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Mädchen und Jungen – Über Geschlecht, Geschlechtsunterschiede und geschlechtstypisches Verhalten

Ein Vergleich der Theorien Cohns mit neueren Forschungsergebnissen

Titre: Mädchen und Jungen –  Über Geschlecht, Geschlechtsunterschiede und geschlechtstypisches Verhalten

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 25 Pages

Autor:in: Jennifer Schons (Auteur)

Pédagogie - Sociologie pédagogique
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Männlein und Weiblein“, „Junge und Mädchen“, „Mann und Frau“ – die Unterschiede
zwischen den Geschlechtern werden schon seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit
postuliert und genießen auch gerade in der heutigen Zeit wieder Beachtung. Das Thema
„Gender“ feiert Konjunktur – angefangen mit einer eigenen Forschungsdisziplin über
das soziale Geschlecht werden die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auch
der breiten Öffentlichkeit durch diverse Sachbücher („Warum Männer nicht zuhören
und Frauen schlecht einparken: Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich
unerklärliche Schwächen“1 oder „Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus:
Tausend und ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern“2 sowie „Männer sind
anders. Frauen auch.3“) und Fernsehshows (wie z. B. „Typisch Frau - typisch Mann“4)
nicht vorenthalten. Doch wie sieht es bei all den viel diskutierten Unterschieden
zwischen den Geschlechtern mit dem Ursprung, der Herkunft, geschlechtstypischen
Verhaltens aus? Ist „männliches und weibliches Verhalten ‚natürlich‘, d. h. von der
Natur mittels Erbanlagen in uns festgelegt“ oder werden uns die geschlechtstypischen
Verhaltensweisen durch entsprechende Normen von Kind an so auferlegt, dass sie sich
(unbewusst) als typisches Rollenverhalten in uns festigen?5 Letztere Erklärung teilen
laut Ekkehard Kloehn viele Soziologen und Feministen.6 Sie seien der Auffassung,
„jede Gesellschaft habe eine bestimmte Vorstellung von dem, was als männlich und
weiblich zu akzeptieren sei, und schreibe diese ihre Normen dem heranwachsenden
Kind vor wie ein Theaterregisseur seinem Schauspieler eine bestimmte Rolle. Das Kind
spiele dann diese Geschlechterrolle und verinnerliche sie dabei unbewußt.“7

==
1 Pease/Pease 2000.
2 Evatt 2010.
3 Gray 1998.
4 Typisch Frau – Typisch Mann ist eine seit 2005 von Günther Jauch moderierte und beim Fernsehsender
RTL ausgestrahlte Spielshow, in der sich prominente Gäste und das Studiopublikum mit Spielen und
Fragen zum Thema der Geschlechterrollen von Mann und Frau beschäftigen.
5 Kloehn 1979, S. 14.
6 Vgl. Kloehn ebd.
7 Kloehn ebd.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in Begrifflichkeiten, Forschungsfelder und –hintergund

2.1 Unterscheidung zwischen den Begriffen „sex“ und „gender“

2.2 Definition „Geschlechtsunterschiede“

2.3 Theorien der Entstehung von Geschlechtsunterschieden

3. Geschlechtsunterschiede nach Cohn

3.1 Die Geschlechtlichkeit als solche und der primäre Geschlechtsunterschied

3.2 Die sekundären Geschlechtsunterschiede

3.3 Konsequenzen für die Erziehung

4. Geschlechtsunterschiede nach Freud

4.1 Die phallische Phase

4.1.1 Der Ödipuskomplex

4.1.2 Der Penisneid

4.1.3 Die Kastrationsangst

5. Forschungsergebnisse

5.1 Die soziale Ebene

5.1.1 Die Aggressivität

5.1.2 Das soziale Handeln

5.2 Die kognitive Ebene

5.2.1 Das räumliche Denken

5.2.2 Verbale Fähigkeiten

5.2.3 Mathematische Fähigkeiten

5.3 Motorische Fähigkeiten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge und Ausprägungen geschlechtstypischen Verhaltens, indem sie historische Ansätze des Philosophen Jonas Cohn mit der psychoanalytischen Sichtweise von Sigmund Freud sowie aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen vergleicht und in einen pädagogischen Kontext einordnet.

