Louis Henry Sullivan, auch bekannt als Frank Lloyd Wrights ‚lieber Meister’, ist einUS-amerikanischer Architekt. Er gehörte zu den bedeutendsten Baumeistern in Chicago, aber auch international hatte er weit reichenden Einfluss. Unter seiner Mitarbeit kam es zu revolutionären Entwicklungen von fortschrittlichen Wolkenkratzer-
Konstruktionen zum Ende des 19. Jahrhunderts, darunter zählen Prototypen von Hochhäusern, Geschäfts- und Warenhäusern. Sullivan
entwarf und verwirklichte erstmals funktionelle Bauten in den Vereinigten Staaten. „Für ihn war die Gestaltung von Wolkenkratzern eine schöpferische Übersetzung von Schnitt und Grundriß in der Fassade und Ornament“.
Zu Sullivans bedeutendsten Bauten zählt unter anderem das Wainwright Building in St. Louis, das in der Zeit um 1890 entstand, aber auch mit dem Guaranty Building in Buffalo (1894–1896) untermauerte er seinen Ruf als international anerkannter Architekt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Industrielle Revolution – historische Gegebenheiten
3. Sullivan und die Chicago School
4. Sullivans Buildings
5. Wainwright Building
5.1 Entstehung der Idee
5.2 Die Konstruktion
5.3 Ornamente
5.4 form follows function
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die architektonische Bedeutung von Louis Henry Sullivan anhand des Wainwright Buildings in St. Louis. Das primäre Ziel ist es, die Verbindung zwischen innovativer Stahlskelett-Konstruktion, funktionaler Fassadengestaltung und der Integration von Ornamenten unter Berücksichtigung des Prinzips "form follows function" zu analysieren.
- Historischer Kontext der industriellen Revolution und des Städtebaus in Chicago
- Die Chicago School of Architecture als wegweisende Bewegung
- Konstruktive Merkmale und Entstehungsgeschichte des Wainwright Buildings
- Theorie und Praxis des Prinzips "form follows function" bei Sullivan
- Die Rolle der Ornamentik in der modernen Architektur
Auszug aus dem Buch
5.1 Entstehung der Idee
Das Wainwright Builduing befindet sich Nordwestecke 7th und der Chestnut Street in St. Louis und entstand in den Jahren 1890 bis 1892. Seine Auftraggeber waren der Biermagnet Ellis Wainwright und seine Mutter Catherine.
In den Jahren zuvor arbeitete Sullivan im Stile des ‚Richardsonian Romanesque’, dieser entsprach seinen Vorstellungen der Präsentation des amerikanischen Gesellschaft. Dieser Stil machte sich Elemente der spanischen und französischen Romantik zu nutze, wirkte aber zugleich rau und rustikal und wurde unter anderem auch von John Wellborn Root aufgegriffen. Sullivan selbst bezeichnete das Wainwright Building 1903 als „the beginning of a logical and poetic expression of the matallic frame construction“.
Das Gebäude ist auf den ersten Blick schlicht gehalten und an traditionelle Erscheinungen angelehnt. Sullivan betont vor allem die waagerechten und senkrechten Strukturen in seiner Konstruktion. Das Wainwright Building gilt mit seinen zehn Stockwerken als modern in seiner Gestaltung unter Verwendung von einem tragenden Eisenskelett.
Es ist horizontal dreigeteilt, angelehnt an die Vorbilder der klassischen Säulen und ergibt sich unmittelbar aus der Funktion der jeweiligen Geschosse. „From this results, naturally, spontaneously, unwrittingly, a three-part division, not from any theory, symbol, or fancied logic“. Für Sullivan besteht die künstlerische Herausforderung eines Architekten hauptsächlich in der Gestaltung der Fassade, die Funktion gibt dabei nur den grundlegenden Impuls.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Leben und Wirken von Louis Henry Sullivan sowie die Relevanz des Wainwright Buildings für die moderne Architekturgeschichte.
2. Industrielle Revolution – historische Gegebenheiten: Darstellung der sozioökonomischen Bedingungen im Chicago des späten 19. Jahrhunderts, die den Bau von Hochhäusern erforderlich machten.
3. Sullivan und die Chicago School: Biografische Eckpunkte Sullivans und Einordnung seiner Arbeit in das Umfeld der Chicago School of Architecture.
4. Sullivans Buildings: Analyse der ästhetischen und bautechnischen Ansätze Sullivans in Abgrenzung zum Historismus.
5. Wainwright Building: Detaillierte Untersuchung des Projekts, unterteilt in Idee, Konstruktion, Ornamente und die Anwendung des Funktionsprinzips.
5.1 Entstehung der Idee: Hintergrundinformationen zur Entstehung des Entwurfs und zur Auftraggeberschaft.
5.2 Die Konstruktion: Technische Analyse der Stahlskelettbauweise und der Fassadengestaltung des Wainwright Buildings.
5.3 Ornamente: Diskussion der theoretischen Bedeutung von Schmuckelementen in Sullivans Architekturverständnis.
5.4 form follows function: Erläuterung des berühmten Leitsatzes und dessen Bedeutung als Naturgesetz in der Architekturtheorie.
6. Resümee: Fazit zum Vermächtnis Sullivans und zur langanhaltenden Wirkung seiner architektonischen Theorien.
Schlüsselwörter
Louis Henry Sullivan, Wainwright Building, Chicago School, Stahlskelettbauweise, form follows function, Architekturgeschichte, Hochhausbau, Ornamentik, Funktion, Fassadengestaltung, Industriegeschichte, Moderne Architektur, Konstruktion, Chicago, Wolkenkratzer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das architektonische Werk von Louis Henry Sullivan, insbesondere den Bau des Wainwright Buildings in St. Louis, als ein wegweisendes Beispiel der modernen Hochhausarchitektur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die industrielle Entwicklung in Chicago, die theoretischen Grundlagen des "form follows function"-Prinzips und die Rolle der Ornamentik in der modernen Konstruktion.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sullivan die neuen technischen Möglichkeiten des Stahlskelettbaus ästhetisch verarbeitete und dabei ein funktionales sowie poetisches Fassadendesign entwickelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, basierend auf Literaturstudien zur Architekturtheorie und historischen Quellen zum Städtebau der USA Ende des 19. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Rahmenbedingungen, eine Analyse der Chicago School, Sullivans spezifische Gebäudeentwürfe sowie eine detaillierte Untersuchung des Wainwright Buildings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Stahlskelettbauweise, form follows function, Chicago School und Ornamentik.
Warum spielt die industrielle Revolution eine Rolle für Sullivans Architektur?
Sie lieferte die technischen Innovationen wie den Aufzug und Stahlträger sowie den wirtschaftlichen Bedarf für den Bau von hohen Bürogebäuden in den wachsenden US-Metropolen.
Was unterscheidet das Wainwright Building von zeitgenössischen Bauten?
Es zeichnet sich durch seine klare horizontale Dreiteilung aus, die an antike Säulen erinnert, und durch Sullivans Fähigkeit, das Stahlskelett hinter einer kunstvollen, funktional begründeten Fassade zu integrieren.
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- Lisa Balihar (Autor), 2009, Louis Henry Sullivan und das Wainwright Building, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159995