Soziale Benachteiligung stellt für Kinder eine psychosoziale Belastung dar, die sich nachhaltig auf ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit auswirkt (Lampert, Schenk& Stolzenberg, 2002).
Das Konzept der Resilienz, dem der salutogenetische, ressourcenorientierte Ansatz zugrunde liegt, beschäftigt sich mit den Bedingungen, die dazu führen, dass sich Menschen trotz widriger Lebensumstände gesund und positiv entwickeln. Durch die Resilienzforschung wurden bereits viele protektive Faktoren identifiziert, die es zu fördern gilt, um Kindern in schwierigen Lebenslagen die Chance auf eine gesunde Entwicklung zu geben (Wustmann, 2004). Da gerade innerhalb der Familien, die einen niedrigen sozioökonomischen Status haben, die Förderung dieser protektiven Faktoren schwierig umzusetzen ist, erscheint die Förderung in Kindertagesstätten sinnvoll, daher gilt es die in dieser Arbeit aufgestellte These:
„Resilienzförderung in Kindertagesstätten- eine Chance für sozial benachteiligte Kinder“ zu überprüfen.
In der vorliegenden Arbeit erwartet den Leser* eine ausführlich Beschreibung des Resilienzkonzepts, in der vor allem auf die Risiko- und Schutzfaktoren, die verschiedenen Modelle der Resilienz und den Forschungsstand im Allgemeinen eingegangen wird, sowie eine Erläuterung der Möglichkeiten der Resilienzförderung in Kindertagesstätten. Dabei wird speziell auf die Schwierigkeiten in der Umsetzbarkeit des Konzepts eingegangen, die sich hauptsächlich auf ein fehlendes Gesamtkonzept zur Resilienzförderung und auf die verbesserungswürdigen Rahmenbedingungen, die in Kindertagesstätten vorherrschen, beziehen. Die Realisierbarkeit der Resilienzförderung in Kindertagesstätten wird also kritisch geprüft. Hierbei wird das Ergebnis erlangt, das Resilienzförderung in Kindertagesstätten, vor allem für sozial benachteiligte Kinder, sehr sinnvoll wäre. Sie stellt eine große Chance dar, so dass dringend daran gearbeitet werden muss, ein ganzheitliches Gesamtkonzept zur Förderung der Resilienz bei Kindern zu entwickeln und die Rahmenbedingungen für die Umsetzbarkeit zu schaffen.
*Zum besseren Textverständnis, wird in der vorliegenden Arbeit ausschließlich in maskuliner Form geschrieben. Selbstverständlich schließt dies immer auch die feminine Form mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
3. Situation der Kinder in Deutschland und Auswirkungen sozialer Benachteiligung
4. Kindertagesstätte
4.1 Elternarbeit und ihre Schwierigkeiten
4.2 „Starke Eltern- Starke Kinder“
5. Das Salutogenetische Modell von Antonovsky
5.1 Generalisierte Widerstandsressourcen
6. Definition: Resilienz
6.1 Zu den Zielen und Strategien der Resilienzförderung
6.2 Das Stress- Coping- Modell
7. Die „Kauai- Längsschnittstudie“
8. Risiko- und Schutzfaktoren
8.1 Personale Ressourcen des Kindes
8.2 Soziale Ressourcen des Kindes
9. Resilienzmodelle
10. Ansätze der Resilienzförderung in Kindertagesstätten
10.1 Beispiel für die praktische Umsetzung der Resilienzförderung in Kindertagesstätten
10.2 Programm zur Förderung von Resilienz: „I can problem solve“
11. Diskussion
12. Fazit und Ausblick
13. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht die These, dass die Resilienzförderung in Kindertagesstätten eine wesentliche Chance für sozial benachteiligte Kinder darstellt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie pädagogische Einrichtungen durch die gezielte Stärkung von Risiko- und Schutzfaktoren sowie der Förderung von Bewältigungskompetenzen dazu beitragen können, die psychosoziale Gesundheit von Kindern trotz widriger Lebensumstände nachhaltig zu verbessern.
