Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem Überblick über Theorien und Instrumente der Wettbewerbspolitik. Unter Wettbewerbspolitik versteht man einen Teilbereich der Allokationspolitik. Ziel der Wettbewerbspolitik ist es, Kartelle (vertraglich geregelte Zusammenschlüsse rechtlich und organisatorisch
selbstständig bleibender Unternehmen zur Beschränkung oder Ausschaltung des Wettbewerbs (vgl.Paulick/Philipp 2005)und eine marktbeherrschende Stellung einzelner Unternehmen zu verhindern (vgl.
Bofinger 2007). Die Wettbewerbspolitik kann somit als Summe aller Maßnahmen des politischen Systems verstanden werden, die den Wettbewerb als wesentliches Element der Sozialen Marktwirtschaft sichern sollen. Die Wettbewerbspolitik ist notwendig, da Wettbewerb eine zentrale Voraussetzung für ein funktionsfähiges
marktwirtschaftliches System ist und dieser sich nicht von selbst einstellt, sondern durch Wettbewerbsbeschränkungen ständig gefährdet ist.
In der Seminararbeit werden zunächst die statische, dynamische und evolutorische Wettbewerbstheorie vorgestellt. Danach werden die daraus folgenden Leitbilder der vollständigen Konkurrenz, des
funktionsfähigen Wettbewerbs, der Wettbewerbsfreiheit und der Maximierung der Konsumentenwohlfahrt vorgestellt. Punkt vier erläutert Instrumente der Wettbewerbspolitik, die zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung von Wettbewerb verwendet werden. Daran anschließend werden Instrumente der Wettbewerbspolitik auf nationaler als auch auf europäischer Ebene dargestellt. Die Arbeit endet mit einem Fazit, das einen kurzen Blick auf die Vergangenheit der Wettbewerbspolitik als auch auf gegenwärtige Probleme und Anforderungen gibt.
Bei der Wahl der Literatur stütze ich mich vorwiegend auf Rainer Klump (2006): Wirtschaftspolitik, Instrumente, Ziele, Institutionen. München: Pearson, auf Peter Bofinger (2007): Grundzüge der
Volkswirtschaftslehre, Eine Einführung in die Wissenschaft von Märkten, 2. Auflage. München: Pearson und auf Hermann May (2005): Ökonomie für Pädagogen, 12. Auflage. München: Oldenbourg, S. 261-271.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wettbewerbstheorien
2.1 Statische Wettbewerbstheorie
2.2 Dynamische Wettbewerbstheorie
2.3 Evolutorische Wettbewerbstheorie
3. Leitbilder der Wettbewerbspolitik
3.1 Vollständige Konkurrenz
3.2 Funktionsfähiger Wettbewerb
3.3 Wettbewerbsfreiheit
3.4 Maximierung der Konsumentenwohlfahrt
4. Instrumente der Wettbewerbspolitik
5. Einzelne Instrumente der Wettbewerbspolitik in Deutschland und Europa
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über die theoretischen Grundlagen und die praktischen Instrumente der Wettbewerbspolitik zu geben, um deren Rolle in der Sozialen Marktwirtschaft zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen.
- Vergleich verschiedener wettbewerbstheoretischer Modelle (statisch, dynamisch, evolutorisch)
- Analyse zentraler wettbewerbspolitischer Leitbilder
- Erläuterung der Instrumente zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung von Wettbewerb
- Betrachtung der wettbewerbspolitischen Praxis in Deutschland und auf europäischer Ebene
- Kritische Reflexion über Defizite und Anforderungen an eine effektive Wettbewerbspolitik
Auszug aus dem Buch
2.1 Statische Wettbewerbstheorie
Die statische Wettbewerbstheorie analysiert die Bedingungen, die an den jeweiligen Märkten in qualitativer und quantitativer Hinsicht herrschen. Unter qualitativen Merkmalen versteht man „den Grad der Marktvollkommenheit, das Ausmaß der Markttransparenz, die Möglichkeit des Marktzutritts und die Reaktionsgeschwindigkeit der Marktteilnehmer bei einer Änderung der Marktdaten“ (Klump 2006, 91). Die quantitative Analyse von Märkten geht von der Zahl der in Erscheinung tretenden Anbieter und Nachfrager am Markt aus. Ganz simpel differenziert sie zwischen einem, wenigen und vielen Marktteilnehmern auf der Seite der Anbieter und Nachfrager. Extremfälle wie beispielsweise das bilaterale Monopol, ein Anbieter, ein Nachfrager, oder das Polypol, viele Anbieter, viele Nachfrager können aber auch auftreten (vgl. Klump 2006).
