Was machen Konflikte in der Schule aus und wie sieht eine mögliche Bewältigung durch Mediation aus?


Seminararbeit, 2009

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konflikt
2.1 Begriffsklärung Konflikt
2.2 Konfliktarten
2.3 Konflikte in der Schule
2.3.1 Schule als Organisation und Lebenswelt
2.3.2 Schulische Konflikte mit ihren Besonderheiten
2.3.3 Konflikte als Chance?

3 Mediation
3.1 Definition
3.2 Herkunft und Entstehung
3.3 Ziele
3.4 Mediation in der Schule
3.4.1 Ablauf einer Mediation
3.4.2 Rolle, Aufgaben und Haltung des Mediators
3.4.3 Variationen der Schulmediation
3.4.4 Die Etablierung von Mediation in der Schule
3.4.5 Positive Erfahrungen und Probleme

4. Querverweise
4.1 Friedenspädagogik
4.2 Kooperation in der Grundschule mit vorschulischen, schulischen und außerschulischen Partnern

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.“

Martin Luther King

Mit diesem Zitat möchte ich in das sehr aktuelle Thema „Konflikte und Mediation in der Schule“ einsteigen. Bereits Martin Luther King brachte mit seiner Aussage den konfliktbehafteten Umgang mit unseren Mitmenschen auf den Punkt. Mit Konflikten aller Arten setzte sich nicht nur vor langer Zeit Martin Luther King auseinander, sondern auch heutzutage sind Lehrer und Schüler damit tagtäglich in den Schulen konfrontiert. Sowohl Lehrer mit Schülern als auch Schüler mit Schülern arbeiten sehr eng zusammen und sie werden immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Dass dabei Konflikte entstehen, ist normal, aber auch dass gegen diese Konflikte in der Schule etwas unternommen werden muss, ist selbstverständlich. Viele Schulen kümmern sich um das Thema Konfliktbewältigung, indem sie beispielsweise versuchen soziale Kompetenzen zu entwickeln und zu stärken, einen Arizona-Raum oder eben die Mediation einführen. Das Thema „Konfliktmanagement“ ist also in der Schulentwicklung der deutschen Schulen von großer Präsenz. Darum frage ich mich im Rahmen meiner Hausarbeit: Was machen Konflikte in der Schule aus und wie sieht eine mögliche Bewältigung durch Mediation aus?

Im ersten Teil meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Konflikte“. Dabei gehe ich zuerst allgemein auf Konflikte ein und im Anschluss konzentriere ich mich schwerpunktmäßig auf die Konflikte in der Schule. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Mediation. Dazu werde ich eine kurze allgemeine Einführung geben und daraufhin liegt mein Schwerpunkt wiederum auf der Schule. Zuletzt nehme ich Bezug zu den anderen zwei Veranstaltungen und schließe mit einem Fazit.

Im Folgenden werde ich bewusst auf eine Unterscheidung zwischen femininen und maskulinen Berufsbezeichnungen und Personengruppen verzichten, da dies den Text zu sehr belastet hätte

2. Konflikte

Im Kapitel Konflikte werde ich als Einstieg in das Thema eine kurze begriffliche Erklärung geben und im Anschluss auf verschiedene Konfliktarten eingehen. Im zweiten Teil dieses Kapitels geht es um die Konflikte in der Schule. Ich werde zuerst die Schule als Organisation und Lebenswelt und dann schulische Konflikte mit ihren Besonderheiten ansprechen. Zum Schluss dieses Kapitels stelle ich mir die Frage, ob Konflikte auch als Chance angesehen werden können.

2.1 Begriffsklärung Konflikt

Der Begriff „Konflikt“ wird von uns sehr häufig benützt. Doch was bedeutet ein Konflikt überhaupt?

Es ist „keine einheitliche Definition für Konflikte vorhanden“ (Glasl 1997, Schmidt-Denter 1977; In: Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich 1999, S.5). Deshalb werde ich drei verschiedene Definitionen aufzeigen, so dass ein Überblick über die Bedeutungen von Konflikten möglich ist.

Nach dem DUDEN kommt der Konflikt vom lateinischen und wird als Zusammenstoß bezeichnet. Zudem wird er als (bewaffnete, militärische) Auseinandersetzung zwischen Staaten und als Streit, Zerwürfnis, Widerstreit der Motive und Zwiespalt beschrieben (vgl. DUDEN Fremdwörterbuch 2007, S. 550).

Das Wörterbuch der Pädagogik definiert das Wort Konflikt noch etwas differenzierter: „Gleichzeitiges Auftreten von zwei oder mehreren nicht miteinander zu vereinbarenden Reaktionen auf einen Impuls. Der Begriff bezeichnet sowohl den individuellen innerlichen Widerstreit (Hass - Liebe) als auch intersubjektive Unverträglichkeiten (erwartetes gegen gezeigtes Verhalten (…)“ (Wörterbuch Pädagogik 1995, S. 327).

Georg E. Becker geht bei seiner Definition auf die Folgen eines Konflikts ein. Er spricht bei einem Konflikt von einer „Auseinandersetzung, Belastung und/oder Schwierigkeit, die bei der beteiligten Person oder den beteiligten Personen zu einer emotionalen Betroffenheit und zu einer Beeinträchtigung von unterschiedlicher Relevanz führt“ (Becker 2006, S. 17).

