Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Französische Philologie - Literatur

Charles Binamés „Séraphin: Un homme et son péché“ - Eine Analyse der Neuverfilmung des Romanklassikers von Claude-Henri Grignon

Titel: Charles Binamés „Séraphin: Un homme et son péché“ - Eine Analyse der Neuverfilmung des Romanklassikers von Claude-Henri Grignon

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Carolin S. Widenka (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Filmdrama „Séraphin: Un homme et son péché“ von Regisseur Charles Binamé (*1945) lockte in Québec seit der Premiere am 29. November 2002 über 1,3 Mio. Besucher in die Kinos und war damit die dort bislang erfolgreichste kanadische Kinoproduktion.
Die fesselnde Tragik der Geschichte der jungen Donalda Laloge (Karine Vanasse), die entgegen ihrer Liebe zu Alexis Labranche (Roy Dupuis) den älteren, kaltherzigen Séraphin Poudrier (Pierre Lebeau) heiratet und daran zugrunde geht, kann jedoch nicht allein als Grund für den Erfolg angeführt werden. Vielmehr ist es die generationenübergreifende Verankerung der Figuren des Films im kollektiven Gedächtnis der Québecer Gesellschaft, die sie bereits seit Jahrzehnten begleiten, denn der Film geht zurück auf einen Klassiker der frankokanadischen Literatur: den Roman „Un homme et son péché“ von Claude-Henri Grignon (1894-1976).

Gerade im Hinblick auf die Vielfalt der Verarbeitungen des ursprünglichen Werks Grignons stellt sich jedoch die Frage, inwiefern Binamés Film tatsächlich noch mit der Romanvorlage in Verbindung gebracht werden kann. Einige Parallelen sind offensichtlich, doch es gilt zu untersuchen, ob und in welcher Form der Film auch noch jenseits dieser Entsprechungen Elemente des Romans aufgreift und somit der Einordnung als Literaturverfilmung gerecht wird oder ob er vielmehr gerade im Hinblick auf das im Film im Vordergrund stehende Liebesdrama eine völlig neue Geschichte trägt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Literaturverfilmung − Theoretische Grundlagen

3 Analyse − Der Film in Relation zur Vorlage

3.1 Handlung und Figuren im Vergleich

3.1.1 Grundlegende Figurenkonstellation

3.1.2 Handlung

3.1.3 Figurencharakteristik

3.1.3.1 Séraphin − Verkörperung von Habgier, von Geiz und des Bösen

3.1.3.2 Donalda − Pflichtbewusstsein, Gutgläubigkeit und Aufopferung bis zum Tod

3.1.3.3 Alexis − ein unbeschwerter, einfühlsamer Gegenpol zu Séraphin

3.2 Das Motiv der Sünde

3.3 Erzähl- und Darstellungsformen

3.3.1 Diskursstruktur

3.3.2 Filmspezifische Gestaltungsmittel

4 Fazit

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Neuverfilmung "Séraphin: Un homme et son péché" von Charles Binamé als Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Claude-Henri Grignon betrachtet werden kann und welche inhaltlichen sowie formalen Anpassungen bei diesem Medientransfer vorgenommen wurden.

  • Vergleichende Analyse von Handlung und Figurenkonstellation
  • Charakterisierung der Protagonisten Séraphin, Donalda und Alexis
  • Untersuchung des zentralen Motivs der Sünde
  • Betrachtung narrativer Erzählformen und filmischer Gestaltungsmittel
  • Einordnung der Verfilmung in Kategorien der Adaptionstheorie

Auszug aus dem Buch

3.1.3.1 Séraphin − Verkörperung von Habgier, von Geiz und des Bösen

Die Figur des Séraphin Poudrier steht im Roman im Zentrum der Erzählung. Im Film beeinflusst er die Handlung ebenso in weiten Teilen direkt und indirekt, auch ohne hier stets durchgehend im Vordergrund zu stehen. In beiden Versionen sind die Schicksale vieler anderer Figuren letzten Endes von Séraphin abhängig.

