Habitus und Medienproduktion

Das Bourdieu´sche Habitus-Konzept im Hinblick auf das Zusammenspiel von Medienproduktion und -konsumption sowie weitere Überlegungen zur Körperlichkeit des Habitus


Seminararbeit, 2006
29 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1 Habitus und soziale Ordnung
1.1 Geschmack und Klasse
1.1.1 Legitimer Geschmack
1.1.2 Vulgarer Geschmack
1.1.3 Mittlerer Geschmack
1.1.4 Klassenlage, Geschmack und Distinktion
1.2 Habitus
1.3 Soziale Felder
1.4 Illusio und Hysteresis
1.5 Korperlichkeit und Habitus

2 Habitus-Theorie und Medienproduktion
2.1 Legitimer Geschmack und Herrschaft
2.2 Zusammenspiel von Guterproduktion und Geschmacks produktion
2.3 Bourdieu uber das Fernsehen

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Als 1979 Bourdieus La distinction. Critique sociale du jugement (Die feinen Un- terschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, 1987) erschien, war dies im Gro£en und Ganzen ein der Offentlichkeit prasentierter, empirischer Beleg seiner Habitus-Theorie, die sich als sein Lebenswerk verstehen lasst. Durch seine ethno- logischen Studien im franzosisch besetzten Algerien der 50er und 60er Jahre wur- de Bourdieu auf die gesellschaftlichen Unterschiede aufmerksam, die sich in der sozialen Praxis der Bevolkerungsmitglieder au£erten. So gut wie gar nicht vom rationalen Geist der westlichen Industrienationen erfasst, schienen die Handlun- gen der kabylischen Bauern vollig anderen Regeln zu folgen, wie sie der junge Franzose von seiner Heimat kannte. Dieses Erlebnis kann wohl als der Zeitpunkt gelten, in dem aus dem studierten Philosoph auch ein Soziologe wurde. Wieder zuruck in Frankreich folgte Bourdieu nun der Hypothese, dass sich ahnliche Ver- haltensunterschiede nicht nur zwischen Gesellschaften, sondern auch innerhalb einer Gesellschaft finden mussten, insbesondere, wenn derselben eine ausgepragte soziale Hierarchie zugrunde liegt. So fand er denn auch heraus, dass die Besetzung sozialer Positionen innerhalb der franzosischen Gesellschaft nicht zufallig ist, sondern eng mit der Verfugung uber bestimmte Kapitalien, ma£geblich okonomi- scher und kultureller Art, zusammenhangt. Diese Kapitalien, uber die ein Indivi- duum vermittels sozialer Beziehungen (soziales Kapital) beispielsweise innerhalb der Familie verfugen kann, tragen ma£geblich zum schulischen Erfolg und damit wiederum zur Vermehrung des kulturellen Kapitals bei, welches seinerseits in Form von Bildungstiteln und Berufsabschlussen den Zugang zum okonomischen Kapital bestimmt. Dies hielten Bourdieu und Passeron 1964 in Les heritiers. Les etudiants et la culture fest, einer Studie zum franzosischen Bildungssystem. So ge- sehen ist es bei Weitem keine neue Erkenntnis, wenn in Deutschland angesichts der Ergebnisse der letzten PISA-Studien auf die Korrelation von sozialer Herkunft und Bildungsweg aufmerksam gemacht und angesichts der „Entdeckung“ eines abgehangten Prekariats von vererbter Armut gesprochen wird.

Im Sommersemester 2006 wurde im Rahmen des Seminars „Geschichte und Systematik der Mediengestaltung“ an der Bergischen Universitat Wuppertal die Studie Die feinen Unterschiede in Form eines Referats vorgestellt. Wichtige Er- gebnisse der Studie sowie eine allgemeine Erklarung des Phanomens Habitus wurden ebenso referiert, wie der Versuch, einen Bezug zur Medienproduktion herzustellen. Im Folgenden soll es nun darum gehen, diese Ausfuhrungen zu ver- tiefen und auf weitere wichtige Begriffe der Bourdieu'schen Theorie einzugehen wie etwa den des sozialen Feldes, der Hexis und Hysteresis. Zudem soil die Kor- perlichkeit der Habitus-Theorie ins Blickfeld geruckt werden. Als Theorie, wel- cher ma£geblich die Inkorporierung der sozialen Welt in den korperlichen Leib zugrunde liegt, stellt sich die Frage, ob die ethnographischen Entdeckungen Bour- dieus auch ein korperlich-materielles Fundament haben, kurz, ob sich die Repro- duktion sozialer Ordnung auch auf Grundlage naturwissenschaftlicher Erkennt- nisse erklaren lasst. In Anlehnung an Lindemann wird deshalb ein Konzept der Inkorporierung vorgestellt, ein Versuch, der sich bei Bourdieu so nicht findet. Im Bezug auf Krais und Gebauer und ihre Auseinandersetzung mit dem Habitus-Be- griff soll die physiologische Materialitat des Habitus in Form neuronaler Netz- werke bzw. Schemata aufgezeigt werden.

