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Auswirkungen statistischer Erhebungen auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitsmarktpolitik & die Einschätzung der Wirtschaftslage

Statistik zum deutschen Arbeitsmarkt

Titel: Auswirkungen statistischer Erhebungen auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitsmarktpolitik & die Einschätzung der Wirtschaftslage

Seminararbeit , 2005 , 34 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Benjamin Scholz (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Arbeitslosenstatistiken sind, solange es sie gibt, ein Politikum. Gerne werden sie von der Opposition instrumentalisiert, geben sie doch Aufschluss über die Leistungsfähigkeit einer amtierenden Regierung.
Im April diesen Jahres verlangte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-CSU, Ronald Pofalla MdB, einen „Kassensturz am Arbeitsmarkt“, da viele Arbeitslose nicht in der Statistik geführt würden und so keine seriöse Bestandsaufnahme als Grundlage für nötige Reformen vorhanden sei. Phrasen wie „in den letzten vier Jahren sind 1,5 Millionen Arbeitsplätze vernichtet worden“ oder „verantwortungslose Schönfärberei“ fügten sich glänzend in parteipolitische Grabenkämpfe.
Bereits im Februar wurde der rot-grünen Regierung von der wirtschaftspolitischen Sprecherin der Union, Dagmar G. Wöhrl MdB, Verschleierungstaktik vorgeworfen. Man müsse die Zahlen um gut eine halbe Million nach oben korrigieren, „Ich-AGs“, „1-Euro-Jobs“ und „Jumper“ würden darin fehlen. So auch der O-Ton nach Ankündigung der Neuwahlen, verbunden mit dem Versprechen bei einem Wahlsieg dies zu ändern und endlich dem Volk gegenüber ehrlich zu sein.
Kritik hagelte es daraufhin Mitte August vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann: Alles Wahlkampfrhetorik. Generell gelte, dass alle bisherigen Bundesregierungen versucht hätten, Arbeitslose in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zu verstecken. Besonders massiv habe dies die Regierung unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) praktiziert. Die rot-grüne Bundesregierung habe als erste damit aufgeräumt.

Wer hat nun Recht? Sind die Bevölkerung und Teile der politischen Führung wirklich falsch über die Lage der Nation informiert? Stimmt der Spruch „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Fragestellung

1.1 Die SGB-Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit

1.1.1 Hartz IV

1.1.2 Definitionen und statistische Erhebung

1.1.3 Ergebnisse Berichtsmonat August

1.1.4 Folgen ungenügender Definitionen oder Verfahren

1.2 Im Vergleich: Die ILO-Erwerbsstatistik des Statistischen Bundesamtes

1.2.1 Definitionen und die Erhebung

1.2.2 Ergebnisse Berichtsmonat August

1.2.3 Folgen ungenügender Definitionen oder Verfahren

2. Überprüfung: Auswirkungen der Arbeitslosenzahlen auf die Einschätzung der Wirtschaftslage?

2.1 Die Unternehmerseite: Ifo-Geschäftsklimaindex & Ifo-Beschäftigungsindikator

2.2 Die Verbraucherseite: GfK-Konsumklimastudie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die methodischen Unterschiede zwischen der nationalen SGB-Arbeitsmarktstatistik und der internationalen ILO-Erwerbsstatistik sowie deren Einfluss auf die Einschätzung der deutschen Wirtschaftslage durch Unternehmen und Verbraucher.

  • Analyse der strukturellen Veränderungen der Arbeitsmarktstatistik durch die Hartz-IV-Gesetze.
  • Systematischer Vergleich der Erhebungsmethoden von Bundesagentur für Arbeit und ILO.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Arbeitsmarktdaten und unternehmerischen Konjunkturindikatoren.
  • Bewertung der Relevanz von Arbeitsmarktdaten für die Konsumklimaeinschätzung der Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

1.1.4 Folgen ungenügender Definitionen oder Verfahren

In dieser Arbeit ging es bis jetzt um Änderungen in der Struktur der Arbeitslosenstatistik und auch um ihr qualitatives Rückrat - die Definitionen. Mit diesem Unterkapitel möchte ich einen Schritt weiter von der Beschreibung hin zur möglichen Interpretation gehen und ihre Aussagekraft oder Leistungsfähigkeit beleuchten. Basis hierfür soll die so genannte Beveridgekurve sein. Diese stellt, wie im Schaubild 1, einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen dar. Auffallend ist, dass seit 1984 zwar unstet aber doch merklich beide Zahlenwerte gewachsen sind. Normal müsste die Kurve aber fallen, geht man zumindest von dem Zusammenhang „Mehr Arbeitslose = weniger offene Stellen“ aus. Der Verlauf signalisiert somit seit Mitte der 80er Jahre zunehmende Störungen auf dem Arbeitsmarkt. Besonders plastisch ist der Vergleich der Jahre 1980, 1990 und 1998, in denen einer in etwa gleich hohen Zahl offener Stellen eine, zwei und schließlich sogar drei Millionen Arbeitslose zugeordnet werden mussten.

