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Die Funktion der Chöre in Octavia

Titre: Die Funktion der Chöre in Octavia

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 15 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Patricia Schneider (Auteur)

Études latines - Littérature
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Der Chor, den man für gewöhnlich in keiner anderen Gattung finden kann, ist ein charakteristischer Bestandteil des Dramas. Allein durch diese Tatsache verdient der Chor besondere Aufmerksamkeit. Über die Chorlieder in den Tragödien, die Seneca eindeutig zugeschrieben werden können, lässt sich auch dementsprechend viel Literatur finden. Da die Octavia jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Seneca geschrieben wurde, wird diese bei den Untersuchungen leider meist außer Acht gelassen. Aufgrund der Tatsache, dass in der Octavia sogar zwei Chöre auftreten, ist die Untersuchung der Funktion dieser Chöre ein besonders interessantes Thema. Um die allgemeine Funktion der Chöre zu erörtern, werden zuerst die klassischen Stellen der antiken Literaturtheorie betrachtet. Ausgehend von den Äußerungen von Horaz und Aristoteles zur Funktion des Chores im antiken Drama, wird die Funktion des Chores im römischen Drama mit seinem Vorbild im griechischen Drama verglichen. Nach dieser allgemeinen Untersuchung der möglichen Aufgaben des Chores im antiken Drama werden die Chorlieder der Octavia im Einzelnen betrachtet. Dabei soll jeweils zuerst die Frage geklärt werden, welchem der beiden Chöre das jeweilige Lied zugeschrieben wird, um danach die Funktion im Drama zu erörtern. Im Anschluss werden die beiden Chöre auf ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten untersucht, um schließlich in einem letzten Kapitel auf die Funktion der Chöre für das Drama im Gesamten einzugehen und die unterschiedlichen Forschungsmeinungen zu diesem Thema gegenüberzustellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Funktion des Chores im Drama nach Aristoteles und Horaz

3. Die Chorlieder im Einzelnen: Verteilung und Funktion

3.1. Das erste Chorlied (273-376)

3.2. Das zweite Chorlied (669-689)

3.3. Das dritte Chorlied (762-79) und der Botenbericht (780-805)

3.4. Das vierte Chorlied (806-19)

3.5. Das fünfte Chorlied (877-98) und das Ende der Octavia (898-983)

4. Die beiden Chöre im Vergleich

5. Die Funktion der Chöre in der Octavia

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der beiden Chöre in der römischen Tragödie Octavia. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die Chöre über die klassische Rolle einer Vermittlungsinstanz hinaus als aktive Mitspieler in die dramatische Handlung integriert sind, und wie sie durch ihre unterschiedliche Charakterisierung zur Abbildung historischer Realität beitragen.

  • Vergleich der antiken Chor-Konzeptionen von Aristoteles und Horaz mit der Umsetzung in der Octavia.
  • Analyse der fünf Chorlieder hinsichtlich ihrer dramatischen Verteilung und Funktion.
  • Gegenüberstellung der beiden Chöre unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen politischen und sozialen Haltungen.
  • Untersuchung der Integration der Chöre in die Handlung als Abkehr von der traditionellen kommentierenden Rolle.
  • Diskussion der Forschungsmeinungen zur Zusammensetzung der Chöre und deren Bedeutung für das Drama.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das erste Chorlied (273 – 376)

Dem ersten Chorlied geht ein Gespräch zwischen Octavia und ihrer Amme voran, in dem die Amme versucht, Octavia zu trösten. Um ihr Hoffnung zu geben, führt sie Octavia ihre Beliebtheit beim Volk vor Augen (183). Diese Beliebtheit der Octavia beim Volk wird im ersten Chorlied überaus deutlich. Gleich zu Beginn drückt der Chor mit Hilfe von optativen Konjunktiven einen Wunsch aus – dass Octavia ihren rechtmäßigen Platz behalte und zur Sicherung des Friedens Kinder zur Welt bringe (279-81). Indem der Chor die privaten Angelegenheiten Neros mit dem allgemeinen Frieden in Verbindung bringt, „zeigt sich, dass es weniger um private Liebesbeziehungen des Kaisers an sich als um deren politische Auswirkungen auf das gesamte Volk geht.“ Der Chor sympathisiert zwar mit Octavia und unterstützt diese, während er Poppaea verachtet. Dies tut er aber nicht, weil er die Person Octavia verehrt, sondern aus offensichtlichem Eigeninteresse: um der Bewahrung des Friedens willen. Der Pessimismus hinsichtlich Octavias Lage, der in dieser Ode ausgedrückt wird, kontrastiert stark mit dem Optimismus, den die Amme zuvor verbreiten wollte. Dies ist ein Hinweis darauf, dass zwischen der Unterhaltung und dem Chorlied Zeit vergangen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Besonderheit des Chores in der Octavia und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion der Chöre im Vergleich zur antiken Literaturtheorie.