Entlang dieser Ausfuhrungen wird aufs Neue der Versuch unternommen, die Erkenntnisse in Zusammenhang mit Medienproduktion und Medienkonsum zu bringen. So lassen beispielsweise die Ausfuhrungen von Adorno und Horkheimer in Dialektik der Aufklarung, es handle sich hierbei um einen Zirkel von Manipu­lation und ruckwirkendem Bedurfnis, einen deutlichen Bezug zur strukturierten und strukturierenden Struktur des Habitus bei Bourdieu erkennen. An geeigneter Stelle werden derartige Bezuge aufgezeigt. Zuletzt soll dann noch vorgestellt wer- den, was Bourdieu selbst zu Fernsehen und Journalismus anzumerken hat.

1 Habitus und soziale Ordnung

1.1 Geschmack und Klasse

Bei den feinen Unterschieden handelt es sich um eine empirische Studie auf Grundlage qualitativer Interviews und ethnografischer Beobachtungen einerseits und quantitativer Fragebogen andererseits. Insbesondere aufgrund der standardi- sierten Methode konnten zwischen den Jahren 1963 und 1968 insgesamt rund 1.200 Personen befragt werden. Diese wurden nach sozialen und geografischen Gesichtspunkten ausgewahlt, sie unterschieden sich somit einerseits in der Zuge- horigkeit zur sozialen Klasse (vermittels des ausgeubten Berufes) und andererseits im Wohnort (Paris, Lille oder Provinz).1 Es ging im wesentlichen darum, Ge- schmacksurteile und Lebensstile systematisch zu erfassen und Unterschiede in ih- ren Auspragungen aufzuzeigen. Von weiterem Interesse war dann, ob diese Unter­schiede mit der Klassenzugehorigkeit korrespondieren und was im Falle einer Be- statigung der Grund hierfur sein konnte.

Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass die Vermutung, Lebensstil und Geschmack stunden in Zusammenhang mit der Klassenzugehorigkeit, bestatigt werden konnte. Diesem Umstand trug man in der Formulierung von drei Ge- schmacksdimensionen Rechnung: dem legitimen, dem mittleren und dem popula- ren Geschmack.2

1.1.1 Legitimer Geschmack

Diese Form des Geschmacksurteils kennzeichnet im Wesentlichen eine asthetische Einstellung und das, was Bourdieu den reinen Blick nennt. Die asthetische Einstel- lung druckt sich bei der Betrachtung von Kunstgegenstanden insbesondere im Primat der Form uber die Funktion aus.3 Der asthetische Betrachter ist demnach mehr als jeder andere in der Lage, zwischen dem Gegenstand der Abbildung und seinem Abbild zu unterscheiden. Es ist fur ihn nicht so wichtig, was gezeigt wird, sondern wie es gezeigt wird. Eine Fotografie, die Kohlkopfe zeigt, kann fur ihn genauso schon sein, wie jene, die eine Erstkommunion abbildet, interessanter ist erstere fur ihn aber allemal.4 Was sich hier einstellt, ist eine Form asthetischer Dis- tanzierung, die anerkennt, dass das, was man sieht, eben nicht mehr ist als man sieht und vor allem: auch nicht mehr sein will und mehr sein muss. Das Vermogen des Astheten besteht deshalb auch darin, „gegenuber bereits asthetisch konstitu- ierten Objekten [...] eine rein asthetische Betrachtungsweise einzunehmen und [...] beliebige oder gar ,vulgare‘ [...] Gegenstande zu asthetischen zu stilisieren [...].“5 Insbesondere in der Auseinandersetzung mit den vulgaren Dingen zeigt sich seine transponierbare Einstellung6, wenn er etwa beim Anschauen eines leichten Filmes seine Aufmerksamkeit weg von den Protagonisten und deren Handlung hin zu den abstrakten Formen wendet. Durch die Wahrnehmung und Dechiffrierung von Stilmerkmalen setzt er das zu Sehende in Relation zu bereits Gesehenem, wodurch ihm ein Urteil bar jeder emotionalen Involviertheit moglich ist. Der legitime Ge- schmack verweigert sich daher jeder Form des Sich-einbringens, der leichten Ver- fuhrung und der kollektiven Begeisterung.7

