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Soziolinguistische Analyse des Begriffs 'Talahon' im Kontext der deutschen Jugendsprache

Eine Untersuchung der Rolle neuer Medien wie TikTok, Twitter und Instagram für die Verbreitung und Konnotation sprachlicher Phänomene

Titre: Soziolinguistische Analyse des Begriffs 'Talahon' im Kontext der deutschen Jugendsprache

Dossier / Travail , 2025 , 22 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Sara Mirza (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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In der vorliegenden Arbeit soll herausgestellt werden, ob das jugendsprachliche Wort „Talahon“ als ein Synonym für „Kanake“ verwendet werden könnte oder bereits verwendet wird und inwiefern sich die Konnotation und auch der Ursprung der beiden Begriffe unterscheiden. Dafür wird der Begriff „Jugendsprache“ näher erläutert und auf die Sprachvarietäten „Kanaksprak“ und „Kiezdeutsch“ näher eingegangen, auch um den vorliegenden Begriff entsprechend einzuordnen. Danach soll kurz umrissen werden, wie der Ausdruck „Talahon“ entstanden ist und auf seine Bedeutung eingegangen werden. Grundlage hierfür bilden verschiedene Zeitungsartikel, sowie Kommentare, da bis dato keine wissenschaftlichen Abhandlungen vorliegen. Außerdem wird der Begriff „Kanake“ näher erläutert. Danach folgt eine diskursanalytische Betrachtung anhand von Beispielen der Plattformen Tiktok, X und Instagram, sowie eine soziolinguistische Einordung, deren Ergebnisse der Bewertung der zu Anfang aufgestellten Thesen dienen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Definition und Merkmale der Jugendsprache

2.2 Funktionen der Jugendsprache: Abgrenzung, Identifikation, Kreativität

2.3 Einführung in die Begriffe „Kanaksprak“ und „Kiezdeutsch“

3 Das Phänomen „Talahon“ – Ursprung und Bedeutung

4 Multimedialer Korpus: Instagram-, Tiktok- und X-beiträge

4.1 Diskursanalytische Betrachtung des Ausdrucks „Talahon“

4.2 Soziolinguistische Einordnung des Ausdrucks „Talahon“

4.3 Gegenüberstellung von „Talahon“ und „Kanake“

5 Ergebnisse und Diskussion

5.1 Exkurs: Die Rolle der Sprachdidaktik

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das jugendsprachliche Phänomen „Talahon“, wobei der Fokus auf dessen Verwendung als Synonym für „Kanake“ sowie die diskursive Konstruktion durch humoristisch-populistische Darstellungen in sozialen Medien liegt. Es wird analysiert, inwieweit soziale Medien zur Verbreitung rassistischer Stereotype beitragen und welche soziolinguistischen sowie bildungspolitischen Konsequenzen sich daraus ableiten lassen.

  • Entwicklung und Dynamik von Jugendsprache und Ethnolekten
  • Soziolinguistische Einordnung des Begriffs „Talahon“
  • Diskursanalyse multimedialer Inhalte (Instagram, Tiktok, X)
  • Rolle der Sprachdidaktik im Umgang mit rassistischen Narrativen
  • Instrumentalisierung von Sprache für populistische Agenden

Auszug aus dem Buch

Das Phänomen „Talahon“ – Ursprung und Bedeutung

Der Begriff „Talahon“ hat sich mittlerweile in Deutschland als Teil der Jugendsprache etabliert; auch der Langenscheidt Verlag, der u.a. bekannt für das Jugendwort des Jahres ist, hat den Begriff als verbreitet eingestuft. „Talahon“ stand neben „Aura“ und „Schere“ in der engeren Auswahl zum Jugendwort 2024. Die Verbreitung des Begriffes ist auf sozialen Medien wie beispielsweise TikTok, aber auch X oder Instagram zurückzuführen. Urheber des Wortes soll der Hagener Rapper Hassan Tammo sein. Er veröffentlichte 2022 den Song „Ta3al Lahon“, der die Bezeichnung „Talahon“ maßgeblich prägte. Der Ursprung des Wortes ist nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass es sich vom arabischen Ausdruck taeal huna" ableitet, was „Komm her!“ bedeutet. Diese Aufforderung wird im Arabischen eher freundlich verstanden, während es im „deutschen Kontext“ satirisch oder sogar aggressiv interpretiert werden kann. „Talahons“ beschreibt eine Gruppe von Jugendlichen, meist junge Männer mit migrantischem Hintergrund. Der Begriff für das weibliche Pendant, der immer häufiger auftritt, lautet „Talahinas“. Die damit gemeinten Personen weisen bestimmte stereotype Merkmale auf. Dazu gehören das Tragen von Markenartikeln, Caps, Bauchtaschen oder Sporthosen, sowie Verhaltensweisen wie Schattenboxen und das Spucken auf den Boden. Außerdem wird vorzugsweise eine sprachliche Varietät des Deutschen gewählt, die nicht dem Gebrauch der Standartsprache entspricht. Man könnte sagen, dass der Begriff „Talahon“ mittlerweile in den sprachlichen Katalog des Kiezdeutsches gehört. Diese Merkmale werden oft in humorvollen oder satirischen Videos dargestellt. Trotz seiner Popularität wird der Begriff „Talahon“ auch kontrovers diskutiert, da er von einigen als rassistisch oder abwertend empfunden wird. Rechte Gruppen nutzen den Begriff, um gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund zu hetzen, was die Diskussion um die Verwendung und die Implikationen des Begriffs weiter anheizt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt die Basis für die Untersuchung, indem sie das Zitat eines Rappers zum Anlass nimmt, die Thesen über die Instrumentalisierung des Begriffs „Talahon“ und die Rolle sozialer Medien bei der Verbreitung rassistischer Narrative darzulegen.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert linguistische Konzepte wie Jugendsprache, Ethnolekte sowie die Begriffe „Kanaksprak“ und „Kiezdeutsch“, um das Phänomen „Talahon“ theoretisch einzuordnen.

