1.1 Definitionen
Freizeitparks sind „Einrichtungen auf einer räumlich eng abgegrenzten
Fläche mit besonderen Attraktionen für eine Freizeitgestaltung.“
(GEIS, H. 1976)
Ein Freizeitpark ist eine „Anhäufung verschiedenartiger, durchweg
künstlich geschaffener und auf ein breites Publikum zugeschnittene
Vergnügungseinrichtung."
( VÖLKSEN, G. 1981)
1.2 Entstehung
Die Geschichte großflächiger Vergnügungseinrichtungen geht bis in die
Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die ersten städtischen und
regionalen Anlagen hatten ihren Platz zunächst in historischen
Stadtzentren, fürstlichen Parkanlagen oder aber auch vor den
Stadttoren.1 Der Jahrmarkt diente damals hauptsächlich der
Wissensvermittlung, Bildung und (natürlich) dem Vergnügen. Viele der
zu der Zeit entstandenen Parks halten sich sogar noch heute aufgrund
ihrer Tradition und des Zuspruchs der Bevölkerung, wie z.B. der Send
in Münster (vgl. EBERT 1998).
Zur Jahrhundertwende verlagerten sie sich durch die neuen
technischen Möglichkeiten und dem rasanten Bevölkerungswachstum der Städte häufig an den fußläufig erreichbaren Stadtrand. Vorgestellt
wurden u.a. Tiere und Menschen aus den Kolonien, was größere
Flächen notwendig machte. Allerdings gab es vereinzelt diverse
lokalpolitische Konflikte, da Arbeiter am nächsten Tag unpünktlich oder
überhaupt nicht zur Arbeit erschienen.
Doch die eigentliche Geburtsstunde des Vergnügungsparks wird den
sog. „Lunaparks“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugeschrieben2. Die
Lunaparks boten ein erweitertes stationäres und dauerhaftes Angebot3
an und siedelten an den Rings der frühen Stadterweiterungsgebiete.
Jedoch erwies sich der Typ des Lunaparks nicht von langer Dauer.
Gerieten sie durch verbotene Glücksspiele, Prostitution oder
Alkoholismus sowieso schon in Verruf, sorgte nicht zuletzt auch der
Erste Weltkrieg für ihren Niedergang. [...]
1 aus steuerlichen Gründen, wie z.B. auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg
Inhaltsverzeichnis
1. Vergnügungs- und Freizeitparks
1.1 Definitionen
1.2 Entstehung
1.3 Entwicklung seit den 60er Jahren
1.4 Kritikpunkte
1.5 Disneyland Paris
2. Center Parcs
2.1. Idee und Geschichte
2.2. Zahlen und Fakten
2.3. Die Standortfaktoren
2.4. Planungs- und Realisierungskonflikte (Bsp. Bispinger Heide)
2.5 Kritik
3. Der Freizeitpark der Zukunft?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die raumwirksamen Auswirkungen von künstlich geschaffenen Freizeitlandschaften im Kontext der modernen Freizeitgesellschaft. Dabei wird analysiert, wie Freizeitparks als „Designerlandschaften“ konzipiert sind, welche Standortfaktoren für ihren Erfolg entscheidend sind und welche sozio-ökonomischen sowie ökologischen Konfliktpotentiale mit ihrer Realisierung einhergehen.
