Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 39


Hausarbeit, 2010

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis III

1 Einführung

2 Grundlegende Definition von Finanzinstrumenten nach IAS 32 und IAS 39
2.1 Relevante Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39
2.2 Anwendungsausschlüsse

3 Bewertungen
3.1 Erstbewertung
3.2 Folgebewertung
3.2.1 Klassifizierung der Finanzinstrumente
3.2.2 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertete Finanzinstrumente (financial instruments at fair value through profit or loss)
3.2.3 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (held- to- maturity investments)
3.2.4 Kredite und Forderungen (loans and receivables)
3.2.5 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available- for- sale financial assets)
3.3 Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten
3.4 Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

4 Aktuelle Regelungen
4.1 Ablösung des IAS 39 zum IFRS 9
4.2 Änderungen des IAS 39

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Die zunehmende Globalisierung der Märkte und der damit verbundene, stetig wachsende Wettbewerbsdruck in Kombination mit der Harmonisierung europäischer Märkte macht es notwendig, international einheitliche Bilanzierungsstandards zu entwickeln, um beispielsweise die Jahresabschlüsse vergleichbar zu machen.1 Um den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten zu erhalten, ist eine internationale Rechnungslegung unabdingbar.2

Nach einer EU-Verordnung müssen ab dem 01.01.2005 alle kapitalmarktorientierten Unternehmen ihren Konzernabschluss nach International Accounting Standards (IAS) erstellen, weil eine Bilanzierung nach IAS, das durch das International Accounting

Standards Board erlassen wurde, nicht ausreicht, um z.B. an einer US- Börse zu notieren.3 Dieser Erlass des europäischen Parlaments, der eine sukzessive Beseitigung der Rechungslegungsunterschieden innerhalb der europäischen Gemeinschaft und somit eine Harmonisierung der Märkte, insbesondere der Kapitalmärkte, mit sich bringt, hat die Bedeutung der internationalen Rechungslegung massiv erhöht.4

Die Vereinigung und Standardisierung von Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erleichtert die Vergleichbarkeit von Unternehmenserfolgen und ermöglicht somit einen direkten Zugriff auf die einzelnen Erfolgskomponenten der Unternehmen.5

Im Gegensatz zum deutschen Handelsrecht ist das Hauptziel des Abschlusses nach IAS die Übermittlung von entscheidungsrelevanten Informationen an mögliche Investoren, die evtl. ein monetäres Interesse an einem Unternehmen haben.

Hierdurch verliert das Vorsichtsprinzip des HGB, welches genaue Informationen über die tatsächlichen Verhältnisse des Unternehmens übermitteln soll, gegenüber dem IAS- Grundsatz des true-and-fair-view / fair presentation an Bedeutung.6

Das IAS-Rahmenkonzept besteht aus einem „Framework“, welches die Grundsätze und die einzelnen Standards enthält. Die Standards beinhalten die Vorschriften zur Rechnungslegung nach IFRS/IAS, die vom IASB verabschiedet werden, wobei die Anerkennung (Endorsement) dieser Standards nach der IAS- Verordnung durch die Europäische Kommission erfolgen muss.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Vorschriften des IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung), der in Verbindung mit IAS 32 (Finanzinstrumente: Angaben und Darstellung) die Bilanzierung von Finanzinstrumenten regelt.

Das EU-Endorsement zum IAS 32 und 39 hat sich wegen Meinungsverschiedenheit der Beteiligten bezüglich der Inhalte sehr hinausgezögert und führte zunächst zu einem Teilendorsement. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Kommission erst im November 2005 einer neuformulierten Fassung des Standards zur Fair Value-Option (Klassifizierungswahlrecht) zugestimmt, so dass diese zum 31.12.2007 zum aktuell gültigen, von der EU-anerkannten IAS 39 zählen darf.7

Des Weiteren werden in dieser Hausarbeit die Änderungen des IAS 39, die zu einer Ablösung des Standards, nämlich zu IFRS 9, geführt haben, behandelt.

2 Grundlegende Definition von Finanzinstrumenten nach IAS 32 und IAS 39

2.1 Relevante Finanzinstrumente im Sinne des IAS 39

Um die Bedeutung und den Wirkungsbereich des IAS 39 besser veranschaulichen zu können, ist eine Definition des Begriffs „Finanzinstrumente“ unerlässlich. Die Finanzmärkte bestimmen aus verschiedenen Aspekten und Zielsetzungen diesen Begriff unterschiedlich. IAS 32.11 deutet ein Finanzinstrument sehr allgemein als einen Vertrag, der bei dem Kapitalgeber einen finanziellen Vermögenswert (financial asset) und bei dem Kapitalnehmer eine finanzielle Verbindlichkeit (financial liability) oder ein EK-Instrument (equity) darstellt.8 Hierbei kann es sich um originäre (host contracts) Finanzinstrumente, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie Finanzforderungen und Finanzschulden (Aktien, Geldforderungen, Investmentanteile) handeln.

Ein weiteres wichtiges Instrument wird als EK-Instrument beschrieben. Dieses Instrument kann eine Aktie sein, mit der der Eigentümer eine anteilige Garantie am Residualvermögen des Unternehmens erhält. Residualvermögen bezeichnet die Vermögenswerte eines Unternehmens nach Bereinigung aller Schulden.

Ein Finanzinstrument kann demnach jede mögliche Vertragsform sein, die direkt oder indirekt zum Kapitalzufluss, Kapitalabfluss oder EK-Titeln führt.

Ein weiteres Finanzinstrument, das in diesem Zusammenhang erwähnt werden müsste, sind die derivativen Finanzinstrumente. Die Besonderheit der derivativen Finanzinstrumente liegt darin, dass deren Wertentwicklung von einem Basisobjekt, wie z.B. von einem Zinssatz oder einem Wechselkurses, abhängt.

Ein weiteres Merkmal dieses Instruments besteht darin, dass der Besitzer des Finanzderivats nicht das Basisobjekt selber besitzen muss. Somit besteht die Möglichkeit mit einer vergleichsweise geringen Nettoinvestition an einer evtl. positiven, aber auch negativen Wertentwicklung des Basisobjektes zu partizipieren. Die drei wichtigsten Kategorien von Finanzderivaten sind:

- Termingeschäfte, auch Future (standardisierter Vertrag) oder Forward (unstandardisierter Vertrag) genannt Der Halter erwirbt das Recht und die Pflicht zu einem bestimmten Zeitpunkt das Basisobjekt zu einem bestimmten Kurs zu erwerben

- Option

Der Halter besitzt das Recht zu einem späteren Zeitpunkt das Basisobjekt zu einem bestimmten Preis zu erwerben (call) oder zu verkaufen (put). Diese Vorgehensweise wird auch als bedingtes Termingeschäft bezeichnet

- Swapgeschäft

Hierbei handelt es sich um eine Vereinbarung zweier Vertragsparteien, die sich verpflichten in Zukunft Zahlungsströme (cash flows), z.B. Zinsswap, auszutauschen.

2.2 Anwendungsausschlüsse

Obwohl die Vorschriften in IAS 32 und IAS 39 die Finanzinstrumente weitestgehend regulieren, gibt es ausdrückliche Ausschlüsse, für deren Behandlung andere Standards verantwortlich bzw. weitere Standrads in Bearbeitung sind. Ein Beispiel hierfür sind die Finanzinstrumente, die sich aus Altersvorsorgeplänen ableiten lassen. Für dieses Finanzinstrument ist IAS 19 verantwortlich.9

[...]


1 Vgl. Wöhe, G. (2008), Einführung in die BWL, S. 966f.

2 Vgl. Haunerdinger, M. (2004), Der Weg in die Internationale Rechungslegung, S. 2.

3 Vgl. Wöhe, G. (2008), Einführung in die BWL, S.970; EG- Verordnung Nr. 1606/2002, AB1. 243/1.

4 Vgl. Int- Veen (2004), S. 17.

5 Vgl. Buchholz (2004), S. 3.

6 Vgl. Wöhe, G. (2008), Einführung in die BWL, S. 982.

7 Vgl. Pellens, B. (2008), Internationale Rechnungslegung, S. 535.

8 Vgl. Wöhe, G. (2008), Einführung in die BWL, S. 1001

9 Vgl. Pellens, B. (2008), Internationale Rechnungslegung, S. 538.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 39
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V158623
ISBN (eBook)
9783640723911
ISBN (Buch)
9783640724086
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Beurteilung, Anwendung
Arbeit zitieren
Majid Tehrani (Autor), 2010, Darstellung und Beurteilung der Anwendung von IAS 39, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158623

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