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Delinquenz und Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Diskurs

Analysen im Hinblick auf Handlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit

Título: Delinquenz und Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Diskurs

Tesis de Maestría , 2010 , 117 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Claudia Kern (Autor)

Pedagogía - General
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Der Umgang mit Jugenddelinquenz ist sowohl in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung als auch in der pädagogischen Praxisarbeit ein wichtiges Kernelement. Während Polizei und Öffentlichkeit eine eher defizitorientierte Haltung zur Jugenddelinquenz vorbringen, hat sich die Jugendhilfe im Umgang mit Jugenddelinquenz einer entstigmatisierenden, entkriminalisierenden und entdramatisierenden Haltung verschrieben. Zudem ist aber auch eine kommunale Delinquenzprophylaxe in der Kinder-und Jugendarbeit gesetzlich vorgeschrieben.
Vor diesem Hintergrund soll die zentrale Fragestellung dieser Arbeit herausgearbeitet
werden:
Welche Chancen und Grenzen hat die Kinder- und Jugendarbeit vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurse in Bezug auf Delinquenz, (Ent-)Kriminalisierung und (Ent-)Stigmatisierung?
Ziel dieser Arbeit ist es, bestehende Handlungsmöglichkeiten sowie entsprechende Weiterentwicklungsmöglichkeiten
und Konsequenzen aufzuzeigen. Für eine Bewertung der
Kinder- und Jugendarbeit ist es neben einer gezielten Analyse der Ursachen von Delinquenz notwendig, auch auf die Kriminalisierungsprozesse im öffentlichen Diskurs einzugehen. Nach der Erklärung einiger wichtiger Begrifflichkeiten soll hierzu der Diskurs zur "Ausländerkriminalität" analysiert werden, um zu zeigen, was reale und was konstruierte Grundlagen der Delinquenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind. Anhand einer Analyse der polizeilichen Kriminalstatistik und Erkenntnissen
der kriminologischen Forschung soll dabei herausgearbeitet werden, welche Bereiche medial konstruiert sind bzw. im öffentlichen Diskurs undifferenziert diskutiert werden und welches Bild von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund dadurch entsteht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION GRUNDLEGENDER BEGRIFFE

3 ZUR DELINQUENZ VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IM ÖFFENTLICHEN DISKURS

3.1 Der Diskurs zur "Ausländerkriminalität" – eine Einführung

3.2 Begriffsklärungen

3.2.1 Ausländer, Migrant, Zuwanderer

3.2.2 Gastarbeiter

3.2.3 Aussiedler und Spätaussiedler

3.3 Zahlen und Fakten zur Delinquenz von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

3.3.1 Die polizeiliche Kriminalstatistik

3.3.1.1 Verzerrungseffekte der PKS

3.3.1.2 Zahlen aus der PKS 2008

3.3.2 Erkenntnisse aus dem Dunkelfeld

3.3.2.1 Theoretischer Hintergrund der Dunkelfeldforschungen

3.3.2.2 Ergebnisse aus ausgewählten Dunkelfeldforschungen

3.4 Kriminalisierungsprozesse in den Medien

3.4.1 Problematische Arbeitsweisen der Medien

3.4.2 Der Mediendiskurs zur „hohen Ausländerkriminalität“

3.4.3 Das medial vermittelte Migrantenbild

3.4.3.1 Ergebnisse inhaltsanalytischer Forschungen

3.4.3.2 Wirkung der Darstellung ethnischer Minderheiten in den Medien

3.5 Fazit

4 DELINQUENZTHEORIEN IM WISSENSCHAFTLICHEN DISKURS

4.1 Soziologische Theorien

4.1.1 Kulturkonflikttheorie

4.1.1.1 Kulturkonflikt als Erklärungsgrundlage der Kriminalität der „Gastarbeiter“

4.1.1.2 Modifikationen der Kulturkonflikttheorie

4.1.2 Anomietheorie

4.1.3 Ökologische Theorie der Chicagoer Schule

4.1.4 Subkulturtheorie

4.2 Psychologische Theorien

4.2.1 Kontrolltheorie (Hirschi)

4.2.2 Differentielle Lerntheorien

4.2.2.1 Theorie der differentiellen Assoziation/Kontakte

4.2.2.2 Theorie der differentiellen Gelegenheit

4.3 Labeling Approach

4.3.1 Konzepte der klassischen Vertreter

4.3.2 Radikalisierung des Labeling Approach

4.4 Fazit

5 DIE KINDER-UND JUGENDARBEIT UND IHRE HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN VOR DEM HINTERGRUND DER DISKURSE

