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John Heartfield, der Irak und das Schweigen der Künstler

Eine Retrospektive – und ein Plädoyer für die politische Dimension der Bildenden Kunst

Titre: John Heartfield, der Irak und das Schweigen der Künstler

Essai , 2010 , 10 Pages

Autor:in: Kurt Lussi (Auteur)

Art - Considérations générales
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Gesinnungsterror, Kriegshetze, Mord: John Heartfields Fotomontagen entlarvten die Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Protagonisten. Jahrzehnte nach dem Ende des Dritten Reiches sind seine Arbeiten aktueller denn je – wie die Gewalt, die er anprangert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Grafiker, Fotomontagekünstler, Agitator

3. Leider noch aktuell

4. Heartfield – Don Quijote der Bildenden Kunst

5. Heartfield und die Kunst der Gegenwart: ein Vergleich

6. Plädoyer für die provozierende Kunst

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Rolle und der politischen Verantwortung von Kunstschaffenden auseinander. Ausgehend von einer historischen Retrospektive auf das Werk von John Heartfield und dessen konsequente politische Fotomontage, wird das Schweigen zeitgenössischer Künstler angesichts aktueller politischer Konflikte, insbesondere des Irak-Krieges, hinterfragt und analysiert.

  • Die historische Bedeutung der politischen Fotomontage von John Heartfield.
  • Die Analogie zwischen nationalsozialistischer Kulturpolitik und zeitgenössischer staatlicher Einflussnahme.
  • Die Analyse der politischen Indifferenz moderner Kunstschaffender.
  • Das Potenzial von Kunst als Mittel zur gesellschaftlichen Provokation und Aufklärung.

Auszug aus dem Buch

Leider noch aktuell

Krieg, Folter, Mord und Unterdrückung sind wiederkehrende und in fast allen politischen Systemen zu findende Phänomene. Zu dieser Erkenntnis war Heartfield schon früh gekommen. Viele seiner Arbeiten sind daher von zeitloser Gültigkeit. Wieland Herzfelde, Bruder, Mitstreiter und engster Vertrauter des Künstlers und daher wohl der beste Kenner seines Werkes schrieb 1969: „Obgleich Heartfield ähnlich wie Majakowski und Erich Weinert für die unmittelbaren Bedürfnisse des Tages produzierte, sind manche seiner Arbeiten heute noch stärker wirksam, als zur Zeit ihres Entstehens, weil man, rückblickend, ihre Aussage und Perspektive als gültig für die ganze Epoche empfindet.“

In fast allen seinen Montagen lassen sich dafür Belege finden. Eine seiner Arbeiten, 1936 in der AIZ publiziert, zeigt vom Himmel fallende und mit NS-Emblemen gekennzeichnete Fliegerbomben, die Heartfield mit Flügeln von Friedenstauben versehen hatte. Unten im Bild starrt eine Menschenmenge wie gelähmt gegen den Himmel. Die Bildunterschrift nimmt die heuchlerischen Friedensbeteuerungen des selbst ernannten Führers der Deutschen aufs Korn, wenn es heisst: „Und auf Hitlers Friedensangebote folgen ‚alsbald’ seine Friedenstauben.“

Die Analogien dieser Montage zur jüngeren Geschichte sind unübersehbar. Ende Februar 2003 liess der amerikanische Präsident George W. Bush die Welt wissen, einziges Ziel einer allfälligen Intervention der USA im Irak sei es, dem Land Frieden und Demokratie zu bringen. Die schweizerische Boulevardzeitung „Blick“ zitierte in der Ausgabe vom 28. Februar 2003 den damaligen Präsidenten der USA mit den Worten: „Die Ersten, die von einem freien Irak profitieren, sind das irakische Volk. Heute leben die Menschen dort in Elend und Angst, unter einem Diktator, der ihnen Krieg, Armut und Folter gebracht hat.“

Zusammenfassung der Kapitel

Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über John Heartfields Wirken als Entlarver nationalsozialistischer Verbrechen und stellt dessen anhaltende Aktualität dar.

