Die vorliegende Seminararbeit widmet sich in einem ersten Teil dem Themenbereich der 'Fabeln', indem zunächst die Positionen von La Fontaine und Rousseau gegenübergestellt werden, um deren Bedeutung für die Schule herauszuarbeiten. Anschließend werden das ästhetische Wirkpotential von Glossen - insbesondere im Vergleich zu Fabeln - sowie die Auffassungen von Cornelia Funke und Simon Slomma zum Thema 'Kunst' beziehungsweise dem Beruf des Künstlers dargestellt. Im zweiten Teil der Seminararbeit wird eine konkrete Unterrichtseinheit zum Thema ‚Mobbing‘ im Rahmen einer Projektarbeit zu der Begleitlektüre "Brummps: Sie nannten ihn Ameise" im Fach Deutsch für eine 7. Klasse am Gymnasium konzipiert. Hierfür werden nacheinander die Sachanalyse, didaktische und methodische Analyse ausgearbeitet. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mithilfe von Fabeln und Begleitlektüren sowie der Anwendung von Outdoordidaktik die Werteerziehung der Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht - entsprechend dem LehrplanPLUS - gefördert werden kann, um Mobbing langfristig zu unterbinden und die Klassengemeinschaft zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Fabeln
1.1 Positionen von La Fontaine und Rousseau
1.2 Ästhetisches Wirkpotential von Glossen
1.3 Cornelia Funke und Simon Slomma
2. Unterrichtskonkretion
2.1 Sachanalyse
2.2 Didaktische Analyse
2.3 Methodische Analyse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt eine Unterrichtseinheit für das Fach Deutsch in der 7. Jahrgangsstufe am Gymnasium, die sich anhand der Lektüre "Brummps: Sie nannten ihn Ameise" von Dita Zipfel mit dem Phänomen Mobbing auseinandersetzt und die Lernenden zur Reflexion über richtiges, soziales Verhalten anregt.
- Analyse literarischer Fabeltraditionen von der Antike bis zur Moderne.
- Erforschung von Mobbing-Dynamiken und Ausgrenzung im schulischen Kontext.
- Förderung der Empathiefähigkeit und Perspektivenübernahme durch Textproduktion.
- Methodische Gestaltung eines handlungsorientierten Deutschunterrichts.
- Bedeutung der Werteerziehung und Stärkung der Klassengemeinschaft.
Auszug aus dem Buch
1.1 Positionen von La Fontaine und Rousseau
Als ersten Grund, um den Wert der Fabel für die moralische Erziehung und Bildung zu plausibilisieren, führt Jean de La Fontaine an, dass die Fabeln einprägsam sind, da sie „den gewöhnlichen Anschauungen verwandter“ seien. Neben der Einprägsamkeit nennt er auch die Verständlichkeit und Anschaulichkeit von Fabeln und verdeutlicht dies am Beispiel von Crassus: Um Lernenden zu vermitteln, dass sie „bei jeder Sache das Ende bedenken“ müssen, eignen sich Erzählungen von Tieren besser, da diese bei den Schüler*innen mehr Eindruck hinterlassen als auf historischen Fakten basierende Geschichten. Diese Argumentation finde ich überzeugend, denn Fabeln, die sich durch Kürze und Prägnanz auszeichnen, bringen wesentliche Informationen bildhaft auf den Punkt und werden somit vermutlich besser im Gedächtnis behalten.
Zudem weisen Fabeln, wie La Fontaine zurecht feststellt, ein identifikatorisches Potential auf. Sie sind „ein Gemälde, auf welchem jeder von uns sich abgebildet findet.“ Jean-Jacques Rousseau hält dieser Behauptung entgegen, dass sich Schüler*innen aus „Eigenliebe“ mit den bessergestellten Figuren identifizieren und diese zum Vorbild nehmen, ohne deren Verhalten an moralischen Vorstellungen zu bemessen, weshalb Fabeln Lernende, wenn überhaupt, zu schlechten Menschen erziehen. Dem stimme ich nicht zu, da sich Schüler*innen meines Erachtens mit Figuren identifizieren, in denen sie sich wiedererkennen, die es ihnen ermöglichen, über sich hinauszuwachsen oder die sie als sympathisch erachten – unabhängig davon, ob es sich um den Helden der Geschichte handelt oder nicht (vgl. hierzu auch Rafik Schamis Geschichte Und die Grille singt doch, in welcher der Junge Sympathie für die Grille empfindet).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fabeln: Dieses Kapitel erörtert die historische und theoretische Bedeutung von Fabeln im Bildungskontext sowie moderne Adaptionen und deren pädagogischen Nutzen.