Um dieses Phänomen zu erklären, müssen die einzelnen Komponenten untersucht werden. Die Anzahl der offenen Stellen ist vergleichsweise konstant geblieben. Dies liegt jedoch nicht an einer schlechten Vermittlung. Denn, nach Quellen der BA, war 1998 die durchschnittliche Verweildauer einer offenen Stelle in der Kartei mit rund 7 Wochen einen Monat kürzer als 1973. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit war hingegen von 6 auf 30 Wochen angestiegen. „Diese Befunde zeigen, dass die Arbeitsämter beim Besetzen offener Stellen zwar erfolgreicher sind als früher, aber die raschere Stellenvermittlung zunehmend an den Arbeitslosen vorbeigeht. Offenbar gibt es vermehrt Arbeitslose, die zu den herrschenden Arbeitsmarktbedingungen nicht in den Arbeitsmarkt integrierbar sind, und zwar auch jenseits möglicher qualifikatorischer Defizite.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Fragestellung: Das Kapitel führt in die politische Brisanz von Arbeitslosenstatistiken ein und definiert das Ziel, die nationalen und internationalen Erhebungsmethoden kritisch zu vergleichen.

1.1 Die SGB-Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit: Hier werden die durch Hartz IV veränderten Erhebungsgrundlagen, die Rollen der verschiedenen Träger und die mathematischen Schätzverfahren für optierende Kommunen detailliert erläutert.

1.2 Im Vergleich: Die ILO-Erwerbsstatistik des Statistischen Bundesamtes: Dieses Kapitel stellt das internationale Modell der telefonischen Stichprobenbefragung vor und analysiert, warum die ILO-Zahlen systematisch von den nationalen Werten abweichen.

2. Überprüfung: Auswirkungen der Arbeitslosenzahlen auf die Einschätzung der Wirtschaftslage?: Der Hauptteil untersucht, ob offizielle Arbeitsmarktdaten tatsächlich als Basis für die Konjunkturerwartungen von Unternehmen und Verbrauchern dienen.

2.1 Die Unternehmerseite: Ifo-Geschäftsklimaindex & Ifo-Beschäftigungsindikator: Analyse der methodischen Zusammensetzung des Ifo-Indexes und die Feststellung, dass Arbeitslosenzahlen hier nur als Referenz, nicht aber als Primärimpuls dienen.

2.2 Die Verbraucherseite: GfK-Konsumklimastudie: Untersuchung der GfK-Studie und Nachweis, dass Arbeitslosigkeit zwar als dringlichstes gesellschaftliches Problem wahrgenommen wird, aber keinen direkten kausalen Einfluss auf die kurzfristige Konjunkturprognose der Konsumenten hat.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarktstatistik, Hartz IV, Bundesagentur für Arbeit, ILO-Methode, Stille Reserve, Erwerbsquote, Ifo-Geschäftsklimaindex, GfK-Konsumklimastudie, Arbeitslosigkeit, Konjunkturprognose, Sozialgesetzbuch II, SGB III, Regressionsmodell, Beschäftigungsindikator, Vermittlungsferne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die methodische Qualität und die Aussagekraft von Arbeitslosenstatistiken in Deutschland und prüft, inwieweit diese Daten das Vertrauen in die Wirtschaftslage beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die statistische Erfassung von Arbeitslosigkeit durch die Bundesagentur für Arbeit (SGB-Statistik) versus ILO-Konzept sowie die Korrelation dieser Daten mit Wirtschaftsindikatoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche statistische Methoden die Einschätzung der Arbeitsmarktlage prägen und ob schlechte Arbeitsmarktdaten direkt zu einer negativen Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung führen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse statistischer Erhebungsmethoden, einem systematischen Vergleich der Kennzahlen sowie der Auswertung von Konjunkturtest-Daten und Umfrageergebnissen (GfK/Ifo).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Gegenüberstellung von nationaler Karteistatistik und internationalem Erwerbskonzept sowie die anschließende Überprüfung der Auswirkungen dieser Daten auf Unternehmer- und Verbraucherebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Hartz IV, Stille Reserve, Konjunkturindikator, SGB II/III und die Gegenüberstellung von BA-Statistik und ILO-Methodik.

Was bewirkte die Einführung von Hartz IV für die Statistik?

Die Einführung von Hartz IV führte zu einer veränderten Datengrundlage und einer sprunghaften Erhöhung der offiziellen Arbeitslosenzahlen, da vormalige Sozialhilfeempfänger stärker in die Statistik integriert wurden.

Warum existiert eine Diskrepanz zwischen BA-Statistik und ILO-Daten?

Die Diskrepanz entsteht durch grundlegend verschiedene Definitionen: Während die BA auf freiwillige Meldungen und SGB-Rechtskreise setzt, nutzt die ILO ein extensives Erwerbskonzept über telefonische Stichproben, wodurch Doppelzählungen vermieden werden.

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Details

Titel
Auswirkungen statistischer Erhebungen auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitsmarktpolitik & die Einschätzung der Wirtschaftslage
Untertitel
Statistik zum deutschen Arbeitsmarkt
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Autor
Benjamin Scholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V158840
ISBN (eBook)
9783640724178
ISBN (Buch)
9783640724376
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitsmarkt; Statistik; Sozialpolitik; Demoskopie; Arbeitsmarktpolitik; Erhebungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Scholz (Autor:in), 2005, Auswirkungen statistischer Erhebungen auf die Leistungsfähigkeit von Arbeitsmarktpolitik & die Einschätzung der Wirtschaftslage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158840
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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