Parteienvertreter in den Printmedien. Das Fallbeispiel Berner Zeitung.


Seminararbeit, 2003

36 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Innhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Medien in der Vermittlung von Politik
2.1 Instrumenteller Politikvollzug
2.2. Expressive „Selbst-Darstellung“ der Politik
2.3. Mediale „Fremd-Darstellung“ der Politik: Die Journalisten und ihre Auswahlkriterien

3. Das Verhaltnis zwischen Medien und Politik: Antagonie oder Symbiose?

4. Die Politiker: was zieht sie in die Medien?

5. Das Publikum

6. Parteienvertreter in der Berner Zeitung BZ - eine deskripitive Untersuchung
6.1. Die Berner Zeitung BZ
6.2. Die Daten der Erhebung
6.3. Allgemeine Prasenz von Parteienvertretern in der Berner Zeitung: Die am haufigsten in der BZ auftretenden Parteienvertreter
6.4. Parteienvertreter und ihre raumliche Prasenz: Wer schafft es, einem Artikel seinen Stempel aufzudrucken?
6.5. Parteien und Anzahl Parteienvertreter
6.6. Aussagen zur Demographie, zur Verteilung der Geschlechter und zur Positionierung der Nationalrate in den Medien auf der Links-Rechts Achse
6.7. Medienauftritte und Themen
6.7. a.) Parteienpolitik
6.7. b.) Sachpolitik
6.8. Parteienvertreter und unterschiedliche Textformen
6.9. Parteienvertreter und optische Prasenz

7. Zusammenfassung und Schluss

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen

Abbildung 1: Totalanzahl Medienauftritte pro Partei

Abbildung 2: Anzahl Aussagen zu den einzelnen Issues

Tabelle 1: Parteienvertreter mit einer hohen Prasenzhaufigkeit

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Die vorliegende Seminararbeit zum Thema "Parteienvertreter in den Printmedien" versucht aufzuzeigen, welche Faktoren fur die Printmedienauftritte von Politikern entscheidend sind und welche Politiker besonders haufig und in dominanter Weise in die Medien kommen. Nach der Darlegung des gegenwartigen Forschungsstandes in der Literatur widmet sich die Arbeit einer quantitativen Inhaltsanalyse der Berner Zeitung, mit deren Hilfe aufgezeigt werden soll, zu was fur Resultaten die Selektionskriterien dieser Zeitung fuhren.

1. Einleitung

Welche Parteienvertreter gelangen in die Printmedien? Warum gelingt einzelnen Parteienvertretern der Schritt in die Offentlichkeit immer wieder, anderen nie? Welche Issues dominieren die Berichterstattung uber Parteienmitglieder? Diese und andere Fragen waren bei der vorliegenden Arbeit leitend. In einem ersten Schritt werden die bezuglich des angesprochenen Fragenkomplexes relevanten Ergebnisse aus der Literatur diskutiert. Ich versuche auf die Rolle der Medien bei der Politikvermittlung eine Antwort zu geben und herauszukristallisieren, nach welchen Selektionskriterien Journalisten Parteienvertreter[1] auswahlen und warum sich die Politiker auf das Spiel mit den Medien uberhaupt einlassen. Im zweiten Teil der Seminararbeit steht die Prasentation der Resultate einer quantitativen Inhaltsanalyse der Berner Zeitung vom 09. Dezember 2002 bis zum 20. Januar 2003 im Vordergrund. Die Arbeit befolgt nicht das Ziel des Aufstellens eines empirischen Modells, sondern beschrankt sich auf die Beschreibung der Datenlage in der BZ wahrend dem Erhebungszeitraum. Meine Fragestellung lautet wie folgt: "Welche Parteienvertreter[2] weisen in der Berner Zeitung BZ bezuglich Haufigkeit und Umfang die hochst Prasenz aus?"

Das Thema der vorliegenden Seminararbeit befindet sich in einer Schnittmenge verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Neben der Politikwissenschaft werden von der Thematik her gleichsam Publizistik-, Kommunikations- oder Medienwissenschaften tangiert. Die Zuordnung einzelner Aussagen zu diesen Disziplinen fallt mitunter schwierig aus. Trotzdem hoffe ich, primar Erkenntnisse zu prasentieren, die eine hohe politikwissenschaftliche Relevanz aufweisen.

2. Die Rolle der Medien in der Vermittlung von Politik

Unter Zuhilfenahme der Einteilung des politischen Vermittlungsprozesses in drei Ebenen nach Schicha / Brosda (2001: 42ff.) werden im Folgenden die Rolle der Medien bei der Politikvermittlung erlautert. Hierbei wird der Schwerpunkt auf die dritte Ebene, die mediale "Fremd-Darstellung" der Politik, gelegt.

