard- und Schriftsprache ausgebaut. Diese Erweiterung soll den Schülern sowohl die geistige Entwicklung als auch die Erschließung von Welt ermöglichen. Eine Form der menschlichen Kommunikation ist die Sprachhandlung des Argumentierens. Bereits in der Antike wurde versucht, mittels begründender und problematisierender Gesprächen strittige Sachverhalte zu klären oder zu einer gemeinsamen Lösung zu finden. Mit Hilfe der antiken schriftlichen Argumentation, auch Erörterung genannt, wurden problemhaltige Sachlagen dargestellt, analysiert und von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet. Die Argumentation steht nicht nur sinnbildlich für die Demokratie unseres Staates sondern gestattet vielmehr jedem Mitglied unserer Gesellschaft, seine Meinung anderen gegenüber zu vertreten. Hierfür ist es jedoch unabdingbar, sich die kennzeichnenden Merkmale einer glaubhaften Argumentation von Kindesbeinen an einzuüben und durch stete Kommunikationsprozesse auszubauen. Aufgabe der Schule ist es, an die bereits gebildeten Fähigkeiten der Schüler im Bereich des Argumentierens anzuknüpfen und eine Hinführung zum schriftlichen Argumentieren zu initiieren. Das schriftliche Argumentieren, setzt ein hohes Maß an Weltwissen und Empathiefähigkeit voraus. Dies soll in der Institution Schule erlernt und im Laufe der Schuljahre ausgebaut werden. Auch die Kenntnisse über die speziellen schrift-sprachlichen Mittel, die eine logische Argumentation aufbauen, sollen den Schülern helfen, politische, soziale oder kulturelle Diskussionen zu verstehen und selbst zu führen. In Deutschland herrscht das Grundrecht eines jeden Mitbürgers auf freie Meinungsäu-ßerung , was der Entfaltung der Persönlichkeit dient. Damit alle Bundesbürger im Laufe ihres Lebens von diesem Recht Gebrauch machen können, ist es Aufgabe der Schule, ihnen das hierfür benötigte Instrumentarium an die Hand zu geben.
Die vorliegende Hausarbeit stellt eine von uns erarbeitete Unterrichtseinheit vor, im Zuge derer wir eine exemplarische Stunde vertiefend darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sachanalyse
3. Ziel- und Inhaltsentscheidungen
4. Didaktische Analyse
5. Analyse der zentralen Aufgabenstellung
6. Methodische Begründungen
7. Verlaufsplan
8. Kritische Reflexion
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept zur Einführung des schriftlichen Argumentierens in den Schuljahrgängen 7 und 8, wobei der Schwerpunkt auf der methodischen Gestaltung einer exemplarischen Unterrichtsstunde liegt, die mündliche Diskussionsprozesse als Grundlage für die spätere schriftliche Erörterung nutzt.
- Grundlagen des schriftlichen Argumentierens in der Schule
- Entwicklung und Planung einer hypothetischen Unterrichtsstunde
- Verknüpfung von mündlicher Debatte und schriftlicher Textproduktion
- Kritische Reflexion didaktischer Ansätze im Seminarumfeld
- Bedeutung von Schreibkompetenz und Argumentationsmustern
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Schriftsprache ist neben der gesprochenen Sprache ein Medium der menschlichen Kommunikation und ein bedeutsames Instrument, um am kulturellen Leben der Gesellschaft teilhaben zu können. Die gesprochene Sprache wird innerhalb der familiären Strukturen erlernt und in der Institution Schule zur Standard- und Schriftsprache ausgebaut. Diese Erweiterung soll den Schülern sowohl die geistige Entwicklung als auch die Erschließung von Welt ermöglichen. Eine Form der menschlichen Kommunikation ist die Sprachhandlung des Argumentierens. Bereits in der Antike wurde versucht, mittels begründender und problematisierender Gesprächen strittige Sachverhalte zu klären oder zu einer gemeinsamen Lösung zu finden. Mit Hilfe der antiken schriftlichen Argumentation, auch Erörterung genannt, wurden problemhaltige Sachlagen dargestellt, analysiert und von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet. Die Argumentation steht nicht nur sinnbildlich für die Demokratie unseres Staates sondern gestattet vielmehr jedem Mitglied unserer Gesellschaft, seine Meinung anderen gegenüber zu vertreten. Hierfür ist es jedoch unabdingbar, sich die kennzeichnenden Merkmale einer glaubhaften Argumentation von Kindesbeinen an einzuüben und durch stete Kommunikationsprozesse auszubauen.
