Die Entwicklung der G6 zur G20 unter Berücksichtigung von Normen, Werten und Pfadabhängigkeiten


Seminararbeit, 2010
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoriedebatte
2.1 Neorealismus
2.2 Liberalismus
2.3 Sozialkonstruktivismus
2.3.1 Eigene Annahmen

3. Gemeinsame Orientierung an der Marktwirtschaft
3.1 Historischer Hintergrund
3.2 Auswirkungen

4. Bewahrung der Schöpfung

5. Die Wahrnehmung der Welt als gemeinsamen Handlungsraum

6. Fazit
6.1 Ausblicke
6.2 Kritik und offene Fragen

Quellen

1. Einleitung

Diese Hausarbeit erklärt aus sozialkonstruktivistischer Sicht nach Wendt die Entwicklung von der G6 zu der G20. Der Schwerpunkt der Hausarbeit liegt auf der Suche nach einen Lösungsansatz, der den Übergang von der G6 zur G20 erklärt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach einer Mechanik für den Mitgliederzuwachs. Deshalb ist diese Arbeit eher eine allgemeine Betrachtung und geht nicht detailliert auf Normen und Werte der beteiligten Staaten ein.

Die Arbeit hat folgende Struktur: Im Kapitel „Theoriedebatte“ werden drei Theorien vorgestellt. Die Auswahl der Theorie für diese Hausarbeit wird danach begründet.
Das Kapitel „Gemeinsame Orientierung an der Marktwirtschaft“ wird auf die gemeinsamen Werte und Normen der an der Entwicklung beteiligten Staaten eingehen. Hier werden zunächst Diskurse im Bezug auf verschiedene Vorstellungen der Regulierung der Marktwirtschaft vorgestellt. Diese Diskurse haben Auswirkungen auf die Politik wie sich im „Historischen Hintergrund“ zeigt. Der „Historische Hintergrund“ zeigt Pfadabhängigkeiten zum Thema Marktwirtschaft und ihre Regulierung in Hinblick auf die Entwicklung von der G6 zur G20 auf. Der Schwerpunkt diese Abschnitts liegt darauf, eine Mechanik für den Mitgliederzuwachs zu finden. Das Unterkapitel „Auswirkungen“ zeigt, dass die gemeinsame Orientierung an Werten und Normen der G20 nicht zwangsläufig zu einer gemeinsamen Politik führt.

Im Kapitel „Bewahrung der Schöpfung“ wird die Rolle der Werte und Normen, die mit der Umweltpolitik zusammenhängen, für den Mitgliederzuwachs während der Entwicklung von G6 zur G20 überprüft.

Das Kapitel „Die Wahrnehmung der Welt als gemeinsamen Handlungsraum“ beschreibt die Bedeutung der zunehmenden Vernetzung der Welt durch die Medien für die Entwicklung zur G20.

Im Fazit werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst. Ausblicke werden gegen, die die mögliche zukünftige Entwicklung der G20 beschreiben. Außerdem werden „Kritik und offene Fragen“ diskutiert. Dieser Abschnitt bezieht sich hauptsächlich auf das Akteur-Strukturproblem in Wendts Theorie. Das Akteur-Strukturproblem wird in Hinblick auf die eigenen Annahmen dieser Hausarbeit diskutiert.

Folgende Quellen wurden für diese Hausarbeit verwendet: Die Hausarbeit bezieht sich hauptsächlich auf wissenschaftliche Aufsätze aus den Internet. Außerdem werden Lehrbücher des Faches Internationale Beziehungen und Sammelbände zum Thema G8 und G20 mit einbezogen. Teilweise wird auf Pressemeldungen zu G8 und G20 Bezug genommen, um aktuelle Entwicklungen berücksichtigen zu können.

2. Theoriedebatte

Das Fach der Internationalen Beziehungen bietet eine Vielzahl von Theorien an. Drei dieser Theorien werden kurz vorgestellt, danach wird die Auswahl einer Theorie begründet.

2.1 Neorealismus

Der Neorealismus versucht Zwängen im internationalen System zu erklären. In dieser Theorie wird die Anarchie des internationalen Systems angenommen: Es gibt keine Institution oberhalb der Staaten, die das Handeln der Staaten kontrollieren kann. Außerdem wird angenommen, dass die Staaten eine Blackbox sind. Beweggründe für das Handeln eines Staates und seine Absichten sind nicht sichtbar. Die Anarchie des internationalen Systems und die Annahme der Blackbox führen zum gegenseitigen Misstrauen der Staaten untereinander. Dies ist der Grund für das Bedürfnis der Staaten ihre Sicherheit zu maximieren. Der Neorealismus ist ungeeignet, um das Phänomen der Entwicklung von der G6 zur G20 zu erklären, da er von gegenseitigen Misstrauen der Akteure ausgeht. Die Entwicklung von der G6 zu G20 ist aus Sicht des Neorealismus schwer erklärbar, da im Laufe der Jahre die Zahl der Mitgliedsstaaten stiegen[1] [2].

