Der epistemologische Gehalt skeptischer Argumentationen bei Cicero, Sextus Empiricus und Francisco Sanchez

Die philosophische Skepsis von der Antike bis zur Renaissance


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Historische Einordnung und Unterschiedlichkeit skeptischer Herangehensweisen
2.2. Akademische Skepsis
2.3. Pyrrhonische Skepsis
2.4. Francisco Sanchez

3. Schlussbetrachtung

4. Bibliographie
4.1. Primarliteratur
4.2. Sekundarliteratur
4.3. Tertiarliteratur

6. Endnoten - Bemerkungen und Verweise des Verfassers

1. Einleitung

Wahrheit und Wissen sind zentrale und aufeinander reflexiv bezogene Kategorien der Erkenntnistheo- rie. Ihre Aufgabe ist es einerseits dazu beizutragen, dass Erkenntnisprozesse verstanden und entwickelt werden konnen (Epistemologie) und andererseits den die Weisheit Liebenden, als welcher ein Philo- soph im weitesten Sinne bezeichnet werden darf, in die Lage zu versetzen, die Glaubwurdigkeit wis- senschaftlicher Erkenntnisse kritisch zu hinterfragen. Erkennen ist dabei die Tatigkeit, die zum Wissen fuhrt, insofern es eine Begrundung gibt, welche eine objektive und begrundete Gewissheit der Wahrheit zulasst.

Kritik am Erkennen muss daher, genau wie Wissen und Wissenschaft, systematisch und methodisch behandelt werden. Um die Bruchigkeit der Reflexivitat von Erkennen und Wissen aufzuzeigen, werden anhand verschiedener skeptische Argumentationen deren epistemologische Gehalte aufgezeigt werden, da der Skeptizismus mittels Zweifel und InfTagestellen dort ansetzt, wo Wissensanspruch erhoben wird. Das bedeutet nichts anderes als zu prufen, in welchem Mafie der Skeptizismus - ob nun durch pro- grammatische Verneinung oder Unentscheidbarkeit bei der Frage nach gesicherter und nachweisbarer Moglichkeit von Erkenntnis - einen Beitrag zum Erkennen der Welt liefert. Diese Arbeit wird die Kernargumentationen von Marcus Tullius Cicero1, Sextus Empiricus2 und Francisco Sanchez3 hinsicht- lich deren Erkenntniskritik untersuchen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den im Hauptseminar behan- delten Textabschnitten, jedoch wird aus Grunden der Vervollstandigung der Darstellung des epistemo- logischen Argumentationsspektrums auch auf Aussagen und Informationen aus den jeweiligen Gesamttexten zuruckgegriffen.

Infolgedessen wird die Erkenntnis einerseits als Objekt untersucht und ist gleichzeitig Mittel der Unter- suchung, da sich ohne sie keine sinnvollen Aussagen machen lassen. Anfangs werden dazu die drei Denker geschichtlich verortet sowie deren jeweilige philosophiehistorischen Kontexte und deren Ver- haltnis zum Diskurswissen skizziert. Anschliefiend wird mit dem Text von Cicero die Untersuchung begonnen. Die Ciceronische Erkenntniskritik an den Stoikern ist dabei nicht rein destruktiv, sondern konstruiert ebenso einen Gegenentwurf, welcher als Grundlage zur Entscheidungsfindung geeignet ist bzw. erscheint. In diesem Zusammenhang werden die Rolle und Funktion der Sinnesorgane, die des Geistes sowie Formen unterschiedlicher Perzeptionswirklichkeiten und die daraus abgeleitete Notwen- digkeit der Nichterkennbarkeit der absoluten Wahrheit und des sicheren Wissens im Kontrast zum stoischen Erkenntnismodell aufgezeigt. Die in diesem Abschnitt getroffenen Feststellungen werden dann unter dem pyrrhonischen Fokus ein Weiteres mal befragt. Da sowohl die pyrrhonische als auch die akademische Skepsis als eigenstandige, ausgereifte Skeptizismusschulen mit unterschiedlichen (negativen) Erkenntnismodellen gelten, werden im letzten Teil dieser Abhandlung die skeptischen Argumentationslinien des Francisco Sanchez' an den vorher thematisierten Erkenntnismodellen gemes- sen. Damit soll gezeigt werden, ob Sanchez epistemologisch eigenstandig operiert oder ob er eher die bestehenden Formen des Skeptizismus adaptiert, um sie als Mittel zur Umsetzung seiner Ideale zu verwenden.