2.1. Instrumenteller Politikvollzug

Bei dieser ersten Ebene der Politikvermittlung handelt es sich um den nicht offentlichen Kernbereich politischer Entscheidungslogik. Auf Bundesebene sind neben den Bundesratssitzungen vor allem die Kommissionen der beiden Kammern zu nennen. Mit der

Schaffung standiger Kommissionen in der Parlamentsreform 1992 erhielten diese Organe mehr Gewicht, vertreten seltener nur kurzfristige Interessen und wurden weniger anfallig auf Lobbyismus der Sonderinteressen als die fruheren ad hoc Kommissionen (Linder 1999: 200f.). Sowohl Bundesrats- wie auch Kommissionsbeschlusse gelangen nicht auf direktem Weg uber die Medien an die Offentlichkeit, sondern nur indirekt uber Pressekonferenzen oder Beschlusspapiere. Aus diesem Grund ist eine erhohte Aufmerksamkeit der Medien gegenuber Parteienvertretern die Kommissionsresultate prasentieren und gegenuber dem Bundesrat zu erwarten.

2.2. Expressive "Selbst-Darstellung" der Politik

Politisches Handeln auf dieser Ebene ist grundlegend auf die mediale Vermittlung ausgerichtet. Dazu existieren vielfaltige Adaptionen an die Bedurfnisse der Medien, welche sich in der Art der offentlichen Inszenierung und in der Wahl der angesprochenen Themen zeigen. Die Entscheidungen auf der Ebene I sollen auf der Ebene II offentlich legitimiert werden, wozu unter anderem Pressekonferenzen, parlamentarische Debatten oder eigens inszenierte Symbolereignisse dienen.

Da politischer Stil und Arbeitsweise der Eidgenossischen Rate einem Arbeitsparlament entsprechen und im Gegensatz zum Redeparlament nicht der Schlagabtausch zwischen Regierungs- und Oppositionsfraktion, sondern die Diskussion hin zu neuen Problemlosungen im Zentrum steht, ist die offentliche Parlamentsdebatte fur die mediale Vermittlung weniger geeignet. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Voten von Parlamentariern wahrend der Debatten eher selten Widerhall in den Medien finden. Die Kommunikation zwischen Parlamentariern und Journalisten findet in der Wandelhalle statt. Wer im National- oder Standerat ein "Vielredner" ist, kann nicht automatisch mit einer adaquaten Berucksichtigung in den Medien rechnen[3]. Zu prufen ware dabei fur die Schweiz eine partielle Anpassung an die Bedurfnisse der Massenmedien, wie sie im Rahmen einer Reform der Plenardebatte 1995 in Deutschland stattfand. Mittels der Einfuhrung einer Kernzeitdebatte am Donnerstagmorgen, wo Themen von allgemeinem offentlichen Interesse behandelt werden, wurde hier das Ziel verfolgt, eine moglichst hohe Prasenz der Parlamentarier im Plenum herzustellen und die Medien durch die bewusste Themenwahl zu einer ausfuhrlicheren Berichterstattung uber die Verhandlungen zu bewegen (Marschall 2002: 150f.).

Das etwas dustere Bild von gegen Windmuhlen redenden Parlamentariern erfahrt mit der Berucksichtigung eines anderen Aspektes Schweizerischer Politik eine gewisse Aufhellung: Die im internationalen Vergleich eher geringe Fraktionsdisziplin. Anders als in reinen parlamentarischen Systemen, wo diese ein systemnotwendiges Kriterium darstellt und wenig Raum fur Parlamentarier mit grundsatzlich von der Fraktion abweichender Meinung zulasst, fuhlen sich Schweizer Parlamentarier nicht nur ihrer Fraktion verpflichtet, sonder vertreten auch von der Fraktionsmeinung abweichende Interessen. Damit sind die institutionellen Voraussetzungen fur eine hohe individuelle Prasenz der Parlamentarier eigentlich gunstiger als bspw. in Deutschland, wo den Fraktionen ein sehr starkes Gewicht zufallt und damit der Kreis der fur die Presse relevanten Personen auf die Opinion-Leaders des Regierungslagers eingeschrankt wird (Linder 1999: 193ff). Ob im internationalen Vergleich bezuglich der Medienprasenz von Parlamentariern in den Plenardebatten der Nachteil des eher deliberativen Charakters der Eidgenossischen Rate gegenuber den hitzigen Debatten in andern Landern oder der Vorteil des geringeren Fraktionszwanges mit der Moglichkeit zur freieren Meinungsausserung uberwiegt, ist meines Wissen eine zu untersuchende Frage.

Im Gegensatz zum Parlament stehen dem Bundesrat viele Kommunikationskanale offen. Neben den stark beachteten Pressekonferenzen verfasst dieser vor Abstimmungen das Abstimmungsbuchlein oder erhalt zur besten Sendezeit die Moglichkeit, seine Meinung im Fernsehen zu vertreten. Hierbei kommt dem Bundesrat zu gute, dass Journalisten im Zweifelsfall die Tendenz haben, den Standpunkt der Behorden einzunehmen. "Diese Obrigkeitsfreundlichkeit hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sie (die Journalisten, Anm. A.Z.) taglich mit den Behorden zu tun haben und sie damit 'verstehen' lernen. Zudem sind sie auch vom Zugang zu den offiziellen und weniger offiziellen Informationen der Behorden abhangig" (Kriesi 1994: 237). Rund die Halfte der Bundeshausjournalisten ist bereit, ihre PR-Leistung der Gesamtsache, namlich Regierung und Parlament, zukommen zu lassen (Saxer 1992: 107). Der Bundesrat darf daher mit einer Berichterstattung rechnen, die in seinem Sinn liegt.