Der Film greift Séraphin schon im Titel namentlich auf. Dargestellt von Pierre Lebeau ist Séraphin hier als der ältere, unsympathische und gefühlskalte Sargmacher und Bürgermeister von Sainte-Adèle im Dorf gefürchtet und gehasst. Er wird nur respektiert, da beinahe alle Dorfbewohner in seiner Abhängigkeit stehen: Neben den finanziellen Verpflichtungen ihm gegenüber kennt Séraphin auch Geheimnisse seiner Schuldner. Er kann sie somit erpressen, manipulieren und Macht über sie ausüben, wie beispielsweise am Schicksal des Dorfbewohners Brochu beispielhaft deutlich wird (cf. Séraphin: 00:05:10ff, 00:23:30ff, 00:28:25ff, 00:30:37ff). Auch Donaldas tristes Schicksal beginnt durch eine solche Abhängigkeit ihres Vaters von Séraphin. Diese Macht verschafft Séraphin Genugtuung in jeglicher Hinsicht.

Im Roman ist Séraphin als „paysan retors“ (Grignon: 84) ebenfalls in zahlreiche Machenschaften verwickelt und versucht stets sehr berechnend, Profit aus dem Schicksal seiner Mitmenschen zu schlagen. Hierzu zählen zum Beispiel sein Umgang mit dem Schuldner M. Lemont (cf. Grignon: 97ff) sowie seine Überlegungen hinsichtlich des Gewinns aus dem Verkauf von Brennholz im kalten Winter (cf. Grignon: 111f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in den Erfolg der Verfilmung sowie die historische Bedeutung des Romans und die Fragestellung der Untersuchung.

2 Die Literaturverfilmung − Theoretische Grundlagen: Definition und theoretische Einordnung der Literaturverfilmung sowie Unterscheidung verschiedener Adaptionsarten.

3 Analyse − Der Film in Relation zur Vorlage: Detaillierter Vergleich von Handlung, Figurenkonstellation, Sündenmotiv sowie erzählerischen Mitteln zwischen Film und Buch.

4 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einordnung der Verfilmung als interpretierende Transformation mit starkem Werksbezug.

5 Ausblick: Diskussion über die langfristige kulturelle Bedeutung des Archetyps Séraphin in der Gesellschaft von Québec.

Schlüsselwörter

Literaturverfilmung, Séraphin, Donalda, Claude-Henri Grignon, Adaption, Frankokanadische Literatur, Figurenkonstellation, Sündenmotiv, Medientransfer, Filmanalyse, Québec, Habgier, Erzählformen, Symbolik, Werktreue

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die filmische Neuverfilmung des frankokanadischen Romanklassikers "Un homme et son péché" von Claude-Henri Grignon durch den Regisseur Charles Binamé.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die inhaltliche Abweichung der Handlung, die Charakterentwicklung der Hauptfiguren, die Inszenierung des Sündenmotivs sowie die erzähltechnischen Besonderheiten des Films.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es zu bestimmen, in welchem Maße der Film eine "Literaturverfilmung" darstellt und welcher Adaptionskategorie (z.B. Illustration oder Transformation) er zugeordnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparative Analyse durchgeführt, die Film und Roman hinsichtlich inhaltlicher Parallelen, erzählerischer Diskursstrukturen und filmspezifischer Gestaltungsmittel wie Musik und Ton vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den Vergleich von Handlung und Figurenkonstellation, die Analyse des Sündenmotivs sowie die Untersuchung der Erzähl- und Darstellungsformen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturverfilmung, Werktreue, interpretierende Transformation, Figurenkonstellation und das Sündenmotiv.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Alexis im Film von der im Roman?

Während Alexis im Roman eher als entfernter Cousin und Familienvater auftritt, fungiert er im Film als zentrale Identifikationsfigur und als tragischer Liebhaber Donaldas, was den Gegensatz zu Séraphin deutlich verschärft.

Welche Rolle spielt die Musik in der Verfilmung?

Die musikalische Untermalung dient als verbindendes Element, das den Figuren individuelle Motive zuordnet und die emotionalen Zustände sowie die Zusammengehörigkeit von Donalda und Alexis für den Zuschauer unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Charles Binamés „Séraphin: Un homme et son péché“ - Eine Analyse der Neuverfilmung des Romanklassikers von Claude-Henri Grignon
Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Autor
Carolin S. Widenka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V159408
ISBN (eBook)
9783640728572
ISBN (Buch)
9783640729029
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Québec Filmanalyse Charles Binamé Claude-Henri Grignon Séraphin Séraphin: Un homme et son péché Spielfilm in Québec Frankokanadischer Roman Donalda Alexis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin S. Widenka (Autor:in), 2010, Charles Binamés „Séraphin: Un homme et son péché“ - Eine Analyse der Neuverfilmung des Romanklassikers von Claude-Henri Grignon , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159408
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum