Seit jeher trachten die Menschen danach, sich in Wettkämpfen zu messen, um den Schnellsten, Stärksten oder Geschicktesten zu ermitteln. Das Streben danach, zu den Besten zu gehören, scheint in der Natur des Menschen fest verankert zu liegen.
Schon früh erkannte man, dass zielgerichtetes Trainieren zu einem besseren Ergebnis im Wettkampf führt. Nicht nur im Hochleistungssport, sondern auch im Breiten- und Schulsport stellt sich immer die gleiche Frage: Wie kann die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflusst werden, um so ein optimales Leistungsniveau zu erreichen?
Es gibt verschiedene Wege Lösungsmöglichkeiten auf diese Frage zu finden. Neben der Ausprägung von Fertigkeiten eines Sportlers und der physiologischen Vorbereitung spielt auch der psychologische Aspekt dabei eine herausragende Rolle. Die Relevanz des Letzteren wird deutlich, führt man sich einmal die typischen Rechtfertigungen eines Sportlers nach einer Niederlage vor Augen: „Ich habe mich heute einfach nicht gut gefühlt“, „Ich habe meine Konzentration verloren“, „Ich war nicht aggressiv genug“, oder „Ich hab´ mir selbst eingeredet, dass ich gegen ihn verlieren würde“.
All dies sind triftige und durchaus nachvollziehbare Gründe für eine schwache Leistung. Dennoch liegen alle innerhalb unserer Einflussmöglichkeiten.
Im Folgenden soll das Hauptaugenmerk auf die psychologische Bereitschaft und Verfassung, also auf die Motivation des Sporttreibenden gelegt, und ihre Relevanz für die sportliche Leistung herausgearbeitet werden.
Auf Grund der Breite und Tiefe des Themenbereichs „Motivation“ werde ich mich auf bestimmte Aspekte beschränken (siehe Inhaltsverzeichnis).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung Motiv und Motivation
2.1 Motiv
2.2 Motivation
2.3 Alltäglicher vs. fachpsychologischer Motivationsbegriff
2.4 Entstehung von Motiven und Motivarten
2.4.1 Die Triebtheorie nach FREUD
3 Die Leistungsmotivation
4 Intrinsische vs. Extrinsische Motivation
5 Motiviert werden, motiviert bleiben
5.1 Die Wirkung der Persönlichkeit auf die Motivation
5.2 Die Beeinflussung der Motivation durch Veränderungen
5.3 Die Auswirkung der Ergebnisanalyse auf die Motivation
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Dimension sportlicher Leistungsfähigkeit und analysiert, wie Motivation als steuerbare Größe den Erfolg im Sport beeinflussen kann. Das zentrale Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie auf den sportlichen Kontext zu übertragen und aufzuzeigen, wie Sportler durch mentale Strategien und den bewussten Umgang mit Erfolg und Misserfolg ihre Leistungsbereitschaft aktiv optimieren können.
- Grundlagen der Motivationspsychologie und Abgrenzung der Fachbegriffe
- Die Rolle der Leistungsmotivation bei Sportlern
- Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Der Einfluss individueller Persönlichkeitsmerkmale auf das Motivationsgefüge
- Strategien zur aktiven Aufrechterhaltung und Steigerung der Motivation
Auszug aus dem Buch
5.1 Die Wirkung der Persönlichkeit auf die Motivation
Grundsätzlich verspürt kein Sportler Spaß oder Lust am Verlieren. Dennoch nimmt jeder solche Erlebnisse anders auf. In der Persönlichkeit eines Menschen spricht man generell von zwei Merkmalen, die sich individuell verschieden auf die Motivation auswirken. Zum einen ist es die Hoffnung auf Erfolg (HE), zum anderen die Furcht vor Misserfolgen (FM). Erstere bezeichnet den naturgegebenen Drang sich Situationen der Herausforderung zu stellen. Im Sport bedeutet dies, den Wettbewerb mit anderen Athleten zu suchen.
Die Furcht vor Misserfolgen beschreibt die Art und Weise, wie ein Sportler mit Niederlagen oder Misserfolgen umgeht und in welchem Maße die Motivation darunter leidet. Bei stark ausgeprägter FM ist dann oftmals sinkendes Selbstbewusstsein und Selbstzweifel die Folge (vgl. TERRY 1990, 29).
Die Ausprägung der beiden Persönlichkeitsfaktoren kann in gänzlich unterschiedlicher Weise auftreten und auch im Verhältnis zueinander variieren. Demnach gibt es Menschen, die auf Grund ihrer Persönlichkeit eher das Potential zum Topathleten mitbringen als Andere.
Die Abbildung 1 und 2 zeigt zwei Extrembeispiele für unterschiedliche Persönlichkeitstypen und deren daraus resultierende Denkens- und Handlungsweisen (vgl. TERRY 1990, 31).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der psychologischen Verfassung für sportliche Leistungen ein und stellt die Relevanz der Motivation für das Erreichen eines optimalen Leistungsniveaus dar.
2 Begriffsbestimmung Motiv und Motivation: Dieses Kapitel liefert eine wissenschaftliche Fundierung der Begriffe Motiv und Motivation und erläutert deren Entstehung sowie die theoretischen Ansätze der Triebtheorie nach FREUD.
3 Die Leistungsmotivation: Hier wird die Leistungsmotivation als eine individuell unterschiedlich ausgeprägte Verhaltensdisposition betrachtet, die maßgeblich durch Erfahrungen und Trainingsumfelder geprägt wird.
4 Intrinsische vs. Extrinsische Motivation: Dieses Kapitel beleuchtet die Unterscheidung zwischen innerem Antrieb und äußeren Belohnungsreizen und deren notwendiges Zusammenspiel im Sport.
5 Motiviert werden, motiviert bleiben: Der Fokus liegt auf der aktiven Beeinflussbarkeit der Motivation durch Persönlichkeitsmerkmale, externe Veränderungen und die bewusste Analyse von Sportergebnissen.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass mentale Trainingsformen und eine bewusste Steuerung der psychologischen Verfassung unerlässliche Voraussetzungen für sportlichen Erfolg auf jedem Leistungsniveau sind.
Schlüsselwörter
Motivation, Sportpsychologie, Leistungsmotivation, Mentales Training, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Persönlichkeitsmerkmale, Hoffnung auf Erfolg, Furcht vor Misserfolg, Athlet, Leistungsniveau, Triebtheorie, Ergebnisanalyse, Sportliche Fertigkeiten, Selbstmotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen Komponente des Sports, insbesondere damit, wie Motivation die sportliche Leistung beeinflusst und wie diese gezielt gesteuert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinitionen von Motiv und Motivation, die Leistungsmotivation, die Differenzierung zwischen intrinsischen und extrinsischen Impulsen sowie Strategien zur aktiven Aufrechterhaltung der Motivation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Funktionsweise der psychischen Leistungsbereitschaft zu schärfen, um Sportlern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Motivation und den Umgang mit sportlichem Erfolg oder Misserfolg aktiv kontrollieren können.
Welche theoretischen Methoden werden herangezogen?
Die Arbeit stützt sich auf sportpsychologische Fachliteratur und theoretische Modelle, darunter die Triebtheorie nach Freud sowie Ansätze zur Leistungsmotivation von Forschern wie Heckhausen und Terry.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Motivationsformen, die Betrachtung der Persönlichkeit als Einflussfaktor und die Diskussion darüber, wie durch Veränderungen und Ergebnisanalyse die Motivation beeinflusst werden kann.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Motivation, Leistungsmotivation, Intrinsik, Extrinsik, Erfolgshoffnung, Misserfolgsfurcht und Mentales Training.
Wie beeinflusst die Persönlichkeit laut Text die Motivation eines Sportlers?
Die Persönlichkeit beeinflusst das Handeln durch die individuelle Ausprägung der "Hoffnung auf Erfolg" und der "Furcht vor Misserfolg", was maßgeblich bestimmt, wie ein Athlet mit Druck und Wettkampfsituationen umgeht.
Warum ist laut Autor die Ergebnisanalyse nach einem Wettkampf so wichtig?
Die Analyse entscheidet darüber, ob der Sportler eine positive Lehre aus dem Ergebnis zieht und sich motiviert fühlt, oder ob er in Selbstzweifel verfällt, die seine langfristige Leistungsentwicklung hemmen könnten.
- Arbeit zitieren
- Daniel Scheibelhut (Autor:in), 2005, Motivation im Sport – Mental zum Erfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159817