2.3. Die Mediale „Fremd-Darstellung“ der Politik: Die Journalisten und ihre Auswahlkriterien

"Die mediale Darstellungsebene ist der wesentliche Bezugspunkt des politischen Darstellungshandelns. Ihre 'Fremd-Darstellungen' des politischen Vollzugs sind in komplexen, ausdifferenzierten Gesellschaften die primare Informationsquelle der Burgerinnen und Burger uber die politischen Ablaufe ihres Gemeinwesens" (Schicha /Brosda 2002: 44).

Medien sammeln Informationen, unterziehen diese einer ausfuhrlichen Selektion und verbreiten sie anschliessend ins massenmediale Publikum. Wahrend diesem Prozess wird nach den medienspezifischen Kriterien ebenfalls entschieden, welche politischen Akteure die Offentlichkeit erreichen und damit Einfluss ausuben konnen (Machnig 2002: 147). Die Selektion der Berichterstattungsgegenstande erfolgt im Wesentlichen uber zwei Filter: Unter der Anwendung so genannter Nachrichtenfaktoren werden fur die Berichterstattung geeignete Themen aussortiert und im zweiten Schritt mussen die Themen auf die "Prasentationslogik", d.h. auf die unterschiedlichen Inszenierungsstrategien, nach denen Medien ihre Inhalte aufarbeiten, angepasst werden (Schicha / Brosda 2002: 44). Alle berichteten Ereignisse werden zugunsten der Nachrichtenfaktoren verzerrt, da nach der Selektion einer Meldung der Nachrichtenwert durch die Journalisten akzentuiert betont wird (Schulz 1997: 69). Im Bezug auf die Selektion von Parteienvertreter durften aus einer Liste von Nachrichtenfaktoren (vgl. Schulz 1997: 70ff.) besonders Elite-Person (Prominenz und Status), Kontroverse, Emotionalisierung und Uberraschung von entscheidender Bedeutung sein. Das Nachrichtenwertkonzept wird von der ganzen Berufsgruppe der Journalisten mehr oder weniger stark verfolgt (Hocke 2002: 215): Qualitatszeitungen greifen in geringerem Masse auf Nachrichtenfaktoren zuruck, als Boulevardzeitungen (Gerhards 1994: 92).

Die Journalisten ubernehmen zwar bei der Prasentation der Nachrichten von den Politikern die "Darstellungshoheit", sind dabei aber den okonomischen Begrenzungen wie "knappe zeitliche Ressourcen, wachsender Konkurrenzdruck und die notwendige Ausrichtung an Rezeptionsbedurfnissen" unterworfen (ebd.: 45). Die starke Beschrankung der journalistischen Handlungsfreiheit ist in nicht zu unterschatzender Weise eine Folge der Abhangigkeit von der Werbung, welche den Medien Restriktionen in Bezug auf den Inhalt ihrer Botschaft auferlegt. "Die Presse betreibt dementsprechend eine gewisse Selbstzensur" (Kriesi 1994: 237).

Neben dem Nachrichtenwertkonzept wird oftmals vom "Gate-Keeper-Ansatz" gesprochen. Ihm zu Folge wachen die Journalisten wie Pfortner daruber, "wer oder was die Filter der medialen Selektionpassieren darf und so zur Nachricht wird" (Hocke 2002: 215).

Die Bewertungen der Politik und ihrer Akteure ist keinesfalls eine fixe Grosse, sondern im Zeitverlauf Zyklen und politischen Opportunitaten unterworfen (Machnig 2002: 148). Nach Hocke (2002) werden unter solchen Zyklen der Aufmerksamkeit Zeitabschnitte verstanden, "in denen einzelnen Themen (z.B. dem Waldsterben) von der Offentlichkeit und / oder den Massenmedien besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird" (2002: 214). Gefahrlich ist die allgemeine Tendenz der Medien in modernen Gesellschaften, Politik zunehmend als Kampf um Karrieren darzustellen. Nach Jurg Steiner fuhrt dies in der Bevolkerung namlich zu zunehmendem Zynismus uber die Politik, was sich letztlich auf die politische Kultur eines Landes auswirkt (vgl. Steiner 1994: 113-130).