Im Verlauf aller Abschnitte als auch in der Schlussbetrachtung wird gezeigt werden, dass der Skepti­zismus zwar die erkenntniskritische Position schlechthin einnimmt, dass aber diese Haltung des Zwei- fels durchaus konstruktiv sein kann und sich (oftmals) nicht darauf beschrankt, Erkenntnisversuche ein fur allemal zu beerdigen, sondern als konstruktives Gegenargument den antithetischen Impetus fur weitere Erkenntnisse liefern kann.

2. Hauptteil

2.1. Historische Einordnung und Unterschiedlichkeit skeptischer Herangehensweisen

Zeitlich gesehen war Ciceros Wirken dem des Sextus' und dem des Sanchez' vorangestellt. Er schrieb Die „Akademischen Abhandlungen Lucullus“ 45 / 44 v. Chr. als Anhanger der „Neuen Akademie“, einer der funf groBen, ursprunglich auf Platon zuruckgehenden Philosophenschulen, innerhalb welcher Fragen nach der Erkenntnisfahigkeit des Menschen im Vordergrund standen. Der Dialog Lucullus ist eine ausfuhrliche Kontroverse zwischen der Position des Antiochos von Askalon, reprasentiert von Lucullus, und Ciceros Position, welche am Skeptizismus von Karneades von Kyrene und Philon von Larissa orientiert war. Im Wesentlichen unternimmt Cicero den Versuch, dogmatische (lehrhafte) Auffassungen4 der Stoiker zu relativieren, indem er zeigt, dass es absolutes und gesichertes Wissen aufgrund eines fehlenden Wahrheitskriteriums nicht geben kann.5

Sextus, Anhanger des auf Pyrrhon von Elis6 zuruckgehenden Pyrrhonismus, lebte im 2. Jh. n. Chr. und verfasste den „GrundriB der Pyrrhonischen Skepsis“ ca. 180 - 200 n. Chr. Er unterschied die dogmati- sche (Aristoteles, Epikur, Stoiker), die akademische (Karneades u.a.) und die skeptische Philosophie und war dabei Verfechter der letzteren. Seine Schrift ist somit als Antwort hinsichtlich der Erkenntnis- fTage auf die aristotelisch - epikureisch - stoischen Konzeptionen einerseits und auf die akademischen Konzeptionen der Erkenntniskritik andererseits anzusehen.7 Sextus sagt auf den Nenner gebracht aus, dass er als Pyrrhonier nicht wissen kann, ob es wahre Erkenntnis gibt und dass er deswegen weiter auf der Suche sei.8

Francisco Sanchez' Schrift „Quod nihil scitur“ entstand um das Jahr 1580 und wendete sich zweifelnd gegen die universitaren, philosophischen Lehren des spatscholastischen Aristotelismus, indem sie diese kritisch analysiert. Er entwickelt seine skeptischen Ansichten hauptsachlich durch Offenlegung der Schwachstellen und Widerspruche seiner Gegner, womit eine Wissens- und Erkenntnisformation ge- meint ist, die sich in die Reihe der vorher von Sextus als dogmatische Philosophien bezeichneten ein- ordnen lasst.9

