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Zwischen Orientalismus und Subalternität

Wie beeinflussen koloniale Narrative die rechtlichen und gesellschaftlichen Debatten über muslimische Migrantinnen in Frankreich im Zuge des Burka-Verbotes?

Titel: Zwischen Orientalismus und Subalternität

Seminararbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Selin Kara (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden wird ein Forschungsdesign zum Thema Stigmatisierung von muslimischen Migrantinnen, die in Frankreich leben, ausgearbeitet. Der Fokus liegt hierbei auf migrantischen Musliminnen, die ein Kopftuch tragen und so sichtbar als muslimisch gelesen werden können. Die postkolonialen Konzepte des Orientalismus von Edward Said und der Subalternität von Gayatri Spivak werden als theoretische Basis verwendet, um zu untersuchen, wie koloniale Narrative, Machstrukturen und Ideologien in der heutigen Zeit weiterhin einen Einfluss nehmen und gesellschaftliche, politische und rechtliche Debatten über muslimische Migrantinnen prägen. Die Forschung zielt darauf ab, die tief verwurzelten kolonialen Strukturen offenzulegen, die zur Marginalisierung und Stigmatisierung muslimischer Frauen mit Migrationshintergrund beitragen, und gleichzeitig die Stimmen und Perspektiven der betroffenen Frauen in den Vordergrund stellen. Hierfür werden in Form eines Mixed-Methods-Vorgehens sowohl die Diskursanalyse als auch das Leitfadeninterview als geeignete Forschungsmethoden vorgeschlagen. Die Arbeit sieht vor, zu einem besseren Verständnis der komplexen Verflechtungen von Kolonialgeschichte, Religion und Geschlecht in europäischen Gesellschaften beizutragen, um eine inklusive und gerechte Debatte rund um Wahrnehmungen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu fördern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Forschungsstand

3) Theorie

3.1) Subalternität nach Gayatri Spivak

3.2) Orientalismus nach Edward Said

4) Methodik

4.1) Design der Erhebung

4.2) Fall- und Materialauswahl

4.3) Datenerhebung

5) Arbeitsschritte- und Plan

6) Skizzierung möglicher Ergebnisse

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern koloniale Narrative und Machtstrukturen die rechtlichen und gesellschaftlichen Debatten über muslimische Migrantinnen in Frankreich beeinflussen, insbesondere im Kontext des sogenannten Burka-Verbotes. Durch die Analyse dieser Verflechtungen soll aufgezeigt werden, wie koloniale Denkmuster zur Stigmatisierung und Marginalisierung beitragen, während gleichzeitig die Perspektiven der betroffenen Frauen in den Mittelpunkt gerückt werden.

  • Analyse postkolonialer Machtstrukturen und deren Einfluss auf aktuelle politische Diskurse in Frankreich.
  • Anwendung theoretischer Konzepte nach Edward Said und Gayatri Spivak auf das Thema der Verschleierung.
  • Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Wahrnehmungen muslimischer Frauen.
  • Kritische Reflexion der "retterhaften" Narrative im europäischen Kontext gegenüber muslimischen Migrantinnen.
  • Einsatz eines Mixed-Methods-Ansatzes zur Kombination von Diskursanalyse und Leitfadeninterviews.

Auszug aus dem Buch

3.1) Subalternität nach Gayatri Spivak

Gayatri Chakravorty Spivak ist Literaturwissenschaftlerin und wurde 1942 in Kalkutta, Indien in eine gebildete Mittelschichtsfamilie geboren. Viele ihrer Arbeiten fassen Fuß auf der dekonstruktiven Analyse literarischer Texte. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da Spivak bei Paul de Man promovierte, der mit Jacques Derridas befreundet gewesen ist, dessen De La Grammatologie sie ins Englische übersetzte und somit zur weltweiten Rezeption der Derrida’schen Dekonstruktion beitrug (Castro Varela/Dhawan 2015: 152). Ihr Aufsatz Can the Subaltern Speak? (1988) zählt zu den Schlüsselwerken der postkolonialen Studien. Er handelt von Bevölkerungsgruppen in ländlichen Regionen postkolonialer Staaten und in Ländern der Dritten Welt, die verstummt und unsichtbar gemacht werden. Sie kritisiert das Wohlwollen der westlichen Intellektuellen Foucault und Deleuze, womit Spivak zum Nachdenken über hegemoniale Strukturen, die von international und regional dominierenden Gruppen ausgehen, anspornt.