Einen bedeutenden Einfluss auf die Politik konnen die Medien durch die intensive Darstellung bestimmter Sachverhalte ausuben. Die Bevolkerung bevorzugt automatisch Politiker, die sie fur kompetent halt, die vorliegenden, primar den Massenmedien entnommenen, Probleme zu losen (Kepplinger 1998: 366). Fur den Erfolg eines Politikers ist es daher wichtig, dass diejenigen Themen in der Berichterstattung im Zentrum stehen, wo ihm die grosste Problemlosungskompetenz zugeschrieben wird (Brettschneider 1999: 85). Als Beispiel eines Politikers, der Opfer einer fur ihn ungunstigen "Priming-Strategie" der Medien wurde, wird haufig Georg Bush, der Vater des heutigen amerikanischen Prasidenten Georg W. Bush genannt. Wahrend dem zweiten Golfkrieg auf einem Popularitatshoch, sackten seine Werte gegen Ende des Krieges in den Keller, weil sich Medien wieder vermehrt innenpolitischen Themen, fur deren Losung Bill Clinton der geeignetere Mann zu sein schien, zuwandten (vgl. Brettschneider 1999: 86). Aktualitat ist die letztlich dominierende Routine eines Zeitungssystems, dessen Argumentation sich auf eine schmale Gegenwart konzentriert (Saxer 1996: 262).

Aus der Sicht der neuen politischen Okonomie hat ein Journalist keinen immanenten Anreiz, moglichst kompetent zu sein, weil rationale Rezipienten gar kein Bedurfnis haben, sich mit komplizierter und ausfuhrlicher Information auseinanderzusetzen (Weimann 2001: 411). So ist es nicht erstaunlich, dass sich die mediale Aufmerksamkeit gerne Ereignissen zuwendet, die von Einzelpersonen bestimmt oder reprasentiert werden (Meyer 2001: 48).

3. Das Verhaltnis zwischen Medien und Politik: Antagonie oder Symbiose

Wenn man von "Politik" spricht, gilt es eine weitere Differenzierung vorzunehmen. Die mehrdimensionale Begriffsdefinition aus dem angelsachsischen Raum, welche Politik in Polity, Policy und Politics gliedert, bietet Hand zur naheren Betrachtung der massenmedialen Funktionen in unterschiedlichen Politikdimensionen.

In der Polity-Dimension, welche die "institutionellen Formen des politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesses" (Schmidt 1995: 726) umfasst, interessieren vor allem die Einbettung der Medien in das Gesamtsystem der demokratischen Institutionen und die gegenseitigen Ruckwirkungsprozesse. Wie Frank Marcinkowski (1998: 1) schreibt, ist in diesem Zusammenhang primar die Herausbildung neuer institutioneller Formen der politischen Offentlichkeitsarbeit untersucht worden.

Die Policy-Dimension, welche begrifflich fur "die planvolle Behandlung und Fuhrung einer bestimmten sachlichen Angelegenheit" (Max Weber zit. in Schmidt 1995: 725) steht, kann entlang dem so genannten Policy-Cycle beschrieben werden (vgl. dazu Von Prittwitz 1994: 57ff.). Dieser Policy-Cycle besteht aus sechs Stadien: (1) Problemwahrnehmung (Initiation), (2) Vorabschatzung von Handlungsalternativen (Estimation), (3) Programmbildung und Entscheidung (Selection), (4) Programmvollzug (Implementation), (5) Wirkungskontrolle (Evaluation) und (6) Handlungskorrektur (Termination) (von Prittwitz 1995: 57). Die Medien haben entlang des Policy-Cycle unterschiedlichen Einfluss. Es ist anzunehmen, dass sie insbesondere bei der Initiation als auch bei der Evaluation eine Rolle spielen, wahrend ihre Bedeutung in der Politikformulierung und -implementierung eher gering sein durfte. Unbestrittener Massen sind Medien sensibler fur neue Themen. Sie machen auf neue Themen aufmerksam und dienen so den politischen Akteuren als Fruhwarnsystem. Dass die Medien auch wesentlich bei der Erarbeitung von Losungsvorschlagen mithelfen, wie Scherrer (2002: 138) mit Bezugnahme auf andere Autoren schreibt, scheint mir im schweizerischen Kontext eher unplausibel zu sein. Es lasst sich konstatieren, dass die Forschungslage auf diesem Gebiet alles andere als befriedigend ist und empirische Fallstudien weitgehend fehlen (Marcinkowski 1998: 2).

In der Politics-Dimension, wo die prozessualen Vorgange, das Spiel um Macht, die Durchsetzung von Interessen oder die Konsensfindung im Zentrum stehen, wird untersucht, wie sich die Massenmedien auf das Macht- und Krafteverhaltnis der politischen Akteure zueinander auswirken. Diesem Teil der Politik wird in der Literatur zu den gegenseitigen Wirkungen von Massenmedien und Politik eindeutig am meisten Aufmerksamkeit gewidmet. In diesen Bereich fallen alle Fragen der Medienprasenz von Parteienvertretern und damit auch der Gegenstand der vorliegenden Seminararbeit.