- Historische Evolution von Vergnügungseinrichtungen
- Strukturelle Merkmale und Standortanforderungen von Freizeit- und Ferienparks
- Fallstudien zu Disneyland Paris und Center Parcs
- Konfliktlinien bei Planung und Realisierung am Beispiel der Bispinger Heide
- Kritische Reflexion ökologischer und ökonomischer Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Standortfaktoren
„Schon bei der Standortwahl und während der Planungs- und Bauphase eines Parks stellen wir sicher, dass so wenig wie möglich in die ursprüngliche Umgebung eingegriffen wird. So fügen sich die zentralen Gebäude und die Bungalows harmonisch in ihre natürliche Umgebung ein, und alter Baumbestand bleibt als wesentliches Element der zukünftigen Parklandschaft weitestgehend erhalten. Und damit sich die Augen unserer Gäste am Grün der Landschaft weiden können, werden bis zu 500.000 neue Bäume, Büsche und Pflanzen gepflanzt“. (CENTER PARCS 2001)
Bei einer benötigten Fläche von 100 – 200 ha stellt der Center Parcs erhebliche Raumansprüche und spezielle Anforderungen an einen Standort und seine nähere Umgebung. Diese kann man natürlich nicht mit einem gewöhnlichen industriellen Bauvorhaben vergleichen. Center Parcs formuliert eigenständig seine Standortanforderungen u.a. so:
- eine Lage in wirtschaftlich schwächer strukturierten Gegenden, mit dem Ziel, die Wirtschaftskraft dieser Region zu erhöhen,
- eine Mittelpunktslage zwischen Ballungsräumen mit hoher Bevölkerungsdichte und Kaufkraft zwecks kurzer Fahrwege. Angestrebt ist eine Entfernung von 1,5 bis 2 Autostunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vergnügungs- und Freizeitparks: Dieses Kapitel definiert Freizeitparks als künstlich geschaffene Erlebniswelten und zeichnet deren historische Entwicklung von städtischen Jahrmärkten bis hin zu modernen Großanlagen nach.
2. Center Parcs: Hier wird das spezifische Konzept der Center Parcs detailliert beschrieben, wobei insbesondere die Entstehungsgeschichte, betriebswirtschaftliche Fakten, spezifische Standortkriterien und die Planungskonflikte am Beispiel der Bispinger Heide beleuchtet werden.
3. Der Freizeitpark der Zukunft?: Dieses kurze Kapitel wirft einen Ausblick auf neue Trends, wie am Beispiel des geplanten „Mysteries of the world“-Projektes in Interlaken verdeutlicht, bei dem Erlebnis und Bildung stärker kombiniert werden.
Schlüsselwörter
Freizeitgesellschaft, Vergnügungsparks, Disneyland Paris, Center Parcs, Designerlandschaften, Bispinger Heide, Standortfaktoren, Tourismusgeographie, Erlebniskonsum, Raumplanung, Freizeitmarkt, Nachhaltigkeit, Flächenverbrauch, Tourismusökonomie, Erlebniswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle und Entstehung künstlicher Freizeitlandschaften als Antwort auf die veränderten Bedürfnisse der postmodernen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung von Freizeitparks, die strategische Standortsuche sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen dieser Großprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Konzepte hinter „Designerlandschaften“ zu verstehen und aufzuzeigen, wie diese kommerziellen Angebote trotz öffentlicher Kritik eine anhaltende Nachfrage generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich von Fallbeispielen, um die raumrelevanten Planungsstrukturen von Freizeitparks zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vergnügungsparks (Disneyland) und Ferienparks (Center Parcs), wobei insbesondere Planungskonflikte und Standortkriterien im Vordergrund stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Freizeitgesellschaft, Standortfaktoren, Erlebniswelt, Raumplanung und ökonomische Auswirkungen.
Wie begründet Center Parcs den hohen Flächenbedarf bei der Standortwahl?
Center Parcs strebt eine naturnahe Umgebung an, bei der Bungalows harmonisch in bewaldete Flächen integriert werden sollen, was ein Verhältnis von 70% Wald zu 30% Freifläche voraussetzt.
Warum gab es bei der Eröffnung der Bispinger Heide einen Baustopp?
Der Baustopp wurde durch das Oberlandesgericht Lüneburg aufgrund von Abwägungsfehlern im Genehmigungsverfahren und Widerständen von Naturschützern sowie der örtlichen Jagdgenossenschaft verhängt.
- Arbeit zitieren
- Markus Langguth (Autor:in), 2002, Landschaftsparks - Designerlandschaften für die Freizeitgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15938