2.2 Konfliktarten

Konflikte werden je nach Literatur in verschiedene Konfliktarten eingeteilt. Zunächst werde ich fünf Konfliktarten erläutern die Besemer nach C. Moore (vgl. Besemer 1997, In: Schunk 2005, S. 12f) unterscheidet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sachverhaltskonflikte entstehen meistens aufgrund von Fehlinformationen, unterschiedlichen Einschätzungen von Gegebenheiten oder verschiedenen Interpretationen von Tatbeständen.

Zu den Interessenkonflikten zählen alle Konflikte, die aus Konkurrenzsituationen entstehen. Häufig geht es dabei um Ressourcenknappheit.

Beziehungskonflikte ergeben sich zu meist aus wiederholten negativen Erfahrungen mit einzelnen Personen und/oder aus sehr starken Gefühlen. Zudem ist für Beziehungskonflikte typisch, dass häufig keine Kommunikation zwischen den Streitenden mehr stattfindet und Stereotypen überdeutlich wahrgenommen werden.

Aus unterschiedlichen Einstellungen und Lebensformen entwickeln sich vorwiegend Wertekonflikte.

Hingegen sind Strukturkonflikte vor allem durch ein ungleiches Machtverhältnis bedingt.

Der Schwerpunkt der Konflikte liegt auf Sachverhaltskonflikten, Beziehungskonflikten und Interessenkonflikten. Die Konfliktarten treten zu meist nicht einzeln auf, sondern es kann zu einer Überschneidung der Konfliktarten kommen.

Eine weitere wichtige Unterscheidung von Konfliktarten trifft Christiane Simsa (vgl. Simsa 2001, S. 7f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Christiane Simsa teilt Konflikte in intrapersonelle und interpersonelle Konflikte ein. Intrapersonelle Konflikte finden im Inneren eines Individuums statt, wie zum Beispiel ein Entscheidungskonflikt. Hingegen entstehen die interpersonellen Konflikte zwischen verschiedenen Personen und Gruppen. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Interessenkonflikt handeln.

Weiterhin ist es von Bedeutung zu wissen, in welchem Stadium sich ein Konflikt befindet. Dazu wird von latenten und manifesten Konflikten gesprochen, je nach dem ob es zu feindseligen Handlungen kommt oder nicht. Ebenso wird in heiße und kalte Konflikte unterteilt. Bei heißen Konflikten wird die Auseinandersetzung offen betrieben. Kalte Konflikte finden eher im Verborgenen statt und nach außen wird Desinteresse gezeigt.

Die oben beschriebenen, verschiedenartigen Konflikte können in allen Bereichen und Lebenslagen auftreten. Doch wie gestalten sich nun Konflikte in der Schule? Im Folgenden werde ich darauf eingehen.

2.3 Konflikte in der Schule

2.3.1 Schule als Organisation und Lebenswelt

Wie die zu meiner Hausarbeit besuchte Veranstaltung „Schule als lernende Organisation“ schon besagt, ist die Institution Schule eine Organisation, in der gelernt wird.

Schulen sind auf gewisse Dauer geplante und organisierte Bildungsstätten, in denen Unterricht und Erziehung von Schülern stattfindet. Sie können nach Schulstufen und Schularten eingeteilt werden (vgl. Avenarius/Heckel 2000, In: Simsa 2001, S. 5f). Zudem gibt es öffentliche und private Schulen wobei das Schulwesen aus der Gesamtheit aller Schulen besteht.

Die Schule als gesellschaftliche Institution ist von großer Bedeutung. Neben Elternhaus und nach Tagesmüttern oder Kindergärten ist sie die wichtigste Sozialisationsinstanz für Kinder, denn sie verbringen mindestens zehn Jahre lang einen Teil ihres Alltags in der Schule. Dort sollen sie Kenntnisse, Fähigkeiten und Verhaltensmuster erwerben, welche ihr Leben in Autonomie und Mündigkeit gestalten. Des Weiteren lernen sie in Schulen verschiedenartige Normen, Wertvorstellungen, Überzeugungen, andere Kulturen und soziale Schichten kennen. Ihr Verhalten, Handeln, Fühlen und Denken wird in der Interaktion und Kommunikation mit Mitschülern und Lehrkräften beeinflusst. Das Bezugssystem Schule erweitert das persönliche Umfeld der Schüler und ist eine Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden. Sie ist also ein Teil der Lebenswelt von Schülern, Lehrern, Eltern sowie anderen beteiligten Personen (vgl. Simsa 2001, S.6).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Was machen Konflikte in der Schule aus und wie sieht eine mögliche Bewältigung durch Mediation aus?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V159510
ISBN (eBook)
9783640739905
ISBN (Buch)
9783640740383
Dateigröße
844 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikte, Schule, Bewältigung, Mediation
Arbeit zitieren
Livia Hafner (Autor), 2009, Was machen Konflikte in der Schule aus und wie sieht eine mögliche Bewältigung durch Mediation aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159510

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