Allen drei Denkern ist somit gemeinsam, dass sie sich gegen bestehendes Wissen vom Erkennen der Welt und somit gegen bestehende Autoritaten wendeten, wobei die antike Argumentation Ciceros eher die kritische Analyse des aus Sinneseindrucken Wissbaren verfolgt, was von Sextus in Ahnlehnung an Pyrrhon, von dem nichts primar uberliefert ist, aufgegriffen, als nicht konsequent kritisiert und modifi- ziert wurde. Grundlage des Denkens war bei beiden antiken Denkern die Ausrichtung auf Gluckselig- keit zur Erlangung der Seelenruhe, obgleich differenziert werden muss, an welcher Stelle ihres Denk- systems die Seelenruhe verortet ist. Ist sie fur den einen das Ziel, so ist sie fur den anderen eine Folge.10 Wenn Cicero davon ausgeht, dass der Mensch seines Gluckes Schmied ist und erkenntnisge- bunden dieses Gluck auch erreichen kann, erkennt er als Akademiker die Notwendigkeit von Erkennt- nissen an.11 Er will aus eigener Entscheidung unter Voraussetzung des Bivalenzprinzipes12 den Weg gehen, der den Menschen in die Gluckseligkeit fuhrt und den dazu gegensatzlichen Weg bewusst ab- wahlen. Dazu braucht er Wissen, um Entscheidungen treffen zu konnen und muss Erkenntnis dahinge- hend relativieren, dass er die zur Erkenntnis gehorige Gewissheit durch Glaubhaftigkeit ersetzt. Das Wahrheitskriterium13 wird durch ein Geltungskriterium ersetzt.14 Die prinzipielle Moglichkeit der Sinnestauschung verlangt nach Modifikation des Erkenntnismodels der Stoiker. Die prinzipielle Mog- lichkeit von (temporarer) Erkenntnis wurde nicht in Frage gestellt. Das war das akademische Vorhaben. Doch dazu spater mehr.

Fur Sextus dagegen ist es zwar moglich, die Berechtigung der pragmatischen Forderung nach wahrer Erkenntnis anzuerkennen, aber eben nicht deren Notwendigkeit. Sextus zeigt viel mehr, dass gerade der Zwang, eine Entscheidung zugunsten von Wahrheit oder Falschheit treffen zu mussen als Hindernis zur Seelenruhe zu verstehen ist. Sextus befindet die Einteilung in 2 Pole, die durch das Bivalenzprinzip zum Ausdruck gebracht werden - namentlich Komplementares - schon als dogmatisch und willkurlich festgelegt und sieht deren Stichhaltigkeit bzw. Letztbegrundung nicht ein. Ein standiges Hin - und Herbewegen zwischen diesen Polen verfuhre zu einem auf Erkenntnis gerichteten Eifer, der mogli- cherweise kurzzeitig zur Seelenruhe fuhren kann, die Seelenruhe aber langfristig nicht sicherstelle.

Erst wenn der Mensch es aufgibt, mittels bewusster Entscheidungen die Seelenruhe herstellen zu wol- len, weil er am Versuch gesicherte (wissenschaftliche) Erkenntnis zu erlangen verzweifelt ist, erlange er sie zufallig.15

Diese Auffassung spiegelt die prinzipielle Verneinung des Oppositionsprinzips wider. Das Oppositi- onsprinzip besteht darin, dass Dinge, Sachverhalte, oder allgemein gesprochen semantische Bedeu- tungszuschreibungen, nicht mehr als singular identifiziert werden, sondern in einer bestimmten Relati­on zueinander als die Differenz zu einer anderen Bedeutungszuschreibung vorgestellt werden.16 Diese Relationen lassen sich beispielweise mit Begriffspaaren wie „grofi und klein“ oder eben auch mit „wahr und falsch“ verdeutlichen und bedeuten fur Sextus das, was als Teilansicht einer Ganzheit um- schrieben werden kann. Und da es keinen gesicherten Hinweis darauf gibt, dass diese Einteilung als oppositionelle Einteilung gerechtfertigt ist, sei es aussichtslos zu versuchen die Ganzheit uber diese bipolaren Modelle zu erreichen. Es sei nicht sinnvoll einen Sachverhalt oder Begriff nach Wahrheit bzw. Falschheit zu befragen und ihn innerhalb dieses aus Relationen gebildeten bipolaren Kontinuums versuchen zu verorten und damit eine Teilansicht zu projizieren, wenn doch das bestimmte Etwas (gedacht als sicherer Ausgangspunkt von Wahrheit oder kurz: Ganzheit) gesucht werde, in dem alle moglichen Relationen vereint sind. Dort ist ein wesentlicher Unterschied zu den Akademikern zu se- hen. Seelenruhe versteht er also als die Ruhe vor dem Hin - und Hergerissensein, die im Wesen aka- demischer und dogmatischer Wahrheitsfindung als Folge des immerwahrenden Abwiegens liegt. Philosophie im antiken Verstandnis war so etwas, was wir heute als psychotherapeutische Seelenheil- kunde bezeichnen wurden, welche teleologisch auf Gluckseligkeit und damit verbunden auf Seelenruhe ausgerichtet war. Das Erkennen des wahrhaft Guten mithilfe des Instrumentes Philosophie war somit fur Cicero eng an die Erkenntnisfrage und ihre Bedingungen geknupft und so entwickelte sich der Diskurs innerhalb der Akademie. Die Pyrrhonier dagegen zeigten die Unzulanglichkeiten der akademi- schen Erkenntniskritik auf und gelangten durch konsequente Anwendung skeptischer Prinzipien zur Seelenruhe, indem sie das Abwiegen gegensatzlicher und fur sie gleichwertiger Argumente unterliefien. Ein entscheidender Unterschied zwischen akademischer und pyrrhonischer Skepsis liegt also darin, dass die Akademiker den Erkenntnisdiskurs unter Modifizierung des Kriteriums entscheiden wollten um zur Gluckseligkeit zu finden, die Pyrrhonier dagegen hielten diesen Diskurs aufgrund des fur sie fehlenden Kriteriums an, nachdem sie laut Sextus erst auf dogmatische Art und Weise versuchten ihn zu entscheiden. Dies heiBt nicht, dass die Pyrrhonier den Austausch mit anderen Ansichten verweiger- ten, sie nahmen zur Relativierung dogmatischer Aussagen weiterhin am Diskurs teil, waren aber nicht von der so betriebenen Wissensgenerierung uberzeugt.

Die fruh - neuzeitliche skeptische Variante des Sanchez' dagegen galt nicht dem antiken Primat der Gluckseligkeit, sondern einer Gesamtkritik am Wissenschaftsbegriff der Scholastik und setzt an der Schnittstelle von Spatscholastik zum Humanismus an, weil der Mensch „[...] versuchen musste, sein Schicksal wieder selbst in die Hand zu bekommen und sich auf irgendeine Weise eine Moglichkeit vorausschauender Erkenntnis [...] sichern [musste].“17

Sanchez qualifiziert das Wissen, welches mittels Sinneseindrucken erlangt werden kann als das einzig mogliche, wenn auch unvollkommene Wissen; fur ihn gibt es aber auch ein individualisiertes, intuitives Wissen. Die vorausschauende Erkenntnis sei Sache jedes Einzelnen und ist nur bedingt intersubjekti- vierbar. Diese sowohl solipsistische als auch auf den kommenden Humanismus verweisende individua- listische Einstellung wird vor dem Hintergrund der ausgehenden Spatscholastik umso deutlicher, als damit eine Position zum Ausdruck kommt, die sich vehement gegen im Diskurs gewonnenes Wissen und dessen Generalisierung als Dogma wendet. Sanchez spricht somit der reinen theoretischen Erlan- gung von Wissen bzw. Erkenntnis ohne Bezugnahme auf empirische Informationen jeden epistemolo- gischen Wert ab. Der einzelne Mensch hat eine innere Realitat und nur der Wunsch nach einer gemein- samen externen Realitat lasst den Diskurs entstehen, dieser komme aber uber das Tasten, Bezweifeln, MeinungsauBern und MutmaBen nicht hinaus und ist somit kein geeignetes Mittel Wissen zu erlan gen.18

