Die Gehörlosigkeit in der Sozialarbeit


Referat (Handout), 2002

14 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung

Einleitung:
- Warum Gehörlosigkeit im Fach Didaktik ?
- Videoausschnitt „Jenseits der Stille“

1. Ursachen von Gehörlosigkeit
- Endogen/ Exogen

2. Auswirkungen von Gehörlosigkeit für die Betroffenen
- Entwicklungsstörungen in der Kindheit
- Kommunikationsstörungen mit psychischen und sozialen Auswirkungen
- Bildungsdefizit

3. Treffpunkte für Gehörlose

4. Begegnungen mit Gehörlosen

5. Die Kommunikation gehörloser Menschen
- Videoausschnitt „Im Land der Stille“
- LBG, DGS, Fingeralphabet

6. Berufspraktische Übung
- Fingerübungen, Fingeralphabet
- Alltags- und Arbeitsgebärden

- Literaturangaben und Empfehlungen

- Zeitschriften- und Zeitungsempfehlungen

- Videoempfehlungen

- CD-ROM Empfehlungen

- Internet Seiten für Gehörlose und interessierte Hörende

Einleitung:

Weltweit gibt es ungefähr 130 Millionen Menschen mit einer Hörbehinderung (Schwerhörigkeit, schwere Hörschädigung oder absolute Gehörlosigkeit), davon leben ca. 500.000 Menschen in Deutschland. 80.000 sind hiervon absolut Gehörlos.

Wie wichtig es ist Kommunikationsstörungen unter Menschen, besonders in der Sozialarbeit zu vermeiden, möchte ich Euch anhand eines Videoausschnitts aus dem Film „Jenseits der Stille“ von Caroline Link zeigen.

Fazit: Lara, die hörende Tochter eines gehörlosen Ehepaares, dolmetscht ein Gespräch zwischen der Lehrerin und den Eltern in deutscher Gebärdensprache. Hierbei gibt Lara die Stimmungen und Gesprächsinhalte stark verkürzt wieder, so dass die Eltern und Lehrerin beidseitig verkehrte Informationen von den Anderen erhalten. Eine starke Kommunikationsstörung ist aufgetreten.

1. Ursachen von Gehörlosigkeit

Gehörlosigkeit kann entweder vererbt (endogen) oder durch Krankheit und Unfall erworben werden (exogen).

Pränatal gibt es bisher noch keine Hinweise darauf, ob ein Kind an einer Hörbehinderung oder absoluter Gehörlosigkeit erkrankt ist.

Die geringste Ursache für Gehörlosigkeit ist die Vererbung aus der eigenen Familie. Statistisch gesehen heißt das, weniger als 10 % aller gehörlosen Eltern bekommen auch gehörlose Kinder.

Dagegen ist in ca. 90 % aller Fällen die Ursache für eine Hörbehinderung eine Erkrankung, wie z.B. im Mutterleib, Meningitis (Hirnhautentzündung), der langsame Verlust des Gehörs, z.B. bei älteren Menschen oder ein Unfall.

2. Auswirkungen von Gehörlosigkeit für die Betroffenen

Ein gehörloses Kind stellt für die hörenden Eltern anfangs oft ein traumatisches Erlebnis dar. Mediziner, Pädagogen und Fachleute werden zu Rat gezogen, und viele verschiedene Meinungen über Gehörlosigkeit sind vorhanden.

Es werden Hörgeräte angepasst, Sprechtraining mit den Kindern empfohlen und oft wird auch eine aufwendige Operation durchgeführt, in dem das Kind ein CI (Cochlear Implantat) zum Regulieren des Hörschaden in den Schädelknochen eingesetzt bekommt.

Die Eltern werden mit den vielen neuen Informationen und verschiedenen Meinungen überfordert, und dieser Zwiespalt wirkt sich wiederum nachteilig auf die gesamte Entwicklung des Kindes aus, da an dem Kind herum experimentiert wird.

Die Nutzung der Gebärdensprache wird überwiegend nicht empfohlen, weil die meisten hörenden Menschen diese nicht beherrschen und die Gehörlosenkultur nicht kennen oder kennen lernen wollen.

In vielen Kindergärten und Schulen für hörbehinderte Kinder wird auch heutzutage noch die bilinguale Methode aus Sprache, Ablesen und Gebärden abgelehnt, da die Kinder die sogenannte reine orale Methode, das alleinige Sprechen und Ablesen, erlernen sollen.

Jedoch sehen Gehörlose die Gebärdensprache als sogenannte „Muttersprache“ an, selbst wenn sie hörende Eltern haben. Mit den Gebärden teilen Gehörlose anderen Menschen ihre Wünsche, Gedanken und Gefühle mit. Durch den Verbot von Gebärden entstehen somit schon im Kindesalter Kommunikationsstörungen mit psychischen und sozialen Auswirkungen wie z.B. mangelndes Selbstbewusstsein, mangelnde Anerkennung und Isolation.

Durch die Kommunikationsprobleme mit Erziehern und Lehrern entstehen im Bildungssystem starke Defizite für die Kinder.

Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass 40 % der gehörlosen Erwachsenen die gleichen Schriftsprachkenntnisse haben, wie hörende Schüler der 3-4 Klasse.

Fast die Hälfte der Schüler verlässt die Schule nach diesen Untersuchungen praktisch als Nicht-Leser und Nicht-Schreiber.

Diese Bildungsdefizite haben im Erwachsenenalter starke Auswirkungen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Arbeit.

Bildung wird Gehörlosen besonders auch im Bereich der Medien nicht geboten. Das Angebot an Filmen, Dokumentationen oder Informationssendungen mit Untertiteln ist in Deutschland sehr gering.

Regelmäßige Sendungen sind:

- Sehen statt hören (Sa.10.00 mdr)
- Phoenix Tagesschau (Tgl.20.00)
- Länderzeit (Tgl. 7.00 mdr)

Durch die täglichen Probleme mit Hörenden legen Gehörlose besonders großen Wert auf die Gehörlosengemeinschaft. Sie fühlen sich im Zusammensein mit anderen GL wohl, da diese sie verstehen und eine Kommunikation ermöglichen.

Als Gehörlosengemeinschaft bezeichnet man die Gemeinschaft, in der die Gehörlosen ihre Ziele, Bedürfnisse und eigene Kultur miteinander teilen und sich austauschen können. Die Gebärdensprache (DGS) ist das wichtigste Element dieser Gemeinschaft. Nicht zuletzt deswegen heiraten Gehörlose oft untereinander und empfinden alle Gehörlosen als eine Art Großfamilie.

3. Treffpunkte für Gehörlose

In Deutschland hat in der Gehörlosengemeinschaft besonders in den letzten Jahren die Zusammenkunft stark zugenommen, so dass sich in der Gehörlosenkultur eine reiche kulturelle Vielfalt entwickelt hat. Diese Entwicklung wird von Gehörlosen mit großem Interesse und viel Motivation immer weiter ausgebaut.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Gehörlosigkeit in der Sozialarbeit
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg  (Studiengang Sozialarbeit)
Veranstaltung
Didaktik
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V15883
ISBN (eBook)
9783638208765
Dateigröße
1251 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gehörlosigkeit, Sozialarbeit, Didaktik
Arbeit zitieren
Tanja Berlin (Autor), 2002, Die Gehörlosigkeit in der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15883

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