Die Frage nach dem Verhaltnis zwischen Medien und Politik ist haufig Gegenstand kommunikationswissenschaftlicher Studien und wird nicht einheitlich beantwortet. Wahrend Meyer (2001) von der "Kolonialisierung der Politik durch die Medien" spricht, gibt es auch zahlreiche Autoren, welche in den "Fesseln der Politik" eine Gefahr fur die Unabhangigkeit des Journalismus sehen. Grundsatzlich versucht die Politik mit verschiedenen Strategien so weit wie moglich selber daruber zu verfugen, wie sie in den Massenmedien prasentiert wird, wahrend den Medien im Sinne der Kontroll- und Kritikfunktion daran gelegen ist, was sie uber Politik berichten, selber zu bestimmen (Holtz-Bacha 2002: 45f.). Medien sind folglich nicht nur Kommunikationskanale, sondern weisen eine eigenstandige Rolle als Akteur auf und uben auch Macht aus (Von Alemann 2002: 17). Anhanger der Dependenzthese sehen die Politik in volliger Abhangigkeit der Massenmedien. Die Instrumentalisierungsthese stellt die gegenteilige Behauptung auf, dass die Massenmedien von der Politik abhangig geworden seien (vgl. Schulz 1997: 24f.). In der Lehre dominiert heute die Sichtweise eines Interdependenzverhaltnisses zwischen den beiden Akteuren, das durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen gekennzeichnet ist. Wer in die "Opferrolle" schlupfen muss, ist nicht zum vornherein klar: "Je nach spezifischem Ereigniskontext macht manchmal die Politik, manchmal der Journalismus den Aufschlag" (Meckel 2002: 279). In Situationen hoher Aktualitat und hoher politischer Bedeutung werden politische Botschaften eher ungefiltert uber die Medien transportiert; wo es um Hintergrundberichterstattung mit investigativer Recherche geht, hat die Politik das Nachsehen, weil es hier zur Hinterfragung und Widerlegung politischer Angebote kommen kann (ebd.: 279). Frank Marcinkowski (1998) folgert in seiner empirischen Studie zu den Beziehungen zwischen Massenmedien und Politikinhalten, dass es einen Zusammenhang zwischen der Medienberichterstattung und den Handlungen im Deutschen Bundestag gibt: "Interpretiert man den Befund anhand der Responsivitatsthese, dann verhalt sich der Deutsche Bundestag nicht nur gegenuber der Bevolkerungsmeinung und ihrem Wandel hochgradig responsiv, sondern auch gegenuber der Themenstruktur der massenmedial hergestellten Offentlichkeit" (Marcinkowski 1998: 22). Da Marcinkowski seine Aussagen auf Korrelationsmasse stutzt, die keine Aussagen uber die Kausalitat zulassen, ist es auch denkbar, dass Politikinhalte die Medieninhalte bedingen (ebd.: 28). Insoweit kann die Untersuchung fur die Bestatigung der These wechselseitiger Einflussbeziehungen zwischen Medienberichterstattung und Politikinhalten herangezogen werden. Die Medien machen nach den eigenen Selektionslogiken politische Themen offentlich, wobei sie in hohem Masse auf die Informationen des politischen Systems angewiesen sind. Das politische System richtet sich, weil es die Medien fur seine Inszenierungsstrategien braucht und wegen der "konkurrenzlosen gesellschaftlichen Reichweite der Medienberichterstattung" (Schicha / Brosta 2002: 46), auf die Operationsweisen der Medien ein (vgl. Weischenberg 1996: 243). Politik, wie sie fur den Durchschnittsmenschen erlebbar ist, ist uberwiegend die Darstellung von Politik (Sarcinelli 1987: 5), ist das mediale Abbild der eigentlichen Politik (Scherrer 2002: 130). Durch offentliche Legitimationsanspruche ist der Druck auf die Politik enorm (Weischenberg 1996: 5). „An das politische System, und damit an die politischen Akteure, werden mehr und mehr hohere kommunikative Anspruche gestellt. Die Bedeutung kommunikativer Tatigkeiten fur die politische Arbeit nimmt zu. “ (Scherrer 2002: 131). Dies ist der Grund, weshalb politische Akteure mit Public Relations versuchen, den Medien durch die Reduktion von Komplexitat in die Hande zu arbeiten und damit die Kommunikation in ihrem Sinne zu beeinflussen. Weischenberg (1996: 247) folgert: „Letztlich zielen alle Formen der Public Relations auf eine positive Berichterstattung in den Medien, und zwar im einzelnen durch die gezielte Ansprache von Journalisten, durch das Angebot von Pressematerial, die Organisation von Pressekonferenzen, durch Sponsoring und durch die Einbindung von einflussreichen Meinungsfuhrern. “ Politik ist in ihrer offentlichen Darstellung gezwungen, sich den Bedurfnissen des gewandelten Mediensystems anzupassen (Schicha / Brosta 2002: 41). Die rasante Abfolge von politischen Ereignissen und Personen schafft im politischen System eine Kommunikationssituation, die einmalig sein durfte (Machnig 2002: 151).

Ulrich Sarcinelli kam schon 1987 in seinem wegleitenden Werk "Symbolisch Politik" zum folgenden Fazit: "Der steigende Bedarf an symbolischer Politik hat zu einem starken Ausbau journalistisch-professioneller Politikvermittlungskapazitat auf Seiten des politischen Systems gefuhrt. Der Output der vielfach schon mediengerecht prasentierten Offentlichkeitsarbeit bindet einen grossen Teil journalistischer Kapazitat und beeinflusst in hohem Masse die Berichterstattung in den Medien." (Sarcinelli 1987: 221).

