Die folgende Arbeit ist ein Resultat des Seminars „Biologische und kulturelle Vielfalt - Zugänge für Kinder“. In diesem Seminar ging es um die Verknüpfung von Biodiversität und kultureller Vielfalt. Zunächst wurde durch theoretische Betrachtung der einzelnen Bereiche eine Wissensgrundlage geschaffen, die dann zusammengesetzt wurde. Die Umsetzung erfolgte anhand von Zeitungsartikeln für eine Seminarzeitung. Die Artikel wurden nach der Struktur des Seminars verfasst. Vorerst wurde so das Thema biologi-sche Diversität beleuchtet und mittels verschiedener praktischer Problemstellung analysiert. Hierbei war es entscheidend, dass die dazugehörigen Artikel eine Kernproblematik ansprachen und über die biologische Vielfalt grundsätzlich Auf-schluss gaben. Nachdem dieses auch mit der kulturellen Vielfalt erreicht wurde, standen Artikel an, die beide Bereiche miteinander vernetzen sollten. Dieses stellte sich zwar als Herausforderung, aber auch als sehr lehrreich und interessant heraus.
Aus dieser Idee und des darauffolgenden Artikels, der mit Hilfe eines konkreten Unter-richtsthemas, die bisherigen Gegenstände in die Praxis umsetzen sollten, wurde unsere Idee für diese Arbeit.
Die „Lüneburger Heide“ stellt ein mehrperspektivisches Thema dar, das sich für die Bearbeitung von Diversität, biologischer sowie kultureller, geradezu anbietet. In der folgenden Arbeit soll diese These belegt werden, indem alle Facetten dieser besonderen Landschaft aufgegriffen und beschrieben werden. Zunächst folgt eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema des Seminars und es wird eine Grundlage für die Bearbeitung unseres Unterrichtsgegenstandes geschaffen. Danach folgt ein Kapitel über die „Lüneburger Heide“ und ihre Entstehung, um eine Wissensbasis zu schaffen, die die anschließende Aufbereitung für den Unterricht verständlich macht.
Im Anschluss wird das Thema in den Kontext des Sachunterrichts gestellt und anhand von Klafkis Bildungstheorie explizit gemacht, dass die „Lüneburger Heide“ für die Bear-beitung in der Grundschule prädestiniert ist. Der letzte inhaltliche Aspekt ist die Metho-dik, die in der folgenden Arbeit aufgenommen wurde, um ein Beispiel zu bieten, wie die Arbeit mit der „Lüneburger Heide“ praktisch aussehen könnte. Dieses wird anhand der Projektarbeit analysiert. Am Ende folgt eine Reflexion, die gleichzeitig das Schlusswort dieser Arbeit ist, in der erneut auf die bearbeitete These eingegangen und eigene Erfahrungen mit dem Thema präzisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Konzepte der Diversität
2.1 Biodiversität
2.2 Kulturelle Diversität
2.3 Zusammenhänge zwischen kultureller und biologischer Vielfalt
3. Die Lüneburger Heide
3.1 Beschreibung
3.2 Lage
3.3 Entstehung der natürlichen Landschaft
3.4 Entstehung der anthropozoogenen Landschaft
3.5 Die Lüneburger Heide und ihre Bedeutung für die Biodiversität
3.6 Die Lüneburger Heide und ihre Bedeutung für die Kulturelle Diversität
4. Lüneburger Heide im Kontext des Sachunterrichts
4.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
4.2 Exemplarität
4.3 Die Lüneburger Heide im Kontext des Konzepts Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
4.4 Lüneburger Heide im Kerncurriculum
5. Methodik
5.1 Projektarbeit
6. Reflexion und Schlusswort
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen biologischer und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich diese komplexe, vom Menschen geprägte Kulturlandschaft als Lerngegenstand im Sachunterricht eignet, um bei Kindern das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und nachhaltiges Handeln zu fördern.
- Analyse der Konzepte von Biodiversität und kultureller Diversität
- Untersuchung der historischen und ökologischen Entstehung der Lüneburger Heide
- Didaktische Verortung der Lüneburger Heide im Sachunterricht auf Basis von Klafkis Bildungstheorie
- Förderung der Gestaltungskompetenz im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Entwicklung von praktischen Ansätzen der Projektarbeit für die Grundschule
Auszug aus dem Buch
3.3 Entstehung der natürlichen Landschaft
Der Grund der Lüneburger Heide ist durch Gletscher der Saale-Eiszeit entstanden. Diese Eismassen gestalteten die Oberfläche der Landschaft. Die Saale-Eiszeit ist ungefähr 122.000 - 233.000 vor Christi zu datieren und verlief bis an den Mittelgebirgsrand, im Westen bis in die Westfälische Tieflandbucht und in die Niederlande hinein.
