Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gegeben. Es werden die möglichen Ursachen und Symptome sowie die Therapie und der Verlauf geschildert.
Im Weiteren folgt eine allgemeine Beschreibung der Exekutivfunktionen und im Be-sonderen eine Beschreibung der Störung dieser Funktionen bei Kindern mit ADHS. Auch Möglichkeiten der Therapie werden erwähnt.
Abschließend werden noch einmal wesentliche Aspekte zusammenfassend aufgeführt und kritisch betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
2.1 Grundmerkmale der ADHS
2.2 Symptomatik und Diagnose der AHDS
2.3 Verlauf und Prognose der ADHS
2.4 Therapie der ADHS
3 Exekutivfunktionen
3.1 Definition
3.2 Diagnostik der Exekutivfunktionen
3.3 Störung der Aufmerksamkeit
3.4 Therapie der beeinträchtigten Exekutivfunktionen
4 Störung der Exekutivfunktionen bei ADHS
4.1 Beeinträchtigte Teilleistungen
4.2 Störungsprofil
4.3 Therapie
5 Abschließende Bemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Störungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern mit einem spezifischen Fokus auf die damit einhergehenden Störungen der Exekutivfunktionen. Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Auswirkungen dieser Defizite auf die kindliche Entwicklung und die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention kritisch zu beleuchten.
- Historische und terminologische Einordnung der ADHS
- Neuropsychologische Grundlagen und Komponenten der Exekutivfunktionen
- Diagnostische Verfahren zur Erfassung exekutiver Störungen bei Kindern
- Zusammenhang zwischen ADHS und beeinträchtigten Teilleistungen
- Überblick über multimodale Therapieansätze und deren Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Eine einheitliche Definition, was genau unter den Exekutivfunktionen zu verstehen ist, lässt sich kaum finden. Sergeant et al. (2002) geben an, es gäbe 33 unterschiedliche Definitionen.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass es eine große Anzahl an Definitionen gibt, die sich jedoch zu einem Großteil überschneiden und dieselben Funktionen einschließen. Eine einheitlich überzeugende Definition kann und wird es nicht geben, da unter Exekutivfunktionen sehr verschiedene, komplexe kognitive Prozesse zusammengefasst werden. Man kann Exekutivfunktionen jedoch als „mentale Prozesse höherer Ordnung“ verstehen (Matthes-von Cramon; von Cramon, 2000, S. 392).
Exekutivfunktionen sind entscheidend, um Handlungen zu planen sowie Absichten und Ziele über mehrere Schritte hinweg zu verfolgen. Auch der Bereich der kognitiven Funktionen wie Aufmerksamkeit oder inhibitorische Mechanismen sind unter den Begriff der Exekutivfunktionen zu fassen. Weitgehend sind die Exekutivfunktionen vom Arbeitsgedächtnis (temporäre Aktivierung und Manipulation von Informationen) abhängig. Exekutivfunktionen sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, sich schnell und erfolgreich an neue und unerwartete Situationen einer sich verändernden Umwelt anzupassen. Somit bilden sie die Grundlage dafür, das ‚Richtige‘ zu tun, auch wenn man sich nicht in Routinesituationen befindet. Es werden fünf Komponenten der Exekutivfunktionen vorgeschlagen, die hier zusammengefasst dargestellt werden (s. S. 11, Tabelle 1: Komponenten der Exekutivfunktionen).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über das Störungsbild und diskutiert die Problematik der wechselnden Nomenklatur sowie die Schwierigkeit einer einheitlichen wissenschaftlichen Definition.
2 Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Hier werden die Grundmerkmale, Symptomatiken, Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV sowie der Verlauf und gängige Therapieansätze der ADHS erläutert.
3 Exekutivfunktionen: Dieses Kapitel definiert Exekutivfunktionen als mentale Prozesse höherer Ordnung, stellt deren Komponenten und neuronale Grundlagen vor und diskutiert relevante diagnostische Testverfahren.
4 Störung der Exekutivfunktionen bei ADHS: Der Hauptteil analysiert spezifische beeinträchtigte Teilleistungen bei Kindern mit ADHS, beschreibt das Störungsprofil und kritisiert die heterogene Datenlage bezüglich therapeutischer Interventionen.
5 Abschließende Bemerkung: Das Fazit fasst die Heterogenität des Störungsbildes zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, detaillierten Diagnostik für die Einleitung passgenauer Interventionsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivitätsstörung, Exekutivfunktionen, Neuropsychologie, Arbeitsgedächtnis, Inhibitionskontrolle, Diagnostik, Verhaltensbeobachtung, Multimodale Therapie, Kindesentwicklung, Kognitive Flexibilität, Präfrontaler Kortex, Psychosoziale Faktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der neuropsychologischen Untersuchung von Exekutivfunktionen bei Kindern, bei denen eine ADHS diagnostiziert wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Komponenten von Exekutivfunktionen, die Diagnostik bei Kindern, die ADHS-Symptomatik sowie die therapeutische Behandlung dieser Störungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen ADHS und Störungen der Exekutivfunktionen zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Defizite diagnostiziert und therapiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Darstellung der beeinträchtigten Teilleistungen bei ADHS, wie z.B. Störungen der Inhibition, und diskutiert verschiedene Therapiemöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie ADHS, Exekutivfunktionen, Neuropsychologie und multimodale Therapie gekennzeichnet.
Warum ist die Diagnose bei Kindern so komplex?
Die Diagnose ist schwierig, da es keine einheitlichen, eindeutigen neuropsychologischen Tests gibt, die eine ADHS isoliert bestätigen können, und Verhaltensbeobachtungen oft kontextabhängig sind.
Gibt es einen klaren Unterschied zwischen Jungen und Mädchen bei den Exekutivfunktionen?
Nach aktuellem Forschungsstand lässt sich kein signifikanter Unterschied zwischen Jungen und Mädchen bezüglich der Beeinträchtigung der Exekutivfunktionen bei ADHS feststellen.
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- B.Sc. Simon Friede (Autor), 2008, Störung der Exekutivfunktionen bei Kindern mit ADHS, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159277