Die grosse Herausforderung eines jeden Journalisten liegt in der Aufgabe, aus der grossen Informationsflut Relevantes von weniger Relevantem zu trennen und den Instrumentalisierungsstrategien nicht zu erliegen. Dies ist unter dem Druck der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit und unter dem Primat der Tagesaktualitat eine hochst anspruchsvolle Aufgabe.

Fur die Politik existiert keine Moglichkeit zur Umgehung der Medien: Auch eine hochprofessionelle PR-Institution, ob sie nun Parteien oder den Staat reprasentiert, ist auf die Medien angewiesen. Diese allein lassen die Meldungen ins breite Publikum diffundieren. Die Unabhangigkeit der Medien bleibt also weiterhin gewahrt, weil PR nur Anlasse fur Kommunikation im Mediensystem bieten konnen (Schicha / Brosta 2002: 48).

Nicht nur Thomas Meyer (2001) kommt zum Schluss, "dass die Auswahlkriterien der Medien fur das, was fur sie an der Politik interessant und daher berichtenswert erscheint, in einem extremen Spannungsverhaltnis zu dem stehen, was das Charakteristische der Politik selbst ausmacht" (Meyer 2001: 47). Zwischen Mediensystem und Politik liegen grundsatzlich unterschiedliche Arbeitsrhythmen, Zielhorizonte des Handelns sowie Zeithorizonte vor. "Die Politik ist nicht auf Tagesaktualitat ausgelegt, die Medien dagegen in der Regel schon" (Jackel 1999: 39).

Die unterschiedlichen Rationalitaten von Politik und Medien bringt Ruth Metzler (Metzler: 2003) zum Ausdruck, wenn sie in der Weltwoche uber ihre Afrikareise zur Unterzeichnung eines Durchgangsabkommens berichtet: Wahrend sich die Politiker langweilen und der Dinge harren, herrscht unter den Medienleuten Hektik, weil sich die Unterzeichnung hinauszuzogern scheint und dies nach dem Nachrichtenfaktor „Uberraschung“ eine News-Meldung darstellt. Das politische Tagesgeschaft kontrastiert hier mit der von den Medien geforderten Tagesaktualitat. Indem die Politik zu Unmittelbarkeit gezwungen wird, begibt sich diese in ein Spannungsfeld, in welchem ein Einblick in die wirklichen Inhalte der Politik nicht mehr moglich ist (Jackel 1999: 31).

4. Die Politiker: was zieht sie in die Medien

Bei erneuter Bezugnahme auf die okonomische Theorie der Politik (Weimann 2001: 409ff.) wurden sich Investitionen in Sachkompetenz fur den rationalen Politiker nur auszahlen, wenn sich damit mehr Wahlerstimmen generieren liessen. Dies bedingte aber, dass die Wahler den Politiker auch beurteilen konnten, was wiederum fur diese mit hohem Aufwand verbunden und damit irrational ist. Die Sorgen der Normalburger drehen sich nicht um Politik. Als Zielgruppe von Politikern haben sie gar kein Interesse mehr uber Detailprobleme zu erfahren. Politik ist zu abstrakt und zu weit vom wirklichen Leben entfernt. Aussagen finden nur Resonanz, wenn sie konkret und unmittelbar sind. Diese Schlusse zieht Jeniffer Laszlo Mizrahi, die unter anderem Bill Clinton und Al Gore beraten hat, in ihren "17 Tipps fur erfolgreiche Themenkampagnen" (2002: 110). Wahrend Parteienkompetenz vor allem mit Problemlosungs- und damit "Issue- Kompetenz" (Schmidt 1995: 450) gleichgesetzt wird, setzt sich die Kandidaten- bzw. Politikerkompetenz aus einer Vielzahl von Eigenschaften wie Personlichkeit, Professionalitat, Auftreten des Kandidaten und Image-Inszenierung zusammen, wobei die Frage nach der Sachkompetenz durch Personalisierung in den Hintergrund ruckt (Rommele 2002: 342). Nach dem Konzept des "Kandidaten Image Setting" erhalten die haufig erwahnten Eigenschaften fur die Gesamtbewertung eines Kandidaten ein hoheres Gewicht als die selten erwahnten Eigenschaften (Brettschneider 1999: 93).

