Die vorliegende Master Thesis untersucht den Selbstwert und Bildungsungleichheiten anhand einer Schule der Stadt Zürich. Die Untersuchung geht der Selbstwertschätzung von Sekundarschülern und -schülerinnen unter Berücksichtigung des Migrationshintergrunds, sozialer Herkunft, schulischer Selektion und institutioneller Diskriminierung nach. Dieses Vorhaben setzt an der Forschungsfrage an, wie sich die Selbstwertschätzung in der mittleren Adoleszenz unter Berücksichtigung herkunfts- sowie institutionell bedingter Bildungsungleichheiten artikuliert. Es wird eine qualitative Vorgehensweise anhand vier inhaltsanalytisch ausgewerteter Leitfadeninterviews herangezogen. Auf der Basis der durchgeführten Interviews ist eine indirekte Beeinflussung des Selbstwertes durch Migrationshintergrund, soziale Herkunft und schulischer Selektion feststellbar. Schulische Selektion beeinflusst den Selbstwert dieser Schüler/innen eher negativ und schränkt dadurch ihren Bildungserfolg ein. Die Selektionsentscheide sind jedoch nicht direkt in Verbindung mit institutioneller Diskriminierung zu bringen, denn diese erfolgen meist indirekt. Diese Schüler/innen sind einem Druck ausgesetzt, der sie unsicher, ängstlich und verzweifelt macht. Ferner ist ihre Suche nach sozialer Bestätigung und Anerkennung ziemlich exzessiv. Demgemäß lässt sich ihre globale Selbstwertschätzung als eher niedrig einzustufen. Das Vorhandensein eines Migrationshintergrundes und dessen Beziehung zu sozialer Herkunft ist unbedingt detailliert zu spezifizieren, damit Ergebnisse über Bildungsungleichheit und Selbstwert hinreichend differenziert ausfallen können.
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- Nick Lulgjuraj (Author), 2015, Selbstwert und Bildungsungleichheiten in mittlerer Adoleszenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1587281