INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG
1.1 FORSCHUNGSGEGENSTAND UND RELEVANZ
1.2 FRAGESTELLUNG
1.3 THEORIE UND HYPOTHESEN
1.4 METHODIK UND GLIEDERUNG
1.5 ZUGRUNDELIEGENDE DEFINITIONEN
2. ALLGEMEINE ANALYSE DES ERDGASMARKTES
2.1 DIE GLOBALE LAGE
2.1.1 TEILMÄRKTE, LNG VS. PIPELINES, LEICHT WACHSENDER (INTERREGIONALER) HANDEL
2.1.2 GLOBALE RESERVEN UND RESSOURCEN
2.1.3 NACHFRAGE: ENTWICKLUNG, GLOBALE SPITZENVERBRAUCHER
2.1.4 PREISBILDUNG UND -ENTWICKLUNG
2.1.5 INVESTITIONEN
2.2 DER EUROPÄISCHE GASMARKT
2.2.1 GASRESERVEN, IMPORTE
2.2.2 NACHFRAGE
2.3 DER DEUTSCHE GASMARKT
2.3.1 GASRESERVEN, IMPORTE
2.3.2 NACHFRAGE
2.4 ZWISCHENFAZIT
3. EUROPÄISCH-RUSSISCHER ERDGASHANDEL
3.1 AKTEURE UND IHRE INTERESSEN
3.1.1 REGIERUNGEN
3.1.2 GAZPROM
3.1.3 DEUTSCHE/EUROPÄISCHE FIRMEN
3.2. FORMEN DER WIRTSCHAFTLICHEN KOOPERATION
3.2.1 FIRMENBETEILIGUNGEN: BEREICHE, ANTEILE
3.2.2 STRATEGISCHE PARTNERSCHAFTEN: GEMEINSAME PROJEKTE UND TAUSCHE
3.2.3 DIE FINANZWIRTSCHAFT UND GAZPROM: KREDITE
3.3 ZWISCHENFAZIT
4. FAZIT UND AUSBLICK
4.1 ZUSAMMENFASSUNG UND KLASSIFIKATION
4.2 PERSPEKTIVEN EINER EFFEKTIVEN ENERGIEAUßENPOLITIK IM GASSEKTOR
5. ANHANG
5.1 QUELLEN- UND ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
5.2 TABELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS
1. Einleitung
1.1 Forschungsgegenstand und Relevanz
1.2 Fragestellung
1.3 Theorie und Hypothesen
1.4 Methodik und Gliederung
1.5 Zugrundeliegende Definitionen
2. Allgemeine Analyse des Erdgasmarktes
2.1 Die globale Lage
2.1.1 Teilmärkte, LNG vs. Pipelines, leicht wachsender (interregionaler) Handel
2.1.2 Globale Reserven und Ressourcen
2.1.3 Nachfrage: Entwicklung, globale Spitzenverbraucher
2.1.4 Preisbildung und -entwicklung
2.1.5 Investitionen
2.2 Der europäische Gasmarkt
2.2.1 Gasreserven, Importe
2.2.2 Nachfrage
2.3 Der deutsche Gasmarkt
2.3.1 Gasreserven, Importe
2.3.2 Nachfrage
2.4 Zwischenfazit
3. Europäisch-russischer Erdgashandel
3.1 Akteure und Interessen
3.1.1 Regierungen
3.1.2 Gazprom
3.1.3 Deutsche/Europäische Firmen
3.2 Formen der Kooperation
3.2.1 Firmenbeteiligungen: Bereiche, Anteile
3.2.2 Strategische Partnerschaften: Gemeinsame Projekte und Tausche
3.2.3 Die Finanzwirtschaft und Gazprom: Kredite
3.3 Zwischenfazit
4. Fazit und Ausblick
4.1 Zusammenfassung: Bestimmende Akteure im europäisch-russischen Gashandel
4.2 Perspektiven einer effektiven Energieaußenpolitik im Gassektor
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Akteursstruktur des europäisch-russischen Erdgashandels im Zeitraum von 2005 bis 2008, um zu untersuchen, wie wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Gazprom und europäischen Energieunternehmen die politische Entscheidungsfindung innerhalb der EU beeinflussen und eine gemeinsame Energieaußenpolitik gegebenenfalls behindern.
- Strukturelle Analyse der globalen, europäischen und deutschen Erdgasmärkte.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Kooperationen und Akteursinteressen (Regierungen, Gazprom, europäische Energieunternehmen).
- Bewertung der Rolle von direkten Investitionen, Firmenbeteiligungen und Krediten im europäisch-russischen Gasverhältnis.
- Erstellung von Klassifikationen für Staaten und Unternehmen zur Einschätzung der Verhandlungsmacht und Abhängigkeiten.