3 Das Phänomen „Talahon“ – Ursprung und Bedeutung: Hier wird die Etymologie und die aktuelle Verwendung des Begriffs als jugendsprachliches und stereotyp behaftetes Phänomen im deutschen Kontext beleuchtet.

4 Multimedialer Korpus: Instagram-, Tiktok- und X-beiträge: Die Analyse untersucht verschiedene Social-Media-Beiträge, um aufzuzeigen, wie Sprache, Bilder und Videos soziale Realitäten konstruieren und diskriminierende Diskurse befeuern.

5 Ergebnisse und Diskussion: Dieses Kapitel wertet die Erkenntnisse der Diskursanalyse aus und diskutiert die Instrumentalisierung von Sprache für rassistische und populistische Agenden.

6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Sprachdidaktik und linguistischer Diskursintervention zur Kultivierung der Sprache im öffentlichen Raum.

Schlüsselwörter

Talahon, Jugendsprache, Ethnolekt, Kiezdeutsch, Kanaksprak, Soziale Medien, Diskursanalyse, Rassismus, Populismus, Stereotype, Identitätsbildung, Sprachdidaktik, Migration, Remigration, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das sprachliche und soziale Phänomen „Talahon“ in Deutschland, insbesondere dessen Etablierung im jugendsprachlichen Kontext sowie seine Instrumentalisierung durch populistische Kreise als rassistisches Narrativ.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entwicklung von Ethnolekten, die Konstruktion von Identität in sozialen Medien, die Auswirkungen digitaler Diskursformate auf die Wahrnehmung von Minderheiten sowie die Rolle von Bildungsinstitutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob „Talahon“ als Synonym für „Kanake“ verwendet wird, wie sich die Konnotationen unterscheiden und welche Rolle humoristische oder populistische Inhalte in sozialen Medien bei der Stigmatisierung der betroffenen Gruppen spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoriegeleitete soziolinguistische Einordnung der Sprachvarietäten sowie eine qualitative Diskursanalyse anhand eines multimedialen Korpus aus Instagram-, Tiktok- und X-Beiträgen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen der Jugendsprache, untersucht den spezifischen Ursprung des Begriffs „Talahon“ und führt eine diskursanalytische Untersuchung exemplarischer Medienstücke durch, um die Mechanismen der Stigmatisierung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Talahon, Jugendsprache, Ethnolekt, Diskursanalyse, Rassismus, soziale Medien, Populismus und Sprachdidaktik.

Wie unterscheidet sich „Talahon“ soziolinguistisch von „Kanake“?

Während „Kanake“ einen historischen Bedeutungswandel durchlaufen hat und als politischer Begriff etabliert ist, wird „Talahon“ aktuell vor allem medial und lokal als stereotype Zuschreibung verwendet, wobei die Sensibilisierung im Vergleich zum K-Wort noch aussteht.

Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung des Begriffs?

Soziale Medien fungieren als Hauptverbreitungsweg, wobei sie zum einen die ästhetische und humoristische Identitätsbildung ermöglichen, zum anderen aber einen Nährboden für die digitale Instrumentalisierung durch rechtspopulistische Narrative bieten.

Warum spielt die Sprachdidaktik in der Arbeit eine wichtige Rolle?

Die Sprachdidaktik wird als entscheidendes Instrument identifiziert, um Lehrkräfte und Schüler zu sensibilisieren, rassistische Stereotype in Schulmaterialien oder im Umgang mit Sprache zu erkennen und konstruktive Diskursinterventionen zu leisten.

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Résumé des informations

Titre
Soziolinguistische Analyse des Begriffs 'Talahon' im Kontext der deutschen Jugendsprache
Sous-titre
Eine Untersuchung der Rolle neuer Medien wie TikTok, Twitter und Instagram für die Verbreitung und Konnotation sprachlicher Phänomene
Université
University of Siegen  (Universität)
Cours
Soziogrammatik
Note
1,3
Auteur
Sara Mirza (Auteur)
Année de publication
2025
Pages
22
N° de catalogue
V1584033
ISBN (PDF)
9783389126622
ISBN (Livre)
9783389126639
Langue
allemand
mots-clé
soziolinguistische talahon jugendsprache untersuchung medien tiktok twitter instagram soziogrammtik Stigmatisierung soziale Distinktion Bildungsgerechtigkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sara Mirza (Auteur), 2025, Soziolinguistische Analyse des Begriffs 'Talahon' im Kontext der deutschen Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1584033
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Extrait de  22  pages
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