Der reine Blick ist nun eben eine Form des Sehens, worin samtliche dieser Fahigkeiten kumulieren. Ihn zeichnet eine Unvoreingenommenheit durch das Weltliche bzw. Gesellschaftliche aus, welche eine Distanz zu den Dingen uber- haupt erst ermoglicht. Der reine Blick beinhaltet deshalb „einen Bruch mit der alltaglichen Einstellung zur Welt, und bezeichnet darin gerade auch einen Bruch mit der Gesellschaft. “8 Er ermoglicht, alles Menschliche - Leidenschaften, Emp- findungen und Gefuhle - aus der Betrachtung herauszuhalten, ebenso wie alles Gewohnliche.

Was ist aber nun eigentlich das Legitime am legitimen Geschmack? Wie wir gleich noch sehen werden, ist der legitime Geschmack im Vergleich zu seinem Pendant, dem vulgaren Geschmack, unvoreingenommen, es lasst sich auch sagen, er ist gewisserma£en unverdorben. Der legitime Geschmack ist befreit von der Be- fangenheit, die der Lebensalltag vermittelt, er ist somit rein und fur-sich. Das mag zwar ein qualitativer Unterschied sein, aber Legitimitat, gedacht als eine Form der Rechtma£igkeit oder Gesetzma£igkeit mit Anspruchscharakter, ergibt sich hieraus noch nicht. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn Legitimitat hier ein Herr- schaftsverhaltnis des oberen Geschmacks uber alle Klassen hinweg meint. Dann namlich musste in der Tat der legitime Geschmack der herrschenden Klasse durch die niederen Klassen anerkannt sein. Ob das sein kann oder vielleicht sogar ist, soll hier zunachst ausgeklammert bleiben. Um es einfacher zu machen, soll der legitime Geschmack an dieser Stelle nur aus der Warte der Herrschenden bzw. O- berschicht als einer Klasse fur-sich betrachtet werden. Es ist ganz klar, dass der legitime Geschmack innerhalb dieser Kreise selbst legitim ist, sich die Angehori-8 gen zu den Prinzipien dieses Geschmacksurteils bekennen und die ihm unterlie- gende Logik anerkennen. Erst durch diese Anerkennung und hiernach ausgerich- tetem Verhalten, ist ein storfreier sozialer Verkehr innerhalb dieser Kreise moglich und erst durch diese Anerkennung (die, wie wir sehen werden, freilich kein Akt bewusster Handlung sein muss) kann Geschmack uberhaupt legitim sein. Im glei- chen Zug wird dieser jedoch auch zu einem Konstituens der herrschenden Klasse, das Exklusivitat verleiht, indem es Grenzen schafft und Ausschluss ermoglicht. Der legitime Geschmack ist somit das herrschende Urteil innerhalb der Ober- schicht und all diejenigen, die sich zu dieser Schicht zahlen, haben sich dieser Herrschaft zu unterwerfen.9 Gleiches gilt fur Aufsteiger aus unteren Gesellschafts- schichten: Ein Zugang zu den oberen Kreisen wird ihnen nur dann moglich, wenn sie den dort vorherrschenden Geschmack anerkennen und dadurch aufs Neue le- gitimieren. All diejenigen hingegen, denen dies Kraft ihres kulturellen Erbes nicht moglich ist oder die sich bewusst dieser Anerkennung verweigern, bleiben au£en vor.

1.1.2 Vulgarer Geschmack

Das Urteil des vulgaren Geschmacks steht gewisserma£en in Opposition zu dem des legitimen. Es zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es nicht differenziert, so ist ihm beispielsweise keine Unterscheidung von Kunst und Alltag inne, was auf zweierlei Art zum Ausdruck kommt. Zum einen wird erwartet, dass ein Bild eine Funktion erfullt oder ihm eine Gebrauchsweise zugeordnet werden kann.10 Ein reines Fur-sich-stehen vermag dieser Geschmack nicht anzuerkennen. Zum anderen lasst der vulgare Geschmack keine Trennung von Abgebildetem und Ab- bildung zu, fur ein schones Foto beispielsweise ist nicht nur die Art der Darstel- lung relevant, sondern vielmehr auch die Schonheit des abgelichteten Gegenstan- des bzw. Szenarios - so macht sich ein Sonnenuntergang auf einem Foto immer gut, Kohlkopfe hingegen sind eher hasslich und viel mehr noch: nichtssagend.11

Das Geschmacksurteil des Vulgaren ist in jedweder Form prajudiziell und eigentlich findet gar keine Auseinandersetzung mit dem zu beurteilendem Gegen- stand statt, sondern nur mit samtlichen Schemata (gut/bose, schon/hasslich, kon- form/nicht konform), die diesem vorgelagert sind. Findet sich beispielsweise kein Vorbild in der Natur, an dem man die Abbildung messen konnte, so greift der vulgare Geschmack auf die seiner sozialen Umwelt innewohnende Moral und Norm zuruck.12 Alles in allem erkennt Bourdieu in diesem Geschmacksurteil auch eine anti-kantianische Asthetik, die dem Interesse der Sinne folgt, statt einem inte- resselosem Wohlgefallen. Mehr als jeder andere, lasst sich der vulgare Geschmack von Oberflachlichkeit und Glanz verfuhren, er „ist jederzeit noch barbarisch, wo er die Beimischung der Reize und Ruhrungen zum Wohlgefallen bedarf, ja wohl gar diese zum Mafistabe seines Beifalles macht.“13 Diese Form der Naivitat und Leichtglaubigkeit fuhrt auch dahin, dass der vulgare Geschmack mehr als jeder andere geschaffen ist, um zu amusieren und dies, wie Neil Postman gezeigt hat, im Zweifelsfall bis zum Tode.14

1.1.3 Mittlerer Geschmack

Wahrend legitimer und vulgarer Geschmack in einem antagonistischen Verhaltnis zueinander stehen, welches auch dadurch gekennzeichnet ist, dass sich jeweils der eine nicht ohne Verneinung des anderen beschreiben lasst15, ist der mittlere Ge­schmack beides und doch nichts von beidem - legitim und vulgar. Wie wir noch sehen werden, sind Klassenlage und Geschmacksurteil auffallend miteinander verbunden und sich Kraft des eigenen kulturellen Erbes bzw. Kapitals einem der beiden Geschmacker zurechnen zu konnen, ist gleichsam mit einem gesellschaftli- chen Auf- oder Abstieg verbunden. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der mittlere Geschmack, der schon allein deshalb nicht genau beschrieben werden kann, weil er sich in Abhangigkeit der Nahe zu einer seiner Grenzen (nach oben oder unten) verandert. Im Bestreben eines sozialen Aufstieges etwa ist er in der Lage sich die minderbewerteten Werke der legitimen Kunste zu eigen zu machen und sich dezidiert von den Tendenzen des vulgaren Geschmacks abzusetzen. Gleicherma£en ist er aber auch noch den legitimsten Werken der minderwertigen Kunste gegenuber aufgeschlossen.16 Da sich das kulturelle Kapital des mittleren Geschmacks ma£geblich aus der schulischen Bildung speist und hierin, mehr als bei den oberen Klassen, das Verstandnis grundet, durch gute Schulbildung eine aussichtsreiche soziale Position zu erreichen, ist er mehr als der legitime und vul gare Geschmack regelgebunden, in dem er das Urteil des Ungebildeten schroff zu- ruckweist ebenso wie die Leichtigkeit des Seins, die dem Bourgois eigen ist. So kommt es, dass der mittlere Geschmack zuvorderst einer der aggressiven Distink- tion ist:

„Tatsachlich bilden sich die expliziten asthetischen Entscheidungen nicht selten in Absetzung zu denjenigen sozial nahestehender Gruppen heraus, zu denen die handgreiflichste und unmittelbarste Konkurrenz besteht. Dies gilt sicher nicht zuletzt auch im Hinblick auf jene Entscheidungen, in denen sich am nachdrucklichsten der als Anspruch wahrgenommene Wille nieder- schlagt, sich von sozial weiter unten stehenden Gruppen abzusetzen [...].“17