2. Die Funktion des Chores im Drama nach Aristoteles und Horaz: Dieses Kapitel erläutert die Anforderungen antiker Theoretiker, die den Chor als aktiven Teil der Handlung und nicht als austauschbare Einlage definieren.

3. Die Chorlieder im Einzelnen: Verteilung und Funktion: Hier werden alle fünf Chorlieder detailliert analysiert, um deren inhaltliche Verknüpfung mit der Handlung und ihre spezifische Rolle aufzuzeigen.

3.1. Das erste Chorlied (273-376): Analyse der Unterstützung Octavias durch das Volk aus politischem Eigeninteresse und die historische Einordnung durch Vergleiche mit der römischen Geschichte.

3.2. Das zweite Chorlied (669-689): Untersuchung der zunehmenden Radikalisierung des Chores, der vom Kommentator zum aktiven Aufständischen gegen Nero und Poppaea wird.

3.3. Das dritte Chorlied (762-79) und der Botenbericht (780-805): Behandlung der Perspektive des zweiten Chores, der eine eher lobende Haltung gegenüber Poppaea einnimmt und mythologische Bezüge nutzt.

3.4. Das vierte Chorlied (806-19): Kritische Auseinandersetzung des Chores mit den Aufständen unter Verwendung mythologischer Beispiele, die die Unbesiegbarkeit der Liebe unterstreichen.

3.5. Das fünfte Chorlied (877-98) und das Ende der Octavia (898-983): Reflexion über die Unbeständigkeit des Glücks und das tragische Schicksal Octavias als Parallele zu historischen Vorbildern.

4. Die beiden Chöre im Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der Haltungen, der verwendeten Beispiele (historisch vs. mythologisch) und der sozialen Zusammensetzung beider Chöre.

5. Die Funktion der Chöre in der Octavia: Zusammenführende Diskussion über die Bedeutung der Chöre für die Abbildung historischer Realität und ihre Rolle als Teil des Dramas.

6. Schluss: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die die These bestätigt, dass die Chöre entgegen klassischer Konzeptionen eine hochgradig integrierte, handelnde Rolle im Stück einnehmen.

Schlüsselwörter

Octavia, Chorfunktion, Römische Tragödie, Aristoteles, Horaz, Doppelchor, Historische Realität, Praetextachor, Dramenanalyse, Nero, Poppaea, Mythologie, Semper-idem-Motiv, Handlungsintegration, antikes Drama.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der dramaturgischen Funktion der Chöre in der Tragödie Octavia, einem Werk, das dem Umkreis von Seneca zugeschrieben wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die dramatische Integration der Chorlieder, der Vergleich antiker Dichtungstheorien mit der Praxis im Stück sowie die Unterschiede zwischen den beiden im Drama auftretenden Chören.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob die Chöre lediglich als traditionelle Vermittlungsinstanz fungieren oder ob sie als aktive Mitspieler maßgeblich in die Handlung des Dramas eingreifen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin nutzt eine textanalytische Untersuchung der Chorlieder, vergleicht diese mit den Vorgaben von Aristoteles und Horaz und zieht Forschungsliteratur sowie historische Kontexte zur Interpretation heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Einzelanalyse der fünf Chorlieder sowie einen komparativen Abschnitt, der die beiden Chöre in Bezug auf Haltung, Personal und Funktion gegenüberstellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Octavia, Chorfunktion, Römische Tragödie, Doppelchor und Handlungsintegration charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen dem ersten und zweiten Chor?

Die Unterscheidung ist zentral, da die beiden Chöre unterschiedliche politische Standpunkte (Octavia-Unterstützer vs. Poppaea-Anhänger) und verschiedene rhetorische Mittel (historische vs. mythologische Beispiele) verwenden.

Warum betont die Autorin, dass die Chorlieder keine austauschbaren Einlagen sind?

Die Autorin zeigt anhand der Textanalyse, dass die Chorlieder in jedem Fall eng mit der vorangegangenen Handlung verknüpft sind und auf zukünftige Ereignisse vorausweisen, was die Definition als bloße "Einlage" widerlegt.

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Résumé des informations

Titre
Die Funktion der Chöre in Octavia
Université
University of Freiburg  (Seminar für Klassische Philologie)
Cours
Proseminar Seneca, Octavia
Note
2,7
Auteur
Patricia Schneider (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
15
N° de catalogue
V159332
ISBN (ebook)
9783640721290
ISBN (Livre)
9783640721757
Langue
allemand
mots-clé
Funktion Chöre Octavia Seneca
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Patricia Schneider (Auteur), 2010, Die Funktion der Chöre in Octavia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159332
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Extrait de  15  pages
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