Life-Cycle-Cost in der Beschaffung und Logistik


Seminararbeit, 2009
28 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einfuhrung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel der Ausarbeitung

2. Life-Cycle-Cost
2.1. Definition am Beispiel der Investitionsguterbeschaffung
2.2. Kostenbestandteile im Nutzungszeitraum eines Investitionsgutes
2.3. Anwendungsbereiche und Risiken
2.4. Abgrenzung Total Cost of Ownership - Life Cycle Costing
2.5. Aufwand und Nutzen von LCC

3. Beschaffung von Haushalts-, Investitionsgutern unter Anwendung von Life­Cycle-Costing
3.1. Kostenanalyse am Beispiel Tiefkuhltruhe
3.1.1. Gegenuberstellung der technischen Daten und samtlicher Kosten
3.1.2. Ergebnis und Kaufentscheidung
3.2. Kostenvergleich bei der Beschaffung eines Monolaserdruckers
3.2.1. Erfassen aller relevanten Daten und Kosten
3.2.2. Kostenauswertung der beiden Wettbewerber und anschlieGende Kaufentscheidung
3.3. Beispiel Beschaffung einer Waschmaschine
3.3.1. Erfassen aller relevanten Daten und Kosten
3.3.2. Vergleich der Gesamtkosten und Kaufentscheidung
3.4. Kraftfahrzeugkostenermittlung und Kaufentscheidung am Beispiel eines Vergleichs von 3 Neuwagen
3.4.1. Erfassung und Gegenuberstellung samtlicher Kosten
3.4.2. Auswertung der Gesamtkosten und Kaufentscheidung

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Weitere Quellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Kosten wahrend des Lebenszyklus

Abbildung 2 Bestandteile der Lebenszykluskosten

Abbildung 3 LCC Konzepte aus Anbieter- und Nutzersicht

Abbildung 4 Gegenuberstellung der Kosten

1. Einfuhrung

1.1. Problemstellung

Da der Kostendruck immer weiter steigt und gleichzeitig die Margen immer mehr sinken wunschen sich die Maschinen- und Anlagenbetreiber zuverlassige Hoch- leistungsprodukte mit einem maximalen okonomischen Nutzen uber die komp- lette Betriebsdauer. Hierfur eignet sich das Life Cycle Costing fur eine Wirt- schaftlichkeitsberechnung sehr gut, da die wahrend der Nutzungsdauer anfal- lenden Kosten berucksichtig werden.

Bei der Beschaffung von neuen Maschinen und Anlagen werden oft die Kosten fur die Anschaffung uberbewertet, wahrend Folgekosten, wie Betriebskosten in die Investitionsentscheidung nicht im vollen Umfang einflieGen. Ziel jeder Inves- tition ist es aber, einen optimalen Return on Invest zu erreichen. Dies wiederum ist nur moglich, wenn der Betreiber/Investor alle wahrend der Nutzungsdauer anfallenden Kosten und Ertrage kennt. Somit kann er mithilfe des Life Cycle Costing eine objektive Entscheidung treffen und die Kosten minimierend beeinf- lussen.

1.2. Ziel der Ausarbeitung

Ziel dieser Ausarbeitung ist es, aufzuzeigen dass es in der Beschaffung und Logistik mehr als nur den Anschaffungspreis gibt, den es bei der Entscheidung fur eine Investition zu berucksichtigen gibt. Es soll verdeutlicht werden, dass durch eine vorab durchgefuhrte Lebenszykluskostenanalyse, bei der alle Kosten (zum Beispiel Energie- oder Wartungskosten), die wahrend der Nutzungsdauer anfallen berucksichtigt werden, ein hoherer Anschaffungspreis durchaus gerech- tfertigt werden kann, da die Investitionsentscheidung oftmals einen groGen Teil der Folgekosten festlegt.

Zudem soll ein Uberblick gewonnen werden, aus welchen Bestandteilen das Life Cycle Costing besteht, wann und warum es sinnvoll ist es anzuwenden und wel- che Bedeutung es unter Berucksichtigung standig steigender Rohstoff- und Energiekosten in der Zukunft haben wird.