Aufgabe der Schule ist es, an die bereits gebildeten Fähigkeiten der Schüler im Bereich des Argumentierens anzuknüpfen und eine Hinführung zum schriftlichen Argumentieren zu initiieren. Das schriftliche Argumentieren, setzt ein hohes Maß an Weltwissen und Empathiefähigkeit voraus. Dies soll in der Institution Schule erlernt und im Laufe der Schuljahre ausgebaut werden. Auch die Kenntnisse über die speziellen schriftsprachlichen Mittel, die eine logische Argumentation aufbauen, sollen den Schülern helfen, politische, soziale oder kulturelle Diskussionen zu verstehen und selbst zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das schriftliche Argumentieren als grundlegende Kulturtechnik und beschreibt die Aufgabe der Schule, diese Kompetenz systematisch zu fördern.
2. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die kognitiven Prozesse des Schreibens und die strukturellen Unterschiede zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
3. Ziel- und Inhaltsentscheidungen: Hier werden die Lernziele für die Unterrichtsreihe definiert und die Einbettung in das Kerncurriculum für die Jahrgangsstufen 7/8 begründet.
4. Didaktische Analyse: Die Analyse beleuchtet die Anforderungen an den Schreiber bei der Textproduktion und die Notwendigkeit von Perspektivwechseln für die kohärente Textgestaltung.
5. Analyse der zentralen Aufgabenstellung: Dieses Kapitel setzt sich mit der Schwierigkeit auseinander, Schülern in jungen Jahren komplexe Argumentationsketten zu vermitteln.
6. Methodische Begründungen: Es wird begründet, warum ein schülerorientiertes, moderiertes Diskussionsverfahren zur Vorbereitung schriftlicher Leistungen didaktisch sinnvoll ist.
7. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt bietet eine tabellarische Übersicht der geplanten Unterrichtsstunde mit Zeiteinteilung, Phasen und Teilzielen.
8. Kritische Reflexion: Die Autoren reflektieren ihre Unterrichtsidee auf Basis der Seminarergebnisse und diskutieren das Potenzial realitätsbezogener Themen im Unterricht.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse aus der Unterrichtsplanung zusammen und unterstreicht die Wichtigkeit der Verknüpfung von Fachwissen mit pädagogischen Grundlagen.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen Quellen und Internetnachweise.
Schlüsselwörter
Schriftliches Argumentieren, Erörterung, Schreibkompetenz, Deutschunterricht, Didaktische Analyse, Diskussionsführung, Textmuster, Kohärenzbildung, Perspektivwechsel, Unterrichtsplanung, Sprachhandlung, Schule, Pro- und Kontraargumente, Schriftsprache, Vermittlungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung des schriftlichen Argumentierens für den Deutschunterricht in den Klassen 7 und 8.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Schreibkompetenz, der Aufbau von Argumenten, der Transfer von mündlicher Diskussion zu schriftlicher Erörterung sowie die curricularen Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Konzeption einer Unterrichtseinheit, die Schüler schrittweise an das schriftliche Argumentieren heranführt, indem sie zunächst mündliche Diskussionskompetenzen festigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Unterrichtsplanung erstellt, die durch fachdidaktische Literatur und eine kritische Reflexion im Seminar begleitet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst Sach-, Ziel- und didaktische Analysen sowie die methodische Begründung der Unterrichtsgestaltung und einen detaillierten Verlaufsplan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Argumentationsmuster, Textualität, Perspektivwechsel und die methodische Sozialform der Gruppenarbeit.
Warum wird eine "künstliche" Diskussion im Unterricht kritisch gesehen?
Die Autoren argumentieren, dass künstliche, vom Lehrer vorgegebene Themen die Schüler kaum motivieren können, da der echte Antrieb zur Überzeugung des Gegenübers fehlt.
Welche Rolle spielt das "Tafelbild" im Anhang?
Das Tafelbild dient der Visualisierung von Argumentationsstrukturen (These, Antithese, Beweis) als methodisches Gerüst für die Schüler.
- Arbeit zitieren
- Bettina Freude-Schlumbohm (Autor:in), 2010, Entwicklung einer Unterrichtsidee Deutsch: Sachanalytische und didaktische Planungen zum schriftlichen Argumentieren in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158213