Der Wille zur Unterscheidung nach unten findet sich auch in der Absetzung zum Geschmack der Intellektuellen oder des Gro£burgertums. Hier kommen wieder die ethischen Tugenden zum Vorschein, die sich ganz am praktischen Wert des Arbeitsflei£es messen, eben der Tugenden, der diese Klasse ihre eigene Stellung verdankt.18

1.1.4 Klassenlage, Geschmack und Distinktion

Es durfte bis hier hin schon deutlich geworden sein, welche soziale Position mit welchem Geschmacksurteil zumindest annaherungsweise in Verbindung steht. Beim mittleren Geschmack, wie zuletzt gezeigt, ist eine Zuordnung der Mittel- klasse moglich, die sich aus den Angehorigen des traditionellen und neuen Klein- burgertums zusammensetzt. Bourdieu zahlt zu ihnen beispielsweise Techniker, Volksschullehrer und mittlere Fuhrungskrafte. Der vulgare Geschmack korreliert hingegen mit der unteren Klasse der ungelernten und ausgelernten Arbeiter und Facharbeiter sowie des Dienstpersonals. Der legitime Geschmack entspricht ganz der Oberklasse, mit ihren Hochschullehrern, Kunstschaffenden, hohen Fuhrungs- kraften im offentlichen wie im privaten Sektor sowie Gro£burgern und Industrieunternehmern.19

Wie gesagt, ist eines der Merkmale des legitimen Geschmacks das Vermo- gen, die Form eines Gegenstandes uber seine Funktion erheben zu konnen. Genau hierin ist auch das Muster erkennbar, dass die sozial unterschiedlichen Ge- schmackspragungen verstandlich erscheinen lasst. Diese gehen namlich mit einer je verschiedenen Distanz zur Notwendigkeit einher.20

[...]


1 Vgl. Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frank­furt a.M. 1987, S. 784f.

2 Vgl. ebd., S. 36f.

3 Vgl. ebd., S. 58

4 Vgl. ebd., Tabellen auf S. 70 u. 72

5 Ebd., S. 80

6 Ebd., S. 56

7 Vgl. ebd., S. 68f.

8 Ebd., S. 62

9 Dabei mag es freilich so sein, dass diese Herrschaft nicht als solche empfunden wird. Wer nichts anderes kennt als den goldenen Kafig, wird schwer feststellen konnen, ein Gefangener zu sein. Fur die Angehorigen dieser Klasse ist der legitime Geschmack einfach ohne Alternative, ebenso wie es fur die anderen der vulgare ist.

10 Vgl. ebd., S. 82f.

11 Vgl. ebd., Tabellen auf S. 74 u. 76

12 Vgl. ebd., S. 82

13 Immanuel Kant zit. n. Bourdieu a.a.O., S. 83f.

14 Vgl. Neil Postman: Wir amusieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungs- industrie, Frankfurt a.M. 1988

15 So schreibt Bourdieu beispielsweise, „dass sich der ,reine‘ Blick nur schwer beschreiben lafit, ohne dafi im selben Akt auch der naive Blick, gegen den jener sich definiert, beschrieben wird - und umgekehrt.“ (Bourdieu a.a.O., S. 63) Diesen Interdependenzen verleiht der Autor dann auch im Arrangement der Kapitel seines Werkes Ausdruck. Im Wechsel folgen hier die Beschrei- bungen zu asthetischer Einstellung, reinem und barbarischem Geschmack, popularer Asthetik, asthetischer Distanzierung und anti-kantianischer Asthetik.

16 Vgl. Bourdieu a.a.O., S. 38 sowie die Histogramme auf S. 40f.

17 Ebd., S. 111

18 Vgl. ebd., S. 86ff.

19 Vgl. ebd., S. 37 u. 784ff.

20 Vgl. ebd., S. 100ff.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Habitus und Medienproduktion
Untertitel
Das Bourdieu´sche Habitus-Konzept im Hinblick auf das Zusammenspiel von Medienproduktion und -konsumption sowie weitere Überlegungen zur Körperlichkeit des Habitus
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Geschichte und Systematik der Medienproduktion
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V159798
ISBN (eBook)
9783640725137
ISBN (Buch)
9783640864812
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habitus-Theorie, Bourdieu, Körpersoziologie, Massenmedien, Bevormundung, Die feinen Unterschiede, Distinktion, Hysteresis, Hexis, Illusio, Geschmack, Geschmacksurteil, Gesellschaftsklassen, soziale Ungleichheit
Arbeit zitieren
Christian Heitland (Autor), 2006, Habitus und Medienproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159798

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