2. Life-Cycle-Cost

2.1. Definition am Beispiel der Investitionsguterbeschaffung

Life-Cycle-Costing (im Folgenden auch LCC genannt) beinhaltet grundsatzlich alle jemals anfallenden Kosten fur ein Produkt von der Entwicklung eines Pro- duktes, bis zur Entsorgung/Rucknahme vom Markt. Wichtig in der Betrachtung ist, dass nur anfallende Kosten und keine Einnahmen, die durch das Produkt entstehen, betrachtet werden.

Bei der Beschaffung eines neuen Produktes oder einer neuen Anlage kann man im Regelfall zwischen verschiedenen Angeboten und Produkten auswahlen. Hierbei kann das LCC eine groGe Hilfe sein, da bei einer Analyse nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch alle spater anfallenden Kosten wie z.B. die Nutzungskosten oder Energiekosten in Betracht gezogen werden.

Deshalb bildet bei der Betrachtung der gesamte Nutzungszeitraum des Investiti- onsgutes das eigentliche Entscheidungskriterium, welche Option die insgesamt Kostengunstigste fur den Investor ist. Da durch niedrigere Folgekosten oftmals ein hoherer Anschaffungspreis auf die Dauer gesehen zu niedrigeren Gesamt- kosten fuhren kann.

Das Interessante bei diesem Ansatz sind im Grunde nicht die einzelnen Kos- tenbestandteile der Lebenszykluskostenanalyse, sondern vielmehr die An- sichtsweise auf den kompletten Zeitraum der Investitionsnutzung. Deshalb wird die Lebenszykluskostenrechnung umso wertvoller fur ein Unternehmen, je ofter Investitionsentscheidungen in ahnlicher Form auftreten, da dann Erfahrungen aus bereits abgeschlossenen Investitionen einflieGen und somit die Planungssi- cherheit noch weiter verbessert werden kann.'

Letzter Abschnitt in Anlehnung an: Life-Cycle-Costing-Tool als Instrument zur Kosten-/Nutzen- Betrachtung produktbegleitender Dienstleistungen (Gunter Lay und Esther Radermacher) S.87

Die folgende Abbildung veranschaulicht, dass die Anschaffungskosten im Ver- gleich zu den Folgekosten oftmals nur einen sehr kleinen Teil (die Spitze des Eisbergs) der Lebenszykluskosten ausmachen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Kosten wahrend des Lebenszyklus

www.iff.uni-stuttgartde/.../lifecydecosting/ (23.04.2009, 14:38 Uhr)

2.2. Kostenbestandteile im Nutzungszeitraum eines Investitionsgutes

Die nachfolgende Abbildung 2 zeigt eine Aufschlusselung von verschiedenen Arten von Kosten wie sie normalerweise im Laufe der Lebensdauer einer Ma- schine anfallen und damit auch vom Life-Cycle-Costing zu berucksichtigen sind. Es wird noch einmal verdeutlicht, dass neben den Anschaffungskosten eine groGe Anzahl anderer Kostenarten zu beachten sind. Samtliche anfallenden Kosten sind in folgende Hauptgruppen aufgeteilt: Investitionskosten, Kosten der Inbetriebnahme, Qualitatskosten, Betriebskosten, Wartungs- und Instandhal- tungskosten, Entsorgungskosten und werden wie in der Grafik gut zu erkennen, noch weiter aufgeschlusselt. In welchem Verhaltnis diese Kostenarten zueinan- der stehen, ist sehr stark situationsabhangig und im Allgemeinen nur sehr schwer zu bestimmen. In den meisten Fallen durften die durch den Kauf anfal lenden Kosten jedoch nur einen Bruchteil der gesamten Lebenszykluskosten ausmachen.1

Life-Cycle-Costing-Tool als Instrument zur Kosten-/Nutzen-Betrachtung produktbegleitender Dienstleistun- gen (Gunter Lay und Esther Radermacher) S.87

2.3. Anwendungsbereiche und Risiken

Das Life Cycle Costing ist prinzipiell uberall dort anwendbar, wo nicht zu ver- nachlassigende Folgekosten nach der Anschaffung auftreten und verschiedenen Optionen zur Verfugung stehen. Je hoher diese Folgekosten sind, desto mehr Sinn macht es eine Lebenszykluskostenanalyse durchzufuhren, da dadurch auch ein groGeres Einsparpotential durch die Wahl der passendsten Alternative vorhanden ist. Wichtig ist jedoch, dass die bestehenden Alternativen vergleich- bar sind und nicht „Apfel mit Birnen" verglichen werden.

GroGen Zuspruch hat dieses Verfahren hauptsachlich in der Okologieorientier- ten Betriebswirtschaftslehre, da durch den Einbezug der Betriebs- und Entsor gungskosten das Prinzip der Nachhaltigkeit angewendet wird.2 Dies bedeutet, dass durch die Berucksichtigung dieser Aspekte zum einen Ressourcen einges- part werden konnen, wodurch naturlich wiederum Kosteneinsparungen entste- hen und zusatzlich durch die Einsparung von z.B. Energie oder Wasser die Umwelt weniger belastet wird.

Allerdings bringt die Anwendung auch einige Risiken, die nicht unterschatzt werden durfen, mit sich. Fehler oder vorab falsch angenommene Werte in der LCC Analyse konnen zu hohen wirtschaftlichen Schaden fuhren. Deshalb sind bei Aussagewerten auch immer AugenmaG und eine gesicherte Datenbasis unerlasslich.

2.4. Abgrenzung Total Cost of Ownership - Life Cycle Costing

Im Zusammenhang mit Lebenszykluskosten stoGt man auch des Ofteren auf den Begriff Total Cost of Ownership (TCO). Eine klare Abgrenzung zwischen LCC und TCO gestaltet sich jedoch schwierig, da beides einem ahnlichen Prin- zip zugrunde liegt. Vergleicht man die beiden Definitionen, LCC: "Unter Lebens­zykluskosten wird im Sinne die Summe aller zum bestimmungsgemaGen Ge- brauch einer geeignet ausgelegten Maschine oder Anlage erforderlichen Auf- wendungen von der Anschaffung bis zur Entsorgung verstanden."3 Definition TCO: "TCO lasst sich ubersetzen mit Gesamtbetriebskosten, allerdings bezogen auf das Computing. Diese Gesamtbetriebskosten gliedern sich in die direkten Kosten, den Investitions- und Beschaffungskosten fur die Hard- und Software, den Betriebskosten, sowie den Kosten fur den technischen Support und die Administration."4 Somit kann man sagen, dass die beiden Begriffe dasselbe Thema umfassen, allerdings haben sie unterschiedliche Ursprunge. LCC hat seinen Ursprung aus der Investitionsguterindustrie, wahrend TCO aus der Com- puterindustrie entstanden ist.

2.5. Aufwand und Nutzen von LCC

Die Betrachtung der Gesamt- Lebenszykluskosten fuhren Hersteller und Ab- nehmer von Investitionsgutern einerseits zu Aufwand- und Nutzenpositionen, andererseits aber auch zu Chancen und Risiken.

Durch LCC konnen die Gesamtkosten besser verglichen und geplant werden, auGerdem lassen sich zusatzlich noch Kosten reduzieren, zudem wird die Anla- genverfugbarkeit und die damit zusammenhangende Produktivitat verbessert. Daraus folgen geringere Stillstandszeiten, wodurch der Zeitverlust und Kosten fur die Wiederanlaufphase nach einem Stillstand gesenkt werden, was sich auch positiv auf die Qualitat auswirkt.

[...]


1 Beschreibung der Abbildung in Anlehnung an: Life-Cycle-Costing-Tool als Instrument zur Kosten- /Nutzen-Betrachtung produktbegleitender Dienstleistungen (Gunter Lay und Esther Radermacher) S.87

2 http://de.wikipedia.org/wiki/Life_Cycle_Costing (Kapitel Anwendung); (02.04.09; 19:40 Uhr)

3 Vgl. Stefan Schweiger: Lebenszykluskosten optimieren, S. 38

4 Vgl. http://www.itwissen.info/definition/lexikon/total-cost-of-ownership-TCO.html (04.04.2009, 20:35 Uhr )

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Life-Cycle-Cost in der Beschaffung und Logistik
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V159323
ISBN (eBook)
9783640726516
ISBN (Buch)
9783640726646
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Life-Cycle-Cost, Beschaffung, Logistik, Seminararbeit, Produktelbenszykluskosten
Arbeit zitieren
Markus Schneider (Autor), 2009, Life-Cycle-Cost in der Beschaffung und Logistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159323

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