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Widerstand im KZ Sachsenhausen

Titel: Widerstand im KZ Sachsenhausen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Juliane Felsch (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man Erlebnisberichte, wie die des Kommunisten Wolfgang Szepansky, der fünf Jahre seines Lebens im KZ Sachsenhausen verbringen musste, liest, so wird deutlich, dass die Frage: Gab es auch in den Konzentrationslagern Widerstand gegen das faschistische Regime, überflüssig erscheint. Sie ist eindeutig mit Ja zu beantworten. Viel interessanter und weniger ersichtlich hingegen erscheinen Fragen wie: Was alles war Widerstand in den KZ? Wie sah der Widerstand praktisch aus? Waren es Einzelaktionen oder traf der Widerstand die breite Masse? Was bedeutete es für die Häftlinge Widerstand zu leisten? Mit welchen Konsequenzen hatten sie zu rechnen? Wie hatte man überhaupt zwischen Entrechtung, Entpersönlichung, Quälerei, Hungersnot, härtesten körperlichen Einsatz und Vernichtung die Möglichkeit Widerstand zu leisten?
Im Rahmen der folgenden Arbeit, möchte ich versuchen, diesen Fragen eine Antwort zugeben. Mein Ziel ist es nicht nur sich möglichst intensiv mit dem Thema Widerstand auseinander zusetzen, sondern möglichst viele Facetten des Widerstands im KZ Sachsenhausen aufzuzeigen. Dabei sei betont, dass das KZ Sachsenhausen, welches im Mittelpunkt der Arbeit steht, exemplarisch für all die anderen Stammlager in Deutschland wie zum Beispiel Buchenwald und Dachau steht, in denen sich ähnliche Vorgänge abspielten. Um sich ein genaues Bild über den Widerstand im KZ Sachsenhausen zu verschaffen, halte ich es für nötig vorab einen Überblick über die Entstehung und den Aufbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen zu geben, denn im Folgenden werden Orte wie das Krankenrevier, die Schreibstube und der Appelplatz immer wieder eine Rolle spielen. Dazu dient der erste Teil meiner Ausführung. Im Anschluss daran, werde ich kurz den Ablauf eines ganz „normalen“ Tages im KZ Sachsenhausen skizzieren. Um zu verstehen, warum Häftlinge Widerstand leisteten, ist es unumgänglich zu verstehen wogegen sie Widerstand ausübten. Um dies zu verdeutlichen, scheint es mir sinnvoll den Alltag der Gefangenen zu betrachten. Im Hauptteil der Arbeit steht dann das Thema Widerstand im Mittelpunkt. Auf die eingangs formulierten Fragen, soll versucht werden Antworten zu finden. Aspekte wie die Häftlingsselbstverwaltung, Solidarität, Kultur, aber auch der Einschnitt, welcher sich durch den Beginn des Krieges ereignete, werden genauer betrachtet. In diesem Zusammenhang scheint die Frage, was der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges für den Widerstand im KZ bedeutete, ebenfalls betrachtet werden...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Aufbau des KZ Sachsenhausen

3. Arbeit, Angst und Hunger - Ein Tag im Lager

4. Widerstand im KZ Sachsenhausen

4.1 Kunst und Kultur als Widerstand

4.2 Die Häftlingsselbstverwaltung als Möglichkeit zum Widerstand

4.3 Solidarität als Widerstand

4.4 Widerstand in der Zeit des Krieges

4.4.1 Außenkommandos und Außenlager

4.4.2 Sabotage als Widerstand

4.5 Gefahren und Konsequenzen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Formen des Widerstandes von Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie es unter den extremen Bedingungen von Entrechtung, Terror und Vernichtung überhaupt möglich war, Widerstand gegen das faschistische Regime zu leisten, und welche Rolle hierbei Organisationen wie das Illegale Lagerkomitee spielten.

  • Struktureller Aufbau und Lebensbedingungen im KZ Sachsenhausen
  • Kulturelle und psychologische Strategien zur Festigung des Widerstandswillens
  • Bedeutung der Häftlingsselbstverwaltung als Widerstandsinstrument
  • Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Widerstand und Sabotage

Auszug aus dem Buch

4.1 Kunst und Kultur als Widerstand

„Eines Sonntags, es war nach dem letzten Zählappell, kam der Lagerälteste Harry Naujoks zu mir und fragte, ob ich mir nicht die Probe des Quartetts anhören möchte. Ich war begeistert. Wir gingen in die Entlausungsstation, wo das ,Probezimmer' des Quartetts war. […] Nach den ersten Tönen dachte ich, ich hätte Fieber. Es lief mir heiß und kalt über den Rücken. Es war wie ein Traum. Schon über zwei Jahre hatte ich keine Musik mehr gehört, nur das Geschrei und Weheklagen der gequälten Menschen; und jetzt, in diesem grauen, trostlosen Raum so eine Musik! […] Als ich dann zurück in meinen Block ging, wußte ich, daß ich niemals mehr so etwas Erhebendes hören würde. Ich lebte noch lange Zeit von diesem außerordentlichen Erlebnis, das in einem so starken Widerspruch zu dem stand, was um uns herum passierte. In mir festigte sich die Überzeugung, daß das Schöne, das Humane im Menschen stärker, ja unbesiegbar ist.“ (Bohdan Rossa in: Niemand und nichts vergessen)