Geographisch gesehen beschreibt Subalternität eine Region als „the lowest strata of the urban subproletariat“ (Spivak 1993 [1988a]: 78), das heißt, einen Raum, der weitestgehend von allen Formen der Mobilität abgeschirmt ist. Die Menschen, die in solch peripheren Räumen leben, sind „among the illiterate peasantry“ (ebd.), was bedeutet, dass sie nicht lesen oder schreiben können. Demnach kann man die Subalternen als Bevölkerungsgruppen jenseits von Metropolen bezeichnen, denen soziale Mobilität verwehrt bleibt. Die Begriffsdefinition impliziert eine Differenz, die sich durch die Unterscheidung von denjenigen, denen soziale Mobilität zugänglich ist, abzeichnet. Da sich regionale Disparitäten von Ort zu Ort aufgrund sozialer und ökonomischer Entwicklung unterscheiden, kann man nicht behaupten, es handle sich bei Subalternen immer nur um beispielweise verarmte Landbesitzer:innen (Spivak 2008 [1988b]: 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Kopftuchverbots bei Sportlerinnen und die damit verbundenen gesellschaftlichen sowie postkolonialen Spannungsfelder ein.

2) Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs, insbesondere zur Rechtswissenschaft und zu soziologischen Perspektiven auf die Kopftuch- und Burka-Debatte.

3) Theorie: Hier werden die zentralen postkolonialen Konzepte von Gayatri Spivak und Edward Said vorgestellt, um die theoretische Grundlage für die Untersuchung zu schaffen.

4) Methodik: Es wird das Forschungsdesign dargelegt, welches auf einem Mixed-Methods-Ansatz basiert, bestehend aus Diskursanalyse und qualitativen Experteninterviews.

5) Arbeitsschritte- und Plan: Dieses Kapitel strukturiert den zeitlichen Ablauf der Forschungsphasen von der Recherche bis zur finalen Auswertung.

6) Skizzierung möglicher Ergebnisse: Abschließend werden Erwartungen formuliert, wie die Analyse die Negativdarstellung muslimischer Frauen dekonstruieren und Nuancen in ihren Lebensrealitäten aufzeigen kann.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Orientalismus, Subalternität, Kopftuchverbot, Muslimische Migrantinnen, Diskursanalyse, Frankreich, Leitfadeninterview, Stigmatisierung, Machtstrukturen, Laizität, Identität, Geschlechtergerechtigkeit, Repräsentation, Marginalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie koloniale Narrative und Machtstrukturen aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten in Frankreich über muslimische Frauen beeinflussen, insbesondere im Kontext von Verschleierungsverboten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Postkolonialismus, der Theorie des Orientalismus, der sozialen Stigmatisierung muslimischer Migrantinnen sowie den rechtlichen Debatten um den Laizismus in Frankreich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie koloniale Denkmuster die Wahrnehmung und Behandlung von muslimischen Frauen prägen, und dabei die Forschungsfrage zu beantworten, wie koloniale Narrative diese Debatten beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird ein Mixed-Methods-Design eingesetzt, das die Diskursanalyse von Printmedien mit qualitativen Leitfadeninterviews von muslimischen Frauen als Expertinnen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Begriffe "Subalternität" (nach Spivak) und "Orientalismus" (nach Said) sowie in eine methodologische Beschreibung der Datenerhebung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Postkolonialismus, Orientalismus, Subalternität, Kopftuchverbot, Diskursanalyse und Marginalisierung.

Inwiefern spielt das Urteil des EGMR zum Burka-Verbot eine Rolle?

Das EGMR-Urteil dient als zentraler Fallbeispiel, um zu veranschaulichen, wie der Staat die Verhüllung des Gesichts rechtlich sanktioniert und welche Argumente (z. B. Schutz der öffentlichen Ordnung) dabei ins Feld geführt werden.

Was bedeutet das Konzept der "Subalternität" im Kontext dieser Studie?

Es dient dazu, muslimische Frauen als Gruppe zu verstehen, deren eigene Stimmen und Perspektiven in öffentlichen Debatten oft ignoriert oder durch "retterhafte" (neokoloniale) Narrative überlagert werden.

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Details

Titel
Zwischen Orientalismus und Subalternität
Untertitel
Wie beeinflussen koloniale Narrative die rechtlichen und gesellschaftlichen Debatten über muslimische Migrantinnen in Frankreich im Zuge des Burka-Verbotes?
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Autor
Selin Kara (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1594631
ISBN (PDF)
9783389137154
ISBN (Buch)
9783389137161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwischen orientalismus subalternität narrative debatten migrantinnen frankreich zuge burka-verbotes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selin Kara (Autor:in), 2024, Zwischen Orientalismus und Subalternität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1594631
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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