Politiker verwenden ihre knappe Zeit nicht um Sachkompetenz zu erlangen, sondern um "die Signale zu erzeugen, die erstens in den Medien transportabel sind und zweitens von rationalen Wahlern aufgenommen werden. Um es uberspitzt zu formulieren: der rationale Politiker hat massive Anreize, Kompetenz zu signalisieren, aber keine, tatsachlich Kompetenz zu erlangen." (Weimann 2001: 412). Diesen Anschein uber bestimmte Fahigkeiten zu verfugen, kann ein Politiker nur erwecken, indem er moglichst oft in den Massenmedien steht (Hitzler 1996: 275). Plakativ gesprochen: "Medienwirkung ist das Brot, von dem sich der Politiker typischerweise karrieretechnisch ernahrt." (ebd.: 272). Politische Legitimitat stutzt sich in der

Mediengesellschaft zunehmend auf die kommunikative Performance politischer Akteure (Kamps 2002: 109). Wer unter den Politikern ein feines Gespur fur die Medienwirksamkeit seiner Auftritte hat und dadurch eine hohe Medienprasenz aufweist, ist haufiger in aller Munde als der kompetente, sich in Detailfragen auskennende Sachpolitiker. Es sei denn, er erreicht unter den Journalisten auf gewissen Fachgebieten den Status eines Experten. Die hohe Karri ererelevanz der Medienprasenz belegt eine Selbsteinschatzung der Bundesparlamentarier, in welcher uber 90% der Parlamentarier der Medienpublizitat eine hohe Wichtigkeit fur den politischen Erfolg zuschrieben (Saxer 1992: 95ff.). Politikerimages beruhen, da heute nur noch eine Minderheit der BurgerInnen an Wahlveranstaltungen oder Parteiversammlungen in direkten Kontakt mit den Politikern tritt, nicht auf den tatsachlichen Eigenschaften eines Kandidaten, sondern auf den wahrgenommenen. ,,Deren Grundlage ist fast ausschliesslich die Berichterstattung der Massenmedien. Ob und wie ein Politiker wahrgenommen wird, hangt also wesentlich davon ab, wie ihn die Medien darstellen“ (Brettschneider 1999: 65). Diese Darstellung ist zentral, da es jedem Politiker letztlich darum geht zu signalisieren, "dass man relativ gesehen die beste Wahl ist" (Hitzler 1996: 268). Die mediale Selbstdarstellung von Politikern hat einen doppelten "Verstarkereffekt": Ein Politiker, der mit bestimmten Sachthemen in Verbindung gesetzt wird, gibt der fur das breite Publikum uninteressanten Politik ein "Gesicht" und verleiht sich damit gleichzeitig ein "Profil" (ebd.: 275). Wenn man der Argumentation von Matthias Machnig (2002) folgt, wird der Drang der Politiker in die Medien durch den Umstand unterstutzt, dass politische Botschaften zwangslaufig personalisiert werden mussen, um erfolgreich zu sein. Die Identifikation mit dem komplexen Feld der Politik geschieht uber Personen, welche die einzige Konstante im dauernden Wechsel der komplexen Themen darstellen (Machnig 2002: 151).

Ein weiterer interessanter Ansatz zur Erklarung fur den Drang der Politiker in die Medien liegt in der medienpsychologischen Sichtweise. Nach dieser haben viele Politiker eine hochgradig narzisstische Veranlagung, die sich durch Medienprasenz befriedigen lasst (vgl. Winterhoff- Spurk 1999).

Wenn die Politiker alles unternehmen, um in die Medien zu gelangen, kommt dies oft einem Spiel mit dem Feuer gleich: Die Medien bauen namlich nicht nur politische Prominenz auf, sie sind ebenfalls auf der standigen Suche nach personlichen Fehlern und Verfehlungen von Politikern. Diesen Mechanismus der Generierung und Zerstorung von politischer Prominenz konnte man als "narzisstische Falle der Medien" (Winterhoff-Spurk 1999: 26) bezeichnen. Weil viele Politiker von allen sich bietenden Chancen zur Erhohung des Bekanntheitsgrades und zum Aufpolieren des eigenen Images fasziniert sind, ist es unangebracht, von den "Politikern in den Fesseln der Mediengesellschaft" zu sprechen (Schatz et al. 2002: 11). Die Politiker trifft eigenes Verschulden, wenn sie zum Spielball der Medien werden und dadurch ihre Privatsphare zunehmend verletzt sehen.

5. Das Publikum

Das Publikum wird hier nur aus Grunden der Vollstandigkeit angeschnitten, weil die Bedurfnisse und Reaktionen der Medienrezipienten in dieser Arbeit ausgeblendet werden. Dem Publikum fallt naturlich eine eminent wichtige Rolle zu. Jede politische Kommunikation hat in erster Linie die Offentlichkeit zum Adressaten (wenn man von der oftmals auch auf das eigentliche politische System abzielende Kommunikation absieht). Der Rezipient ist keinesfalls nur passiver Empfanger, sondern wahlt aus den Mitteilungen nach eignen Bedurfnissen aus (Schulz 1997: 42). Bei diesem Selektionsprozess ist die Abhangigkeit vom Urteil Dritter und damit von den Medien je nach Sachfrage unterschiedlich gross (Kriesi 1994: 241). Was die Rezipienten in erster Linie aufnehmen und wie erfolgreich politische Kommunikation bei ihnen ist, hangt ab von den individuellen Pradispositionen und unterliegt oft dem Zwang kognitive Dissonanz zu umgehen: Wer sich ohnehin fur eine Entscheidung festgelegt hat, ist empfanglich fur konsonante Medienangebote, aber immun gegen dissonante Berichterstattung (vgl. Jackel 1999: 49). Den eigenen Uberzeugungen widersprechende Aussagen werden kaum zur Kenntnis genommen (Kriesi 1994: 240). Weil jedoch die selektive Wahrnehmung vor allem bei negativen Meldungen uber Politiker gering ist, konnen sich die Meinungen uber politische Akteure leichter zum Schlechteren als zum Besseren wandeln (Brettschneider 2002b: 74). Daher hat eine uber einzelne politische Akteure veranderte Medienberichterstattung mit Sicherheit Auswirkungen auf die Einstellungen der Offentlichkeit zu diesen Akteuren (Brettschneider 1999: 66).

