Responsive Modellversuchsforschung


Hausarbeit, 2009

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Relationen responsiver, distanzierter und intervenierender

Modellversuchsforschung

Hauptkonzepte der responsiven Modellversuchsforschung

Lebenswelten

Diskussion

Literaturverzeichnis

Einleitung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die schlaglichtartige Beleuchtung der responsiven Modellversuchsforschung. Diese stellt, ihren Verfechtern nach, die Moglichkeit dar, zwei bis dahin parallele Ansatze in der Modellversuchsforschung zu kombinieren und so beide Erkenntnisinteressen gleichermaBen zufriedenzustellen. FuBend auf diesen Moglichkeiten behauptet Sloane die Moglichkeit dieses Ansatzes den Disput innerhalb der Berufsbildungsforschung zwischen den Modellversuchsforschern einerseits und den Grundlagenforschern andererseits obsolet werden zu lassen, da die Interessen beider Seiten gewahrt blieben (vgl. Sloane 2006, S.34). Ausgehend von diesem Postulat drangen sich Fragen nach der Realisierbarkeit eines derart umfassenden Anspruchs auf, der Autor fasst diese in die fur diese Arbeit leitende Fragestellung:

Welche Ziele verfoigt die responsive Modellversuchsforschung und wie werden diese umgesetzt?

Zur Erorterung des Ansatzes wird der Autor auf die Uberlegungen von Sloane als Leitfaden zuruckgreifen, da dieser die responsive Modellversuchsforschung umfassend beleuchtete sowie zu dem oben beschriebenen Schluss im Bezug auf die Moglichkeiten ihre kam, wobei kein Anspruch auf umfassende Darstellung der Thematik besteht. Der erste Schritt wird die Klarung der grob umrissenen Positionen der drei Modellversuchsforschungsansatze beinhalten. Zwei Hauptkonzepte des responsiven Ansatzes in der Modellversuchsforschung werden im zweiten Schritt exemplarisch beleuchtet, um die Vorgehensweise zu verdeutlichen. Der dritte Abschnitt beschaftigt sich mit der nach Sloane erforderlichen Sichtweise des Modellversuchs als Beruhrungspunkt von Lebenswelten. Im vierten und letzten Abschnitt erfolgt eine abschlieBende Diskussion der Fragestellung im Bezug auf die in dieser Arbeit dargestellten Fakten.

Relationen responsiver, distanzierter und intervenierender Modellversuchsforschung Das Verhaltnis der responsiven zu distanzierter und intervenierender Modellversuchsforschung wird in diesem Abschnitt auf Grundlage des jeweiligen Kerninteresses/ Erkenntnisinteresses und den entsprechenden Methoden erlautert. Zur genaueren Betrachtung der drei Formen ist es notwendig eine Basis der Betrachtung zu schaffen, hierzu ist es notwendig zu definieren, was Modellversuchsforschung in diesem Zusammenhang bedeutet und welche Beteiligten vorhanden sind. Der reflexive Ansatz wird keine Erwahnung finden, da sich der Autor im Folgenden hauptsachlich auf Sloanes Einteilung bezieht und dieser keine separate Erwahnung dieses Ansatzes vornahm.

Modellversuchsforschung ist nach Sloane „eine theoriegeleitete und/ oder theoriegenerierende Implementation von Konzepten, ...(mit dem Ziel) Erkenntnisse uber und durch die Veranderungen im sozialen Feld zu gewinnen" (Sloane 2006, S.658). Als Akteure innerhalb von Modellversuchen werden Modellversuchstrager, Feldagenten, Programmtrager und die wissenschaftliche Begleitung genannt (vgl. Sloane 2006, S.658 f.). Auf Grundlage dieser Begrifflichkeiten wird der Autor weitere Erlauterungen der Thematik vornehmen. Nach Sloane existieren drei wie er formuliert „idealtypische Ansatze" (Sloane 2006, S.660) den distanzierten, den intervenierenden und den responsiven (vgl. Sloane 2006, S.660 ff.). Idealtypisch ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen, dass es sich hierbei um in der Praxis nicht oder nicht ausschlie&lich in ihrer hier beschriebenen Form vorfindbare Verfahrensweisen handelt.