Grafiker, Fotomontagekünstler, Agitator: Zeichnet den biografischen Werdegang von John Heartfield vom Grafiker zum politisch agierenden Fotomontagekünstler nach.

Leider noch aktuell: Vergleicht Heartfields historische Bildmontagen mit politischen Ereignissen der jüngeren Geschichte, speziell dem Irak-Krieg.

Heartfield – Don Quijote der Bildenden Kunst: Beleuchtet Heartfields Kampf gegen Faschismus und Unterdrückung als ein Wirken gegen übermächtige Strukturen.

Heartfield und die Kunst der Gegenwart: ein Vergleich: Kontrastiert die Widerständigkeit des historischen Heartfield mit der wahrgenommenen Passivität moderner Künstler.

Plädoyer für die provozierende Kunst: Fordert eine Rückbesinnung auf die politische Dimension der Kunst als notwendiges Instrument der Gesellschaftskritik.

Schlüsselwörter

John Heartfield, Fotomontage, Politische Kunst, Nationalsozialismus, Gesellschaftskritik, Irak-Krieg, George W. Bush, Pressefreiheit, Kunstschaffende, Engagement, Faschismus, Widerstand, Bildende Kunst, Kulturpolitik, Zensur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken des Künstlers John Heartfield und stellt dessen politische Fotomontagen als zeitloses Mittel der Gesellschaftskritik einer zeitgenössischen, weitgehend unpolitischen Kunstszene gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Die Themen umfassen die Rolle der Kunst im Widerstand gegen totalitäre Systeme, die Manipulation durch staatliche Ideologien sowie die moralische Verantwortung von Künstlern in aktuellen politischen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, zu hinterfragen, warum zeitgenössische Künstler auf aktuelle globale Missstände wie den Irak-Krieg mit Schweigen reagieren, während historische Vorbilder wie Heartfield ihre Kunst aktiv als politische Waffe einsetzten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-vergleichende Methode, indem er biografische und kunsthistorische Daten zu Heartfield mit aktuellen Medienberichten und kulturpolitischen Aussagen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Heartfields Fotomontagen im Kontext seiner Zeit und setzt sie in Bezug zu modernen Ereignissen, wobei insbesondere der Kontrast zwischen aktivem Widerstand und institutioneller Selbstzensur herausgearbeitet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind John Heartfield, Politische Kunst, Gesellschaftskritik, Widerstand, Faschismus, Zensur und künstlerische Verantwortung.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen staatlicher Förderung und Kunst?

Der Autor argumentiert, dass staatliche Fördergelder oft an Bedingungen geknüpft sind, die Künstler zur Selbstzensur verleiten und damit die Unabhängigkeit und Provokationskraft der Kunst untergraben.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit der US-Pop-Art im Text?

Der Vergleich dient dazu zu belegen, dass auch in der Gegenwart Kunst existiert, die sich politisch gegen die Mächtigen stellt, und somit das Schweigen vieler anderer Akteure umso deutlicher hervorhebt.

Was bedeutet der Titel „John Heartfield, der Irak und das Schweigen der Künstler“?

Der Titel verdeutlicht die Gegenüberstellung von Heartfields lautstarkem Engagement gegen das NS-Regime und der mangelnden künstlerischen Reaktion auf den Irak-Krieg.

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Résumé des informations

Titre
John Heartfield, der Irak und das Schweigen der Künstler
Sous-titre
Eine Retrospektive – und ein Plädoyer für die politische Dimension der Bildenden Kunst
Auteur
Kurt Lussi (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
10
N° de catalogue
V158302
ISBN (ebook)
9783640743063
ISBN (Livre)
9783640743483
Langue
allemand
mots-clé
Heartfield Fotomontage George W. Bush Irak Herzfelde Arbeiter Illustrierte Zeitung AIZ
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kurt Lussi (Auteur), 2010, John Heartfield, der Irak und das Schweigen der Künstler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158302
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