2.2 Liberalismus

Dieser Ansatz erklärt die Internationalen Beziehungen mit Präferenzen, die innerhalb der Staaten gebildet werden. Interessengruppen und Einzelinteressen sind nach dieser Theorie verantwortlich für die Bildung von Präferenzen. Die Vielzahl der Staaten, die an der Entwicklung von der G6 zu der G20 beteiligt waren, macht es schwierig den Sachverhalt mit dem Liberalismus zu erklären, da jeweils die Interessengruppen und Einzelinteressen gesucht werden müssten. Außerdem geht der Liberalismus nicht von einer Pfadabhängigkeit aus. Darum wäre mit dieser Theorie nur möglich geschichtliche Abschnitte auf den Weg zur G20 zu vergleichen.[3]

2.3 Sozialkonstruktivismus

Diese Hausarbeit orientiert sich am Sozialkonstruktivismus nach Wendt. Die Benutzung einer sozialkonstuktivistischen Theorie in dieser Arbeit hat folgende Gründe: Diese Arbeit versucht Entwicklungen zu erklären, die zur G20 geführt haben. Konstruktivistische Theorien gehen von sozialen Lernprozessen aus. Deshalb sind diese Theorien besonders gut geeignet Entwicklungen in Gesellschaftssystemen nachvollziehbar zu machen.[4]

Außerdem bezieht diese Arbeit sozial konstruierte Veränderungen der Wahr-nehmung mit ein, die zum Wandel in den Beziehungen zwischen Staaten - z.B. in der Umweltpolitik - geführt haben. Dieser Wandel ist mit anderen Theorien schwer erklärbar. Wendt geht von dem internationalen System als Anarchie aus. Auf Wendts Theorie wird deshalb zurückgegriffen, weil diese Hausarbeit versucht allgemeine Tendenzen während der Entwicklung von der G6 zur G20 sichtbar zu machen. Die unten erläuterte Annahme der Blackbox wird wegen der Vielzahl der beteiligten Akteure benutzt. Um sich auf den Entwicklungsprozess zu konzentrieren werden alle Akteure außer Staaten ausgeblendet.

In Wendts Theorie ist das innere von Staaten eine Blackbox. Daraus zieht er aber eine andere Konsequenz als der Neorealismus. Wendt meint, Anarchie sei das , was die Akteure daraus machen. In seiner Theorie gibt es die Zwänge nicht, die der Neorealismus sieht. Das gegenseitige Misstrauen der Akteure untereinander ist nur eine Option unter vielen anderen. Die Struktur des internationalen Systems ist nach Wendt nicht gegeben sondern wird von den Akteuren konstruiert. Wendt geht davon aus, dass es mindestens drei Möglichkeiten gibt, wie sich Staaten zueinander verhalten können. Die drei Möglichkeiten werden in der folgenden Aufzählung erläutert:

Die Gewaltbereitschaft der Akteure ist von Feind nach Freund abnehmend.

1. Feind
2. Rivale

3. Freund

Das in der Aufzählung angegebene Schema ist aber eher für die Untersuchung bilateraler Beziehungen geeignet. Parallel zu der Skala von Freund nach Feind gibt es noch eine weitere Skala über die Ursache von sozialen Verhaltensmustern.

Diese Skala geht von Zwang ( neorealistisch), über verfolgen der eigenen Interesse (liberalistisch) bis zu der Annahme der Legitimität des Handelns von Seiten des Akteurs (konstruktivistisch).

Da in der Geschichte der Entwicklung zur G20 immer mehr Staaten an den jeweiligen Treffen teilnahmen, ist dieser Ansatz eher ungeeignet. Hinzu kommt, dass Wendt das erste Zusammentreffen zweier Staaten für die Konstruktion der jeweiligen Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen als Ausschlag gebend sieht. Diese Perspektive führt zu weit in die Vergangenheit, um sie in einer Hausarbeit zu verwenden. Deshalb werden in dieser Hausarbeit Annahmen im Kapitel „Eigene Annahme“ hinzugefügt. Neben der Theorie von Wendt orientiert sich diese Hausarbeit an den Theorien der Internationalen Politischen Ökonomie (IPÖ), da die Theorien dieser Disziplin aus Beobachtungen der internationalen wirtschaftlichen Beziehungen entstanden sind[5].

[...]


[1] Wenn nicht anders angegeben zitiert nach Schörning 2006: S. 61-87

[2] Hofmann 2010, S. 1-2

[3] Wenn nicht anders angegeben zitiert nach Moravcsik 1997: S. 513-553.

[4] Wenn nicht anders vermerkt zitiert nach Ulbert 2006: S. 4 - 21

[5] z.B. Gilpin 2001: S. 81-84

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der G6 zur G20 unter Berücksichtigung von Normen, Werten und Pfadabhängigkeiten
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Macht, Interessen, Ideen im Bezug auf die internationalen Beziehungen
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V158613
ISBN (eBook)
9783640723560
ISBN (Buch)
9783640723720
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
G6, G7, G8, G20, Internationale politische Ökonomie, Sozialkonstruktivismus, Europäische Union, Institionalismus
Arbeit zitieren
Kay Milbert (Autor), 2010, Die Entwicklung der G6 zur G20 unter Berücksichtigung von Normen, Werten und Pfadabhängigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158613

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Entwicklung der G6 zur G20 unter Berücksichtigung von Normen, Werten und Pfadabhängigkeiten


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden