Meine Ausarbeitung stellt die Einleitung zu dem Referatsthema „Der Valenzbegriff“ dar. Ich beginne mit der Erarbeitung einer Definition von Valenz mit Hilfe des Vergleichs von einem Verb mit einem Atom von dem Sprachwissenschaftler Lucien Tesniére. Hierzu erkläre ich auch die Begriffe Aktanten und Leerstellen. Zur genaueren Bestimmung der Valenz, stelle ich den Zusammenhang zwischen der Rektion und der Valenz her. Dann werde ich die verschiedenen Stelligkeiten eines Verbs näher erläutern und dazu Beispiele aufführen. Hierzu habe ich als Fachliteratur den ‚Grundriß der deutschen Grammatik’ von Peter Eisenberg (Eisenberg 2004) herangezogen. Zum Schluss werde ich zu der Problematik der vierstelligen Verben persönlich Stellung beziehen und an einem Beispiel die unterschiedlichen Formen von Ergänzungen erläutern. Abschließend fasse ich in einem Fazit die Ergebnisse meine Arbeit kurz zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Valenzbegriff
2.1 Definiton der Valenz
2.2 Zusammenhang zwischen Rektion und Valenz
3 Verschiedene Stelligkeiten eines Verbs
3.1 Einstellige Verben
3.2 Zweistellige Verben
3.3 Dreistellige Verben
3.4 Vierstellige Verben
3.5 Fünfstellige Verben
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem sprachwissenschaftlichen Valenzbegriff, untersucht dessen theoretische Grundlagen durch den Vergleich mit atomaren Strukturen und analysiert die verschiedenen Stelligkeiten von Verben, insbesondere die Problematik bei höherstelligen Konstruktionen.
- Grundlagen des Valenzbegriffs nach Lucien Tesnière
- Abgrenzung zwischen Valenz und Rektion
- Klassifizierung von Verben nach ihrer Stelligkeit (einstellig bis fünfstellig)
- Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Ergänzungen
- Diskussion über die Existenz und Validität vier- und fünfstelliger Verbkonstruktionen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition der Valenz
Der französische Sprachwissenschaftler Lucien Tesniére führt den Begriff der Valenz aus der Chemie ein, indem er das Verb mit einem Atom vergleicht (s. Dürscheid 2005:109). Ein Atom bindet verschiedene Elemente an sich, so besteht das Molekül des Wassers aus einem Sauerstoffatom, das zwei Wasserstoffatome an sich bindet. In Anbetracht dessen lässt sich sagen, dass ein Verb eine bestimmte Anzahl von Aktante, auch Komplemente genannt, an sich bindet. Je nachdem wie viele Aktanten das Verb an sich bindet, ergibt sich daraus ihre bestimmte Valenz. Diese wird auch als Wertigkeit oder Stelligkeit bezeichnet (s. Dürscheid 2005: 109).
Tesniére bezeichnet die Aktante als „Wesen oder Dinge, die auf irgendeine Art am Geschehen teilhaben“ (Dürscheid 2005:109, zit. nach Tesnière 1959:93). In diesem Zusammenhang wird in der Sprachwissenschaft u. a. unterschieden zwischen dem Patiens und dem Agens. Den Unterschied versuche ich an folgendem Beispiel zu erläutern:
(1) Zweistelliges Verb: Ich lerne Mathe. Agens Patiens
Das Patiens Mathe ist das Objekt, mit dem etwas passiert und das Agens ich ist das, was aktiv handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema Valenz vor, erläutert die methodische Vorgehensweise und nennt die verwendete Fachliteratur.
2 Der Valenzbegriff: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Valenz durch den Vergleich mit chemischen Atomen und grenzt ihn vom Konzept der Rektion ab.
3 Verschiedene Stelligkeiten eines Verbs: Hier werden Verben anhand ihrer Leerstellen und Ergänzungen in Kategorien von ein- bis fünfstellig klassifiziert und diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch über die Herausforderungen bei der Bestimmung von Valenzstrukturen.
Schlüsselwörter
Valenz, Stelligkeit, Verb, Aktanten, Komplemente, Rektion, Leerstellen, Agens, Patiens, Linguistik, Grammatik, Syntax, Ergänzungen, Valenzwörterbuch, sprachwissenschaftliche Definition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den grammatikalischen Valenzbegriff, der beschreibt, wie viele Ergänzungen ein Verb in einem Satz bindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Valenz, der Unterscheidung zur Rektion sowie der systematischen Einordnung von Verben nach ihrer Stelligkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Valenzbegriff verständlich zu erklären und die verschiedenen Stelligkeitsgrade kritisch anhand von Beispielen zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der zentrale Konzepte bekannter Sprachwissenschaftler wie Tesnière, Eisenberg und Dürscheid herangezogen und vergleichend diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Stelligkeit von Verben von eins bis fünf und diskutiert die Abgrenzung zwischen obligatorischen und fakultativen Ergänzungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Valenz, Stelligkeit, Aktanten, Leerstellen, Rektion und die verbale Ergänzungsstruktur.
Warum wird das Verb mit einem Atom verglichen?
Der Vergleich stammt von Lucien Tesnière und dient dazu, die bindende Eigenschaft eines Verbs – ähnlich der Wertigkeit von Atomen in Molekülen – bildlich und verständlich darzustellen.
Gibt es eine Einigkeit über vier- oder fünfstellige Verben?
Nein, in der Fachwelt herrscht Uneinigkeit darüber, ob Verben tatsächlich vier oder fünf Leerstellen besetzen oder ob dies durch freie Angaben erklärt werden kann.
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- Petra Richter (Autor), 2006, Verbvalenz. Ein- bis Fünfstellige Verben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158663