Die nächste Eiszeit, die Weichsel genannt wird, drang nicht mehr bis über die Elbe. Nachdem die Eismassen abgetaut waren, hinterließen sie die Drenthe-Grundmoräne, in der auch heute noch Materialien aus Süd- und Mittelschweden zu finden sind. Auch die großen Findlinge, die in der Lüneburger Heide entdeckt wurden, sind eine Hinterlassenschaft der Grundmoräne. Sie sind heute überall in der Landschaft zerstreut oder sind zum Beispiel in der Oldendorfer Totenstatt bereits vor 4000 Jahren als Bestattungssteine verarbeitet worden und heute zu besichtigen. Die Landschaft wurde mit gewaltigen Endmoränen überzogen, die Gesteinsmaterial in unterschiedlichster Form erkennen ließen. Die erste Endmoränenzüge auch Drenthe I genannt, waren sehr prägend für die Landschaft und hinterließen unter anderem das Steinhuder Meer und die Dammer Berge. Das darauf folgende Drenthe II-Stadium formte die Landschaft weiter und gestaltete zum Beispiel das Elbe-Weser-Gebiet, den Wilseder Berg und die großen Endmoränenrücken der Lüneburger Heide. Zu dieser glazialen Serie, wie man die Reihenfolge nennt, in der bestimmte Landschaftsformern durch die Eiszeit entstehen, gehören aber auch noch die Sander und die Urstromtäler. Diese Serie bestimmt bis heute das Bild der Lüneburger Heide, sowie der gesamten Geest in Norddeutschland. Die Sanderflächen sind von Eisschmelzwassern und Endmoränen ausgebreitete Sandflächen, die sich im Vorfeld der Endmoränen befinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Verknüpfung von biologischer und kultureller Vielfalt und begründet die Wahl der Lüneburger Heide als mehrperspektivischen Unterrichtsgegenstand.
2. Die Konzepte der Diversität: Dieses Kapitel definiert Biodiversität und kulturelle Diversität als schützenswerte Güter und arbeitet deren gegenseitige Abhängigkeit heraus.
3. Die Lüneburger Heide: Es wird die geologische Entstehung der Lüneburger Heide sowie deren Wandlung zur durch den Menschen geprägten Kulturlandschaft detailliert beschrieben.
4. Lüneburger Heide im Kontext des Sachunterrichts: Das Kapitel verankert das Thema theoretisch im Sachunterricht, insbesondere unter Berücksichtigung von Klafkis Bildungstheorie und dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
5. Methodik: Hier werden handlungsorientierte Ansätze wie die Projektarbeit vorgestellt, um Schülern einen praktischen Zugang zur Heidelandschaft und deren Erhaltung zu ermöglichen.
6. Reflexion und Schlusswort: Die Autorin resümiert den Lernprozess und bestätigt die Eignung der Lüneburger Heide als Exempel für die Vermittlung komplexer ökologischer und kultureller Zusammenhänge.
Schlüsselwörter
Biodiversität, Kulturelle Diversität, Lüneburger Heide, Sachunterricht, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gestaltungskompetenz, Kulturlandschaft, Projektarbeit, Ökosysteme, Nachhaltigkeit, Artenvielfalt, Klafkis Bildungstheorie, Umweltbildung, Landwirtschaft, Naturschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen biologischer und kultureller Vielfalt und nutzt die Lüneburger Heide als exemplarisches Beispiel für den Sachunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Definitionen von Diversität, die naturräumliche und anthropogene Entstehung der Lüneburger Heide sowie didaktische Konzepte zur Vermittlung dieser Themen in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch die Auseinandersetzung mit der Lüneburger Heide ein tieferes Verständnis für das Zusammenspiel von Mensch und Natur entwickeln und Handlungskompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung aufbauen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und einer didaktischen Analyse nach Wolfgang Klafki, um das Thema für den Unterricht zu erschließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die historische und ökologische Betrachtung der Lüneburger Heide sowie die didaktische Einordnung und methodische Umsetzung in Form von Projektarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Biodiversität, Gestaltungskompetenz, Kulturlandschaft und Bildung für nachhaltige Entwicklung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Arbeit?
BNE dient als theoretisches Fundament, um Schülern Partizipation und Verantwortungsbewusstsein bei der Gestaltung ihrer Umwelt, konkret am Beispiel der Heide, zu vermitteln.
Warum ist die Lüneburger Heide als „Kulturlandschaft“ besonders relevant?
Sie ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie der Mensch die Natur über Jahrhunderte durch Landwirtschaft und Ressourcennutzung geformt hat und heute in einem Spannungsfeld zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung steht.
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- Anke Fründ (Author), 2008, Der Zusammenhang von Biodiversität und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158615