Ausgehend von der Schilderung des tschechischen Studenten Rossa, welcher von 1939 bis 1942 Häftling im KZ Sachsenhausen war, wird deutlich worin der Sinn solcher und ähnlicher Tätigkeiten lag. Es ging vereinfacht gesagt darum, die Widerstandskraft, den Widerstandswillen der Gefangenen zu festigen, neuen Mut zu machen, die Menschen nicht in Resignation versinken zu lassen, sondern neue Lebensimpulse zu geben und ebenso den Mithäftlingen die Möglichkeit zu bieten, für einen kurzen Moment einmal abschalten zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Widerstandes in Konzentrationslagern ein und definiert das Ziel der Arbeit, die verschiedenen Facetten des Widerstandes in Sachsenhausen exemplarisch aufzuzeigen.

2. Entstehung und Aufbau des KZ Sachsenhausen: Dieses Kapitel skizziert die historische Entstehung des Lagers und beschreibt die räumliche sowie organisatorische Struktur, die den Rahmen für das Häftlingsleben bildete.

3. Arbeit, Angst und Hunger - Ein Tag im Lager: Hier wird der militärisch geregelte, menschenverachtende Tagesablauf der Gefangenen geschildert, der von ständiger Angst und Überlebenskampf geprägt war.

4. Widerstand im KZ Sachsenhausen: Das Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Widerstandsformen, von kulturellen Aktivitäten über die Häftlingsselbstverwaltung bis hin zur Sabotage in der Rüstungsindustrie.

5. Fazit: Das Fazit reflektiert die Erkenntnisse und betont, dass Widerstand im totalitären System des KZ zwar eine Minderheitengruppe blieb, aber dennoch eine unverzichtbare humanitäre und politische Bedeutung für die Überlebenden hatte.

Schlüsselwörter

Widerstand, KZ Sachsenhausen, Häftlingsselbstverwaltung, Illegales Lagerkomitee, Sabotage, Solidarität, Nationalsozialismus, Konzentrationslager, Überlebenskampf, Rüstungsindustrie, antifaschistischer Widerstand, Lageralltag, Sachsenhausen, Haft, Unterdrückung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Existenz und den Ausprägungen von Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Lageralltag, die Rolle der Häftlingsselbstverwaltung, kulturelle Widerstandsnischen sowie Sabotageaktionen im Kontext der Kriegswirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Häftlinge unter extremen Bedingungen Widerstand leisteten und durch welche Formen der Selbstbehauptung sie ihre Moral und ihren Lebenswillen bewahrten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-analytische Auswertung von Zeitzeugenberichten sowie einschlägiger Fachliteratur zur Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Kunst und Kultur, die Funktion der Häftlingsselbstverwaltung, die Bedeutung der Solidarität sowie die Auswirkungen des Kriegsausbruchs auf Sabotageaktivitäten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Widerstand, Konzentrationslager, Sachsenhausen, Häftlingsselbstverwaltung, Sabotage, Solidarität und Überlebenskampf.

Welche Rolle spielte das Illegale Lagerkomitee (ILK)?

Das ILK agierte als geheime Selbsthilfeorganisation, die versuchte, Leben zu retten, Strafaktionen zu verhindern und koordinierte Sabotage gegen die SS-Lagerleitung zu organisieren.

Wie veränderte der Zweite Weltkrieg den Widerstand im KZ?

Mit dem Kriegsausbruch und dem Einsatz von Häftlingen in der Rüstungsindustrie verlagerte sich der Fokus des Widerstandes verstärkt auf organisierte Sabotage, um die Kriegswirtschaft zu schwächen.

Welche Risiken waren mit dem Widerstand verbunden?

Widerstand war lebensgefährlich; bei Entdeckung drohten den Häftlingen schwerste Quälereien, Bunkerhaft, der Einsatz in Strafkompanien oder die Hinrichtung.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Widerstand im KZ Sachsenhausen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Deutschland im Krieg
Note
2,0
Autor
Juliane Felsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V159956
ISBN (eBook)
9783640727476
ISBN (Buch)
9783640727759
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entstehung und Aufbau des KZ Sachsenhausen Lageralltag Widerstand Gefahren Sabotage als Widerstand Außenkommandos Außenlager Solidarität Häftlingsselbstverwaltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Felsch (Autor:in), 2009, Widerstand im KZ Sachsenhausen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159956
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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