Um Schlussfolgerungen aus der statischen Wettbewerbstheorie zu ziehen, muss man die Marktergebnisse, die sich im Falle eines Polypols und des Angebotsmonopols auf einem perfekt funktionierenden Markt einstellen, vergleichen. Herrscht der Extremfall Monopol, so steht ein Anbieter vielen Nachfragern gegenüber, da alle anderen Anbieter (Konkurrenten) verhindert sind auf den Markt zu treten. Herrscht ein Polypol, so stehen viele Nachfrager vielen Anbietern gegenüber, d.h. ein einzelner Anbieter kann daher durch die Variation seiner Absatzmenge keinen Einfluss auf die Höhe des Marktpreises nehmen. Er muss sich an die Höhe des Marktpreises durch gewinnmaximale Wahl der Produktionsmenge anpassen. Das Gewinnmaximum eines unter vollständiger Konkurrenz produzierenden Anbieters ist dann erreicht, wenn die Grenzkosten der Produktion mit dem vorgegebenen Marktpreis übereinstimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert Wettbewerbspolitik als Teilbereich der Allokationspolitik und skizziert das Ziel der Arbeit, Theorien und Instrumente zur Sicherung des Wettbewerbs in der Sozialen Marktwirtschaft zu untersuchen.
2. Wettbewerbstheorien: Dieses Kapitel erläutert die wohlstandssteigernden Effekte von Konkurrenz und differenziert zwischen statischen Modellen, dynamischen Innovationsprozessen und der evolutorischen Sichtweise als Suchprozess.
3. Leitbilder der Wettbewerbspolitik: Hier werden zentrale Leitbilder wie die vollständige Konkurrenz, der funktionsfähige Wettbewerb, die Wettbewerbsfreiheit und die Maximierung der Konsumentenwohlfahrt vorgestellt und deren Zielsetzungen analysiert.
4. Instrumente der Wettbewerbspolitik: Das Kapitel systematisierte sechs Instrumentengruppen, die zur Schaffung wettbewerbsfreundlicher Spielregeln und zur Verhinderung von Wettbewerbsbeschränkungen durch Kartelle oder Marktmachtmissbrauch dienen.
5. Einzelne Instrumente der Wettbewerbspolitik in Deutschland und Europa: Dieser Abschnitt behandelt die praktische Anwendung, insbesondere durch das GWB in Deutschland und die übergeordneten Wettbewerbsregeln der Europäischen Union.
6. Fazit: Das Fazit stellt kritisch fest, dass trotz regulatorischer Bemühungen das Ziel eines freien, funktionsfähigen Wettbewerbs noch nicht vollständig erreicht wurde und ein einheitliches theoretisches Leitbild weiterhin fehlt.
Schlüsselwörter
Wettbewerbspolitik, Allokationspolitik, Statische Wettbewerbstheorie, Dynamische Wettbewerbstheorie, Evolutorische Wettbewerbstheorie, Vollständige Konkurrenz, Funktionsfähiger Wettbewerb, Kartellverbot, Missbrauchsaufsicht, Fusionskontrolle, GWB, Europäischer Binnenmarkt, Marktmacht, Konsumentenwohlfahrt, Marktvollkommenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit bietet einen strukturierten Überblick über die theoretischen Grundlagen und die praktischen Instrumente der Wettbewerbspolitik im Kontext der Sozialen Marktwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Wettbewerbstheorien, die daraus abgeleiteten wettbewerbspolitischen Leitbilder sowie die Instrumente zur Durchsetzung des Wettbewerbs auf nationaler und europäischer Ebene.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Konzepte zur Sicherung des Wettbewerbs darzulegen und kritisch zu prüfen, inwieweit diese in der Realität zur Aufrechterhaltung eines funktionsfähigen Marktes beitragen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener wettbewerbstheoretischer Modelle und ökonomischer Standards sowie auf einer Untersuchung gesetzlicher Regelungen wie dem GWB.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Modelle, die Analyse der Leitbilder und eine detaillierte Betrachtung der Instrumente zur Kartellbekämpfung und Missbrauchsaufsicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wettbewerbspolitik, Kartellverbot, Fusionskontrolle, Markttransparenz und das Leitbild der vollständigen Konkurrenz.
Warum wird die Theorie der vollständigen Konkurrenz kritisiert?
Sie wird als zu statisch angesehen, da sie in der Realität nicht auftretende Bedingungen wie vollkommene Markttransparenz voraussetzt und dynamische Innovationsprozesse vernachlässigt.
Welche Rolle spielt das Bundeskartellamt laut Text?
Das Bundeskartellamt ist für die Umsetzung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) zuständig, insbesondere bei der Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen und der Unterbindung marktbeherrschender Stellungen.
- Citation du texte
- Hanna Martin (Auteur), 2008, Überblick über Theorien und Instrumente der Wettbewerbspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158831