Der distanzierte Ansatz bedient sich eines „empirisch-analytischen und [eines] nomenologisch-textwissenschaftlichen Vorgehen(-s)" (Fehler i. Orig.) (Sloane 2006, 5.660) um Theorien zu prufen oder um neue zu generieren (vgl. Sloane 2006, 5.660) . Er beschrankt sich also auf Methoden, welche darauf abzielen eventuelle Forschungsergebnisse nicht durch die subjektive Involvierung der wissenschaftlichen Begleitung im Forschungsgegenstand zu beeintrachtigen. Die Zielsetzung dieses Ansatzes ist es die Forschung moglichst rational zu gestalten Demgegenuber steht der intervenierende Ansatz, welcher sich auf die Handlungsforschung als Basis bezieht (vgl. Sloan 2006, S.661). Der Forscher steht bei diesem Vorgehen der Praxis nicht als ein Einmischung vermeidender Beobachter gegenuber, sondern sieht sich vielmehr in der Rolle des Mitgestalters und Problemlosers (ebd.). Sloane formuliert, dass die Akteure durch Reflektion der erfolgten Handlungen das Ziel verfolgen „das Modellversuchsgeschehen vernunftiger gestalten zu konnen" (Sloane 2006, S.661). Daher ergibt sich hier das Kerninteresse einer „rationalen Praxis" (Sloane 2006, S.662). Methodisch greift dieser Ansatz beispielsweise auf die teilnehmende Beobachtung, Gruppendiskussion sowie durch Forscher und Beforschte gemeinsam durchgefuhrte Bewertung der Ergebnisse zuruck (vgl. Eichner/ Schmidt 1972, S.152 ff.).

Beide Ansatze bieten individuelle Vorteile, so ist distanzierte Forschung in der Lage weitgehend objektive Daten bereitzustellen, wahrend intervenierende Forschung eine zeitnahe Veranderung/ Verbesserung der Praxis herbeifuhren kann. Zur Kombination der beiden vorgestellten Ansatze und damit auch ihrer genannten Vorteile entstand der responsive Ansatz. Daraus ergibt sich, dass die „responsive Begleitforschung ... einerseits Modellversuche dokumentieren und andererseits in Modellversuche durch Empfehlung (und ggf. durch Intervention) hineinwirken" (Sloane 2006, S.660) will. Dieser Ansatz bemuht sich also sowohl um objektive Daten, als auch um die Verbesserung der Praxis in Interaktion mit den Akteuren des Modellversuchsgeschehens, wobei letztere zwangslaufig subjektive Involvierung mit sich bringt, wie der distanzierte Ansatz sie zu vermeiden versuchte. Die nach Sloane hierzu anzustrebende Verfahrensweise des Wechsels zwischen Lebenswelten wird durch den Autor im gleichnamigen Abschnitt noch Erwahnung finden. SchlieBlich formuliert Sloane dass die responsive Modellversuchsforschung „die Forschung in Modellversuchen aus dem vermeintlichen Gegensatz von Grundlagenforschung versus Modellversuchsforschung (hebe), aber auch und vor allem aus dem von empirisch-analytischer Forschung ... und Modellversuchsforschung" (Sloane 2007, S.34). Anders formuliert sieht Sloane den Wissenschaftler bei responsivem Vorgehen sowohl in der Rolle des Grundlagenforschers, als auch der des Handlungsforschers und postuliert, dass beide Rollen gleichberechtigt nebeneinander stehen konnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Responsive Modellversuchsforschung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V159380
ISBN (eBook)
9783640727377
ISBN (Buch)
9783640728084
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Modellversuchsforschung, Grundlagenforschung, Praxisbetreuung, Sloan, Berufsbildung
Arbeit zitieren
Christof Kaczmarkiewicz (Autor), 2009, Responsive Modellversuchsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159380

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