  • Grundlagendefinitionen von "sex" und "gender"
  • Die pädagogisch-philosophischen Theorien von Jonas Cohn
  • Die psychoanalytische Perspektive nach Sigmund Freud (phallische Phase)
  • Empirische Forschungsergebnisse zu sozialen, kognitiven und motorischen Geschlechtsunterschieden
  • Pädagogische Konsequenzen für die Erziehungspraxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Geschlechtlichkeit als solche und der primäre Geschlechtsunterschied

Cohn trifft zunächst zwei Unterscheidungen bezüglich der geschlechtlichen Verschiedenheit: die Geschlechtlichkeit als solche, mit ihr einhergehend der primäre Geschlechtsunterschied, und die sekundären Geschlechtsunterschiede. Im Folgenden soll zunächst auf Ersteres eingegangen werden.

Die Geschlechtlichkeit als solche „ist allen normalen Menschen gemeinsam“ und stellt die Erziehung vor die Aufgabe, „[…] das im Sinne unserer Kultur normgemäße Verhalten vorzubereiten.“

Die Geschlechtsorgane und der Geschlechtstrieb als Anlage sind bei beiden Geschlechtern von Anfang an vorhanden, werden aber erst mit der „Vollreife“ entsprechend eingesetzt. Der ausgereifte Geschlechtstrieb hingegen variiert bei beiden Geschlechtern enorm: Während der Mann hier die angreifende und lockende Position einnimmt, zeigt die Frau eine mehr erwartungsvolle, teils einladende und teils sogar ablehnende Haltung.

Cohn stellt für die Erziehung des Geschlechtstriebs drei Ziele heraus: als oberstes Ziel nennt er die Triebbeherrschung, da diese für ein geregeltes Zusammenleben in der Gesellschaft unumgänglich ist. Als Verbindung dazu setzt er das generelle Ziel der Erziehung, nämlich die Erziehung zum autonomen Menschen. „Der autonome Mensch ist nicht Sklave, sondern Herr seiner Triebe, und diese Beherrschung ist dem Geschlechtstrieb gegenüber besonders schwer zu erreichen.“

Als weitere Ziele werden Triebveredelung und Trieblenkung aufgeführt, Triebveredelung als Zusammenfluss verschiedener Tendenzen und Gegenpol zu einer bloßen Beherrschung des Triebes und Trieblenkung auf die richtige Wahl des Partners mit der Ehe als Streben und Lebensziel.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und aktuelle Relevanz von Geschlechterrollen ein und skizziert das Ziel der Arbeit, eine Brücke zwischen radikalen biologischen und soziologischen Erklärungsansätzen zu schlagen.

2. Einführung in Begrifflichkeiten, Forschungsfelder und –hintergund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie "sex" und "gender" und erläutert die drei grundlegenden Sichtweisen (biologisch, soziologisch, psychologisch) auf die Entstehung von Geschlechtsunterschieden.

3. Geschlechtsunterschiede nach Cohn: Hier werden die theoretischen Ansätze von Jonas Cohn beleuchtet, der zwischen primären und sekundären Merkmalen unterscheidet und die Erziehung des autonomen Menschen als zentrales Ziel betont.

4. Geschlechtsunterschiede nach Freud: Dieses Kapitel analysiert Freuds psychosexuelle Entwicklungstheorie, wobei der Fokus auf der phallischen Phase, dem Ödipuskomplex, dem Penisneid und der Kastrationsangst liegt.

5. Forschungsergebnisse: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über moderne Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in der sozialen Interaktion, kognitiven Fähigkeiten und motorischen Entwicklung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass moderne Forschung zwar Unterschiede feststellt, diese aber oft geringer ausfallen, als es die frühen Theorien nahelegten.