6. Parteienvertreter in der Berner Zeitung BZ - eine deskriptive Studie 6.1. Die Berner Zeitung BZ

Die BZ ist auf dem Medienplatz Bern die auflagenstarkste Tageszeitung. Zusammen mit ihren drei Splitausgaben, dem "Thuner Tagblatt" (TT), dem "Berner Oberlander" (BO) und dem "Solothurner Tagblatt" (ST), ist sie nach eigenen Angaben auf ihrer Internetseite mit einer Auflage von rund 163'000 Exemplaren die viertgrosste Tageszeitung der Schweiz. Die von der "Espace Media Groupe"[4] herausgegeben Berner Zeitung[5] versteht sich als Komplettzeitung fur den Espace Mittelland, welcher als geschickte, selbst geschaffene Marketingkreation der Bezeichnung fur die Kantone Bern, Solothurn und Teile des Kantons Freiburg dient. Laut dem Geschaftsbericht 2001 folgt die Berner Zeitung mit der Ausweitung ihres Erscheinungsgebietes nur den BZ-LeserInnen, die sich selbst durch erhohte Mobilitat und einen erweiterten Orientierungsradius auszeichnen. Da die BZ ihrem publizistischen Konzept nach einer Forumszeitung zuzuordnen ist (Kagi/Kellenberger 1996: 6), zeigt sie eine klare Tendenz, Aussenstehenden, Betroffenen und Engagierten das Wort zu geben und redaktionell keine politische Position zu beziehen (Blum 1998: 4). Der Anspruch, die fuhrende Zeitung fur einen geographischen Raum zu sein, liesse sich mit einer anderen publizistischen Leitlinie gar nicht vereinbaren. So stellt die Berner Zeitung ein interessantes Printmedium zur Untersuchung der angesprochenen Fragestellungen dar, da anzunehmen ist, dass aus Grunden der Ausgewogenheit Akteure aller politischen Couleurs zu Wort kommen. Dabei ist allerdings, wenn man der Argumentation Ulrich Saxers folgt, eine sowohl fur Boulevard- und Forumszeitung typische Argumentationskultur "von intensiver Standardisierung undgeringer Komplexitat" (Saxer 1996: 262) zu erwarten. Die Journalisten beschranken sich auf das Treffen von Feststellungen, die gegenuber dem Leser nicht weiter begrundet werden (ebd.: 262) und auf die kommentierende Berichterstattung uber parteipolitische Positionsbezuge und Personalia, was die Individualisierung der Berichterstattung verscharft (Imhof / Schulz 1996: 12).

[...]


[1] In der Arbeit werden die Begriffe Parteienvertreter, Politiker und politischer Akteur als Synonym behandelt. Jeder Parteivertreter ist auch Politiker, da er "an der politischen Willensbildung und dem politischen Entscheidungsprozess beteiligt ist." (Schmidt 1995: 731).

[2] Wenn in dieser Arbeit aus Grunden des sprachlichen Verstandnisses primar die mannliche Form verwendet wird, schliesst dies selbstredend auch alle weiblichen Parteienvertreterinnen ein.

[3] Eine Ausnahme bildet hierbei die NZZ mit ihrer ausfuhrlichen Berichterstattung zu den einzelnen Voten in den Plenardebatten wahrend der Sessionszeit.

[4] Die "Espace Media Groupe" ist zusammen mit ihren Partnern das fuhrende Medienunternehmen im Grossraum Bern. Sie versteht sich als umfassender Anbieter von allen gangigen Medienformaten (Printmedien, Radio, Fernsehen und Internet). (Leitbild der Espace Media Groupe: http://www.espacemedia.ch/PDF/Leitbild.pdf).

[5] Neben der "Espace Media Groupe" mit 51% ist auch die "tamedia ag" mit 49% an der Berner Zeitung beteiligt.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Parteienvertreter in den Printmedien. Das Fallbeispiel Berner Zeitung.
Hochschule
Universität Bern  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Politische Kommunikation: Die Kommunikationsführung politischer Parteien im Wahljahr
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V15983
ISBN (eBook)
9783638209496
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Parteienvertreter, Printmedien, Fallbeispiel, Berner, Zeitung, Seminar, Politische, Kommunikation, Kommunikationsführung, Parteien, Wahljahr
Arbeit zitieren
Adrian Zingg (Autor), 2003, Parteienvertreter in den Printmedien. Das Fallbeispiel Berner Zeitung., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15983

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