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Galileo Galilei. Symbolfigur für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche

Titre: Galileo Galilei. Symbolfigur für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 25 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Barbara Bauer (Auteur)

Théologie - Divers
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Im Verhältnis von Kirche und wissenschaftlichem Fortschritt ist eine schier unendliche Fülle von aufkommenden Infragestellungen, Angriffen und Abwehrhaltungen sowohl auf Seiten der Kirche als auch auf Seiten der Naturwissenschaft zu finden. Seien es Diskussionen um die Weltentstehung und die damit zusammenhängende Urknall- und auch die Evolutionstheorie, oder seien es daneben für das menschliche Leben schwerwiegende Themen wie beispielsweise die Ergebnisse der Stammzellenforschung: Immer wieder wird uns dies alles auch von Seiten des christlichen Glaubens aus beleuchtet. So kann man auch sehen, dass die Kirche in einigen Fällen eine eher abwehrende - wenn auch begründete - Position einnehmen kann.
Dieses zeigt sich jedoch nicht nur in den aktuellen Entwicklungen der Naturwissenschaften: In die vergangenen Jahrhunderte zurückblickend treffen wir immer wieder auf Entwicklungen, die von der Kirche alles andere als gut geheißen wurden. Als Paradebeispiel dient hier Galileo Galilei: Scheinbar wegen seiner heliozentrischen Weltsicht verurteilt gilt dieser als Symbolfigur für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche und wird immer wieder als Beweis dafür angeführt, dass die Kirche den Wissenschaften feindlich gegenüberstehe und somit auch die Weiterentwicklung der Menschheit behindere. Dass die Geschehnissen, wie sie im Fall Galilei vorliegen, aber von beiden Seiten beleuchtet werden müssen und sich die Geschichte vielleicht etwas anders zugetragen hat, wird leider oft völlig außer Acht gelassen. So wurde im Laufe der Zeit Galilei mit dem Stempel eines Märtyrers versehen, der für seine Überzeugungen und seine Erkenntnisse verurteilt wurde und in vielen Darstellungen sogar Folter und Gefängnisstrafe erleiden musste; die Kirche trägt die gesamte Schuld.
Jedoch ist es hier zwingend notwendig, die damaligen Ereignisse etwas genauer zu untersuchen: Was geschah damals wirklich? Welches Vergehens genau machte sich Galilei schuldig? Welchen Standpunkt vertrat er, welchen aber die Kirche? Wurde Galilei letztendlich wirklich zu Unrecht verurteilt? In meiner Arbeit werde ich auf diese Fragen eingehen und daneben darstellen, wie sich der Fall Galilei bis in unsere Zeit hinein ziehen konnte.

2. Teil der Arbeit:
Der Fall Galilei im gymnasialen Schulunterricht; Dialog von Kirche und Wissenschaft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1) EINLEITUNG

2) DER FALL GALILEO GALILEI

2.1 Leben und Werk Galileis

2.1.1 Das anerkannte geozentrische Weltbild

2.1.2 Galileis Rechtfertigung eines heliozentrischen Weltbildes

2.2 Der Konflikt

2.2.1 Anfeindungen mit Aristotelikern

2.2.2 Bibelexegese

2.2.3 Missbrauch des Vertrauens der Kirche

2.2.4 Der Prozess gegen Galilei

2.3 Wertung

3) ZUSAMMENFASSUNG

4) GALILEO GALILEI IM RELIGIONSUNTERRICHT

4.1 Lehrplanbezug

4.2 Didaktische Analyse

4.3 Problematik und Ziele

4.3.1 Unterrichtsziele und Inhalte

4.3.2 Erläuterung der Methoden und Medien

4.4 Entwurf einer Unterrichtsstunde und Verlaufsplan

4.4.1 Motivationsphase

4.4.2 Hinführungsphase

4.4.3 Präsentationsphase

4.4.4 Erarbeitungsphase

4.4.5 Sicherungsphase

5) SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch das verbreitete Bild von Galileo Galilei als Symbol für die Unterdrückung der Wissenschaft durch die Kirche. Ziel ist es, die historischen Hintergründe des Konflikts aufzuarbeiten, Mythen wie Folter oder Kerkerhaft zu widerlegen und den Fall als Unterrichtseinheit für den katholischen Religionsunterricht didaktisch aufzubereiten.

  • Historische Analyse des Falls Galileo Galilei und der beteiligten Akteure
  • Dekonstruktion von Legenden und Mythen bezüglich der Kirchenfeindlichkeit
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Exegese und heliozentrischem Weltbild
  • Didaktische Konzepte zur Vermittlung des Themas im Religionsunterricht
  • Förderung kritischer Medienkompetenz und Quellenarbeit bei Schülern

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Bibelexegese

Einen Großteil des Konflikts brachten also die Fragen der Bibelexegese mit sich. Wie schon erwähnt, wurde durch Thomas von Aquin das geozentrische Weltbild - obwohl in der Bibel an vielen Stellen die Erde als eine flache Scheibe beschrieben wird - fest mit der Theologie verbunden, „sodass eine mögliche Änderung des Weltbildes theologische Implikationen zu bekommen schien - die sie in Wahrheit natürlich nicht hatte“.