Konstatierend kann also gesagt werden, dass Cicero Zweifel an der Konkretisierung und an der Form der Erkenntnis hat, was sich nur methodologisch auflosen lasst. Sextus hangt einer generellen Erkennt- niskritik an, die nicht mehr als Zweifel sondern als reine Skepsis bezeichnet werden muss, da ein (kon- struktiv) Zweifelnder sich ja letztendlich fur eine der Moglichkeiten entscheidet. Auch stellt er in Fra- ge, ob der Mensch zu seiner eigenen Seelenruhe irgend etwas beitragen konne, indem er durch die Sinnesorgane Aufgenommenes als Wissen kennzeichnet. Sanchez wiederum bezweifelt die scholasti- sche, metaphysische und logische Methode der Erkenntnisgenerierung mittels „Syllogismen, Einteilun- gen, Pradikationen und ahnlichen gedanklichen Operationeni19 und die darauffolgende „Wortzaube- rei“20, die zu Universalbestimmungen bzw. -begriffen von Dingen fuhrt.

[...]


1 Textgrundlage des Hauptseminars: Lucullus: S.127 – 137.

2 Textgrundlage des Hauptseminars: Grundriß, 1993: S. 93 – 132.

3 Textgrundlage des Hauptseminars: QNS (Prof. Wöhler). Da in QNS und QNS (Prof. Wöhler) der Vorname Sanchez´ unterschiedlich angegeben wird (Franciscus vs. Francisco) hat sich der Verfasser entschieden, die Variante „Francisco“ zu verwenden.

4 Das Wort Dogma, welches skeptischerseits zumeist negativ konnotiert und pejorativ verwendet wird, um die positionelle Gegensätzlichkeit zu verdeutlichen, entspricht dem griechischen Wort įȩȖȝĮ, Gógma und bedeutet soviel wie Lehrsatz oder Denkart. Dogmatisch bedeutet ein auf Erkenntnis beruhendes Wissen aufgrund eines Wahrheitskriteriums anzunehmen und nicht zwangsläufig, dass Argumente der Skeptiker grundsätzlich verworfen werden. Auch Dogmatiker in der hier verwende ten Definition können aus erkenntnistheoretischen Gründen den Ansichten und Auffassungen der Skeptiker gegenüber zugänglich sein. Vgl.: Skeptizismus, S. 10 f.

5 Vgl.: Lucullus: S. IX – XII.

6 Pyrrhon von Elis lebte ungefähr 360 v. Chr.– 270 v. Chr., somit ist die durch den Pyrrhonismus formulierte Idee des Skeptizismus älter als der Ciceronische, an Karneades orientierte Skeptizismus der „Neuen Akademie“.

7 Vgl.: Grundriß: S. 93.

8 Vgl.: Ebenda: S. 93.

9 Vgl.: QNS: S. XI f.

10 Laut Sextus begannen die Pyrrhonier in der selben Weise zu Philosophieren wie die von ihnen als Dogmatiker Bezeichne- ten. Sie wogen das Für und Wider der zur betrachteten Sache gehörigen Argumentationslinien ab um die Wahrheit zu erkennen. Dabei gerieten sie in eine argumentative Balance, vergleichbar einer Balkenwaage, welche sie trotz vielfacher Wiegeversuche nicht entscheiden konnten. Daraufhin unterließen sie es, Nachweis erbringen zu wollen, welches das bessere Argument sei und durch dieses Unterlassen gelangten sie zufällig zur Seelenruhe. Wird der Darstellung gefolgt, dann entstand der Pyrrhonismus als ein Akt der Verzweiflung aufgrund des erfolglosen Versuchs etwas erkennen zu wollen, wie das Beispiel des Malers Apelles zeigt. Vgl.: Grundriß: S. 95 f. und S. 100.

11 Vgl.: Ebenda: S. 14.

12 Vgl.: Bivalenz: Zitat: „Prinzip der Zweiwertigkeit bzw. Bivalenzprinzip (von lat. bi-valeo, sich auf zwei beziehen) nennt sich das semantische Prinzip, wonach jeder Satz entweder wahr oder falsch sein muss, unabhängig von unserer Fähigkeit, seinen Wahrheitswert festzustellen.“

13 Vgl.: Lucullus: S. 145. Zitat: „[...] wenn wir das Wahre gänzlich beseitigten – was wir nicht tun, denn wir erkennen Wahres ebenso wie Falsches. Doch der Anschein berechtigt nur zum Gutheißen, während wir über kein Kennzeichen verfügen, das ein Erfassen ermöglichte.“

14 Vgl.: S. 7 dieser Arbeit.

15 Vgl.: Grundriß: S. 100. Zitat : „Wer nämlich dogmatisch etwas für gut oder übel von Natur hält, wird fortwährend beun- ruhigt. […] Wer jedoch hinsichtlich der natürlichen Güter oder Übel keine bestimmten Überzeugungen hegt, der meidet oder verfolgt nichts mit Eifer, weshalb er Ruhe hat.“ Und: „Auch die Skeptiker hofften, die Seelenruhe dadurch zu erlangen, daß sie über die Ungleichförmigkeit der erscheinenden und gedachten Dinge entschieden. Da sie das nicht zu tun vermoch- ten, hielten sie inne. Als sie aber innehielten, folgte ihnen wie zufällig die Seelenruhe wie der Schatten dem Körper.“ Siehe dazu auch Fußnote 11.

16 Vgl.: Bedeutungsbegriff: S.16 f. Zitat: „Der Terminus Opposition ist dem linguistischen Strukturalismus [...] entlehnt. Auf diese Strömung geht die Anregung zurück, die Semantik eines Zeichens nicht in einem vermeintlichen Etwas zu suchen, worauf das Zeichen zeigt, sondern vielmehr in der Abgrenzung gegen all die anderen Zeichen des Zeichensystems, die von diesem gewählten Zeichen verschieden sind. Das heißt, Bedeuten wird nicht mehr als ein Akt der Identifikation, sondern als einer der Differenzierung vorgestellt.“

17 Grundriß: S. 11.

18 Vgl.: QNS (Prof. Wöhler): S. 49, § 33 und S. 157, § 143 – § 145.

19 Ebenda: S. 157, § 145.

20 Ebenda: S. 29, § 15.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Der epistemologische Gehalt skeptischer Argumentationen bei Cicero, Sextus Empiricus und Francisco Sanchez
Untertitel
Die philosophische Skepsis von der Antike bis zur Renaissance
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Philosophie)
Veranstaltung
Die philosophische Skepsis von der Antike bis zur Renaissance
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V159835
ISBN (eBook)
9783640726981
ISBN (Buch)
9783640727704
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gehalt, Argumentationen, Cicero, Sextus, Empiricus, Francisco, Sanchez, Skepsis, Antike, Renaissance, Philosophische Skepsis, Skeptizismus, Pyrrhonismus, Neue Akademie, Humanismus, Spätscholastik, Empirismus, Empirie, Universalienstreit, Nominalismus, Metaphysik, negative Erkenntnistheorie
Arbeit zitieren
Martin Gliemann (Autor), 2010, Der epistemologische Gehalt skeptischer Argumentationen bei Cicero, Sextus Empiricus und Francisco Sanchez, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159835

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