- Kritische Reflexion über die Hindernisse für eine einheitliche europäische Energieaußenpolitik.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Es geht nicht darum, ob es Gas gibt oder nicht. Wir sind sicher dass es welches gibt, und zwar in Massen. Aber damit dieses Gas in die Röhren kommt, muss es umfangreiche Investitionen getätigt werden. [...] Sie (An m.: Gazprom) investieren viel. Aber in die Stromwirtschaft, in die Medien, in den Bau eines neuen Firmensitzes, in den Kauf anderer Firmen. Nur ergibt das nicht ein Kubikmeter Gas mehr. Das zusätzliche Gas wird von anderen produziert und von Gazprom lediglich vertrieben. Alle Investitionen gehen also nicht in die Erschließung neuer Vorkommen. Da liegt unsere Besorgnis.“
Claude Mandil, Ehemaliger Geschäftsführer der IEA
Claude Mandil beschreibt mit diesen Worten eine zentrale Befürchtung der westlichen Gas-Verbraucherstaaten. Nämlich, dass Gazprom seine Marktmacht primär durch Akquisition anderer Firmen zu festigen versucht und nicht durch Investitionen in eigene Förderkapazitäten. Das heißt etwas überspitzt formuliert: Gazprom tastet absichtlich eigene Vorkommen möglichst wenig an, sichert sich strategische Anteile an anderen Produzenten und Transitakteuren, um bei künftig steigender Gasnachfrage eine monopolistische Stellung inne zu haben.
Die klassische Auffassung, dass es lediglich Wettbewerb zwischen Verbraucherstaaten um die knapper werdenden Gasvorkommen der Welt gibt, muss heute tatsächlich korrigiert werden. Global agierende Produzenten versuchen zunehmend andere Produzenten mit deren Vorkommen unter ihre Kontrolle zu bringen. Zusätzlich findet eine Vermischung der lange Zeit getrennten Prozesskettenbereiche Up- und Downstream in immer stärkerem Ausmaß statt. So haben bspw. Ferngasgesellschafter ein Interesse daran aktiv im Fördergeschehen mitzuwirken – sich also Gewinnbeteiligungen an der Produktion und Einfluss bei der Preisgestaltung zu sichern (vertikale Rückwärtsintegration). Umgekehrt versucht Gazprom seinen Zugang zum Endkunden auszubauen, sei es durch Diversifizierung der Pipelinerouten, Zubau von Gasspeicherkapazitäten oder direkte Beteiligungen an Gashändlern – ebenfalls aus dem Interesse heraus Preise eigenständiger zu kontrollieren (vertikale Vorwärtsintegration).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Energieversorgungssicherheit und die zentralen Befürchtungen hinsichtlich Gazproms Marktmacht sowie Darstellung des Forschungsgegenstandes und der Theorie.
2. Allgemeine Analyse des Erdgasmarktes: Detaillierte Untersuchung der globalen, europäischen und deutschen Marktlage, einschließlich Reserven, Nachfrageentwicklungen, Preisbildung und Investitionsbedarfen.
3. Europäisch-russischer Erdgashandel: Analyse der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, Interessen von Regierungen und Unternehmen sowie Darstellung konkreter Kooperationsformen wie Beteiligungen und Kredite.
4. Fazit und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse, Entwicklung von Klassifikationen für Staaten und Unternehmen zur Bewertung der Verhandlungsmacht und Diskussion der Perspektiven für eine europäische Energieaußenpolitik.
Schlüsselwörter
Erdgas, Gazprom, Energiesicherheit, Gasmarkt, EU-Energieaußenpolitik, vertikale Integration, Energieversorgung, Marktstruktur, Gasimporte, Pipelineprojekte, Unternehmenskooperation, Liberale Regulierung, Energieabhängigkeit, Infrastrukturinvestitionen, Interessensanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Akteursstruktur im europäisch-russischen Erdgashandel und der Rolle von Gazprom bei der Energieversorgung Europas.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Marktanalyse von Erdgas, die Interessen von Regierungen und Energiekonzernen sowie die politischen Auswirkungen dieser Verflechtungen auf die EU.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie wirtschaftliche Kooperationen zwischen Gazprom und europäischen Partnern die Formulierung einer einheitlichen europäischen Energieaußenpolitik beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus geisteswissenschaftlich-hermeneutischen Ansätzen und einer empirisch-analytischen Inhaltsanalyse von Primär- und Sekundärquellen angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert den Akteuren (Regierungen, Gazprom, EU-Unternehmen), ihren Interessen, Kooperationsformen und dem Einfluss von Finanzströmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erdgas, Energiesicherheit, Gazprom, vertikale Integration, Marktstruktur und Energieaußenpolitik charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "strategische Ellipse" für die geopolitische Analyse?
Sie dient als geografische Referenz für ein Gebiet mit sehr hohen Reserven von Westsibirien bis zum Nahen Osten, in dem geopolitische Interessen und Abhängigkeiten besonders stark konzentriert sind.
Wie bewertet der Autor die Auswirkungen der "eigentumsrechtlichen Entflechtung"?
Der Autor diskutiert diese kritisch, da sie aus Sicht von Investoren wie Gazprom als entwertender Eingriff wahrgenommen wird, der Investitionen in die Infrastruktur gefährden könnte.
Inwiefern beeinflussen die nationalen Energiekonzerne die europäische Außenpolitik?
Durch ihre tiefgreifenden wirtschaftlichen Verflechtungen mit Gazprom verfolgen diese Unternehmen teilweise Interessen, die der Bildung einer einheitlichen EU-Außenpolitik entgegenstehen oder diese bremsen.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Scholz (Autor:in), 2009, Gazprom und die europäische Energiesicherheit im Erdgas-Sektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158850