An dieser Stelle müssen drei wichtige exegetische Zugänge differenziert werden, mit deren Hilfe die Heilige Schrift zu verstehen ist: Neben dem buchstäblichen Zugang, der eine wörtliche Auslegung bedeutet, gibt es auch den nicht- buchstäblichen oder auch allegorischen Zugang, der Bibelstellen als nicht- wörtlich zu nehmen auffasst. Der dritte Zugang, der sich auf die Akkomodation bezieht, besagt, „dass Form und Stil der Offenbarung kulturell und anthropologisch bestimmt“ seien. Letzterer ist im Hinblick auf Theologie und Wissenschaften der wichtigste Zugang und ist auch hier von größter Bedeutung.

Der Vorwurf an Galilei war also, dass er die Autorität der Bibel nicht anerkenne und falsche Lehrmeinungen vertrete. Da die Zeit der Reformation nicht weit zurücklag - die Kirche sah es gerade jetzt nicht gern, dass jemand die gläubigen Katholiken wieder in Verunsicherung trieb - und das Trienter Konzil ermahnt hatte, dass es falsch sei, die Bibel anders als nach Vorgabe der Kircheväter auszulegen, sah sich Galilei gezwungen, gegen die Verleumdungen vorzugehen.

Galilei vertrat hier - wie er es auch in Briefen darstellte - die Meinung, dass die „Heilige Schrift nicht lügen oder täuschen“ könne; seiner Meinung nach liege das Problem in der wörtlichen Auslegung. Außerdem seien manche Stellen anthropologisch und kulturell bestimmt, somit sei die Heilige Schrift „in ihrer Rede von Gott dem Volke angepaßt“ und „spreche diese Sprache jedoch nur in Angleichung an das Fassungsvermögen der ungebildeten Masse“, was auch in der Auslegung berücksichtigt werden müsse. Weiter sei der Verstand den Menschen gegeben worden, um diesen besonders im Bezug auf in der Bibel nicht eindeutig dargestellte Gegebenheiten zu nutzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) EINLEITUNG: Einführung in das Spannungsfeld zwischen Kirche und Naturwissenschaft und Begründung des Forschungsinteresses am Fall Galilei.

2) DER FALL GALILEO GALILEI: Detaillierte historische Untersuchung der Lebensstationen Galileis, der Konfliktursachen, des Prozesses und einer abschließenden Wertung der Ereignisse.

3) ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Einordnung des Falls als Ergebnis eines Konflikts zwischen Einzelpersonen und nicht als grundsätzlicher Kampf zwischen Religion und Wissenschaft.

4) GALILEO GALILEI IM RELIGIONSUNTERRICHT: Didaktische Herleitung, Lernziele und konkrete Verlaufsplanung für eine Unterrichtsstunde in der Oberstufe.

5) SCHLUSS: Fazit über die anhaltende Aktualität des Themas und die Notwendigkeit, ein differenziertes Bild des historischen Konflikts zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Galileo Galilei, Kirche, Naturwissenschaft, heliozentrisches Weltbild, Bibelexegese, Inquisitionsverfahren, Religionsunterricht, Didaktik, Kirchenfeindlichkeit, Wissenschaftsgeschichte, Aufklärung, Schöpfungsglaube, Kopernikus, Dialog, historische Mythen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftshistorischen Aufarbeitung des Falls Galileo Galilei und dessen Rolle als Symbol für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Analyse des Konflikts im 17. Jahrhundert sowie die didaktische Einordnung für den katholischen Religionsunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Konflikt primär ein Streit zwischen Einzelpersonen und ein Produkt damaliger philosophischer Unruhen war, und somit das pauschale Bild der Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche zu revidieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und didaktische Aufarbeitung, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Person Galileis, des geozentrischen Weltbildes, der Bibelexegese und des Prozesses, sowie einen didaktischen Teil mit Stundenentwurf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Galilei, Inquisition, Weltbild, Dialog, Religionsunterricht, Wissenschaftsfeindlichkeit, Bibelexegese und historische Legendenbildung.

Warum wurde Galilei historisch so oft als Märtyrer dargestellt?

Laut der Arbeit ist dies auf eine Legendenbildung zurückzuführen, die besonders während der Aufklärung und durch das kirchenfeindliche Klima des 19. Jahrhunderts forciert wurde.

Wie lässt sich der Konflikt laut dem Autor im Unterricht vermitteln?

Durch die Analyse historischer Quellen und Texte können Schüler selbstständig erkennen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und Glaubensfragen nicht zwangsläufig unvereinbar sind.

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Résumé des informations

Titre
Galileo Galilei. Symbolfigur für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche
Université
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Cours
Naturwissenschaft und Theologie: Historische, wissenschaftstheoretische und didaktische Schlaglichter auf ein spannungsvolles Verhältnis
Note
2,0
Auteur
Barbara Bauer (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
25
N° de catalogue
V159186
ISBN (ebook)
9783640719044
ISBN (Livre)
9783640719006
Langue
allemand
mots-clé
Geozentrisches Weltbild Heliozentrisches Weltbild Galileo Galilei Wissenschaft Kirche Prozess Bibelexegese didaktische Analyse Religionsunterricht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Barbara Bauer (Auteur), 2010, Galileo Galilei. Symbolfigur für die Unterdrückung der Wissenschaften durch die Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159186
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Extrait de  25  pages
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