5.1 Definition

5.2 Entwicklungen der Kinder-und Jugendarbeit

5.3 Institutionelle Bedingungen der Kinder- und Jugendarbeit

5.4 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Kinder- und Jugendarbeit – eine eigene Zielgruppe?

5.5 Reflexion ausgewählter Angebotsformen und Ansätze der Kinder- und Jugendarbeit

5.5.1 Interkulturelle Ansätze

5.5.2 Medienpädagogische Ansätze

5.5.3 Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendarbeit

5.5.4 Präventionskonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit

5.5.4.1 Probleme präventiver Kinder- und Jugendarbeit

5.5.4.2 Empowerment als Teil der Kriminalprävention

5.5.4.3 Streetwork/mobile Jugendarbeit als Delinquenzprophylaxe

6 SCHLUSSBETRACHTUNG

7 LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Chancen und Grenzen der Kinder- und Jugendarbeit im Umgang mit der Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dabei wird analysiert, inwieweit gesellschaftliche Diskurse und polizeiliche Statistiken zur Stigmatisierung dieser Gruppe beitragen und welche Handlungsmöglichkeiten pädagogische Einrichtungen haben, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

  • Analyse des öffentlichen Diskurses und der Rolle der Medien bei der Kriminalisierung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der polizeilichen Kriminalstatistik und Dunkelfeldforschung.
  • Reflexion wissenschaftlicher Delinquenztheorien hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf Jugendliche mit Migrationshintergrund.
  • Evaluation pädagogischer Konzepte wie interkulturelle Arbeit, Medienpädagogik und Sozialraumorientierung.
  • Herausarbeitung von Handlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit unter Berücksichtigung von Stigmatisierungsrisiken.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Diskurs zur "Ausländerkriminalität" – eine Einführung

Zusammenhänge von Migration und Kriminalität werden in Deutschland zumeist unter dem Begriff "Ausländerkriminalität" geführt. Dabei ist, wie auch Gesemann meint, zu erkennen, dass „in den letzten Jahren die Auseinandersetzung um die 'Ausländerkriminalität' auch in Deutschland an Schärfe gewonnen (…)“ habe. Die Zunahme der registrierten Kriminalität seit Anfang der siebziger Jahre, der starke Anstieg der Tatverdächtigenzahl bei Jugendlichen seit Ende der achtziger Jahre und die Steigerungsrate der Gewaltkriminalität haben dazu geführt, dass innere Sicherheit wieder eine zentrale Kategorie der öffentlichen Debatte geworden ist. Der zahlenmäßige Anstieg führte auch zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Der Beginn der wissenschaftlichen Beschäftigung mit "Ausländerkriminalität" ist in den siebziger Jahren zu sehen.

Während anfangs zunächst Struktur und Ausmaß abweichenden Verhaltens der sog. Gastarbeiter im Fokus der kriminologischen Forschung standen, wurde das Augenmerk später auf die Delinquenz der jungen Ausländer verlagert. Seit Ende der neunziger Jahre richtet sich die Debatte über "Ausländerkriminalität" vor allem auf die Zunahme der Gewaltdelikte bei jungen Migranten. Im Zentrum des Interesses stehen hierbei vor allem männliche Jugendliche türkischer Herkunft und junge männliche Aussiedler. Während in der öffentlichen medialen Debatte bis heute entsprechende Themen unter dem Schlagwort "Ausländerkriminalität" geführt werden, ist in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zunehmend eine Abkehr von diesem Begriff zu erkennen – zu Recht, denn er birgt einige Gefahren. So weist u. a. Rebmann darauf hin, dass der Begriff "Ausländerkriminalität" besonders geeignet sei, Ängste und Ablehnungsgefühle in der Bevölkerung zu wecken: Durch die Verbindung der Begriffe Ausländer und Kriminalität würden Ängste geschürt, die weniger mit konkreten Gefährdungen denn mit persönlichen Lebenseinstellungen einhergingen. Diese Verbrechensfurcht in der Gesellschaft werde geprägt von dem massenmedial vermittelten Kriminalitätsbild. Steffen wies ebenfalls darauf hin, dass die Verknüpfung der Begriffe nicht wertneutral und somit geeignet sei, vorhandene Vorurteile zu bestätigen und neue entstehen zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Kriminalisierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Erläuterung der Fragestellung der Arbeit.