1.1 Positionen von La Fontaine und Rousseau: Es werden grundlegende pädagogische Debatten über den Nutzen von Fabeln für die Bildung und das moralische Urteilsvermögen gegenübergestellt.
1.2 Ästhetisches Wirkpotential von Glossen: Die Untersuchung befasst sich mit der Eignung modernerer Formate wie Glossen als ergänzendes Medium im literarischen Unterricht.
1.3 Cornelia Funke und Simon Slomma: Kapitel konzentriert sich auf die gesellschaftliche Einordnung von Kunstschaffenden und die Thematisierung von Wertschätzung und Existenzsicherung in literarischen und musikalischen Werken.
2. Unterrichtskonkretion: Hier wird die praktische Planung der Unterrichtseinheit basierend auf den vorangegangenen Analysen dargelegt.
2.1 Sachanalyse: Dieses Kapitel zeichnet die literarische Tradition der Ameise nach, um den Hintergrund für die Lektürearbeit mit Dita Zipfels Buch zu schaffen.
2.2 Didaktische Analyse: Es begründet die Bedeutung des Werks für den Lehrplan, insbesondere im Hinblick auf Sozialkompetenz und Werteerziehung bei Jugendlichen.
2.3 Methodische Analyse: Beschreibung des konkreten Unterrichtsentwurfs inklusive Methodik, Einbindungsstrategien für die Schülerschaft und ergänzenden Ansätzen wie der Outdoordidaktik.
Schlüsselwörter
Fabel, Ameise, Mobbing, Unterrichtseinheit, Literaturdidaktik, Dita Zipfel, Perspektivenübernahme, Werteerziehung, Sozialkompetenz, Deutschunterricht, Schulleben, Empathie, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Identitätsfindung, Ausgrenzung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Mobbing für das Fach Deutsch in der 7. Jahrgangsstufe, basierend auf der Lektüre des Buches "Brummps: Sie nannten ihn Ameise" von Dita Zipfel.
Welches Ziel verfolgt die unterrichtliche Auseinandersetzung mit der Lektüre?
Primäres Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für das Thema Mobbing zu sensibilisieren, ihre Empathiefähigkeit zu stärken und sie zur Reflexion über ein wertschätzendes zwischenmenschliches Miteinander anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus fachwissenschaftlicher Fabelanalyse, didaktischer Begründung auf Basis des LehrplanPLUS und methodischen Überlegungen zur Umsetzung handlungs- und produktionsorientierter Lernwege.
Wie werden die Themenfelder Mobbing und Ausgrenzung konkret im Unterricht behandelt?
Durch einen Einstieg mit Bildimpulsen, gemeinsames Lesen, die Erstellung von MindMaps zu den Gefühlen der Romanfigur Jonny und das Verfassen eines inneren Monologs, um die Perspektivenübernahme zu trainieren.
Warum ist das Buch "Brummps: Sie nannten ihn Ameise" für diese 7. Klasse geeignet?
Das Werk adressiert aktuelle Themen der Adoleszenz, nutzt eine moderne anschauliche Sprache und ermöglicht durch die Anthropomorphisierung der Figuren eine leichte Identifikation für Jugendliche.
Wie lauten die zentralen methodischen Konzepte der Arbeit?
Die zentralen Pfeiler sind handlungs- und produktionsorientierte Methoden sowie Ansätze der Outdoordidaktik, um das Interesse und die Motivation der Lernenden zu steigern.
Welche Rolle spielt die Ameise in der literarischen Tradition?
Die Ameise dient historisch seit Äsop als moralisches Exempel für Fleiß und strukturierte Gesellschaftsordnung, wird jedoch in modernen Texten teils kritisch hinterfragt oder als Projektionsfläche für soziale Rollenbilder genutzt.
Was betont die Autorin Dita Zipfel im Hinblick auf Kunstschaffende?
Funke betont die Notwendigkeit von Kunst, legitimiert dadurch deren gesellschaftliche Existenzberechtigung und grenzt Kunstschaffende vom Klischee der Faulheit ab.
Warum wird im Unterrichtsverlauf eine "Outdoordidaktik" empfohlen?
Die Verlagerung des Unterrichts in die Natur (den Wald) soll mit der Romanhandlung korrespondieren, alle Sinne der Lernenden ansprechen und emotionale Prozesse im Kontext der Mobbing-Thematik intensivieren.
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- Anonym (Author), 2023, Unterrichtseinheit zum Thema 'Mobbing' im Rahmen einer Projektarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1585251