- Salutogenetisches Modell nach Antonovsky
- Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren
- Modelle zur Resilienz und Bewältigungsstrategien (Coping)
- Praktische Konzepte zur Resilienzförderung in der Kita
- Elternarbeit und Vernetzung mit sozialen Institutionen
Auszug aus dem Buch
10.1 Beispiel für die praktische Umsetzung der Resilienzförderung in Kindertagesstätten
Die praktische Umsetzung der Resilienzförderung kann in Kindertagesstätten beispielsweise sehr gut durch die Arbeit mit Märchen und Geschichten gelingen, denn „(...) [diese sind] sehr gut dazu geeignet, resiliente (und auch nicht-resiliente) Verhaltensweisen zu veranschaulichen“ (Wustmann, 2004, S. 129), da sie den Kindern ermöglichen verschiedene Perspektiven einzunehmen und Problemlösungen nachzuvollziehen. Darüber hinaus können sie eine entspannende Wirkung mit sich bringen, da die Kinder sich ablenken und „eine Auszeit“ von ihren Sorgen und Problemen nehmen können. Damit Geschichten auch eine resilienzfördernde Wirkung zeigen, sollten sie nach Wustmann (2007) einige Kriterien erfüllen: Im Mittelpunkt der Geschichte, sollte die Bewältigung einer schwierigen Situation/ eines Problems stehen, dieses Problem sollte durch den Protagonisten und nicht durch äußere Umstände oder andere Personen gelöst werden („Eigenaktivität“). Der Protagonist sollte die Verantwortung für die Geschehnisse in seinem Leben übernehmen („Verantwortungsübernahme“) und an seine eigene Fähigkeit, die an ihn gestellten Anforderungen bewältigen zu können glauben („Selbstwirksamkeitsüberzeugung“). Er sollte eine optimistische und zuversichtliche Lebenseinstellung haben und sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen. Außerdem sollte er ein positives Selbstbild haben und sich seiner Stärken bewusst sein, was ihm dabei helfen sollte soziale Beziehungen aufzubauen und sich Hilfe und Unterstützung von außen zu holen („Selbstwertgefühl“). Zudem sollte er sich möglichst auch für andere Verantwortlich fühlen („Hilfbereitschaft/ Verpflichtungsgefühl“) (Wustmann, 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Zusammenfassung der Problematik sozialer Benachteiligung und Vorstellung der These zur Resilienzförderung in Kitas.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema Kindergesundheit in Deutschland und Erläuterung des Aufbaus der Bachelorarbeit.
3. Situation der Kinder in Deutschland und Auswirkungen sozialer Benachteiligung: Darstellung der Armutsproblematik und deren negative Konsequenzen für die kindliche Entwicklung.
4. Kindertagesstätte: Definition der Kindertageseinrichtung und Bedeutung der Elternarbeit.
5. Das Salutogenetische Modell von Antonovsky: Einführung in das ressourcenorientierte Modell der Gesundheitsentstehung.
6. Definition: Resilienz: Begriffsbestimmung und Erläuterung der Coping-Prozesse.
7. Die „Kauai- Längsschnittstudie“: Erläuterung der Pionierstudie zur Erforschung der Resilienz bei Risikokindern.
8. Risiko- und Schutzfaktoren: Analyse von Faktoren, die Entwicklungsprozesse entweder gefährden oder stabilisieren.
9. Resilienzmodelle: Übersicht verschiedener theoretischer Ansätze zur Beschreibung des Resilienzphänomens.
10. Ansätze der Resilienzförderung in Kindertagesstätten: Darstellung pädagogischer Möglichkeiten und konkreter Programme zur Förderung.
11. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den methodischen Grundlagen und der Realisierbarkeit in der Praxis.
12. Fazit und Ausblick: Zusammenfassendes Ergebnis zur Kompensationsfunktion von Kitas und Empfehlungen für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Resilienz, Gesundheitsförderung, Kindertagesstätte, soziale Benachteiligung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Salutogenese, Coping, Bewältigungsstrategien, Erziehungskompetenz, Kindesentwicklung, Frühprävention, pädagogische Praxis, Bindungsqualität, Ressourcenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Kindertagesstätten durch das Konzept der Resilienzförderung dazu beitragen können, die Entwicklungschancen von sozial benachteiligten Kindern zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche Kindesgesundheit, Armutsfolgen, das salutogenetische Modell, Resilienzforschung und die praktische pädagogische Umsetzung in Kindertagesstätten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu überprüfen, inwiefern die Resilienzförderung in Kindertagesstätten als effektive Chance für sozial benachteiligte Kinder angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Bachelorarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zur Resilienz basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Modelle (Salutogenese, Resilienzmodelle), der Forschungsstand (Kauai-Studie) sowie Ansätze und Programme für die pädagogische Praxis in Kindertagesstätten detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über die Begriffe Resilienz, Schutzfaktoren, soziale Benachteiligung, Gesundheitsförderung und Kindertagesstätte definieren.
Warum ist die Arbeit mit Eltern in Kindertagesstätten so wichtig für die Resilienz?
Da die Förderung personaler Ressourcen des Kindes alleine oft nicht ausreicht, muss auch die Beziehungsebene gestärkt werden. Die Arbeit betont, dass Eltern frühzeitig in ihrer Erziehungskompetenz unterstützt werden sollten, um als Vorbild für das Kind zu fungieren.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung der Resilienzförderung werden diskutiert?
Die Diskussion identifiziert insbesondere den Mangel an finanziellen Mitteln, unzureichende Personalressourcen, die Gefahr von Burnout bei pädagogischen Fachkräften und die Notwendigkeit einer besseren Vernetzung zwischen verschiedenen sozialen Institutionen als zentrale Hindernisse.
- Citation du texte
- Cornelia Hundertmark (Auteur), 2008, Gesundheitsförderung für Kinder - Resilienzförderung in Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159675