7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen für die theoretische und empirische Herleitung der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Geschlechterrollen, Geschlechtsunterschiede, Pädagogik, Sozialisation, Jonas Cohn, Sigmund Freud, Gender Mainstreaming, Autonomie, Triebbeherrschung, phallische Phase, soziale Ebene, kognitive Fähigkeiten, Motorik, Rollenübernahme, Geschlechterforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sowie Männern und Frauen entstehen und interpretiert werden. Dabei wird ein Bogen von historischen pädagogischen Ansätzen bis hin zu modernen psychologischen Erkenntnissen gespannt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung von "sex" und "gender", die Erziehungstheorien von Jonas Cohn, die psychoanalytische Sichtweise Sigmund Freuds sowie die empirische Forschung zu sozialen, kognitiven und motorischen Differenzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, eine wissenschaftliche Annäherung zwischen biologisch determinierten Erklärungsansätzen und der Vorstellung sozial konstruierter Geschlechterrollen zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich historischer Positionen (Cohn, Freud) mit aktuellen psychologischen Studien und Forschungsergebnissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien von Cohn und Freud sowie die anschließende Prüfung dieser Ansätze anhand neuerer empirischer Ergebnisse in den Bereichen soziales, kognitives und motorisches Verhalten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Geschlechterrollen, Sozialisation, Jonas Cohn, Sigmund Freud, Geschlechtsunterschiede, Autonomie und Geschlechterforschung.

Wie bewertet Jonas Cohn die Erziehung zum autonomen Menschen im Hinblick auf das Geschlecht?

Cohn sieht die Autonomie als allgemeines Erziehungsziel, das unabhängig vom Geschlecht gilt; der Erzieher sollte dabei eine neutrale und nicht wertende Haltung einnehmen.

Warum spielt die phallische Phase in Freuds Theorie der Geschlechter eine solch entscheidende Rolle?

In dieser Entwicklungsphase werden laut Freud die geschlechtsspezifischen Konflikte wie der Ödipuskomplex, Penisneid und Kastrationsangst erstmals deutlich, welche maßgeblich die weitere psychische Entwicklung formen.

Welche moderne Auffassung zu Geschlechterunterschieden lässt sich aus dem Fazit ableiten?

Das Fazit schließt, dass zwar gewisse Unterschiede in verschiedenen Kompetenzbereichen empirisch messbar sind, diese jedoch häufig so gering ausfallen, dass ihnen keine absolute oder biologisch zwingende Bedeutung zugeschrieben werden sollte.

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Résumé des informations

Titre
Mädchen und Jungen – Über Geschlecht, Geschlechtsunterschiede und geschlechtstypisches Verhalten
Sous-titre
Ein Vergleich der Theorien Cohns mit neueren Forschungsergebnissen
Université
University of Duisburg-Essen  (FB Bildungswissenschaften, Institut für Berufs- und Weiterbildung)
Auteur
Jennifer Schons (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
25
N° de catalogue
V159066
ISBN (ebook)
9783640717903
ISBN (Livre)
9783640717927
Langue
allemand
mots-clé
Geschlecht Geschlechtsunterschiede Gender Geschlechterdifferenzen Geschlechterdifferenzierungen Mädchen Jungen Frauen Männer Verhaltensunterschiede Sigmund Freud Jonas Cohn Freud Cohn geschlechtstypisch Geschlechterrolle Geschlechtlichkeit phallische Phase Ödipuskomplex Kastrationsangst Penisneid kognitive Unterschiede räumliches Denken verbale Fähigkeiten mathematische Fähigkeiten soziale Ebene Aggressivität
Sécurité des produits
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Citation du texte
Jennifer Schons (Auteur), 2009, Mädchen und Jungen – Über Geschlecht, Geschlechtsunterschiede und geschlechtstypisches Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159066
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Extrait de  25  pages
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