2 DEFINITION GRUNDLEGENDER BEGRIFFE: Klärung zentraler Fachbegriffe wie Delinquenz, Devianz und Kriminalisierung für den weiteren Verlauf der Arbeit.

3 ZUR DELINQUENZ VON KINDERN UND JUGENDLICHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND IM ÖFFENTLICHEN DISKURS: Analyse der gesellschaftlichen und medialen Wahrnehmung sowie der Aussagekraft von Statistiken und Dunkelfeldforschung.

4 DELINQUENZTHEORIEN IM WISSENSCHAFTLICHEN DISKURS: Diskussion soziologischer, psychologischer und subkultureller Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten.

5 DIE KINDER-UND JUGENDARBEIT UND IHRE HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN VOR DEM HINTERGRUND DER DISKURSE: Untersuchung der Rolle und der pädagogischen Interventionsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit in einem stigmatisierenden Umfeld.

6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Möglichkeiten pädagogischen Handelns.

7 LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Delinquenz, Kriminalisierung, Migration, Jugenddelinquenz, Kinder- und Jugendarbeit, Stigmatisierung, Medienberichterstattung, Ausländerkriminalität, Kriminalstatistik, Dunkelfeldforschung, Sozialraumorientierung, Empowerment, Prävention, Jugendgewalt, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Diskurs und untersucht, welche Handlungsmöglichkeiten die Kinder- und Jugendarbeit in diesem Kontext hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Berichterstattung, der kritischen Auswertung von Kriminalstatistiken, der Anwendung wissenschaftlicher Delinquenztheorien und den Ansätzen der Kinder- und Jugendarbeit wie Empowerment oder Sozialraumorientierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen der Kinder- und Jugendarbeit aufzuzeigen, um Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund trotz Stigmatisierungsprozessen eine mündige Lebensführung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Diskursanalyse, die verschiedene soziologische und pädagogische Fachquellen, Kriminalstatistiken sowie empirische Studien zur Dunkelfeldforschung systematisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der öffentlichen Wahrnehmung von Jugenddelinquenz, die theoretische Verortung von Delinquenz in der Wissenschaft und die Reflexion konkreter pädagogischer Angebote und Konzepte der Kinder- und Jugendarbeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Delinquenz, Kriminalisierung, Stigmatisierung, Medienkonstruktion, Empowerment und Sozialraumorientierung stehen im Zentrum der fachlichen Diskussion.

Inwiefern ist die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für die Fragestellung relevant?

Die PKS dient als zentraler Ausgangspunkt für den öffentlichen Diskurs, wird jedoch in der Arbeit aufgrund ihrer methodischen Schwächen und der selektiven Erfassung von Daten als verzerrtes Instrument für die Darstellung von Jugendkriminalität kritisiert.

Welche Rolle spielen Medien im Prozess der Kriminalisierung?

Die Medien fungieren laut Arbeit als Multiplikatoren, die durch selektive und stereotypisierende Berichterstattung ein Zerrbild vom "kriminellen Ausländer" erzeugen, welches Ängste in der Bevölkerung schürt und politische Repressionsmaßnahmen legitimiert.

Final del extracto de 117 páginas  - subir

Detalles

Título
Delinquenz und Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Diskurs
Subtítulo
Analysen im Hinblick auf Handlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit
Universidad
LMU Munich
Calificación
2,0
Autor
Claudia Kern (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
117
No. de catálogo
V159232
ISBN (Ebook)
9783640718382
Idioma
Alemán
Etiqueta
Interkulturelle Pädagogik Delinquenz Jugendarbeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Claudia Kern (Autor), 2010, Delinquenz und Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Diskurs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159232
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